Guten Morgen,
ich arbeite gerade an einem Tischprojekt mit einer 15mm dicken Betonplatte. Das gleiche habe ich bereits schonmal für einen Couchtisch gemacht.
Die Tischplatte ist 160cm x 90cm und es hat sich im ersten Test erwartungsgemäß ein Schüsseln der Platte eingestellt.
Normalerweise verkürzt sich aufgrund des dichteren Gefüges der Schalseite die Einfüllseite. Mit dieser Erwartung hatte ich bereits sehr früh die schneller austrocknende Einfüllseite (später unten) mit einem EP-Sperrgrund versiegelt. Mit Erfolg, denn nun hat sich nach mehreren Wochen die andere Seite verkürzt 
Das Versiegeln zeitlich so abzustimmen dass sich die Effekte genau aufheben erscheint mir recht kompliziert zu sein. Daher die Frage:
Was kann ich betontechnologisch noch tun? Im Vorversuch kam ein normaler hochfester selbstverdichtender 4mm Mörtel zum Einsatz.
Aufmerksam geworden bin ich auf Turbo20 (CSA Basis) oder auch die Nivelliermasse Plan B.
Bei letzterem steht schwindfrei, bei Turbo 20 schwindarm.
Jedoch ist beim Schüsseln einer Tischplatte nicht die reine Volumenkompensation maßgebend sondern die gefügebedingt zeitlich unterschiedliche Austrocknung der Oberflächen. Würde erfahrungsgemäß ein Turbo 20 oder ein Plan B trotzdem Vorteile bieten?
Auf der Oberseite ist eine matte PU-Kopfversiegelung vorgesehen, um Flecken sicher aus dem Weg zu gehen. Kann die ähnlich wie der Sperrgrund ebenfalls die Feuchte dauerhaft einschließen ?
Danke und beste Grüße!!
Hallo recoursive,
Dein Ansatz mit dem Sperrgrund auf der Rückseite klingt interessant. Wenn man in Serie produziert, dann lässt sich das Verfahren nach einer Einlernphase wahrscheinlich so genau steuern, dass es am Ende immer passt. Für Einzelstücke dürfte das allerdings eher Glücksache sein.
Die Feuchte im Beton dauerhaft einzuschließen, ist aber kein wirklich guter Plan. Man verwendet mit Absicht diffusionsoffene Endbehandlungen für Beton, damit Wasser ausdunsten kann. Wenn es das nicht kann, besteht die Gefahr, dass die Beschichtung abblättert oder dass der Beton Risse bekommt. Jeder Werkstoff nimmt mit der Zeit die Feuchte seiner Umgebung an, und wenn das durch eine Absperrung verhindert wird, dann sucht sich das Wasser notfalls gewaltsam seinen Weg.
Ein schwindfreier oder schwindneutraler Beton ist zum Verhindern des Schüsselns keine schlechte Option. Auch bei einem ganz normalen Beton kann man durch Zugabe von Schwindreduzierer schon gut gegensteuern. Der Schwindreduzierer greift regulierend in den Feuchtehaushalt ein. Wir haben übrigens gerade einen neuen pulverförmigen Schwindreduzierer in der Erprobung, der noch wirksamer sein soll als unser flüssiger ECLIPSE® FLOOR Schwindreduzierer. Ob das tatsächlich so ist, muss sich aber erst noch zeigen.
Sven
Besten Dank schonmal!
der Sperrgrund ist übrigens für restfeuchte Oberflächen vorgesehen. Das klappt prima, ist aber keine Lösung für die Oberseite.
Würdest Du mir für das 15mm Projekt den Plan B oder den Turbo20 eher empfehlen?
Rein auf das Schüsselpotential bezogen…
Hallo recoursive,
was das Schüssen angeht, wären wahrscheinlich beide gleich gut. Ich würde aber wegen der Festigkeit den TURBO 20 bevorzugen.
Sven