Vito Spezial - erste Erfahrungen

Hallo Gemeinde,
ich fände es schön, wenn hier zum VITO SPEZIAL ein paar Erfahrungswerte zusammengetragen würden. Auf so ein Produkt werden ja einige gewartet haben, da finde ich es schon interessant, wie es sich in der Praxis schlägt.

Meine bestellten 25 kg sind eingetrudelt, der erste Versuch war leider recht ernüchternd. Laut Waschzettel sollen maximal 180 ml Wasser pro kg Vito spezial verwendet werden, die anderen Vitos (bis auf den weißen) mische ich in aller Regel mit 160 ml an. Ich hab in ca. 6 Minuten Mischzeit auch mit 190 ml/kg die Mischung nicht annähernd fließfähig bekommen, es entstand eine gummiartige Masse die auch kaum noch vom Mischwerkzeug und den Gefäßwänden loszumachen war. Ich bin dann weiter bis ca. 220 ml/kg gegangen, da schien bei inzwischen knapp 10 Minuten Mischzeit aber schon massiv die Hydratation eingesetzt zu haben (mit der finalen Wasserzugabe besserte sich die Fließfähigkeit garnicht mehr).

  • Der Vito Spezial war aus dem frisch geöffneten Beutel
  • Ich hatte zunächst 2/3 der Trockenmasse mit dem Wasser gemischt und dann die restliche Trockenmasse beigegeben
  • Die Trockenmasse, das Mischbehältnis, das Wasser und das Mischwerkzeug hatte ich gründlich vorgekühlt
Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? An Sven hätte ich zunächst mal folgende Fragen:
  • Sind die max. 180 ml von Dir praxiserprobt oder ist das eine versehentliche Übernahme von den anderen Vitos?
  • Wie lange sollte man nach Ausschalen warten, bis die avisierte Wasser- und Öldichtigkeit gegeben ist?
  • Kann man den Vito Spezial mit Piano einbremsen? (Wenn ja in welchen Mengen?)
Was ich für mich gern herausfinden möchte:
  • Wasser- und Öldichtigkeit meiner Gefäße aus Vito Spezial mit ca. 6 mm Wandstärke
  • Lassen sich Gußnähte tatsächlich unauffällig wegschleifen? Das Problem bei anderen Mörteln ist ja nicht nur die dann freigelegte Körnung, sondern auch die nicht homogene Färbung der Gußstücke. An den Oberflächen reichern sich häufig die feinsten Bestanteile der Mörtelmischung an, schleift man diese partiell treten häufig auch Farbunterschiede auf, erst recht bei Zugabe von Pigmenten. Die Möglichkeit des Schleifens hingegen würde mir ganz neue Möglichkeiten beim Formenbau eröffnen.
  • Poren-/Lunkerfreiheit der Oberflächen
  • Faktische Verarbeitungszeit. Meine Formen sind immer etwas "komplizierter", so dass ich beim Guß mit Stochern und Pinselarbeit beim Entlüften helfen muss. Dementsprechend ist der einzelne Guss etwas zeitaufwändiger, setzt nun die Hydratation zu früh ein, beschränkt das die Anzahl der Gußstücke mit einer Mischung drastisch und macht ein Produkt für mich schnell untauglich.
Ich werde es jetzt im nächsten Step zunächst mal gleich mit 220 ml/kg probieren, wenn das ebenfalls fehlschlägt mit 220 ml/kg + Piano, um zumindest mal ein Gefühl dafür zu bekommen wieviel Wasser das Zeuchs wohl braucht. Den Eimer mit dem Vito Spezial werde ich auch ein paar Tage offen stehen lassen und beobachten, ob das Einfluss hat.

Gruß
Martin

Hallo Martin,

die 180 ml pro kg Trockenmischung sind erprobt und müssen auch ausreichen. Allerdings ist das Anmischen damit etwas anspruchsvoller als beim normalen VITO. Du hast es hier eher mit einem Verhalten wie beim MOBY DUR zu tun, was das Anmischen und auch das Entlüften angeht. Bei MOBY DUR bildet sich auf der beim Guss oben liegenden Seite mit der Zeit eine Lederhaut, unter der die letzten noch aufsteigenden Luftblasen gefangen bleiben. Ähnlich ist es auch beim VITO SPEZIAL, nur dass hier alles etwas schneller abläuft. Mit ein paar % mehr Wasser beim Anmischen kann man die Lederhaut etwas zähmen. Zum Anmischen solltest Du einen Quirl verwenden. Für sehr kleine Mengen geht es aber auch mit Spachtel und Gipsbecher. Wenn Deine Mischzeit zu lang ist, wird das nichts.

Sven

Hallo Sven,
ich mach gern nochmal einen Versuch mit 180 ml, nach dem gestern erlebten bin ich da allerdings eher skeptisch. Vielleicht zähmen ja ein zwei Tage an der frischen Luft das Zeuchs. :slight_smile:

Magst Du mir noch die anderen Fragen beantworten?

Gruß
Martin

So .. neuer Test 2 Tage nach Öffnung des Sackes:
Stark vorgekühlte Trockenmischung, 180 ml Wasser aus dem Kühlschrank auf 999 g Vito Spezial. Bei 23° Raumtemperatur ca. 2/3 der Trockenmischung mit dem kompletten Anmachwasser in ca. 1 Minute cremig gerührt, dann den Rest Trockenmasse hinzugefügt und weitere 3 Minuten gerührt. Das Mischen passiert in der selben Maschine mit dem selben Werkzeug und unter den selben Rahmenbedingungen wie bei hunderten erfolgreichen Güsse mit Mobydur, Flowstone-Rezepten, CEM-FLUP-Rezepten, den Vitos und manch anderem.

Nach den insg. 4-5 Minuten Mischen war das Ganze gaaaaaanz leicht “cremiger” als beim letzten mal, hatte aber wieder eine gummiartige Konsistenz und war nicht wirklich gießfähig. Ich habe trotzdem begonnen eine Vase (Silikonform) zu gießen, das bedeutet ca. 130 mm hohe Wandungen (6 mm stark) mit Hinterschneidungen (Typo), in Minute 9/10 nach Beginn des Mischvorganges war die Form befüllt. Auf der Gussoberseite nivellierte sich die Gießmasse nicht malmehr ansatzweise, es verblieb eine “hügelige” Shice, der Beton entlüftete null, keine einzige Blase stieg auf. Ca. 15 Minuten nach Mischbeginn wollte ich das Werkzeug reinigen, nahezu unmöglich, ähnliches galt für die Wandungen des Mischgefässes, dem Zeuchs kann man beim hyperhydrophobieren fast zugucken. Ich werd nochmal kurz berichten welche Katastrophe ich da nachher ausschale, aber ich hab schon eine rechte gute Vorstellung davon (Blasen, dicke Lunker/Fehlstellen …)

Wenn nicht irgendein Parameter bei mir*, den ich jetzt nicht erfasse, dafür sorgt, dass das Anmischen bei mir nicht funktioniert, bleibt nur das Fazit, dass das Produkt/die Charge nach meiner Einschätzung im Moment so nicht funktioniert. Mir fehlt die Phantasie mir vorzustellen, welche Werkstücke man damit erfolgreich gießen könnte. Sollte ich Zeit und Lust finden werde ich nochmal versuchen das Zeuchs mit Piano etwas zu entschärfen und mich dann an eine taugliche Wassermenge rantasten, im Moment ist meine Laune dafür angesichts des Erlebten und der rausgeblasenen 80 € zu schlecht :confused:

Hat sonst noch niemand Erfahrungen mit dem Produkt gemacht?

Gruß
Martin

*kann eigentlich nur das Vorkühlen sein, Waage hab ich nochmal gecheckt

Hallo Martin,

also kühlen musst Du dem Mörtel nicht. Ich habe gestern mal dieses Video gemacht, in dem ich eine Kleinmenge von 100 g VITO SPEZIAL im Gipsbecher mit Wasser von Hand anrühre. Mein Vorschlag wäre, dass Du jetzt zunächst einmal exakt dasselbe probierst und dann berichtest, was bei Dir anders lief. So kommen wir dem Problem sicher am schnellsten auf die Spur. Vielleicht machst Du ja auch ein Video.

Sven

Das mach ich .. Video eher nicht, aber die Konsistenz ist ja gut in Deinem Video zu erkennen, damit für mich gut vergleichbar und weit weg von dem was ich im Pott zu sehen bekam.

Kühlen tu ich das Zeug um etwas Topfzeit zu gewinnen, und das ist bei mir bei den schnellen Mörteln von Dir eben doch ein muss.

Update: Der Test mit den 100 ml im Gipsbecher verlief ähnlich wie bei Dir, schon nach ca. 1:30 eine schön homogene, gießfähige Masse. Diese hat dann allerdings vergleichsweise schnell angezogen, zunächst ließ sich das noch durch kurzes Aufrühren bessern, nach spätestens 15 Minuten hatte ich wieder die bekannte Gummipampe.

Erste Erkenntnisse/Verdacht:

  • Ich hatte zuvor in der Maschine zu lange gemischt, die Hydratation setzte ein und schreitete über den Gußvorgang fort, das Produkt war viel schneller als erwartet
  • Durch die größere Masse beim Vasenguss (1.800 + 1.000 g Trockenmasse bei meiner ersten Versuchen in der Maschine) entsteht proportional mehr Wärme als bei den 100 g im Gipsbecher und der Mörtel zieht schneller an, warum die Vorkühlung da keinen Effekt zu haben scheint bleibt mir ein Rätsel
Ich hab dann nochmal 800 g ungekühlt für einen Vasenguss angesetzt, sofort das komplette Anmachwasser beigegeben und 2 Minuten bei allerkleinster Stufe gerührt. Die Masse war dann honigartig und für wenige Minuten (ca. 5-7) sehr gut gießbar, zog dann aber (für meine Objekte zu schnell) an und ich konnte den Guss nicht komplettieren. Reinigen von Behälter und Werkzeug einen Hauch leichter als zuvor, aber immer noch nervig und weit weg von dem was ich sonst so erlebe.

Nächstes Zwischenfazit: Der Vito Spezial scheint grundsätzlich zu funktionieren (kurze Mischzeit einhalten), zieht aber für meine Vorhaben viel zu schnell an.

Ich werde also [LIST=1]

  • Nochmal schauen was bei gekühltem Material und kurzer Mischzeit passiert. Ich vermute der Einfluss ist viel geringer als bei anderen Mörteln/Rezepturen oder sogar kontraproduktiv, wobei sich mir das warum nicht erschließt.
  • Mit Piano versuchen die Topfzeit vom Vito Spezial nenneswert zu verlängern in der Hoffnung, das meine Gußzeiten (ca. 15 Minuten pro Vasenset) dann machbar sind. Ich wäre Dir also dankbar, wenn Du auf meine Fragen zum Piano im Vito Spezial noch antworten würdest :) [/LIST] Gruß Martin
  • Hallo Martin,

    das hört sich doch schon gut an. Aufgrund seiner extrem feinen Körnung und seiner sonstigen Eigenschaften ist VITO SPEZIAL eigentlich nur für Gussstücke unter 1 kg gedacht. Kerzengefäße halt. Das Einbremsen mit Betonverzögerer sollte schon funktionieren, nur könnte die Öldichtigkeit leiden, wenn man es damit übertreibt. Wenn Du dazu gerade eigene Versuche planst, kannst Du ja gern hier berichten, wo Deiner Meinung nach die Grenze zur Überdosis liegt.

    Die Dichtigkeit ist schon von Anfang an gegeben, d.h. es gibt keine Wartezeit nach dem Entformen, die Du dafür einhalten musst.

    Sven

    Hallo Sven,
    ich werde mal mit 2,5g Piano/kg Vito Spezial starten und schauen was passiert. Ob ich das dann tatsächlich noch systematisch austeste muss ich schauen. Die ersten Güsse mit Vito Spezial hatten sich sehr stark in meinen Silikonformen “verkrallt” und ließen sich nur mühsam Entformen, wenn sich das bestätigt würde ich die Zeit eher nicht inverstieren.

    Nochmal zu den “Gußstücken unter 1 kg”: Das trifft auf meine Vasen durchaus zu. Wenn man kleine Serien produzieren will kommt man aber schnell zu dem Schluss, das man dafür keinen Mörtel haben will, der täglich mehrfaches Nutzen einer Form ermöglicht, sondern einen mit dem man in einem Zug mehrere Formen befüllen kann. Abwiegen, Anmischen und Reinigung der Werkstücke/Behältnisse sind beim Einzelguss aufs Werkstück bezogen überproportional zeitaufwändig, außerdem kann ich auch das Befüllen der Form (inkl. Entlüften, Stochern uswusf.) merklich effektiver gestalten, wenn ich drei vier Güsse parallel mache. In meinem konkreten Fall sinkt der Zeitaufwand (z.B Mobydur: Abwiegen, Anmischen, Gußvorgang, Reinigen der Arbeitsutensilien, …) von 30-40 Minuten pro Vase im Einzelguss auf 10-15 Minuten pro Vase, wenn ich vier davon parallel gieße.

    Gruß
    Martin

    Hallo DoubleM,
    etwas Off Topic, aber dürfte ich fragen welche Rezeptur für dich gut funktioniert?
    Anscheinend hast du ja viel mit dem normalen Vito gearbeitet, nutzt du mittlerweile eine eigene Mischung?

    Hallo mkuester,
    siehe zum Vito auch hier, ich nutze inzwischen eigene Mischungen.

    Gruß
    Martin

    Hallo Gemeinde,
    zwischenzeitlich hatte mich Sven in einem anderen Thread auf das Verkrallen vom Vito Spezial in meinen Silikonfomen angesprochen und wir hatten uns dort dazu ausgetauscht, ich kopiere das mal hier rein damit die Zusammenhänge erhalten bleiben:

    Hallo Sven,

    Zum Verkrallen vom Vito Spezial.
    Ich schrieb das, nachdem ich bisher folgendes gemacht hatte: [LIST=1]

  • Guss in einer etwas älteren Form (ca. 25-30 Güsse) aus sehr hochwertigem und langlebigem additionsvernetzenden Silikon, die ich am Tag vor dem Guss mit reichlich Silikonöl eingerieben hatte --> ließ sich nicht entformen. Dieses Silikon hat sich bei meinen Formen immer mal wieder als etwas störrisch beim Entformen erwiesen, bisher hab ich selbiges aber immer hinbekommen. Ich hab die Vase dann zerschlagen und konnte "sehen", dass die einzelnen Scherben erstaunlich stark an der Form "klebten".
  • Guss in einer "jungen" Form (3 Güsse) aus kondensationsvernetzendem Silikon, welches in aller Regel sehr ausgeprägte Selbsttrenneigenschaften aufweist (diese Silikone sondern oberflächlich fortlaufend Silikonöl ab, was die Standzeit merklich verkürzt aber eben auch hilfreich beim Entformen ist). Auch diese Form hatte ich am Tag vor dem Guss mit Silikonöl eingestrichen, das Ergebnis war leider das selbe wie oben. [/LIST] Einschränkend erwähnt:
    • Meine Formen sind "auf Kante" genäht und im inneren der Vase nur mit vergleichsweise kleinem Winkel konisch ausgestaltet. Das führt dazu, dass ich gerade bei älteren Formen immer wieder mal Probleme mit dem Entformen habe und etwas kämpfen muss, um den inneren Stempel aus meinen Vasen zu ziehen, hinbekommen hab ich das bisher aber immer.
    • Um mir das Entformen zu erleichtern, nutze ich gerade bei älteren Silikonformen deswegen auf dem Stempel gern mal zusätzlich Trennmittel (Wachsbasis oder Schalöl), das hab ich beim Vito Spezial bisher noch nicht probiert.
    • Meine Vasenformen sind Stülpformen und die Probleme treten "nur" beim Versuch auf, den inneren Stempel aus dem Guss zu ziehen. Das Umstülpen der äußeren Wand funktioniert, das "Kleben" ist also nur gerade so ausgeprägt, dass der Reibungskoeffizient (vermutlich knapp) zu hoch ist um den inneren Stempel zu entformen. Ich gehe fest davon aus, dass sich einfacherere Formen problemlos entformen lassen.
    Das ist ausdrücklich noch kein Fazit zum Spezial, ich hatte eher gehofft von anderen Anwendern zu erfahren, wie ihre Eindrücke sind um meine entweder bestätigt zu bekommen, oder zu erfahren, dass dort viel weniger Probleme auftreten und ich meinen Prozess nochmal genauer betrachten sollte. Nach meiner Erfahrung sind oft Kleinigkeiten entscheidend und man muss die Variablen (Mischen, Temperatur, Zeiten, Zuschläge…) sorgsam variieren, um zu belastbaren Aussagen zu kommen und den Prozess zu optimieren. Leider hab ich aktuell wenig Zeit, werde mich aber in jedem Fall weiter am Spezial versuchen und schauen, ob ich meine Vasen nicht doch damit hinbekomme. Ich werde auch "einfacherere" Formen die sich in jedem Fall entformen lassen probieren, um mal Erkenntnisse zu Wasser- und Öldichtigkeit zu erlangen.

    Gruß
    Martin

    Nein, ist er nicht (Stempel, massiv), läßt sich trotzdem nicht entformen:
    [video]https://youtube.com/shorts/DY1KIa1vmRQ?feature=share[/video]

    Ich probiere als nächstes mal Schalöl ..

    Soweit so gut, ich teste grad weiter, hat denn wirklich niemand anders bisher Erahrungen mit dem Vito Spezial gemacht?

  • UPDATE:

    1. Verzögerung mit Piano
    Hat über Erwarten gut funktioniert. Mit 2,5 g Piano/kg Vito Spezial blieb die Masse merklich länger gießbar und war initial nach dem Mischen (3 Minuten) auch spürbar “flüssiger”. Ich konnte so meinen Gießvorgang inkl. Pinseln/Stochern/Rütteln komplett und ohne Probleme vollenden, das Werkzeug war dann einfacher zu reingen und es saß kaum Material am Rand des Mischgefäßes und war dort viel weniger “widerspenstig”. Ob das jetzt einzig dem Piano zu verdanken ist oder auch damit zu tun hat, dass der Vito Spezial jetzt schon ein 14 Tage offen (genauer gesagt im Eimer) steht, vermag ich nicht zu sagen .. und ich hab auch grad gar keine Muße das systematisch auzutesten :slight_smile: Ich bin etwas beunruhigt was Svens Bedenken zur Öldichtigkeit beim Einsatz von Piano angeht, aber das wird sich mit den anstehenden Dichtigkeitstests weisen.

    2. Trenneigenschaften mit Schalöl bei Silikonform
    Ich hab den Stempel der selben Form nochmal mit Silikonöl geimpft und vor dem Guss mit Schalöl bestrichen. Das Ausschalen funktionierte daraufhin gut.

    3. Oberflächenbild
    Die Oberfläche ist auch an Stellen ohne Schalöl etwas inhomogen (Schlieren, Flecken, Spuren vom Stochern), mal Schauen wie das nach 14 Tagen Trocknung aussieht. Grundsätzlich aber für mich kein negativer Punkt, ich mag es wenn Betonoberflächen etwas lebendig sind, und damit meine ich keine Lunker. Wer porzellanartige Betonoberflächen bevorzugt mag sich daran etwas stören und müßte austüfteln, wie sich das noch abmildern ließe.

    4. Öl- und Wasserdichtigkeit
    Noch ungetestet, folgt.

    5. Färbbarkeit mit Pigmenten und Russ
    Noch ungetestet, folgt.

    Zwischenfazit:
    Der Vito Spezial läßt sich offenbar dann doch auch für meine Anforderungen gut ins Arbeiten bringen: hinreichende Topfzeit (da folgt die Nagelprobe beim Guss mehrerer Objekte mit einer Eimerfüllung), excellente Gusseigenschaften und gegebene Entformbarkeit auch aus “schwierigen” Silikonformen bei Einsatz eines Trennmittels. Ich teste noch ein wenig weiter und hab noch nicht entschieden, ob ich trotz zusätzlichem Aufwand und höherem Preis auf den Vito Spezial umschwenke oder bei meinen Mischungen bleibe.

    Gruß
    Martin

    Hallo Martin.

    Zu 2. Würde ich aber kein Schalöl mit Lösemitteln nehmen, wegen der Silikonform. Diese könnte in Mitleidenschaft gezogen werden, sofern man diese nicht auch für Resin verwenden kann.

    Zu 3. Auch hier spielt die Silkonform eine Rolle. Ich hatte zum Vergleich mal ein paar fertige silkonformähnliche Sachen gekauft. Die Oberfläche war glänzend und sehr glatt . Ich denke Luftblasen haben es da auch schon leichter die Wand hochzukrabbeln. Das Latexähnliche Material wird hauchdünn angefertigt (abgeformt) und so verkauft. Ein Befüllen mit Beton funktioniert nur im Wasserbehälter. Die Silikonform braucht auch eine selbst angefertigte Stützform, die zur Aufgabe hat, den Beton vor der Absenkung zu bewahren.
    Es wäre in sofern hilfreich, weil man das Stochern durch mehrmaliges Zusammendrücken ersetzen kann.

    Ich habe 3 Figuren so gegossen und die kamen ziemlich sauber ohne Lufteinschlüsse raus.
    Ich werde die Methode mit dem Wasserbad mal im Hinterkopf behalten, vielleicht hilft dir das auch weiter. Also weniger Silkon und dafür mehr Flexibilität.

    Die Silkonform braucht auf der Unterseite, die später über Wasser liegt einen Ring an dem sich die Stützform klammert.

    Grüße David

    WEITERES UPDATE:

    Ich bin viel weniger dazu gekommen den Spezial auszuprobieren als gehofft, ich tippe aber auch mal “kleinere” Erkenntnisse hier rein, auch in der Hoffnung, dass sich noch andere Anwender finden.

    1. Verzögerung mit Piano
    Meine obigen Erfahrungen haben sich bestätigt, mit 2,5 g/kg Piano ist der Vito Spezial für mich gut einsetzbar.

    5. Färbbarkeit mit Pigmenten und Russ
    Ich hab erste Versuche mit Typ 360 gemacht und es gab das “befürchtete” Ergebnis: mit der ausgewiesenen Höchstmenge kommt man nur auf ein mittleres grau, merklich heller als bei meinen anderen Rezepturen bei Zugabe der Höchstmenge Pigmente Typ 360. Das hängt sicherlich mit den feinen Zuschlagstoffen im Vito Spezial zusammen, die es den Pigmenten erschweren oberflächlich zu “wirken”. Aus verschiedenen Gründen Färbe ich nicht mehr mit Russpigmenten, Ausnahme nur bei anthrazitschwarzen Objekten, und auch da nicht als ordinärer Zusatz zur Mischung. Die Palette reicht also für mich beim Vito Spezial nur von sehr hellem (ohne Zusätze) bis zu einem mittleren grau.

    6. Oberflächen
    Die Güsse mit dem Vito Spezial in meinen Silikonformen weisen signifikant rauhere Oberflächen auf als ich es gewohnt bin. Die Haptik ist irgendwie “stofflicher/schmirgeliger” und eine ganze Ecke weg z.B. von den keramikartigen Oberflächen eines Moby Dur in glatten Formen, aber das ist natürlich reine Geschmackssache und wird für manchen ja vielleicht sogar ein Pluspunkt sein. Aus meiner Sicht aber erstmal ein klarer Minuspunkt, solche flüssigkeitsdichten Gefäße sind ja häufig für mehrfache Verwendung vorgesehen, und diese “schmirgelige” Oberfläche wird sicherlich empfindlicher für Verschmutzung und dürften schwieriger zu reinigen sein.

    Optisch haben sich die Oberflächen älterer Güsse wie erwartet deutlich homogenisiert, mal schauen wie sich das bei den pigmentierten Güssen verhält, da waren die o.a. “Spuren” natürlich erstmal noch deutlicher sichtbar.

    Zwischenfazit:
    Bis ich keine belastbaren Erkenntnisse zu Wasser- und Öldichtigkeit des mit Piano verzögerten Vito Spezial habe, sammel ich für mich erstmal nur Erkenntnisse. Die aufgepoppten Einschränkungen (Piano für mich nötig, Trennmittel auch in Silikonformen nötig, Färbung eingeschränkt, rauhe Oberflächen, leicht inhomogene Optik) wären alle kein K.-o. -Kriterium, für viele andere sollte der Mörtel tatsächlich die lang gesuchte Lösung für flüssigkeitsdichten “Beton” sein.

    Gruß
    Martin

    Hallo Martin,

    für einen dunklen Farbton hat sich beim VITO SPEZIAL das GRAN-X Pigment Typ 006 als brauchbar erwiesen. Eventuelle Flecken an der Gussoberfläche kann man mit SS4 Absäuerungsmittel abwaschen.

    Sven

    Hallo Sven,
    GRAN-X? Da kämen zu den 76,20 € für den 25 kg Sack Vito Spezial nochmal fast 60 € für das Pigment (bei 15 g/kg) hinzu, da wäre ich bei den vierfachen Stückkosten gegenüber meiner Mische. Und dann noch das Handling der fiesen Säure, ich wäre gespannt was das mit der ohnehin schon so rauhen Oberfläche macht. Für mich wäre das Material damit aus dem sinnigen Fenster raus, andererseits ist für mich ist anthrazitschwarzer Beton aber auch ein Sonderfall, den ich im Zweifalsfall gesondert zu lösen bereit bin.

    Gruß
    Martin

    WEITERES UPDATE:

    Ich hab mir den Piano jetzt etwas “systematischer” im Vergleich mit meinen alternativen Rezepten und Produkten angesehen, und muss ein paar Punkte relativieren.

    1. Verzögerung mit Piano
    Meine obigen Erfahrungen haben sich bestätigt, mit 2,5 g/kg Piano ist der Vito Spezial für mich gut einsetzbar und die Dichtigkeit scheint gegeben.

    2. Trenneigenschaften in Silikonform
    Es ist hilfreich bei problematischen Formen mit einem Trennmittel zu arbeiten, das klappt im Rahmen sowohl mit Öl als auch mit Wachs. Der Unterschied zu anderen Mörteln/Mischungen ist im direkten Vergleich allerdings kleiner als ich das zunächst wahrgenommen habe und jetzt für mein Empfinden nicht mehr entscheidend bei der Materialwahl.

    3. Oberflächenbild
    Die Oberfläche ist nach dem Ausformen auch an Stellen ohne Schalöl etwas inhomogen (Schlieren, Flecken, Spuren vom Stochern), das relativiert sich aber nach einigen Tagen “Trocknung”, nur bei Einsatz von größeren Mengen Pigment bleiben die “Spuren” deutlicher sichtbar, dieses Problem tritt aber auch mit anderen Mörteln auf. Grundsätzlich aber für mich kein negativer Punkt, ich mag es wenn Betonoberflächen etwas lebendig sind, und damit meine ich keine Lunker. Wer porzellanartige Betonoberflächen bevorzugt mag sich daran etwas stören und müßte austüfteln, wie sich das noch abmildern ließe.

    4. Öl- und Wasserdichtigkeit
    Erster Eindruck: dicht! Ich weiß aber von anderen Mörteln, dass gerade Öl sich im Laufe von Tagen/Wochen doch noch einen Weg sucht, ich werde berichten.

    5. Färbbarkeit mit Pigmenten und Russ
    Ich hab erste Versuche mit Typ 360 gemacht und es gab das “befürchtete” Ergebnis: mit der ausgewiesenen Höchstmenge kommt man nur auf ein mittleres grau, merklich heller als bei meinen anderen Rezepturen bei Zugabe der Höchstmenge Pigmente Typ 360. Das hängt sicherlich mit den feinen Zuschlagstoffen im Vito Spezial zusammen, die es den Pigmenten erschweren oberflächlich zu “wirken”. Etwas “hemmend” ist sicher auch die geringe maximale Pigmentmenge von 15 g/kg, da lassen sich mit den 20 g/kg beim Moby Dur dunklere Grautöne erzielen. Diese Werte sind aber für mein Verständnis eher Empfehlungen denn strikte Grenzwerte, und man kann durchaus mal drüber hinaus gehen solange der Beton gießbar bleibt und die Oberflächen nicht abkreiden. Aus verschiedenen Gründen Färbe ich nicht mehr mit Russpigmenten, Ausnahme nur bei anthrazitschwarzen Objekten, und auch da nicht als ordinärer Zusatz zur Mischung. Die Palette reicht also für mich beim Vito Spezial nur von sehr hellem (ohne Zusätze) bis zu einem mittleren grau.

    6. Oberflächen
    Die Güsse mit dem Vito Spezial in meinen Silikonformen weisen etwas rauhere Oberflächen auf als ich es gewohnt bin. Die Haptik ist leicht “stofflicher/schmirgeliger” als z.B.Moby Dur in glatten Formen, aber das ist natürlich reine Geschmackssache und wird für manchen ja vielleicht sogar ein Pluspunkt sein. Auch dieser Aspekt ist im direkten Vergleich (selbe Gußformen, selber “Trocknungsgrad”) weniger ausgeprägt als ich das zunächst empfunden und formuliert habe und jetzt für mein Empfinden nicht mehr entscheidend bei der Materialwahl.

    Zwischenfazit:
    Richtig guter Stoff für kleinere Objekte die dicht sein müssen (Kerzen, Becher, Schalen). Ohne Piano und/oder etwas Wartezeit nach Öffnen des Sackes ist die Verarbeitung aber deutlich erschwert, das kann ja aber jeder schnell für sich herausfinden und ggfs. gegensteuern.

    Gruß
    Martin

    Hallo Martin,

    danke für Deine umfassenden Tests. Das wird sicher für den einen oder anderen sehr hilfreich sein.

    Sven

    Hallo liebe Forummitglieder,

    eifrig habe ich mich hier eingelesen und btw ein großes Danke an Martin für seinen ausführlichen Erfahrungsbericht mit dem Vito Spezial. Ich habe gestern meine Lieferung bekommen und es gleich probiert. Zu meinen Kenntnissen muss ich sagen, dass ich Anfängerin bin und bis jetzt eher im großen Stil betoniert habe - wir haben unseren Pool selbst betoniert. Das machte mir richtig Spaß und jetzt möchte ich Dekoartikel und vielleicht irgendwann Betonmöbel machen.

    Zu meinem ersten Test. Ich habe, wie Martin empfohlen, den Beton im Kühlschrank und das Mischwasser auch aus dem gekühlten Wasserspender genommen. Das Rührwerk war nicht gekühlt. Das Rührwerk ist eigentlich für Jesmonite (eine Gießmasse aus Gips & Acrylharz) gedacht und im Endeffekt eine Metallplatte mit aufgebogenen Ecken. Ich wollte nur nichts “Verschmutztes” nehmen und das war neu. Neues Rührwerk für die Bohrmaschine kommt demnächst.

    Ich habe 500 g Vito Spezial und 0,55 g braunes Eisenoxid verwendet und habe 75 Prozent mit dem gesamten Anmachwasser für ein paar Sekunden gemischt und danach das restliche Pulver hineingegeben und wahrscheinlich 1-2 Minuten gemischt. Ich bekam beim Mischen viel Luft rein. Ein Grund war wahrscheinlich, dass der Mischbehälter eher breit als hoch war und ich somit viel Luft hineinbrachte. Andererseits wird es noch an meiner Unerfahrenheit liegen. Ich habe versucht, ihn zu entlüften, war aber auch unsicher, wie lange ich warten soll, dass ich ihn dann eher zügig gießen wollte. Insgesamt hat das Prozedere inkl. Gießen ca. 10 Minuten gedauert und da war es dann aber auch gut, dass er drinnen war.

    Den Christbaumunterteil habe ich als erster und das Teelicht als zweiter gegossen. Entschalt habe ich das Teelicht nach 2 Stunden und den Christbaumunterteil nach 13 Stunden (leider war es zu spät, um zu warten und ich wollte es mal ausprobieren). Die Silikonform war beim Teelicht eine günstige, die jetzt auch ein paar Flecken hat und beim Christbaum eine Höherwertigere - zumindest war sie um ein Vielfaches teurer :), die augenscheinlich nicht beeinträchtigt wurde. Schalungsöl/Silkonöl habe ich nicht verwendet.

    Insgesamt konnte ich diese Menge gut gießen, wahrscheinlich müsste ich aber noch mehr mischen und besser entlüften. Heute werde ich noch mehr anmischen, weil wie Martin auch sagt, ist es halt eher schwierig nur so wenig Masse zu haben, weil der Aufwand dadurch einfach ein Größerer ist.

    Zu meinen Fragen:
    Ist der weiße Fleck, weil es zu lange in der Form war oder weil ich nicht richtig gemischt haben?
    Wie lange würdet ihr warten, bis ihr entschalt?
    Wenn ich Luftblasen ist der Beton dementsprechend nicht wasserdicht bzw. öldicht, oder? Mir würde es ja gefallen, wenn er ein paar Lufteinschlüsse hat.
    Ab wann kann ich mit einer Dichtheit rechnen und dementsprechend das Wachs eingießen?
    In der Beschreibung auf der Webseite stehen 15 g Pigmente und in der PDF 25 g. Wahrscheinlich werden die 15 g stimmen, oder?
    Darf ich einen Rütteltisch verwenden?
    Muss bzw. soll ich Silikonöl verwenden?

    Wenn ich den Beton jetzt noch außen vor Schmutz schützen möchte, welches Mittel würdet ihr mit empfehlen?

    Danke vielmals & gerne gebe ich noch weitere Erfahrungen weiter. Das Forum ist wirklich eine tolle Sache.

    Liebe Grüße

    Patricia

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