Brunnen mit wasserdurchlässigen Zement/Quarzsand Gemisch wasserdicht machen

Liebes Forum,

Ich habe die letzten paar Wochen einen Brunnen mit Bachlauf gebaut und leider aus Unwissenheit beim Zement nicht darauf geachtet dass dieser Wasserdicht / Wasserabstossend ist.

Aufbau des Brunnen:
Als Grundmaterial für den Brunnen habe ich mehrere EPS Styroporplatten verwendet, welches ich mit einem Zement/Quarzsand Gemisch bestrichen habe (Beckenboden ca. 1cm, Wände ca. 2mm).
Die verschiedenen Styroporplatten wurden mit dem Zement/Quarzsand Gemisch zusammengeklebt und mit Holzspiesse etwas verstärkt / stabilisiert (Aufbau der Plattenverbindungen sind in den Angehängten Bilder ersichtlich).

Verwendetes Material:
Zement: PROBAU CEM I 42.5 R
Quarzsand: PROBAU Quarzsand 0.1 - 0.4mm
Mischverhältnis: 3 teile Zement : 1 teil Quarzsand

Wäre um ein paar Tipps oder Hilfestellung froh, wie ich meinen selbstgebauten Brunnen inkl. Bachlauf dicht machen kann, da das Wasser welches durch den Brunnen fliesst schlussendlich in meinen Fischteich fliesst, darf die Abdichtung keine Giftstoffe für Wasserorganismen ins Wasser abgeben.
Bevorzugt wäre eine Möglichkeit, welches das Erscheinungsbild des Brunnens / Bachlaufs nicht beeinträchtig.

zementierter Brunnen mit Bachlauf.jpg

Aufbau Grossesbecken.jpg

unterseite Grossesbecken.jpg

Aufbau Bachlauf.jpg

Zement Quarzsand.jpg

Hallo Roland,

für einen so feinen Sand solltest Du beim nächsten Mal man einen höheren Zementanteil nehmen. Dein Beton ist jetzt reichlich mager und daher auch nicht besonders dicht. Du könntest ihn aber mit LFC Betonverkieselung zusätzlich abdichten. Es ist ein mineralisches Produkt, welches den Fischen sicher nicht schaden wird.

Sven

Hallo Sven,

Vielen Dank für die Antwort.
Habe das Mischverhältnis aus einem Youtube Video übernommen.
Hätte nicht gedacht, dass mein Zementanteil zu niedrig ist, eher zu hoch. Da auf der Zement- und Quarzsandverpackung das Verhältnis genau umgekehrt angegeben ist. Laut Verpackung 3 teile Quarzsand mit 1 teil Zement mischen. Diese Mischung war mir aber zu Sandig zum Streichen, daher habe ich das Mischverhältnis aus dem Youtube Video übernommen.

Habe gerade eben auch noch Rückmeldung vom MEM Support erhalten, welche ich ebenfalls angefragt habe.
Da ich für die Abdichtung der Schlauchdurchführung MEM Water Stop verwendet habe und Wissen wollte ob ich damit auch den ganzen Brunnen auskleiden könnte und ob dann Schädliche Stoffe für die Fische ins Wasser abgegeben werden.
Der MEM Support hat mir für das auskleiden des Brunnens Dichtschlämme empfohlen (wegen der Rissüberbrückung) und meinte dass wenn ich es mit Betonverkieselung behandle, die Dichtschlämme nicht haften würde.

Bei den Becken sowie beim Übergang zum Bachlauf liegen die Styroporplatten nebeneinander (senkrechte Verbindungen). Beim Bachlauf selbst liegen die Styroporplatten übereinander und daher müsste dort nur die Saugkraft des Betons reduziert oder unterbunden werden, damit kein Kapillareffekt entstehen kann. Habe im Bild die verschiedenen Styroporplatten farblich hervorgehoben.

Spiele jetzt mit dem Gedanken, die Becken mit flexibler Dichtschlämme einzustreichen (wegen Rissüberbrückung) und für den Bachlauf aus Optischen Gründen die Betonverkieselung zu verwenden.
Würde dass, funktionieren, oder gibt es dann Probleme bei den Übergängen Dichtschlämme zu Betonverkieselung?

Aufbau Bachlauf eingefärbt.jpg

Aufbau Grossesbecken eingefärbt.jpg

Hallo Roland,

ich weiß nicht, welches Video du dir da angesehen hast. In diesem Beitrag wurde auch schon einmal so ein Video vorgestellt, das solltest du dir mal ansehen.
Meiner Meinung nach ist so eine Zementschlämme viel zu starr für so einen nicht so stabilen Untergrund und sollte daher nur mit Fasern oder besser noch Gewebe + speziellen Klebemörtel für die Amierung auf Wärmmeverbundsystem angewendet werden, um dauerhaft rissfrei zu bleiben. Den Klebemörtel gibt es auch für wenig Geld im Baumarkt. Darauf kann man für die Optik eine Zementschlämme + Mörtel auftragen um einen gewissen Steincharakter zu erzielen.

Oder du verwendest Texilbeton von Sven, das sollte noch einfacher und für Ungelernte besser zu machen sein.

Wenn es rissfrei geblieben ist und hier keine weitere Belastung zu befürchten ist, sollte eine flexible Dichtschlämme vorerst auch genügen. Sieht dann nicht mehr so schön aus, aber wenn es nicht anders geht?!

Du kannst ja mal einen Test machen indem du noch einmal ein kleines Stück Styropor mit deiner Zementschlämme behandelst. Und nach ein paar Tagen leicht mit einem Hammer darauf rumklopfst, dann siehst du ja was passiert.

Hallo Roland,

oh sorry, da habe ich falsch geguckt. Ich hatte verstanden, dass Du 3 Teile Sand auf 1 Teil Zement genommen hast, aber es war wohl umgekehrt. In diesem Fall dürfte Deine Mischung deutlich zu fett gewesen sein, was die Gefahr von Spannungsrissen mit sich bringt. Die Verkieselung hilft Dir nicht, wenn sich Risse bilden, sondern macht nur das Material quasi weniger porös. Bei einem so fetten Gemisch müsste der Beton auch von allein schon wasserdicht sein. Eine Dichtschlämme (z.B. DSB Dichtschlämme ) ist natürlich in jedem Fall eine gute Option, die alles komplett abdichten kann und dabei auch Risse überbrückt. Sie haftet auch problemlos auf einer verkieselten Oberfläche, also haben Sie Dir da beim MEM Support wohl nicht richtig zugehört und dann Mist erzählt (so wie ich mit dem Mischungsverhältnis). Kann passieren.

Insgesamt frage ich mich, warum denn der Bachlauf so absolut dicht sein muss. Ich würde erwarten, dass schon das Styropor so gut wie kein Wasser durchlässt.

Sven

Hallo gestalter-dave und Sven,

Entschuldig, dass ich mich erst jetzt melde. Hatte die letzten Tage viel zu tun bei der Arbeit und hatte keine Zeit um an den PC zu gehen.
Vielen Dank für eure Antworten und Tipps.

@gestalter-dave
Der Textilbeton klingt interessant, werde dies aber wohl erst beim nächsten Projekt umsetzten.
Das mit den Faser bzw. Gewebe werde ich wohl noch im grossen Becken umsetzen, habe dort zum Glück noch genug Spielraum um eine weitere Zementschicht inkl. Gewebe aufzutragen.

@Sven
Hatte den Dichtigkeitstest beim kleinen Becken durchgeführt, nachdem die erste Betonschicht (ca. 1-2mm) trocken war und sah ca. 4h später, dass es bei der Verbindung zum Bachlauf tropft. Als ich mich dann im Internet etwas Informiert hatte, musste ich feststellen, dass ich einen speziellen Beton oder eine Imprägnierung zu meinem Beton hätte verwenden sollen. Um dann weitere Fehler zu vermeiden, habe ich mich hier im Forum und beim MEM Support gemeldet.
Wegen dem MEM Support, der meinte dass ich nach der Verkieselung dann eine Plastikschicht auf dem Beton habe und deshalb die Dichtschlämme nicht gut halten würde.
Habe Heute Morgen mal die beiden Becken mit Wasser gefüllt, da ich mittlerweile eine zweite Betonschicht aufgetragen hatte (Beckenbodenschicht ist jetzt ca. 1cm dick). Das kleine Becken sieht soweit dicht aus. Beim grossen Becken gab es komische knacks Geräusche, da mein temporärer Unterbau nicht den kompletten Beckenboden stützt, daher habe ich dort das Wasser sofort wieder entfernt.
Wegen dem Bachlauf, ja hast recht, durch den heutigen Dichtigkeitstest, habe ich festgestellt, dass der Beton bei den Wänden zwar ein paar cm hoch Feucht wird, aber ansonsten dicht bleibt.

Noch ein riesen grosses Lob für deine Anleitungen Sven. Sind sehr gut geschrieben und interessant. Endlich verstehe ich jetzt für was die verschiedenen Betons gut sind und auch was man dabei beachten sollte z.B. unterschiede zwischen den verschiedenen Gewebe Materialien, Materialien welche man für Feuerbeton verwenden kann, usw.

Werde jetzt beim Boden des grossen Beckens zur Sicherheit noch eine weitere Zementschicht inkl. einem Gewebe auftragen.

Eine Frage hätte ich noch:
Verhärtet ein Tiefgrund den Beton gleich gut wie eine Verkieselung?
Da ich bereits Tiefgrund besitze und diese ja auch für Dichtschlämme empfohlen wird.

Hallo Roland,

es ist zwar ein ganz anderes Wirkprinzip, aber in Deinem Fall wird ein Tiefgrund wahrscheinlich ähnliche Wirkung zeigen wie eine Verkieselung. Die Verkieselung enthält im Gegensatz zum Tiefgrund keinen Kunststoff sondern ist rein mineralisch. Sie kann also, anders als von MEM behauptet, folglich auch keine Plastikschicht erzeugen.

Sven