ich lese hier gerade fleißig quer und bin sehr dankbar für das Forum. Mein Vorhaben ist eine zweiteilige Betonarbeitsplatte (275x70x3 + 140x70x3) mit Sichtbeton in hoher Güte herzustellen. Für den Zweck habe ich mich, nach längeren Abwägen zwischen Turbo und MobyDur, für MobyDur entschieden.
Nun geht es an die weiteren Vorbereitungen: der Schalungsbau. Hier habe ich ein Problem, dass ich leider nicht über Kreissägen, oder ähnlich präzises Gerät verfüge und im hiesigen Baumarkt die minimale Zuschnittmaße bei 10 cm liegen. Dadurch hätte meine Schalungsform ca. 5-6 cm mehr Höhe, als die Zielhöhe der Platte.
Ist das in der Praxis ein Problem? Ich kann nicht abziehen und mir fehlt die Idee, ob die Fließfähigkeit von MobyDur genügt um sich soweit zu verteilen, dass ich trotzdem eine gerade und ebene Unterseite erhalte.
Falls Ihr massiv abratet, würde ich mich noch mal nach Menschen mit Kreissägen umsehen
ein 10 cm hoher Rand Deiner Gussform ist auch dann ok, wenn Du nur 3 cm hoch Beton einfüllst. Allerdings würde ich eher eine Plattendicke von 4 cm empfehlen. Einerseits gibt es dann weniger Probleme mit dem sog. Schüsseln, und andererseits ist es auch leichter, den Beton zu nivellieren. Die Masse fließt ja, je nach verwendeter Wassermenge, wie zäher oder auch dünnflüssiger Honig. Da muss man besonders bei dünnen Platten mit der Kelle oder Glättkelle nachhelfen, damit er genau horizontal verläuft. Wenn Du beim Einbringen feststellst, dass Du bezüglich der Konsistenz eher beim zähen als beim flüssigen Honig gelandet bist, dann kannst Du die Masse ja nicht mehr herausnehmen und noch einen Spritzer Wasser untermischen. Da ist dann gute Vorbereitung wichtig. Zum Beispiel solltest Du am Rand Deiner Gussform eine umlaufende Linie in Höhe der geplanten Füllhöhe zeichnen, und noch eine zweite Linie einen Zentimeter höher, die Du auch dann noch sehen kannst, wenn die untere Linie mit Beton verkleckert ist.
Ich hatte ursprünglich bei der Material Bestellung geplant, die beiden genannten Platten in einem Teil (Winkel/L-Form) zu gießen. Ganz weg bin ich von der Idee noch nicht. Da hatte ich betreffend der 4 cm Sorgen vor dem Gewicht. Nach grober Kalkulation käme ich bei 4 cm ungefähr zu einer 250 kg schwere Platte.
Da ich wegen dem Raumtemperatur-Thema nicht am späteren Installationsort arbeiten kann, bin ich ratlos, wie ich die Platte ohne Schaden an den Bestimmungsort schaffen soll. Mit 3 cm dürften bereits knappe 60 kg weniger zu bewegen sein. Auch bräuchte ich 2 Sack mehr, als ich geordert habe. Was nicht so schlimm ist, da ich schon das nächste Projekt in Planung habe und eh noch mal bestellen werde.
Aber in dem aktuellen Kontext noch mal die Frage - könnte ich dem Schüsseln nicht auch mit dem bei Dir erhältlichen Schwindreduzierer vorbeugen? Das wäre auch wesentlich günstiger gelöst, als die beiden weiteren Säcke
Die Konsistenz habe ich in dem Video mit dem Freifallmischer gesehen. Das erinnert an Bitumen.
Das mit der “Richtlinie” hatte ich auch schon erwogen. Mit einer Wasserwaage und ruhiger Hand dürfte man eigentlich ganz gut verteilen können.
Beste Grüße
Stefan
hmm, was soll ich sagen. 4 cm sind einfach besser. Aber 3 cm gehen letztendlich auch.
Deine Rechnung erinnert mich an einen ganz amüsanten Mitarbeiter, den ich mal hatte und der kein Gluten vertrug. Er hat dann trotzdem immer die billigen glutenhaltigen Brötchen vom Discounter gekauft, weil er sich ausgerechnet hat, dass das zusammen mit den Tabletten, die er dann immer nehmen musste, immer noch billiger ist, als die glutenfreien Brötchen.
Will sagen: Ein Schwindreduziere ist wie ein Medikament, das man nimmt, wenn man ein Problem hat. Besser ist es aber, erst gar kein Problem zu haben. Vielleicht machst Du die Platte einfach 3,5 cm dick. Kompromiss. Dann wird sie wohl noch nicht schüsseln und von eventuell darauf abgestellten heißen Töpfen noch nicht sofort zerrissen werden. Und Du schonst Deinen Rücken.
Hallo Stefan,
noch ein Tipp aus dem Off: Ich würde auf keinen Fall als erstes Projekt versuchen, 10 frische Säcke Moby Dur - möglichst noch den weißen - anzumischen und Deine Arbeitsplatte zu gießen. Wenn’s paßt unbedingt zumindest mal ein Projekt vorziehen, bei dem Dein Mischer leidlich gefüllt ist und sich die Dimensionen in Grenzen halten. Du wirst dabei ein paar Erkenntnisse zu Mischtechnik, Fließverhalten, Nivellierung, Topfzeiten uswusf. gewinnen, die ein Glücken des Arbeitsplattenprojektes deutlich wahrscheinlicher machen.
Und als Einsteiger würde ich auch zusehen die Schalungshöhe auf die Plattendicke abzustimmen, die helfende Kreissäge kostet im Zweifelsfall ein paar Taler in der Leihe. Beim ersten mal veranstaltest Du auf sicher beim Guß ein Kleckerfest, und fickst Dir komplett die Nerven, weil die sorgsam aufgemalten Linien im Kleckermassaker verschwinden.
Das mit der Kreissäge scheint ein valider Einwand. Da ich hier eh noch eine Baustelle habe, könnte ich mal den helfenden Kollegen fragen, ob der nicht seine TKS mal mitbringen könnte.
Bei den Projekten habe ich noch eine kleine Tischplatte (Mit Holzeinlage) auf der Agenda - auch angelehnt an eine Vorlage von Frank . Das Problem ist, dass ich nicht häufiger einen Zwangsmischer leihen kann. Daher sehe ich nicht so viel Chance, dass ich die beiden Projekte zeitlich wesentlich auseinander ziehen kann.
Andererseits könnte ich einen Sack MobyDur (mit etwas Durchhaltevermögen) vielleicht auch mit einem Quirl schaffen, oder? Das wäre grob die Menge die ich für den Tisch brauche…
Hallo Stefan,
dann gleich die nächste Warnung hinterher
Franks großer Verdienst ist, das Thema Beton ordentlich mit seinen Videos voranzutreiben und viele Anregungen gerade für Einsteiger zu liefern. Auf der anderen Seite ist er das Thema komplett autodidaktisch angegangen, und nicht alles was er macht (gemacht hat) und rät ist dann auch sinnig. Beim konkreten Projekt Betontisch mit Holzeinlage sehe ich 2 Probleme: [LIST=1]
Holz ist als Einlage eigentlich nur begrenzt tauglich:
Selbst wenn es mit Lack/Öl abgesperrt ist und die Wasseraufnahme damit kein Problem mehr darstellt, ist es als Material nicht flexibel genug, um dem Beton beim Schwinden entsprechend Raum zu geben. Moby Dur ist nicht schwindungsfrei, und es besteht die Gefahr, dass es im Beton zu Rissen kommt, die manchmal erst einige Zeit später sichtbar und wirksam werden. Im Laufe der Jahre wird dann das Holz sehr wahrscheinlich irgendwie ins Arbeiten kommen, zumeist wird es durch Trocknung leicht schwinden, das führt dann entweder zu weiteren Spannungen oder zur endgültigen Trennung vom Beton.
Kein Verbund mit dem Beton:
Wenn das Holz mit Öl/Lack Oberflächenbehandelt ist und dann auch mit Trennmittel eingestrichen wird kommt es zu keinem festen Verbund mit dem Beton. Wenn wie in Franks Beispiel die Kanten angeschrägt sind, kann das helfen die Probleme von oben zu entschärfen, indem das Holz beim Abbinden des Betons wie ein Keil leicht herausgedrückt wird und später ohne Spannungen zu erzeugen arbeiten kann. Optimal ist das aber auch nicht, weil die Betonplatte beim Abbinden von der Bodenform "abgehoben" wird (mit nicht absehbaren Folgen) und die Holzeinlage später irgendwann anfängt zu "klappern". Man kann dann natürlich versuchen, dieses mit einem Flexkleber wieder zu fixieren. In jedem Fall braucht es ordentlich Überdeckung des Holzes mit Beton, weil man sonst eine Tischplatte hätte, die an der dünnsten Stelle z.B. nur ein paar wenige mm dick wäre (weil das nicht verbundene Holz nicht zur Stabilität beiträgt).
[/LIST] Zum Thema Quirl: Das geht grundsätzlich, ist aber nicht optimal und geht als erster Versuch mit mittelgroßer Wahrscheinlichkeit schief. Wenn Du's dann noch mit einem frischen Sack weißem Moby Dur probierst, kann das schnell in einem mittelschweren Wutausbruch enden :) Außerdem wäre das Ziel ja eigentlich, auch den Mischprozeß für die große Platte zu simulieren, da ist das Anmischen elementarer Bestandteil, über den Rest (Formenbau, Guss, Fließverhalten, Verdichtung, …) lernst Du natürlich trotzdem was. Wo bekommst Du den Zwangsmischer denn her, und zu welchen Kosten?
Ich habe auch schon sehr viel Holz einbetoniert. Es ist immer dasselbe selbe Schema, daß Holz wird früher oder später nach oben gedrückt, was bei einer Keilform nicht schlimm ist, nur steht das Holz dann über der Betonplatte und das ist nicht schön.
Eine Trennlage von 3- 5mm an den Flanken verklebt, je nach Größe des Objekt, hilft bei dem Problem der Schwindung.
Jetzt kommt aber das optische Problem. Wie verschließe ich die Fuge zwischen Holz und Beton? Dafür habe ich leider immer noch keine brauchbare Lösung die mir dauerhaft gefällt.
Silikon transparent oder grau möchte ich nicht mehr haben, sieht einfach Grausam aus.
Das Trennband drinnen lassen und Epoxy darüber mit dem Holz zusammen sieht ebenfalls sch… aus.
Wenn jemand nach dieser pragmatischen Lösung eine schöne optische Lösung parat hat, wäre ich sehr dankbar.
Es wären ja im dem Fall 3 unterschiedliche Materialien die unmittelbar nebeneinander liegen und harmonisch zusammen passen sollten.
Hi Martin,
Den Verbund wollte ich über Schrauben die ich seitlich ins Holz ziehe herstellen - ggf. auch dünne moniereisen. Aber die verschiedenen Einwürfe dämpfen meine Euphorie schon. Ein Freund hatte noch die Idee reingeworfen das Holz nicht Beton zu überdecken und quasi zwei Betonstreifen links und rechts zu gießen. Das ganze dann auf eine dünne Metallplatte.
Ich schau mal, was ich mit den Rückmeldungen mache und werde es ggf. als Feldversuch betrachten.
Das Thema Betonmischen habe ich jetzt zumindest für die kleine Platte zufriedenstellend gelöst. Ich bekomme einen uralten Freifallmischer geschenkt. Eigentlich für eine andere Baustelle (Punktfundamente Vordach), aber der dürfte für das anmischen von einem Sack (gem. Video Flowstone) genügen.
Hi Dave,
Nachvollziehbar. Wobei die Idee mit dem Epoxy über Trennband gar nicht verkehrt klingt. Hast Du vielleicht ein Bild von so einem Versuch?
Die Schalungshöhe wurde durch Kanthölzer unter der Bodenplatte auf das exakte Maß gebracht, so dass abgezogen werden knn
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Die Schalung hat nun 3,5 cm wie angeraten
Ich habe von Experimenten wie L Form abgesehen um so Gewicht und Komplexität zu reduzieren
Ich habe einen Zwangsmischer besorgt
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Ein paar Herausforderungen haben sich trotzdem ergeben:
Ich habe einen Stoß, da die Bretter anders geplant waren. Habe ich durch eine eingeklebte Plastiktischdecke versucht zu beheben. Scheint nicht 100% Wellenfrei gelungen zu sein. Das nehme ich in Kauf.
Was sehr stört: die Silikonnnaht ist leider an der prominentesten Stelle (vorne mittig) pockig geworden. Da ich den geliehenen Zwangsmischer morgen Nachmittag zurückgeben muss, könnte ich rein theoretisch notfalls noch eine neue Fuge setzen.
Ich habe aber auch überlegt, die einfach nach Trockung über schleifen zu korrigieren. Frage/n: wenn ich die Kante mit einem Schleifpapier vorne in der gesamten Länge breche, bzw. den durch die runde Silikonnaht entstandenen Winkel noch etwas vertiefe, würde die Körnung sichtbar werden, wenn ich es richtig verstanden habe.
Wenn ich jetzt schwarze Pigmente (ca. 1 kg auf 122 kg Moby Dur) einbringe - wie verhält sich das an einer geschliffenen Kante - wird das ein wesentlich hellerer Ton?
Die konkrete Frage noch mal zusammengefasst (Prägnanz ist nicht meine Stärke): würdet Ihr eher schleifen, weil es vielleicht ein spannendes visuelles Element sein könnte, oder wird das bei einer pigmentierten Platte schräg aussehen und ich sollte dringend neu verfugen?
ich denke, Schleifen ist hier die einzige Option. Leider kann man Deine Bilder nicht vergrößern. Sie sind irgendwie nicht korrekt eingestellt. Deshalb sieht man nicht viel.
Ich bin gespannt wie die Phase nach dem Schleifen aussieht. Bei den Bildern bin ich überfragt, funktioniert sonst in den meisten Foren. Ist aber uach nicht so wichtig nun.
Der Zwangsmischer war ein guter Helfer. Ich habe nur Probleme mit der Dosierung vor der Bewehrungsmatte gehabt - auch die Frage ob die Stangen nicht besser unter der Matte (beides Basalt) als über hätte ich mir vorher mal zurechtlegen sollen. Das war etwas viel für den schnell anziehenden Beton.
Eine Frage hätte ich noch, die ich über die Suche nicht klären konnte: die Folie für den stabilen Feuchtehaushalt - wann macht man die drauf? Direkt danach würde es doch total kleben, oder?
Ein Thema bereitet mir gerade Bauchschmerzen: ich habe an den beiden Seiten des Spülbecken Ausschnitts auf die Basalt matte zusätzlich ein 6 oder 8mm Stahl moniereisen auf die Matte gelegt.
In einem anderen Beitrag las ich gerade, dass ich die Eisen hätte befestigen müssen.
Ich habe unter der Matte ca 2 cm beton, kann die vielleicht die dünnen Eisen doch halten? Ich hatte erst das Gefühl, dass die kaum bedeckt waren.
Eisen ist mehr als doppelt so schwer wie Beton. Deshalb senkt es sich in einer so fließfähigen Masse wie MOBY DUR bis auf den Boden der Form ab. Ob das untergelegte Basaltgewebe das verhindern kann, würde ich bezweifeln. Du siehst es ja beim Entformen.
Ich habe nochmal nachgeschaut und kein Bild vom Epoxy mit Holz und Dehnungsfugen mehr gefunden. Nur mit Silkon.
Meistens fliegt das in die Tonne wenn ich das für nicht so gut befunden habe. Notizen mache ich mir trotzdem, das reicht mir.
Ich betoniere auch öfter Eisen ein, habe bisher aber noch keine Probleme gehabt, wo das Eisen absenkt wenn eine Gewebematte darunter liegt.
Wenn es ein 6er Eisen ist, dann wäre das Gewicht so minimal, dass da was absenken würde.
Ich verstehe nur nicht was das U-förmige Eisen für einen Nutzen haben soll. Weil der Beton reißt nämlich immer diagonal an der Aussparung. Folglich hätte eine Überlappung zum längs gelegten Eisen passieren müssen. Da ist jetzt aber eine Lücke.
Hättest du es ganz weggelassen, wäre es glaube ich besser gewese, oder eben richtig überdimensioniert verbunden.
Wenn da ein diagonaler Riss entstehen sollte, wäre es aber auch nicht so schlimm. Nur halt optisch gesehen.
Ich drücke dir die Daumen.
Ich habe die Stangen ehrlich gesagt far nicht geplant gehabt.
Nur die Basaltstangen am Steg. Die Eisen waren eine unrecherchierte Aktion. Der Gedanke war, so etwas mehr Stabilität in den Auflage Bereich des Beckens zu bekommen.
Deine Worte machen mir Hoffnung.
Wollte vorhin schon entschalen, aber der Beton ist noch recht nass …