ich plane am kommenden Wochenende die Böden mehrerer Räume mit (gefärbten) Basil zu gestallten.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte (es handelt sich um die Räume mit den grünen Haken).
Das Endergebnis sollte optisch ungefähr so aussehen:
Da ich jetzt zum ersten mal mit diesem Material arbeiten werde, hätte ich vorab diverse Fragen:
Die Fläche aller Räume beträgt zusammen gute 30m². Ich habe jetzt zunächst 6 Säcke / 150kg Basil Bodenbeton bestellt, da ich mit einer Schichtdicke von 3mm plane. Ist das realistisch oder brauche ich vermutlich mehr Material / eine höhe Schichtdicke?
Aktuell befinden sich in den Räumen uralte PVC-Fliesen, die ich gedenke herauszureißen. Ich vermute darunter erwartet mich Betonestrich.
Wie sähe hier konkret die Vorarbeit aus?
Einfach nur mit Tiefengrund “vorstreichen”? Oder vorher mit der Schleifmaschine drüber?
In meinem Besitz befindet sich noch ausreichend Tiefgrund ELF VF, der, genau wie der hier vertriebene SQ-Tiefengrund, auf Reinacrylat basiert… sollte entsprechend genau so funktionieren?
Selbstklebenden Randdämmstriefen in 3x30mm besitze ich noch aus einem alten Projekt und würde diese ebenfalls zum Einsatz bringen.
Ich habe hier gute 3kg schwarzes Pigmentpulver (Eisenoxid). Um eine Farbe wie auf dem oberen Foto zu erreichen (eventuell etwas heller… oder eher: Im Zweifelsfall heller, keinesfalls dunkler), wie viel Gramm dieses Pulvers sollten circa mit einen 25kg Sack Basil gemischt werden?
Im Anschluss Versiegelung mit der PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung?
Wie viele Schichten bei der geplaten Nutzung der Räume (ist ein Single-Haushalt)?
Vor der ersten (oder vor jeder?) Schicht Topcoat nochmal Tiefengrund auf das ausgehärtete Basil?
3 mm Schichtdicke ist knapp gerechnet, falls der Boden nicht ganz eben ist. Da würde ich lieber etwas Reserve einplanen. Alte Kleberreste müsstest Du vom Untergrund entfernen. Ansonsten genügt der Tiefengrund. Pro Sack würde ich in Deinem Fall eine Dosis von ca. 200 Pigment empfehlen. Ein Voranstrich mit Tiefgrund unter der PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung ist hilfreich, damit man später keine Arbeitsspuren der Rolle oder des Pinsels sieht. Aber nur unter der ersten Schicht.
alles klar, dann weiß ich erstmal bescheid.
Wie eben der Boden ist, sehe ich leider erst am Freitag/Samstag, wenn ich die Schlüssel bekomme und meine Helfer und ich die ollen PVC-Fliesen inkl. Kleber abgekratzt (und zur Not abgeschliffen) haben. Eventuelle vereinzelte dicke Gräben/Krater im Boden wollte ich zunächst mit noch vorhandenem klassichem Betonspachtel (von Sakret) auffüllen und plan schleifen.
Da ich die Zimmer “einzeln” mit einer jeweiligen Silikon-Trennfuge an den Türen gießen werde und den PUR-2 Topcoat sowieso noch bestellen muss, würde ich bei Bedarf dann noch Säcke Basil für den letzten Raum nachbestellen, wenn absehbar werden sollte, dass es nicht ausreicht.
200gr Pigmente pro Sack werde ich probieren und mit 3kg habe ich dann auf jeden Fall auch genug für dieses Verhältnis.
Ich versuche mal möglichst viel mit Fotos zu dokumentieren und melde mich dann, soweit alles wie geplant läuft, Freitag/Samstag wieder
sind die PVC elastisch oder brechen die? Sind diese zufällig 30x30?
Man hat in diversen alten Bodenbelägen Asbest gefunden, die man natürlich fachmännisch entfernen sollte.
Hier steht es nochmal genauer: Link
ich plane etwas ähnliches. 30m2 über zwei Räume, aber der Untergrund sind Keramikfliesen. Daher meine Fragen:
Auf der Webpage heiss es:
BASIL® funktioniert auf allen tragfähigen Untergründen wie z.B. Betonestrich, Magnesiaestrich, Anhydritestrich, Trockenestrich, Keramikfliesen, Leichtbau-Wandplatten oder Spanholzplatten. Die Schichtdicke darf zwischen 2 und 25 mm variieren, so dass sich auch größere Unebenheiten im Fußboden mit BASIL® leicht ausgleichen lassen. Estriche und andere saugende Untergründe sind in jedem Fall mit unserem SQ Tiefgrund vorzubehandeln.
Auf dem Anwendungsdatenblatt heißt es aber:
Alte Fliesen sowie Untergründe aus Holz oder ähnlichen Materialien sind 2 Tage zuvor mit einem ca. 2 bis 3 mm dicken Aufstrich von KLEMO® Klebemörtel mit eingelegtem Glasfasergittertextil (120 g/m2) zu beschichten,
Was ist denn jetzt richtig? Muss ich Klemo mit Glasfaser einsetzen, oder kann ich einfach drauf los gießen?
die Haftung von BASIL ist auch auf Fliesen sehr gut. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Fugenmuster sich abzeichnet, wenn man nicht ausreichend dickschichtig oder in zwei aufeinanderfolgenden Schichten arbeitet oder alternativ den Untergrund zuvor mit KLEMO spachtelt.
scheint ein klassischer Fall von “Der Zufall vergisst gerne mal die Arithmetik der Wahrscheinlichkeit.”
Ich war vorhin in der Wohnung um das Übernahmeprotokoll zu unterzeichnen und die Schlüssel entgegen zu nehmen.
Dabei wurde mir genau das mitgeteilt, was du vermutet hattest: nämlich dass die PVC-Fliesen Asbest-haltig waren!
Entsprechend wurden die in den letzten Wochen von der Genossenschaft bzw. einer beauftragten Firma entfernt und danach wurde der Boden mit… trommelwirbel Nivelliermasse ausgegossen! xD
So sieht das ganze jetzt aus:
@dr.backstein
Von der grundsätzlichen Herangehensweise (Grundierung => Basil => Grundierung => Versiegelung => evtl nochmal Versiegelung) ändert sich dadurch nichts, oder?
Gibt es mit Basil Probleme wenn man es relativ dünn gießt? Ich muss jetzt durch die zusätzliche Höhe der jetzt schon vorhandenen Nivelliermasse deutlich mehr aufpassen, was die Höhenunterschiede/Übergänge in Richtung Hausflur, Badezimmer und Schlafzimmer angeht…
So, da bin ich wieder…
Am Samstag wurde der erste Raum gegossen und das Ergebnis ist nicht wirklich zufriedenstellend.
Wir haben von hinten nach vorne gegossen, vorne wurde dann das Material etwas knapp. Statt noch einen Eimer drauf zu kippen haben wir versucht zu verteilen so gut es geht, dabei die Trocknungszeit (massiv) unterschätzt und dadurch diese Abdrücke von Rakel und Nagelrolle ziemlich zentral im Raum (rot markierte Bereiche).
Der Versuch das ganze nach der Trocknung mit Schleifpapier auszubessern hat zwar in Bezug auf die Glattheit der Oberfläche geholfen, die Optik aber eher noch verschlimmert…
Realistisch sehe ich hier auch keine Möglichkeit der “Reperatur” (außer im kompletten Raum nochmal eine weitere Schicht drüber zu gießen, was aufgrund des Höhenniveaus aber quasi unmöglich ist).
Das zweite Problem ist, dass sich über die gesamte Fläche mehrere “Ansammlungen” von kleinen Kratern/Löchern gebildet haben und das obwohl ich sehr gründlich mit der Stachelwalze entlüftet habe.
Positiv ist, dass die Mischung von 200g schwarzen Pigmenten pro 25kg Sack ziemlich exakt die Farbe ergeben hat, die ich im Sinn hatte… leider nur ein schwacher Trost.
du hast bei deiner Arbeit gleich mehere Fehler gemacht die du hättest verhindern können, weil diese schon sehr oft im Forum besprochen wurden.
Zum Beispiel: hier
Du hast eine Stachelwalze verwendet, deswegen auch die Punktmuster.
Deine Löcher kommen von einer unzureichenden Grundierung. Wenn der Untergrund saugt, entstehen diese Luftblasen.
Du hast zu früh geschliffen. Ideal wäre es eine Woche abzuwarten.
Beim nächsten Raum verwende einfach eine Bodenleger-Glättekelle und spiele auch nicht zu lange mit der Masse. Es wird sich später alles abzeichnen.Es sei denn du willst es so. Und ganz wichtig ist es den Untergrund vernünftig vorzubehandeln, dieser darf kein Wasser mehr ziehen.
also die Stachelwalze war ganz grundsätzlich kein Problem… “hinten” wurde die z.B. auch genutzt, aber eben zu einem Zeitpunkt wo die Masse noch nicht angezogen war, da sieht man entsprechend auch nichts.
Nur vorne wurde, wie gesagt, viel zu spät noch an der Oberfläche hantiert (sowohl mit Stachelwalze als auch mit Glättekelle) deswegen die unschönen “Muster”. Fürs nächste mal weiß ich, wie viel (oder eher wenig) Zeit ich habe…
Mit dem Schleifen zu warten war/ist leider keine Option… ich wohne seit Ende letzte Woche aktiv in dieser Wohnung und kann es mir nicht erlauben wochenlang auf alle Räume außer Bad und Schlafzimmer zu verzichten. Aber in der fast schon verzweifelten Hoffnung noch an ein besseres Ergebnis zu kommen habe ich heute noch mehrmals abwechselnd geschliffen und sehr feucht gewischt… und das hat geholfen, insgesamt siehts jetzt besser aus.
Ich mache morgen nochmal ein Foto.
Die anderen beiden Räume werde ich dann zwei oder vielleicht besser drei mal grundieren…
Wie lange sollte der Tiefgrund denn einziehen bevor man gießt? In der Küche waren das vielleicht 2 Stunden… zu wenig?
Huhu,
da ich mit meinem Basil-Boden eine ähnliche Problematik erfahren habe, wollte ich mich dazu auch kurz einmischen. In meinem ersten „Probe-“Raum habe auch die „Viel-rum-gearbeitet=viele-Spuren“ Dynamik kennen gelernt. Entsprechend habe ich dann in den folgenden versucht, das zu minimieren und hatte entsprechend weniger davon.
Dafür zeichnen sich dann aber die einzelnen Chargen deutlich von einander ab. (wobei das erstere nicht unbedingt schlechter als das andere aussieht, muss man aber halt so wollen).
Für mich hat sich dabei aber eine schwierige Ambivalenz zum Verarbeitungshinweis „verteilen und intensiv in den Boden einwalken“ ergeben. Wie soll man das beides zusammen kriegen? Und außerdem die Spuren vom Nadelrakel beseitigen?
Da fände ich doch detaillierte Hinweise von Hersteller (also dem Mörtelshop!) angebracht.
(bestenfalls ein Video!) Wenn man für mehrere tausend € Material bestellt, finde ich das nicht zuviel verlangt. Sonst ist auch das Versprechen „die Anwendung ist kinderleicht und auch für den Hobby-Handwerker kein Problem“ nicht zu halten.
ja, ein Video werden wir mal machen. Das intensive Einwalken ist dazu nötig, um die Masse zu verdichten. So bekommt man einen härteren Beton. Dass dabei Bearbeitungsspuren als Schatten in der Oberfläche verbleiben, gehört zu den Charakteristika des Materials, insbesondere dann, wenn man auch Pigmente verwendet. Hier ist ein Bild zur Illustration. In dem Anwendungsdatenblatt zu BASIL ist eigentlich alles erklärt, was man bei der Verarbeitung beachten muss. Eine Stachelwalze (oder Nadelrakel) wird dort nicht erwähnt und auch sonst von mir an keiner Stelle empfohlen, denn das ist bei diesem Produkt komplett überflüssig. Die beste Methode, um die Spuren einer Stachelwalze oder eines Nadelrakels zu vermeiden, ist deshalb, kein solches Gerät zu verwenden. Der in der Anleitung empfohlene Gummiwischer ist vollkommen ausreichend.
ich häng mich hier mal rein, weil ich auch eine Frage zu der Oberfläche von Basil bzw. Plan B hab.
Um für mein Projekt (einen Raum mit ca. 60m2 mit Basil oder Plan B Boden) zu üben, hab ich heute zwei Probeplatten mit Basil und Plan B gegossen. Die Platten hab ich aus Knauff Bauplatten gebaut, mit Klemo und Panzergewebe versehen , drei Tage später zwei mal mit Tiefgrund angestrichen und dann heute (einen Tag später) begossen. Die ganze Verarbeitung lief super, ich hab jeweils 8kg Basil bzw. Plan B verwendet. Die Platten sind ca. 0,9m2.
Wie erwartet war das Plan B deutlich zähflüssiger und ich hab direkt nach dem Gießen mit der Kelle beim Verteilen nachgeholfen. Beim Basil musste ich das nur an einer Stelle. Die Spuren sind bei beiden Platten aber sichtbar geblieben.
Auf jeden Fall sah es direkt nach dem Gießen super aus, es waren nur eine handvoll Luftblasen an der Oberfläche, die sich nach wenigen Minuten aufgelöst haben. Als die Massen dann aber ausgehärtet sind, sind ganz kleine Minikrater entstanden. Sowohl beim Plan B als auch bei Basil. Auffälligerweise vermehrt dort, wo ich mit der Kelle verteilt hab. Insgesamt ist die Oberfläche vom Plan B noch etwas unruhiger und hat mehr Krater als bei Basil.
Ist das normal oder lassen sich diese Minikrater verhindern? Nach dem Studium des Forums tippe ich darauf, dass es an einer unzureichenden Grundierung liegt. Was denkt ihr?
Hier sind ein paar Bilder. Leider ist meine Kamera etwas verschmutzt, daher nicht über die dunklen Flecken wundern, die auf allen Bildern auftauchen
Direkt nach dem Gießen (vorne Plan B, hinten Basil)
zwei Stunden später
ja, da hat die Vorbehandlung mit Tiefgrund gefehlt. Im Untergrund ist normalerweise immer Luft eingeschlossen, die durch den frischen Beton nach oben blubbert und diese Poren verursacht, wenn man ihr den Weg nicht vorher mit einer Grundierung versperrt hat. Für den nächsten Versuch kannst Du bei PLAN B ruhig etwas mehr Wasser nehmen, damit er noch besser fließt.
danke für die Antwort. Das mit der Grundierung hatte ich schon vermutet. Komischerweise hab ich zwei Anstriche mit dem SQ Tiefgrund gemacht. Der Klemo hat es aber auch nicht stark aufgesaugt, so dass es kleine „Pfützen „ auf der Oberfläche gab, die ich mit dem Pinsel wieder abgenommen hab. Im Endeffekt bin ich vom Verbrauch auch unter den 100ml/m2 geblieben. Vielleicht war ich zu sparsam…
Wie dick wird der Tiefgrund denn aufgetragen? Oder anders gefragt, pinselst bzw. rollst du das so dick drauf, dass noch eine richtige flüssige Schicht oben drauf verbleibt?
sorry, Du hattest ja doch Tiefgrund und zuvor auch KLEMO aufgetragen. Dann scheidet das als Ursache aus. Möglicherweise fehlte einfach das Verdichten des Betons. Normalerweise schwabbelt man die Masse ein paar Mal mit dem Gummiwischer hin und her, damit sie sich gut verdichtet. Ein paar letzte Poren sind aber auch normal.
bei der nächsten Platte probier ich mal mehr von dem Tiefgrund aus. Vielleicht war ich da zu sparsam.
Und das mit dem Verdichten probier ich auch aus.
Kriegt man die kleinen Krater eigentlich mit Schleifen weg?