Hallo in die Runde,
ich plane einen Esszimmertisch aus Moby Dur grau zu erstellen. Material hierzu habe ich auch bereits erhalten. Der Tisch soll die Maße haben von 180cm x 90cm mit einer Plattenstärke zwischen 30 und 35mm. Erste Erfahrungen habe ich bereits mit Baumarkt üblichen Beton Estrich gesammelt, allerdings war hier das Ergebnis eher unbefriedigend, daher möchte ich es diesmal richtig machen!
Ich habe mich auch bereits mit den Lektüren beschäftigt, allerdings bin ich mir trotzdem unsicher mit der Bewehrung.
Die Platte liegt auf einem Stahlgestell auf - siehe Bild:
Seitlich habe ich etwa einen Überstand von 30cm. Als Bewehrung plane ich mehrere Lagen: [LIST=1]
ca. 0,5mm unterhalb der Sichtoberfläche eine Lage Carbonfasertextil Typ 214.
ca. 1cm unter der Unterfläche zwei Lagen Basaltfasertextil Typ 33 - Glasfasermatten um einen Aufschwimmen entgegen zu wirken sind vorhanden.
Jeweils drei Fiberglasstäbe will ich ebenfalls ca. in Plattenmitte in quer Ausrichtung zu den Außenseiten einlegen.
[/LIST] Ich hoffe das ich mit dieser Variante gut fahre und ein gutes Ergebnis erreiche. Wie schätzt ihr meine Statik ein? Sollte die Platte ggf. noch dicker werden?
Im Worst Case muss ich davon ausgehen können, das sich jemand an die Außenkante lehnt, oder ggf. mit einer Pobacke auf die Außenkante setzt - hier darf natürlich nichts passieren.
Ich freue mich auf euer Schwarmwissen.
Liebe Grüße,
Florian

Hallo Florian,
dem Gefühl nach würde ich sagen, dass Deine Bewehrung gut ausreichend ist. 30 mm Plattendicke sollten auch genügen, was die Festigkeit angeht. Du musst aber mit dem Durchschimmern der Carbonfaser rechnen, wenn sie nur 5 mm unterhalb der Oberfläche liegt. Mach dazu besser vorab einen Test.
Sven
Hallo Sven,
vielen Dank für Deine Antwort. Freut mich das ich auf dem richtigen Weg bin. Würde es denn der Tragkraft einen Abbruch tun, wenn die Carbonfaser 10mm unterhalb der Oberfläche liegt (ich weiß, wenn die Faser seine Aufgabe übernehmen muss, ist es eh schon zu spät…)? Hilft vielleicht hier das einbringen einer Glasfasermatte zwischen Oberfläche und Carbonfaser um durchschimmern zu minimieren - gar zu unterbinden? Bei den Basaltfasern habe ich diese Methode nun schon mehrfach in diesem Forum gelesen.
Gruß,
Florian
Hallo Florian,
ja, das Durchschimmern kann durch eine Zwischenlage aus AR Glasfasermatte 120 g/m² eingedämmt werden. Allerdings bin ich nicht sicher, ob Du wirklich so viele Lagen Bewehrung wie geplant in eine so dünne Platte hineinbekommst. Du kannst da ruhig etwas reduzieren und auch den Abstand auf 10 mm erhöhen.
Sven
Hallo Sven,
vielen Dank für Deine Rückmeldung. Dann folge ich mal Deiner Empfehlung und werde das Projekt umsetzen. Wenn gewünscht, kann ich hierzu auch gerne mal ein Feedback abgeben.
Eine Frage beschäftigt mich allerdings noch. Wie lange würdest Du die Platten bei Raumtemperatur (ca.22C.) ruhen lassen, bis die Schalung abgenommen werden kann? Hatte bisher ca 36-48 std. im Sinn. Ich würde die Platte nach dem Guss auch mit einer Folie abdecken.
Gruß,
Florian
Hallo Florian,
ich würde das nicht nach der Uhr entscheiden, sondern nach der Härte, die der Beton hat. Wenn Du mit einem Spachtel in die Rückseite hineinritzt und er ungefähr so hart wie Marmor erscheint, dann kann er raus. Das wird im Sommer nach ca. 24 Stunden sein.
Sven
Hallo Sven,
ich habe nun die erste Testform fertig gestellt und auch anstelle von Silikon Molly Put an den Kanten verwendet.
Nun habe ich festgestellt, dass meine Kittkugeln aus Edelstahl deutliche Spuren beim abziehen hinterlassen - siehe Bild. Das war mit üblichen Silikon nicht der Fall. Ist das jetzt schlecht, kann das irgendwie mit dem Moby Dur reagieren oder bin ich grundlos nervös?
Liebe Grüße,
Florian

Hallo Florian,
solche Verfärbungen kenn ich nur von der Arbeit mit Kittkugeln aus Aluminium. Bei Edelstahl sollte das eigentlich nicht passieren. Es ist aber nicht weiter schlimm. Ich würde Dir empfehlen, die Oberfläche mit Isopropylalkohol und einem Lappen zu reinigen. Was dann noch an Verfärbung übrig bleibt, stört nicht weiter.
Sven
Hallo Sven,
danke Dir für Deine Antwort.
Dann werde ich das mal so versuchen. Ich habe festgestellt, das nun nach nunmehr 16std. das Kitt immer noch nicht ausgehärtet ist, die Raumtemperatur liegt bei 24C. Es lässt sich immer noch verschmieren (ich habe Vinyl Handschuhe getragen), kannst Du hierzu etwas sagen? In der Beschreibung steht “Die Masse kann daraufhin 30 Minuten lang verarbeitet werden und ist nach 5 Stunden ausgehärtet” - ich habe mich exakt an die Anleitung gehalten…
Da mir die Zeit wegläuft und Morgen der gemietete Betonmischer geliefert wird und ich auch Morgen die Tischplatte herstellen werde, werde ich es wohl wieder auf dem üblichen Weg mit Silikon machen und mich zu einem späteren nochmal mit dem Kitt beschäftigen. Eigentlich schade, ich war zu Beginn sehr begeistert von MollyPut.
Gibt es bei dem abdichten mit Silikon in Verbindung mit Moby Dur etwas zu beachten? Bei der Verarbeitung mit Baumarkt Beton Estrich hat das immer gut funktioniert. Ich habe die Kanten ganz leicht mit Clou antik Wachs (enthält pflanzliche Rohstoffe und auch Bienenwachs) eingerieben, Silikon aufgetragen, mit der Kittkugel und Spüli abgezogen und nach kurzer Aushärtezeit die Überstände abgezogen. Hierzu Einwände?
Ich möchte mich nochmals für die zügige Beantwortung meiner Fragen bedanken - das auch am Wochenende. Ich möchte in naher Zukunft noch einige weitere Projekte mit Beton aus Deinem Shop realisieren, daher Frage ich immer gezielt nach um meine Vorgehensweise und Abläufe zu perfektionieren was sich wiederum “hoffentlich” auf die zu fertigenden Bauteile auswirkt.
Schönen Sonntag, liebe Grüße
Florian
Hallo Florian,
wenn die Masse nach so langer Zeit immer noch schmiert, dann scheint es hier eine Vernetzungsstörung zu geben. Das kann bei additionsvernetzendem Silikon (zu denen gehört ja auch MOLLYPUT) passieren, wenn es Kontakt zu bestimmten Substanzen wie z.B. Schwefel gibt. Vinylhandschuhe dürften aber unproblematisch sein. Das Mischungsverhältnis von 1:1 wirst Du sicher auch eingehalten haben. Um der Sache auf die Spur zu kommen, müsstest Du Dich in Versuchen herantasten, indem Du das Phänomen zuerst noch einmal reproduzierst und dann nacheinander alle möglichen Störeinflüsse ausschließt. Unter Zeitdruck ist das natürlich etwas schwierig. Dein Ersatzplan mit dem normalen Silikon klingt gut, ich habe es aber selbst so noch nicht gemacht. Das Silikon sollte nicht säurehaltig sein, damit es keine Verfärbungen auf der Betonoberfläche verursacht.
Sven
Hallo Florian.
Eigentlich kann man anstelle von einer Kittkugel auch einen Silikon Abzieher verwenden. Den gibt’s für alle Stärken. Kleine oder große Rundung , eckig in klein bis groß. Der Vorteil ist, dass du überschüssiges gleich mit weg nimmst, ohne diesen ganzen Aufwand mit Wachs einreiben und später entfernen. Weil so wird es eigentlich auch nicht gemacht. Es wäre auch das selbe Prinzip wie mit der Kittkugel, nur etwas gründlicher. Das kannst auch mehrmals über die Silikonnaht fahren. Wenn du damit nicht klar kommst, könntest du auch einen Eislöffel verwenden, hier musst du aber darauf achten nur soviel Silikon auftragen, wie du mit dem Löffel auch abziehen kannst. Selbst das wäre noch besser als eine Kittkugel :rolleyes:
Wenn du Naturstein Silikon verwendest, dann sind auch definitiv keine Säuren darin.