Sichtbetonboden - Endbehandlung

Hallo,

ich habe mich schon relativ viel eingelesen, habe aber noch keine Lösung für mein folgendes Problem:
Ich habe einen Neubau mit einer flügelgeglätteten Sichtbetonbodenplatte mit Hartkorneinstreu und mit Betonkernaktivierung (Fußbodenheizung im Beton - kein Estrich!).
Nach Fertigstellung wurde die Platte mit einer Sprühfolie behandelt (eine Alternative für eine physische Folie zum Abdecken der ersten Tage).
Der Bau neigt sich nun dem Ende und die Bodenplatte (mittlerweile ca. 10 Monate nun alt) wurde mechanisch gereinigt - mit saugen und wischen, kein schleifen oder strahlen.
Als Endbeschichtung wurde mir eine 1K PU Hybrid-Versiegelung von einem namhaften Hersteller empfohlen.
Diese wurde zweifach aufgetragen und anschließend 7 Tage Zeit zum Aushärten gegeben.
Leider habe ich nach den 7 Tagen festgestellt, dass die Beschichtung mit dem Fingernagel abkratzbar ist.
Der Schaden ist natürlich nun immens - 100qm Beschichtung entfernen, Material umsonst etc.
Hersteller schiebt es auf Sprühfolie oder Glättmittel beim Flügelglätten - aber das erstmal nebensächlich hier.
Die Oberfläche werde ich wieder wie ursprünglich herstellen, da die Beschichtung wirklich sehr einfach mechanisch zu entfernen ist.
Der Beton saugt danach auch wieder Wasser, hat seine relativ glatte und staubmatte Oberfläche und ist durch das Hartkorneinstreu wirklich sehr hart.
Die Frage ist aber nun, was soll ich hier eurer Meinung nach am Besten auftragen?
Das Ganze ist für einen Wohnraum inkl. Küche. Optisch sollte der Beton erhalten bleiben, ob er jetzt jedoch etwas mehr glänzt, seidenmatt oder matt ist, ist mir egal. Ich habe Angst, dass bei einer filmbildenden Beschichtung wieder alles abplatzt und das ganze von Vorne losgeht.
Ein Anschleifen oder ein Strahlen wäre nur meine absolute Notlösung, da ich nicht die Terrazzooptik zum Vorschein bringen will.
Auf das Forum bin ich über Erfahrungsberichte vom OSMO Betonöl gekommen - evtl ist dies die richtige Empfehlung, oder es gibt noch bessere Lösungen.
Ich bin für jeden Ratschlag dankbar - auf die Bodenplattenfirma kann ich leider nicht mehr zugreifen .

Gruß

Hier noch ein Bild wie sich die tolle PU Beschichtung mit einem Ceranfeldreiniger abschaben lässt.

20260329_114434.jpg

Hallo Flumbi.

Das Thema haben wir auch am laufenden Band hier im Forum und man sieht wieder deutlich wie schwierig es ist eine Beschichtung dauerhaft mit dem Beton zu verkrallen.
Gerade PU Lack ist extrem schwierig. Das mag auf dem Parkettboden funktionieren, dafür muss das Holz aber auch im rohen Zustand und geschliffen sein und es darf vorher auch maximal mit PU- Lack gestrichen worden sein. Jede andere Vorbehandlung mit Wachs etc. würde zum Ablösen des Lackes führen. Von daher hat der Hersteller nicht ganz Unrecht. Zum anderen ist dein Beton wahrscheinlich auch viel zu glatt als dass darauf jemals etwas halten würde. Man müsste die Oberfläche also etwas anrauen. Mit Osmo Betonöl wirst du dasselbe Problem haben.
Am einfachsten wäre LFC und H10 Imprägnierung. Allerdings wird sich der Beton verändern und eine Patina entsteht.
Wenn das mein Boden wäre, würde ich an einer nicht sichtbaren Stelle den Boden mit LFC behandeln und trocknen lassen, etwas anschleifen und eine sehr dünne Schicht Capisol probieren. Anschließend den selben Test, den du gemacht hast, durchführen. Das LFC soll im Beton eindringen und reagieren und den Capisol daran hindern zu dunkle Farbvertiefungen zu erzeugen. Im kleinen Rahmen hat es bei mir sehr gut funktioniert. Wie das in groß funktioniert kann ich noch nicht sagen.

Es wird auf jedenfall ein schwieriges Unterfangen den Beton dauerhaft zu konservieren. Oder du lässt den Beton einfach Beton sein. Sowie Naturstein sich im laufe der Zeit verändert. Alternativ gibt es mittlerweile sehr gute Betonoptik Fliesen in matt mit Poreneinschlüssen als Schatten dargestellt. Der Ähnlichkeit ist enorm und diese Oberfläche bleibt so wie sie ist. Nachteil sind halt die Fugen alle 1,20m .

Gruß David

Vielen Dank für die Rückmeldung.
Auf Fliesen oder Parkett hätte ich gerne zurückgegriffen, allerdings komme ich mit der Einbauhöhe nicht mehr zurecht ohne ihn komplett Abfräsen zu lassen (zahlreiche bodentiefe Fenster und Haustüre).
Den Beton einfach ohne Beschichtung lassen habe ich auch schon überlegt, gibt es dazu aber Erfahrungswerte?
Geht irgendwann das staubige Gefühl weg?
Oder war das gemeint, dass man das LFC aufbringt und dann nichts mehr?

Hallo Flumbi​,

für einen flügelgeglätteten Boden ist die Standardbehandlung: nur LFC Betonverkieselung. Mit LFC und darüber CAPOSIL wäre ich vorsichtig, weil das fleckig werden kann.

Sven

Hallo Flumbi,

Sven hat recht, dass LFC Betonverkieselung die Standardbehandlung für flügelgeglättete Böden ist. Das “staubige Gefühl”, wie du es beschreibst, wird damit auch weg sein. Mit einer zusätzlichen Schicht Caposil wird aber die Anschmutzneigung noch besser. Eine Bekannte von mir hat eine Küchenarbeitsplatte aus Beton selbst gegossen, und wollte einen optimalen Schutz für typische Haushaltsverschmutzungen (Balsamico, Rotwein, Kürbiskeröl usw.) haben. Um das eventuelle fleckig werden der Betons durch die Applikation von Caposil, was Sven beschreibt, zu verhindern, hat sie die LFC Betonversiegelung mehrfach aufgetragen und dann erst mit Caposil Betonlack, (stark verdünnt natürlich) im Wischverfahren überbeschichtet . Die Betonplatte wurde nicht fleckig und sie würde es nach 3 Jahren im Gebrauch, genau so wieder machen. Der Aufwand muss für einen Fußboden nicht unbedingt sein, wäre aber wahrscheinlich die Premium-Lösung.

Viele Grüße
Kurt

Hallo Flumbi und Kurt,

ja, was Kurt beschreibt ist richtg. Wenn LFC so satt aufgetragen wurde, dass das CAPOSIL an keine r Stelle mehr den Weg in den Untergrund findet, dann wird es auch nicht fleckig. Die Fleckigkeit kommt ja nur dadurch, dass je nach Saugvermögen des Untergrunds mehr oder weniger Farbvertiefung durch das CAPOSIL entsteht. Bei gar keiner Farbvertiefung ist das Bild dann auch überall gleichmäßig. Wenn Du es so machen willst, dann probier es am besten erstmal an einer Testfläche aus.

Sven

Hallo zusammen.

Ich habe auch mehrmals LFC aufgetragen und dazwischen immer wieder trocknen lassen.
Man muss nur aufpassen das kein LFC im Überschuss auf der Oberfläche verbleibt, sonst gibt es ja wieder Weiße Rückstände. Aber schön zu hören das es auch bei anderen Leuten klappt, dann scheint mein Bauchgefühl ja richtig zu liegen und wir haben endlich mal eine vernünftige Lösung, auch für größere Flächen mit Capisol.

David

PS: Ich hatte mit Capisol auch Beton+Metallgold versiegelt, sieht auch gut aus. Ansonsten gibt es für Blattgold einen transparenten Sprühlack der das Blattgold vor Witterung schützen soll. Ich vermeide aber die Sprüherei weil die macht nur Sauerei.
Wer das genauso sieht, so wäre das eine andere Lösung.

Hallo Zusammen,

ich habe nun LFC erstmalig aufgetragen. Ist es ratsam ein zweites Mal drüber zu gehen oder an was kann ich das feststellen? Beim Trocknen sind vereinzelt Stellen mit einem weißen, kristallförmigen Pulver übrig geblieben. Ich nehme an, dass das LFC ist, welches nicht mehr in die Oberfläche eingedrungen ist?
An anderen Stellen saugt der Beton noch etwas Wasser, sieht man an der schnellen dunklen Verfärbung, wenn es Wasser berührt.

Hallo Flumbi ,

ein Anstrich mit LFC ist auf jeden Fall zu wenig für diese Zielsetzung. Es braucht mehrere.

Sven