Sichtbeton-Platten überhängend für Außenprojekt

Lieber Sven, liebes Forum,

habe gerade den Rohbau meiner Grillküche abgeschlossen. Vor dem Verputzen und der Elektrik sollen jetzt die 2 Arbeitsplatten aus Sicht-Beton entstehen. Ein paar Erkenntnisse konnte ich dem Forum bereits entnehmen, allerdings hat jedes individuelle Projekt dann doch wieder Besonderheiten, wo ich mich gerne absichern möchte ??? Liegen die Platten einmal bekomme ich die wohl eher nicht mehr weg…

  • Skizze anbei, der Unterbau aus KS sowie Betonstein steht bereits
  • Die Platten möchte ich an Ort und Stelle gießen, da bei den Dimensionen (Maße siehe Skizze / Plattenstärke jeweils 8cm!) diese nicht mehr zu heben sind.
  • Platten haben beide freihängende Bereiche, zudem stehen diese ringsrum 5cm nach außen über
  • Von unten ist die Optik unwichtig, daher würde ich mit OSB und Kanthölzern von unten schalen. Für die Schalung ringsum außen würde ich beschichtete Spanplatten nehmen, da die Außenkanten, genauso wie die Oberseite sichtbar bleiben werden
Die Küche ist der Witterung, Frost, Kücheneinflüssen etc. ausgesetzt. Gelesen habe ich, dass nachträgliches Schleifen die Struktur beeinträchtigt und vermieden werden sollte. Ich muss also die Oberfläche auch ohne vorheriges Gießen/Wenden möglichst glatt bekommen… Ein Arbeiten mit 2 versch. Materialschichten ist m.E. nicht sinnvoll (bspw. Deckschicht mit selbstnivellierender Ausgleichsmasse), da man seitlich dann ja eine farbliche Trennschicht sieht!?

Zudem müssen 4 Einbausteckdosen, ein Kochfeld und eine Spüle ausgespart werden. Hier werde ich die Dosenkörper und Platzhalter aus Styrodur einsetzen.

Sind eingeschlossene Styroporplatten an einzelnen Stellen zur Einsparung von Material sinnvoll? Bewehrung bei der Plattenstärke hätte ich aus normalen Baustahlmatten gemacht, oder muss ich über Glasfaser, Gewebe o.ä. nachdenken?

Als Materialempfehlung entnehme ich bislang folgende Komponenten aus dem Shop, allerdings wird es bei der Menge an Beton natürlich ziemlich kostspielig bei dem Moby Dur… Errechnet habe ich 414 kg für die kleine Platte und 446 kg für die große Platte (Aussparungen berücksichtigt) = knapp 900 kg.

MOBY DUR
LFC Betonverkieselung
H10 Betonimprägnierung

Im Hof steht ein Freifallmischer, damit würde ich es probieren, bevor ich noch einen Zwangsmischer ausleihen muss…

Bin sehr dankbar für jede Meinung zu meinen Überlegungen !

Viele Grüße
Christian

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Hallo Christian,

da Du die Platten in situ gießen willst, kommt MOBY DUR® hier nicht in Frage. Mein Vorschlag wäre ein zweistufiger Aufbau. In einem ersten Arbeitsgang gießt Du die Platte mit ganz normalem Estrichbeton, z.B. dem B03 Estrichbeton von quick-mix (plus 20% Zementzugabe für bessere Festigkeit), lässt aber nach oben und zu den Kanten hin noch Platz für die Deckschicht aus besserem Beton. Die machst Du dann im zweiten Arbeitsgang aus Plan B Industrieboden (hier das Anwendungsdatenblatt). Dazwischen sollten mindestens zwei Wochen liegen, damit der Einfachbeton erstmal in Ruhe zurechtschwinden kann. Risse, die dabei entstehen, überdeckt später der PLAN B. Die von Dir geplante Bewehrung klingt gut. Sie hat vor allem die Aufgabe, die unvermeidlichen Schwindrisse im unteren Beton in Mikrorisse aufzuteilen. Für die Deckschicht brauchst Du dann keine Bewehrung mehr. Über Verdränger aus Styropor würde ich hier nicht nachdenken, weil es sich nicht lohnt. Die Platzhalter solltest Du nicht aus Styrodur, sondern aus möglichst weichem Styropor machen. Für die Deckschicht musst Du die Platten neu einschalen, damit vorn eine ca. 10 mm dicke Kante aus PLAN B entstehen kann. Der Rest der Fläche kann dan eine Schichtdicke von 5 bis 8 m bekommen.

Sven
​.
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Hallo Sven,

toll, vielen Dank für deine Empfehlung, das klingt nach einem Plan!
Dann werde ich eine kleinere Randschalung und dann für die zweite Schicht eine größere Randschalung +10 mm planen.

Wie hoch sollte ich denn dann mit Estrichbeton auffüllen von den 80mm Gesamtstärke? 70mm und dann ebenfalls 10 mm Plan B wie an den Kanten?
Und entfällt bei Anwendung Plan B dann eine zusätzliche Behandlung mit Verkieselung und Imprägnierung?

PS: Nach den 2 Wochen Wartezeit muss dann der Estrichbeton mit SQ-TIEFGRUND vorbehandelt werden für Plan B?

Gruß
Christian

Hallo Christian,

ich würde 73 mm mit Estrich und den Rest mit PLAN B machen. Die Verkieselung und Imprägnierung wäre als Endbehanlung auf alle Fälle sinnvoll. Unter dem Plan B solltest Du den Estrich mit SQ-TIEFGRUND lösemittelfrei vorstreichen. Sonst bekommst Du evtl. hässliche Luftporen in der fertigen Oberfläche. Die stamen von Luft, die aus dem Estrich entweicht, wenn er nicht mit Tiefgrund abgesperrt wurde.

Sven
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Hallo Sven,

nochmals danke, dann ist erstmal alles klar. Werde bald die Schalungen etc. basteln und zwischenzeitlich das Material bestellen. Update folgt.

Gruß
Christian

Sorry Sven, doch noch eine Frage zu deiner ersten Antwort, der Zementzugabe: Also 25kg Estrichbeton und 5kg Trasszement oder Portlandzement? Wasserzugabe nach Gefühl wie beim “normalen” Betonieren oder gibt es einen Richtwert für Wasseranteil? Estrich hab ich noch nicht genutzt :slight_smile:

Gruß
Christian

Hallo Christian,

die Wassermenge wählst Du so, dass die Masse sich gut verarbeiten lässt. Ob Du reinen Portland oder Trasszement oder einen anderen Portland-Kompositzement nimmst, ist egal.

Sven

Hallo Sven,

dank des Spitzenwetters den ganzen Winter über musste ich Zwangspausen einlegen, aber zwischenzeitlich ist der Kern aus Estrichbeton gegossen und gestern auch über den SQTiefgrund der Plan B Boden. Verarbeitung kein Problem, ist schon gerade gelaufen.

2 Fragen:

  1. Obwohl die Masse nach dem Gießen spiegelglatt war, sind an einzelnen Stellen nachträglich Luftlöcher und geschlossene Luftbläschen entstanden, keine Ahnung warum, aber egal (Bilder anbei). Sollte ich die Fläche also nochmal leicht schleifen? Womit? Am Ende soll ja LFC+H10 drauf, das schließt ja die Löcher, aber die Optik bleibt. Da es wirklich nur stellenweise ist, ist es auch keine offenporige “ansehliche” Betonoptik.
  2. Habe eben nochmal für einen Block Plan B nachbestellt, da leider doch der Verbrauch höher war - muss ich dafür (ca. 5mm fehlen) dann nochmal grundieren oder einfach den Plan B in wieder drüber gießen? Geplant in 2 Tagen ca.

Kann das Paket vllt. heute so rausgehen, dass es morgen mit DHL schon eintrifft? :slight_smile:

Danke

Gruß
Christian

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Hallo Christian,

Deine Fotos zeigen das klassische Bild, das man bekommt, wenn der Untergrung nicht gut genug mit Tiefgrund abgesperrt wurde. Es steigen dann aus dem Untergrundbeton Luftblasen auf, die als Krater oder sichtbare Höhlen in der Oberfläche des frisch drüber gegossenen Betons hängen bleiben. Mach also beim nächsten Mal genug Tiefgrund drauf, auch auf den schon gegossenen PLAN B, wenn er noch einmal übergossen wird. Abschleifen kannst Du die Oberfläche natürlich, aber wenn Du tiefer schleifst, siehst Du auf die Sandkörnchen, was eine etwas gepunktete Oberfläche ergibt. Die Blasen solltest Du auf jeden Fall mit Schleifpapier öffnen und , wie auch die anderen Löcher, mit einer Zementspachtelmasse füllen. Die LFC Betonverkieselung ​ und die H10 Betonimprägnierung sind nicht in der Lage, diese Löcher zu schließen.

Sven
​

Hallo Sven,

okay danke, werde ich so machen.
Eigentlich hatte ich fett und doppelt nass in nass den Tiefgrund draufgestrichen, so wie auf dem Kanister gedruckt. Die Fläche hatte dann flächig einen Glanz nach dem Durchtrocknen.

Zementspachtelmasse werde ich dann so machen. Hast du da einen Produkttipp? Bin mir unsicher, ob dann nicht vielleicht Farbunterschiede in der Platte zu sehen sind, wenn diese nicht farblich zum Plan B passt.

Danke
Christian

Hallo Christian,

wenn Du noch einen Rest PLAN B hast, dass siebe einfach die Körnung heraus und nimm das als Spachtelmasse.

Sven