Sichtestrich

Hallo, in wenigen Wochen bekommen wir endlich unseren Estrich und als Betonliebhaber würden wir diesen gerne als Sichtestrich ausführen (lassen). Eine Probe davon haben wir schon gegossen (Fließestrich CemFlow) und auch schon Schleifproben gemacht, denn wir wollen die Schleifarbeiten selbst erledigen. Nun ist die Frage ob jemand von euch so etwas schon mal gemacht hat und Tipps für mich hat. Aktueller Plan wäre nach wenigen Tagen die Sinterschicht schon mit einem relativ feinem Diamantschleifaufsatz (mit Winkelschleifer oder Exzenterschleifer) abzutragen um nicht zu viel Steine anzuschleifen und nach ca. 1 Woche dann weiter zu schleifen um die endgültige Oberflächenfeinheit zu bekommen. Eventuelle Fehlstellen würden wir vermutlich mit Marfino ausbessern. Dazu eine Schlämme herstellen und darüber mit einem Spachtel abziehen??? Danach verkieseln (verdünnt man die LFC-Verkieselung nochmal? - wie viele Schichten werden aufgetragen?) und zum Abschluss würden wir gerne eine matte möglichst robuste Oberflächenversiegelung (Wasser, Rotwein, Fett) auftragen. Vielleicht die PUR 2 Versiegerlung? Also wäre echt toll wenn der eine oder andere schon Erfahrung in dem Thema hat. Danke!

Hallo Kathrin S.,

hier ist mal eine Probefläche aus Estrichbeton, der nachträglich noch mit MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement gespachtelt und geschliffen wurde.

So sieht das dann aus. Als Endbehandlung würde ich entweder die Verkieselung (LFC unverdünnt, ein bis zwei Anstriche) und nachfolgend die H10 Betonimprägnierung empfehlen, oder einen Anstrich mit PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung. Letzteres wäre ein noch deutlich besserer Schutz gegen Flecken.

Sven

Hallo Kathrin,

Wenn ihr euren Boden schleift, müsst ihr auf jedenfall großflächig arbeiten, sonst brecht ihr euch die Hände ab.
Mit einen Winkel oder Exzenterschleifer werdet ihr nicht weit kommen. Die Maschienen benötigt ihr nur in den Ecken und Ränder.

So ungefähr sollte die Maschine aussehen : Link

Hallo und vielen Dank für eure Antworten! @ Dr. Backstein: sieht super aus! :slight_smile: @ Dave: ja, das ist uns bewusst. Allerdings wollen wir den Estrich auch nicht terazzoähnlich abschleifen, sondern wirklich nur die Sinterschicht bzw. entstehende Unebenheiten (die bei einem Fließestrich hoffentlich gering ausfallen) entfernen. Eventuelle Schleifspuren dann eben spachteln. Wir haben schon eine Probefläche angelegt und ja, das wird einiges an Arbeit, aber es sollte auch mit den kleinen Arbeitsgeräten machbar sein. So ein Gerät zu kaufen kommt nicht in Frage, ich habe allerdings schon als Backup einen Geräteleihservice gefunden. Das war allerdings nicht einfach… Ich werde danach berichten. Denn leider findet man zu diesem Thema nur oberflächliche Infos im Netz…

Hallo zusammen,
auch hier (Küchenarbeitsplatte hatte ich gerade auch schon gemacht) nach über einem Jahr Benutzung unseres Bodens noch ein kleiner Erfahrungsbericht bzw. Erzählung was wir überhaupt dann gemacht haben.
Wir haben uns gegen den CEM Flow (Fa. Heidelberger) entschieden, weil ich das terazzoähnliche Muster nicht haben wollte. Es wurden dann ein Fließestrich der Fa. Hasit (465). Diesen haben wir von einer Fachfirma legen lassen. Er meinte allerdings, dass er keinerlei Erfahrungen mit dem Thema hat und somit auch keine Gewährleistung übernimmt. Sogar ein Vertreter der Fa. Hasit war da, meinte aber selbiges - wir wollten es trotzdem ausprobieren. 2 oder 3 Tage nach dem Verlegen haben wir angefangen zu schleifen - und zwar nicht mit Kleingeräten, sondern einer geliehenen Einscheibenschleifmaschine. Grob beginnend, immer feiner werdend. War schon einiges an Arbeit. Leider waren einige Luftlöchter drinnen. Diese haben wir gespachtelt (leider nicht mit Marfino - war in der Zeit viel zu tun und wir nicht vorbereitet - so blöd wie das auch klingt - so war es und deswegen wurde es eine Masse aus dem Baumarkt…) . Beschichtet haben wir mit einem Spezialmaterial (SILRES® BS 6920 | Silanmodifizierte Polymere | Wacker Chemie AG​) an welches man aber nicht so einfach ran kommt (außer man arbeitet bei der Firma. ;-)), welches ein wirklich tolles Material ist. Optisch gefällt und der Boden wirklich sehr gut. Was wir allerdings nicht beachtet hatten, ist die geringe Härte des Estriches. Leider haben wir schon viele Kratzer, Löcher in denen der Spachtel nicht gehalten hat und Dellen (wenn z.B.: eine Flasche runter fällt) drinnen. Das ist aktuell noch ok, aber nicht auf Dauer. Deswegen überlegen wir auch gerade noch eine zusätzliche Schicht darüber zu machen. Spachtelboden oder Plan B. Das ist nun die Frage. Falls hier jemand Erfahrungen oder auch gerne Bilder von Plan B (ohne Pigmente) hat, wäre das toll. Wir möchten eine relativ helles Ergebnis - gerne auch mit einem leichten Sandton. Basil lehne ich gerade aufgrund der geringen Härte ab, ich möchte nicht gleiche Probleme erneut haben.
Und für alle die gerade vor der Entscheidung stehen: wenn ihr Sichtestrich haben wollt, dann solltet ihr zu normalen Zementestrich, flügelgeglättet + Hartkorneinstreuung gehen.

Hier noch ein paar Bilder…

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Hallo Kathrin S.,

der HASIT 465 Zement-Sulfat-Fließestrich​ scheint hier wohl nicht die richtige Wahl gewesen zu sein. Ich kenne das Produkt zwar selber nicht, hätte es für Euren Fall aber wohl auch nicht empfohlen. Auf den ersten Blick sieht das Bindemittel wie eine Art Hybrid aus Zement und Gips aus, offenbar eine spezielle Entwicklung von HASIT. Wie man darauf jetzt mit einem anderen Mörtel weiter aufbauen kann, wird wohl nur der Hersteller HASIT sagen können. Hast Du da schon mal nachgefragt?

Sven

Hallo Sven, der Hasit 465 ist ein Zement-Sulfat-Estrich. Hätte ich mir jetzt nichts dabei gedacht, da die Härte auch mit 25N/mm2 angegeben war. Aber wie gesagt, wir haben schnell Dellen und Kratzer drin. Aktuell ist eine wasserdampfduchlässige Sperrschicht drauf (SiO2 - also mineralisch). Denkst du das wäre ein Problem für Plan B als Untergrund? Oder hast du eher Bedenken bezüglich Ausdehnung bei Kontakt mit Wasser?

Hallo Kathrin S.,

da ich das Produkt wie gesagt nicht kenne, kann ich leider nicht viel dazu sagen. Was hat denn HASIT geantwortet?

Sven

Hallo Gregorius,

zu Deiner Frage weiter oben :

Zuerst brauchst Du einen guten Estrichleger, der den Estrich einbaut und kontrolliert abbinden lässt. Bei einem nicht beschleunigten Estrich dauert das ca. 4 Wochen. Dabei nutzt man die Fußbodenheizung, um die Temperatur langsam hochzufahren. Wenn Du keine Fußbodenheizung hast, kann es auch länger dauern. Aber das alles weiß der Estrichleger ja selbst. Wenn der Estrich dann so weit ist, wird er zuerst gründlich gestaubsaugt. Danach wird SQ Tiefgrund aufgetragen und am nächsten Tag wird die Fläche mit MARFINO PAINT gespachtelt. Auf 1 kg Pulver gibst Du 300 g Wasser. Der Bedarf liegt bei ca. 600 g MARFINO pro m². Du musst die Spachtelung nicht besonders sorgfältig glätten, weil das Ganze später noch abgeschliffen wird. Wenn der MARFINO 2 Tage alt ist, schleifst Du das Ganze mit der Einscheibenmaschine mit Diamantpad. Danach kannst Du dann die Oberfläche endbehandeln. Eine Verkieselung ist immer sehr abriebfest, bietet aber keinen 100%igen Fleckschutz. Alternativ dazu kannst Du auch CAPOSIL nehmen, was für große Flächen mit 30 % Verdünnung flüssiger gemacht werden sollte. Das gibt ebenfalls eine sehr robuste Oberfläche, und wenn Du wieder die Einscheibenmaschine nimmst, diesmal mit dem grünen Schleifpad, dann kannst Du zwei Tage nach dem Auftragen die CAPOSIL-Fläche sehr schön einheitlich mattieren. Sieh Dir dazu auch mal diesen Beitrag an.

Sven​

Hey Sven,

also Estrich ist drin und trocknet nun seit nicht ganz zwei Wochen. Im neuen Jahr wird die Fußbodenheizung hochgefahren.
Ich habe mal ein paar Fotos von den Gegebenheiten gemacht. Der Estrich ist schon recht “glatt”, natürlich gibt es grobe Körnung und der Estrich muss geschliffen werden, aber ich habe auf anderen Baustellen schon deutlich rauere Estricharbeiten gesehen, dort kam dann in der Regel aber noch ein weiterer Bodenbelag drauf.
Vielleicht kannst Du anhand der Bilder beurteilen, ob die Idee mit dem MARFINO sinnvoll ist. Und sollte man das PAINT nehmen oder das CS?

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Hallo Gregorius,

ja, das sieht doch sehr gut aus. Nimm dafür MARFINO® PAINT . Mein Freund Giorgio macht viele Böden in dieser Technik und schwört auf MARFINO PAINT. Er sagt, dass das eigentlich jeder kann, wenn Du meiner obigen Beschreibung folgst. Er hat sich seine Einscheibenmaschine allerdings etwas umgebaut und verwendet zum Abschleifen des Bodens nicht einfach nur das diamantbesetzte Vlies, sondern das hier:

Das sind mehrere Diamantschleifteller von der kleinen 125 mm Maschine, die er einfach mit Hilfe von Klettband als Ensemble auf seine große Maschine geklebt hat. So kommt man beim Schleifen besser voran.

Sven