Hallo Manohara,
was soll ich sagen. Probier es aus.
Sven
Hallo Manohara,
was soll ich sagen. Probier es aus.
Sven
na ja, wenn du oder jemand sonst nicht sagt: das hat keinen Zweck, weil …
könnte ich es ja ausprobieren :rolleyes:
Hallo Manohara,
erfahrungsgemäß hast Du mit einem Quirl bei Mengen bis 10 kg eine Chance, sofern Du mit Wasserüberschuss beginnst und viel Geduld mitbringst. Das habe ich aber schon mehrfach hier im Forum so oder so ähnlich formuliert, und da Du ja ein guter Kenner des Forums bist, reicht Dir diese Einschätzung wahrscheinlich nicht aus, sonst würdest Du nicht nochmal nachfragen. Also könntest Du in einem Selbstversuch einfach mal ein paar eigene Erfahrungen sammeln und dann hier mitteilen, was man meinen Ausführungen vielleicht noch hinzufügen könnte, um die Sache greifbarer zu machen. Mir selbst fällt ansonsten nicht mehr viel ein.
Sven
Hallo im Nachgang:
Da hier auch der Pelikan für bestimmte Zwecke (Fußböden) als Alternative angefragt wurde, eine kurze, nein lange Erfahrungsmeldung aus den ersten Nutzungsmonaten:
Ich habe mir das Teil beschafft, um damit ruck-zuck kleine Fußboden-Flächen und Zwischenetagen-Dämmung mit Schaumbeton herzustellen. Nicht als Profi, sondern bei Ausbau eines Umgebindehauses (Lausitz/Böhmen). Deswegen ist mir die “große” Lösung mit dem Schaumkoffer oder einer Fremdfirma, die gleich mit Sattelzug ankommt, unpassend. Ich baue in Eigenleistung Stück für Stück und kleinen Flächen. Gleich das ganze Gebäude in einem Rutsch machen zu lassen, war nicht geplant. Will selbst was schaffen, statt ins Fitnesstudio zu gehen. (Übrigens gibt es so langsam auch kleinere Firmen, die Schaumbeton als Dienstleistung in Deutschland anbieten. Man muss aber echt noch suchen. In Sachsen habe ich was im Raum Leipzig gefunden. Aber wie gesagt: Ich will selber die Suppe anrühren!)
Allerdings habe ich auch geplant, Betone ohne Schaum anzumischen. Im Prinzip geht das mit dem Pelikan auch, soweit der Beton fließfähig angemischt werden soll. Halt für (nahezu) selbstnivelierende Fußböden, oder auch Gußbetonteile bzw, wie kürzlich, die Wandung eines kleinen Installations-Schachtes. Und damit kommen wir sicherlich zu den öfter vorkommenden Nutzungsarten und der Frage, ob der Pelikan dafür eine Alternative ist, um ihn nicht nur ausschließlich für Schaumbeton oder dünnflüssigen Ausgleichsmassen bzw., wie vom Hersteller angegeben: mit Epoxydharzgußmasse zu verwenden. (Ob der Pelikan tatsächlich ohne den für seinen großen Bruder beschriebenen flexiblen Einsatz dafür optimal geeignet ist, spreche ich unten noch an.)
Vorteil ganz klar: 1) Zum Mischen ist das Behältnis konisch unten verjüngt, sodass der sehr kräftige und große Rührer mit dem Antrieb in der mitgelieferten Variante in der Halterung verbleiben kann. Aber nur, solange der Beton fließfähig angemacht wird. Etwas Fließmittel hilft, die Mischung fließfähig und damit auch in dem Mischer mischbar zu halten, wenn mit dem Wasser sparsam dosiert wird. Und man muss pingelig darauf achten, den Beton von “dünnflüssig” zu “dickflüssig” anzurühren. Denn jetzt kommen wir zu meinen Erfahrungen:
Schwierige Situationen:
Zum Anmachen von “Erdfeucht” ist er nicht geeignet und grundsätzlich nicht gedacht. Das war von vornherein klar. Gegebenfalls kann man ihn zur Unterstützung dazu teilweise nutzen: Zuerst im Mischer fließfähig anrühren, dann portionsweise abgießen und mit der Hand die Restmenge Betonmischung bis “erdfeucht” unterrühren. Insofern ist er eigentlich auch wenig geeignet, um Zement und Füllstoffe zur Betonmischung zu vermischen, wenn das Produkt letztlich nicht fließfähig eingestellt sein soll. Gibt man “Flup” zum Anmachwasser, bedeutet “fließfähig” nicht unbedingt ein Risko zur Übersättigung mit Wasser.
Allerdings nun der erste Nachteil (oder Auslegungsfehler des Herstellers): Rutscht man mit dem Sack beim vorsichtigen Einfüllen ab und entleert er sich zu schnell, sodass man kurzzeitig die Konsistenz “Erdfeucht” erreicht, bis das enthaltene Anmachwasser beim weiteren Mischen die Konsistenz wieder zurück bringt, dann ist der Pelikan fast schon kaputt: Die Drehzahlregelung reagiert empfindlich und mir ist nach so einer “Erdfeuchtsituation” der Rührer in Handbedienung angesprungen und statt zu rühren, hat sich die Maschine blitzartig in der Halterung verdreht: es hat die Halterung nachgegeben. Offenbar kennt der Hersteller diese Fehlermöglichkeit: In der Halterung ist ein Loch, sodass es eine Sollbiegestelle gibt und zuerst nur der Halter an definierter Stelle kaputt geht.
Dummerweise gibt es den Halter nicht als Austauschteil im Shop. Jetzt steht mein Mischquirl etwas schief. Zum Glück gerade noch so, dass eine weitere Verwendung möglich ist. Um das Teil selbst zurückzubiegen ist meine Werkbank mit Schraubstock nicht stabil/schwer genug, bzw. das verbogene Blech trotz Sollbiegestelle / Sollbruchstelle ist viel zu steif. Außerdem leidet das Material auch beim Zurückbiegen, sodass eine Geraderücken eher einer Verschlimmbesserung nach kommt. Ein Austausch gegen ein neues Teil wäre indess nicht schlecht. Oder eine Reparatur beim Fachmann. Aber da taucht nun schon ein neues Problem auf: Ich bekomme den Rührer zumindest mit meinen Kräften nicht mehr von der Maschine getrennt, um die verbogene Aufhängung zu separieren. Und ich hatte das Gewinde wohlweisig gut eingefettet, als ich den Rührer an die Maschine geschraubt habe.
Weiteres und besonders schwerwiegendes Problem:
Der Hersteller hat die Höhe des Mischquirls bezogen zum Flansch der Maschine schlecht abgeglichen. Folge: Der Quirl dreht faktisch unmittelbar über der Bodenoberfläche des Pelikan-Behälters. Verwendet man nur Harz oder ähnlichen Massen ohne körnige Beimengungen, dann funktioniert es. Bei Estrich mit der üblichen Körnung bis 8mm wurde zumindest mein Pelikan zur Schleifmaschine. Ich habe die Maschine dann im Flansch der Halterung so hoch wie möglich platziert, sodass Reibungsgeräusche minimiert wurden. Jedoch bedeutet 8mm-Körnung nicht, dass nur Kieskörner bis 8mm drin sind. Die 8mm ist die Siebgröße: Sie bestimmt den kleinsten Durchmesser der Körnung und nicht den Größten. Blöderweise sinken die größten Körner nach unten, wenn man sinnvollerweise beginnt, zuerst nur eine dünne Suppe anzurühren und den Rest der Trockenmasse dann Schritt für Schritt zugibt. Anders herum, Wasser in die Trockenmasse ist beim Pelikan nicht möglich. Denn dann müsste man den Rührer aus der Halterung nehmen und per Hand stemmen. Naja: Und die gleiche Kraft aufbringen, die meine Halterung verbogen hat.
Das Problem mit dem Abstand Rührer zur Behältergrundfläche hat dazu geführt, dass der Boden meines Pelikans nach einigen Betriebsstunden nun schon durchgescheuert ist und tropft.
Und da inzwischen auch noch, wie oben beschrieben der Quirl duch den Verzug der Halterung nicht mehr ganz gerade drinnen steht, addieren sich beide Effekte. Im Moment hilft noch Panzertape, damit der Pelikan nicht suppt. Aber es dürfte nicht mehr viele Betriebsstunden sein, bis der Boden soweit durch ist, dass er lappenförmig aufklappt.
Ich habe mich bisher aber nicht an Herrn Backstein gewandt, weil mir eine Lösung über den Herstellerweg in, ich glaube Neuseeland war das, als wenig praktisch erscheint. Ich brauche das Teil jetzt. Geplante Lösung: Wenn der Boden ganz durch ist, beschaffe ich ein 3D-Druckteil passender Geometrie für den gesamten Boden und werde ihn unter Einsatz von Epoxydharz als Zwischen-Dicht-Schicht in kurzen Abständen mit Schrauben an den restlichen Behälter heften. Da der alte Boden dann weg ist, sollte der Abstand zum Quirl ausreichend sein, um zukünftig auch 8mm-Körnung verschleißfrei zu mischen.
Noch ein Hinweis:
Wenn man die Videos und Herstellerhinweise direkt beim Hersteller ansieht, gibt es Unterschiede zum vertriebenen Teil von Herrn Backstein: Der Hesteller gibt an, dass man auch für den Pelikan so einen flexiblen und austauschbaren Innenbehälter einsetzen kann, wie für das große Modell, um beim Einsatz von Harz eine leichte Reinigung zu ermöglichen. Nach Rückfrage gibt es das für das Modell im Shop von Herrn Backstein nicht. Ich habe in der Anleitung auch keine Herstellerhinweise gefunden, die beschreiben, wie der Pelikan nach der Benutzung mit Harz sinnvoll zu reinigen ist. Ich würde jedenfalls vor dem Einsatz mit Harz erst an einer kleinen Stelle am oberen Rand probieren, ob man das wirklich rückstandsfrei ab bekommt, falls etwas fest geworden ist. Aber ich habe selbst eigentlich nicht vor etwas Anderes als Zement-gebundene Materialien zu verwenden, weswegen mir das bisher egal war.
Geometrsich würde so ein Einsatz zumindest in meinem Teil auch nicht funktionieren: Wie oben beschrieben, dreht der Rührer ja schon ohne so einen Einsatz unmitelbar über der Grundfläche des Behälters.
Ergo:
Der Pelikan ist ganz sicher für Schaumbeton eine gute Wahl. Da kommt keine oder nur eine feine Sandkörnung rein und das sollte den Behälter unten nicht aufschäuern. Wer nicht auch Schaumbeton damit machen will oder in größeren Mengen keine kornlosen/feinkörnigen Estriche anmischen will, für den ist der Pelikan eher nicht geeignet. – Das mit dem nach unten verjüngten Behälter und der Fahr- und Kippfunktion ist schon praktisch, aber sekundär. Der Hersteller gibt (wohlweislich?) keine Maximalkörnung zur Verarbeitung an. Insofern sind die genanten Probleme mit Estrich schwierig als Mangel geltend zu machen. Wenn mann’s drauf anlegt, kann man in Deutschland noch versuchen mit Herrn Backstein zu streiten, was nun Gewährleistung ist und was nicht. Der Hersteller zeigt jedenfalls nur Filme als Anwendungsfälle, wo dünnflüssige kornlose Medien angerührt und verteilt werden. Herr Backstein schlägt ihn zur Schaumbetonherstellung vor, was ebenfalls ohne Probleme sein sollte. Alles, was darüber hinaus geht, ist halt nicht optimal mit dem Pelikan. Ich bin trotzdem nicht unzufrieden, weil ich ihn unbedingt für Schaumbeton sinnvoll brauchen kann und für die Defizite als Ingenieur genügend Lösungsmöglichkeiten finde, ohne die stressige und zeitintensive Tour über die Geltentmachung von Herstellermängeln (bei genau genommen grenzwertiger Benutzung).
Hallo fherb,
danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht. Es läuft wohl darauf hinaus, dass man den Portamix Mischer (egal ob Hippo oder Pelican) nur für Fußbodenverlaufsmassen und für Schaumbeton gebrauchen kann, also genau so wie vom Hersteller und vom Moertelshop empfohlen. Für andere Mischungen gibt es andere Geräte, wie z.B. den Iperbet Mischer.
Deine Ersatzteilproblem sollte sich aber leicht lösen lassen, weil man alle Teile auch einzeln kaufen kann. Wende Dich dafür am besten an die belgische Firma Decovan, die sehr gut sortiert und sehr hilfsbereit ist.
Sven
Danke Sven!
Da werde ich mal anfragen. Und ich habe echt intensiv im Netz gesucht, ob es da noch Händler in Europa gibt, die vielleicht Teile liefern könnten. Den oben beschriebenen verbogenen Halter habe ich da auch gerade gefunden.
Die liefern u.a. auch den oben beschriebenen flexiblen Einsatz, der das Entfernen von Harzrückständen vereinfacht: https://www.decovan.be/nl/portamix-mega-hippo-vervangkuip/a3936
Sehr schön!
Frank