Schaumbeton Infotag in Bad Camberg am 14. Mai 2022

Hallo zusammen,

ich greife hier mal einen Beitrag von vor einem Jahr auf, in dem es um die Herstellung von Schaumbeton ging. Damals hat Michael ziemlich viel herumprobiert und darüber berichtet. Es schien aber noch nicht alles so ganz zu funktionieren.

Inzwischen habe ich mich deutlich intensiver mit dem Thema beschäftigt und eine Menge Dinge dazugelernt, die ich damals noch nicht wusste. Dieses Wissen teile ich natürlich gern hier im Forum mit Interessierten.

Da Schaumbeton derzeit rasant an Bedeutung gewinnt, werde ich nun außerdem auch eine Infoveranstaltung rund um Schaumbeton im Moertelshop im Bad Camberg organisieren, die am 14. Mai 2022 von 12:00 bis 18:00 Uhr stattfindet. Natürlich sind alle hier im Forum herzlich eingeladen, sich das anzuschauen, und es wäre nebenbei eine gute Gelegenheit, sich mal persönlich zu begegnen.

Wer kommen möchte, sollte bitte im Moertelshop ein Teilnahmeticket ordern, damit wir ungefähr wissen, wie viele Leute kommen und entsprechend planen können. Für die 5 €, die das Ticket kostet, gibt es dann vor Ort auch was zu trinken und vor allem was zu sehen.

Mit dabei ist ein erfahrener Betonexperte, der sich seit einiger Zeit beruflich nur noch dem Thema Schaumbeton widmet und gern für Fragen zur Verfügung steht. Es gibt also geballte Kompetenz, wie sie so leicht sonst nicht anzutreffen ist.

Sven

Habe grad’ - mehr durch Zufall - den ersten und den zweiten Teil des Schaumbeton-Vortrages auf youtube gesehen und bin sehr beeindruckt.
Was mir gefehlt hat ist eine Beschreibung am Anfang, wofür das Material überhaupt gut ist. Ich habe es mir “in’s Blaue hinein” trotzdem angesehen.
Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine “Wärme”-Isolierung, die gleichzeitig eine gewisse Stabilität hat.
Herr Sakowsky beschreibt ein vollständig “gegossenes” Haus, das Isolationswerte nahe an Styropor hat, erdbebensicher ist, nicht brennbar und ökologisch unbedenklich.
Das braucht zwar Zement, aber nichtmal Sand :eek:
(ich weiß nicht, ob ich alles richtig verstanden habe, möchte aber in jedem Fall meinem Respekt Ausdruck geben!
Vielleicht ist die Welt ja doch noch nicht verloren? :slight_smile:

Wenn ich mir ansehe mit welcher Begeisterung die hiesige Baulobby dieses Thema aufgreift, komme ich zu dem Schluss:
Doch, ist sie.

Besten Gruß,
Jo

Hallo zusammen,

es gibt ja zum Glück noch das Ausland. Die Leute sind dort viel offener für sowas.

Sven

Das ist wieder so ein Thema worüber man stundenlang quatschen könnte. Letztendlich liegt es doch an jedem selber, denke ich.

Habe gerade wieder ein Prospekt vor mir liegen wo damit geworben wird,.
bei 1 Tonne Flexkleber hat man eine Einsparung von 55kg CO2 .
Wenn man überlegt, dass der Bausektor für ca. 38% des weltweiten CO2 Ausstoß verantwortlich ist, sind neue Technologien natürlich Herzlich Willkommen.
Man unternimmt schon sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit mit nachwachsenden Rohstoffen und Recyclingrohstoffe.

Jetzt muss das nur noch einer kaufen.
Angebot und Nachfrage, da liegt es bei jeden einzelnen.

Ich spielte mit meinem Beitrag auf die Erkenntnisse der ersten Minuten dieses sehr interessanten Videos von Sven an, in dem Herr Sakowsky über seine Erfahrungen des Marktes für Schaumbeton erzählt und das ist dann aus meiner Sicht eher traurig:
https://www.youtube.com/watch?v=tj1mMbmJZkg

Hallo Jo.

Aber irgendwie nachvollziehbar, wie Sven schon gesagt hat, muss man schon offen sein für neue Dinge.

In Deutschland leider sehr schwer.
Wenn es keine konkreten Vorgaben nach Din Norm gibt, wird so weiter gemacht. Es sei denn man kann einen Nutzen daraus ziehen.
Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass man einen Subunternehmer holt, der einen den Schaum einbringt. Das müssten ja riesige Mengen sein, damit sich das lohnt.
Aber wo soll das sein?
Etwas größere Firmen würden das Gerät auch kaufen und ihre Mitarbeiter eine Weiterbildung machen lassen, sofern sich das als Standard etabliert.
Ich muss auch immer wieder Lehrgänge besuchen wenn etwas neues praktiziert werden soll.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Schaumbeton aufgrund der geringen Dichte als Bauschutt entsorgt werden kann.
Bauschutt wird im Straßenbau verwendet und da darf auch kein Yton Stein entsorgt werden.
Es wäre dann auch wieder teurer Restmüll.

Grüße David

Hallo David,

mit Schaumbeton wird bereits sehr viel mehr gemacht als man gemeinhin wahrnimmt. Sonst würden solche Firmen wie Gertec keine Schaumbetonanlagen und Schaumgeneratoren herstellen und solche Firmen wie Hasit kein eigenes Schaumbetondämmstoffsystem anbieten .

Auch mit Deiner Einschätzung

liegst Du etwas falsch, denn z.B. die Firma Rapid Floor liefert Dir auf Bestellung so viel Schaumbeton wie Du haben willst, und zwar in Deutschland und jeden Tag. Und nebenbei bemerkt meine eigene Firma PORALIT® natürlich auch. Mein persönlicher Ehrgeiz konzentriert sich dabei vor allem auf die Frage , wie man die Technik kompakter und billiger machen kann, damit es sich eben auch bei kleinen Liefermengen lohnt und das Material von der momentan noch vorrangig industriellen Anwendung den Weg zur Bausanierung und zum Bauen im Bestand findet.

Wenn Du mal auf die Internetseiten von Herrn Sakowsky schaust, dann findest Du jede Menge potentielle Anwendungen. Und nicht alles muss genormt sein, damit man es verwenden darf.

Im Übrigen kann man Schaumbeton im Gegensatz zu Ytong eben doch als Bauschutt entsorgen.

Es gibt demnächst auch eine Gebäudeklasse E, bei der man dann viel mehr Freiraum bei der Materialauswahl hat. Das soll helfen, die bestehenden regulatorischen Innovationsbremsen loszuwerden.

Es sagen immer alle “Das geht nicht”, bis der erste kommt und es einfach tut.

Sven

Hallo Sven.

Ich habe mich vorher natürlich ein bisschen eingelesen, von daher sind mir deine Links schon bekannt.
Ich wollte darauf hinaus wenn Leute etwas nicht kennen, sind diese am Anfang misstrauisch und überlegen natürlich wo jetzt die Vorteile liegen sollen, gegenüber dem, das ja schon existiert und seit Jahren so verbaut wird. Selbst Porotonsteine werden mit integrierter Dämmung angeboten.
Wo die Vorteile beim Schaumbeton liegen ist mir bekannt und stehe da aus baubiologischer und gesundheitlicher Sicht voll und ganz hinter dir.
Auch der Entsorger für Bauschutt wird wahrscheinlich erstmal nicht wissen was das sein soll.
Aber das es tatsächlich über Bauschutt entsorgt werden kann, ist natürlich noch ein Pluspunkt.

Ich denke hier sollte man noch sehr viel Marketing betreiben, damit das bis zum kleinen Baustoffhändler durchgedrungen ist und auch angeboten wird.
Mit Firmenvermittlung natürlich.

Ich drücke dir die Daumen.

David

Hallo David,

danke für das Daumendrücken. Ich allein werde die Welt natürlich nicht einfach umpolen können, aber wenn jeder, der mit Schaumbeton zu tun hat, so viel wie er kann dazu beiträgt, das Thema voranzubringen, dann bewegt sich irgendwann doch etwas. Deshalb gibt es in dem Bereich aus meiner Sicht momentan auch keine Konkurrenten, sondern nur Mitstreiter für ein gemeinsames Ziel.

Sven

Eine gerettete Welt gehört natürlich zu den wunderbarsten Ergebnissen :slight_smile:
Für mich war (und ist) das Material was Neues und ich finde allein die Existenz dieser Erfindung ermutigend.
Es ist wie überall: Das tun, was die eigenen Möglichkeiten sind. :cool: