Arbeitsplatte Endbehandung – ein Vergleich

Ich möchte alle Interessierten an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Es geht um Arbeitsplatten und Endbehandlung.

Vorweg: es handelt sich um meine persönlichen Erfahrungen. Möglicherweise habe ich irgendwo Fehler gemacht, die das Ergebnis beeinflussen.

Ein Fehler ist mir inzwischen bekannt: ich habe die Platte nach dem Ausschalen in Plastikfolie eingewickelt. Das hat zu den Flecken und der ungleichmäßigen Oberfläche geführt. Durch Schleifen mit 300er bis 1200er Schleifpapier (Schwingschleifer) konnte ich daran leider nichts mehr ändern. Ich werde es jetzt auf einer zweiten Platte nochmal mit RASO-Polierpulver und Winkel-Polierer versuchen, vom Ergebnis werde ich berichten.
Ich denke aber, dass trotz der Flecken das Ergebnis deutlich wird.

Die Platte wurde gegossen aus MobiDur grau mit 8 gr pro kg Beton Pigment schwarz. Abgesehen von den Flecken ist die Oberfläche einwandfrei.

Ich habe die Platte in 3 Abschnitte unterteilt und diese wie folgt behandelt:
Links: 2 x Osmo Betonöl
Mitte: 2 x LFC-Verkieselung, 2 x Osmo Betonöl
Rechts: 2 x LFC-Verkieselung, 2 x H10 Imprägnierung

Das erste Foto zeigt die Platte nach der Behandlung der 3 Abschnitte.
Es fällt auf, dass der linke Bereich, Osmo-Betonöl auf dem Rohbeton, dunkler ist als der Rest. Dieser Unterschied war unmittelbar nach dem ersten Auftragen des Öls noch viel extremer. Das hat sich aber deutlich gemildert.
Meine Beobachtung ist, dass das Öl bei pigmentiertem Beton für eine deutliche Intensivierung der Pigmentierung führt. Zum Vergleich zeigt das 2. Foto nochmal die Unterseite der Platte, wobei nur der Rand mit dem Öl behandelt wurde. Das 3. Foto zeigt 2 Häuschen aus reinem MobiDur grau ohne Pigment, das linke mit Öl behandelt, das rechte nicht. Hier ist kaum ein Farbunterschied zu erkennen.

Alle Produkte wurden mit einer Schaumstoffrolle dünn und gleichmäßig aufgetragen, nach ein paar Minuten nochmal nachgerollt und dann mit einem fusselfreien Tuch abgewischt. Auf diese Weise lassen sich alle Produkte sehr einfach verarbeiten.

Nun zur wichtigsten Frage: wie resistent sind die Flächen? [LIST=1]

  • Test: besprühen mit Wasser (Foto 4 bis 7). Hier ist erkennbar, dass das Wasser auf den geölten Flächen prima abperlt. Die feinsten Perlen entstehen auf der verkieselten und geölten Fläche in der Mitte. Auf der rechten (verkieselt und imprägniert) verläuft das Wasser ziemlich deutlich.
  • Test: Öl und Rotwein (Fotos 8 bis 11): um den Effekt gut beobachten zu können habe ich auf jedem Abschnitt zwei Felder mit Kreppband abgeklebt, in das jeweilige linke Feld ein paar Tropfen Öl gegeben und in das rechte ein paar Tropfen Rotwein. Nach 30 Minuten ist erkennbar, dass der Rotwein auf der rechten Fläche komplett verlaufen ist, teilweise unter das Krepp. Eine rote Farbe ist nicht mehr erkennbar. Anders auf den beiden anderen Flächen.
    Nach dem Abwischen folgendes Bild:
    

    [/LIST]Links: Öl: nichts mehr zu sehen; Rotwein: leichter Fleck
    Mitte: Öl: nichts mehr zu sehen; Rotwein: deutlicher dunkler Fleck
    Rechts: das Foto ist vom nächsten Tag: Öl: deutlicher dunkler Fleck; Rotwein: deutlicher heller Fleck.

    Nächster Tag:
    auf den beiden mit Öl behandelten Bereichen (links und mitte) ist kein Fleck mehr erkennbar.
    Die Flecken auf dem rechten Bereich sind geblieben.

    Mein Resümee: Bei der Bearbeitung hatte ich den besten Eindruck auf der mittleren Fläche, also 2 x LFC und danach 2 x Öl, obwohl dies für das Öl ungünstig ist, da dieses auf offenporigen Beton aufgebracht werden soll. Das ist nach LFC-Verkieselung nach meinem Verständnis nicht mehr der Fall. Trotzdem ließ sich das Öl einwandfrei auftragen und ergibt eine perfekte Oberfläche.

    Bei der linken Fläche, Öl auf Rohbeton, habe ich den Eindruck, dass die Flecken dauerhaft etwas deutlicher hervortreten, gut erkennbar unten links. Das LFC auf der mittleren Fläche hat die Flecken etwas abgeschwächt. Vermutlich deshalb hatte ich auch das beste Gefühl bei dieser Behandlung.

    Was die Resistenz gegen Öl und Rotwein angeht fällt LFC plus H10 durch.

    Die beiden geölten Flächen geben sich im Endeffekt nichts. Unmittelbar nach dem Abwischen (nach einer 30-minütigen Einwirkzeit) sind die Restflecken auf der nur-geölten Fläche links etwas blasser als auf der mittleren. Am nächsten Tag ist auf beiden nichts mehr zu sehen.

    Aufgrund der geringeren Verfärbung und der geringeren Betonung von – hoffentlich bei meinen weiteren Platten nicht mehr vorhandenen – Flecken würde ich die Endbehandlung mit 2 x LFC und dann 2 x Osmo Betonöl als meine Favoriten erwählen.

    [B]Sven schreibt irgendwo richtig, dass die perfekte Endbehandlung für Beton noch nicht erfunden ist. Ich finde, mit LFC und Osmo Betonöl ist man nah dran!

    Nachtrag vom 02.09.2021: ich möchte diesen Beitrag nicht komplett ändern, verweise aber dringend auf einen weiteren Beitrag mit neuen Erkenntnissen![/B]

    Bild 1: Vergleich nach der Beschichtung

    Bild 2: Verfärbung durch Öl
    ​
    Bild 3: Öl auf unpigmentiertem Beton

    Bild 4: besprüht mit Wasser

    Bild 5: Wasser auf Osmo Betonöl

    Hier geht’s zu den Fotos 6 bis 10.
    Und hier zu den letzten beiden Fotos

    1-Beschichtung-Vergleich beschriftet.jpg

    2-Öl an Unterseite.jpg

    3-Öl auf ungefärbtem Beton.jpg

    4-Wasser.jpg

  • Kleine Ergänzung noch: ein Topf direkt von der Herdplatte hat auch drauf gestanden - ohne Spuren zu hinterlassen.
    Und die Oberfläche würde mich auch nicht davon abhalten, Lebensmittel darauf abzulegen oder zu bearbeiten.
    Aber dies ist nur mein Eindruck.

    Hallo info@unbelastet-wohnen.de,

    herzlichen Dank und ganz großes Lob für so einen ausführlichen Testbericht. Du hast da mit der Kombination aus OSMO und LFC schon eine echt gute Lösung gefunden. Es wäre schön, in ein paar Monaten noch einmal einen Bericht zu der Langzeiterfahrung zu bekommen.

    Sven

    Hier und hier geht dieser Beitrag von info@unbelastet-wohnen.de noch weiter.

    Sven

    Hallo Sven,
    vielen Dank für deinen Kommentar.

    Ich bleibe auf jeden Fall dran und werde weiter berichten. Bin auch noch für jeden Rat dankbar, da ich 2 ganz große Projekte - 2 Arbeitsplatten von 2 bis 2,5 m für unsere Küche - noch vor mir habe.

    Hallo Michael,

    was mich bei Osmo Betonöl stört ist die extreme Verdunkelung. Der Beton sieht irgendwann nicht mehr aus wie Beton. Bei einer Küchenarbeitsplatte wäre es vielleicht erstmal nicht anders zu lösen. Viele Flecken verschwinden aber auch mit der Zeit und wandern nach innen ab. Zumindestens, so lange es möglich ist.:wink:

    LFC ist auf jeden Fall für viele Sachen Ideal, wenn es nicht gerade eine Tischplatte ist.

    Ich werde jetzt auch mal Stra-Top und Liquax von Sven ausprobieren. Hatte das schon länger mal vor, mal schaun wie das so ist.

    Wichtiger Nachtrag: da gibt’s noch was zu verbessern!

    Ich habe die erste “ernsthafte” Platte mit der oben beschriebenen Endbehandlung, 2 x LFC, 2 x Osmo Beton-Öl jetzt im tatsächlichen Kücheneinsatz.
    Die ersten Hefeteige darauf geknetet, macht richtig Spaß.

    Aber: an ersten Stellen löst sich jetzt eine Ölschicht! Ich hatte ja oben schon geschrieben, dass ich mich wundere, dass das Öl auf der verkieselten Oberfläche so gut hält. Tut es dann offensichtlich doch nicht.

    Ich denke, dass ist zwar kein Problem, da sich die Schicht scheinbar mit einem feuchten Tuch und kräftigem Reiben nach und nach entfernen lässt. Ist aber natürlich nicht toll.

    Damit niemand die gleichen Erfahrungen machen muss schreibe ich dies,

    Ohne es ausprobiert zu haben, würde ich mein Verfahren bei der nächsten Platte ändern. Und zwar würde ich dann nur einmal verkieseln (LFC) und dann das Öl wirklich sehr, sehr dünn auftragen; nicht mit einem Schaumstoff-Roller, sondern mit einem Leinentuch. Möglicherweise könnte man das Öl dann nochmal auf gleiche Weise in einer 2. Schicht auftragen.

    Ich werde es ausprobieren und berichten.

    Michael

    Nachtrag: sehr interessant: wenn ich einen feuchten Lappen eine Weile auf die Platte lege löst sich an dieser Stelle eine Ölschicht. Ich kann diese dann als dünnen Film mit einem Lappen oder einem Kunststoff-Teigschaber relativ leicht abschieben.
    Stellt sich die Frage, ob das eine überflüssig aufgetragene Ölschicht ist und die Widerstandsfähigkeit darunter erhalten bleibt, oder ob sich die ganze Ölschicht auf dem verkieselten Beton löst, was dann vermutlich zu einer geringen Resistenz der Fläche führen würde. Ich werde das jetzt an einer Musterplatte testen. Erkenntnisse werden nachgeliefert.