wir haben vor 1,5 Wochen mit dem Fundo unsere 7m-lange Küchenarbeitsplatte in L-Form am Stück gegossen. Wir haben es nicht mit einer klassischen Verschalung gemacht, sondern mit Plastikprofilen, die man nach Trocknung abknickt und abnimmt. Das heißt, die Platte wurde auch nicht mehr transportiert, da sie an Ort und Stelle gegossen wurde.
Für unseren ersten großen Betonierversuch ist es eigentlich ganz gut geworden. Jedoch haben sich an verschiedenen Stellen Risse gebildet. Wie tief sie gehen, können wir nicht immer beurteilen. Ich mache mir keine Sorgen über Stabilität, sondern eher im Spülenbereich (wir haben ein Unterbauspülbecken drin), dass über die Zeit Wasser in den Beton kommt. Ich füge noch Fotos ein, zum besseren Verständnis.
Unsere Fragen wären, nachdem ich die anderen “Riss-Beiträge” hier durchgelesen habe, wie wir bei den Reparaturarbeiten vorgehen können. Wir haben noch nicht geschliffen, versiegelt und imprägniert. Ich hätte intuitiv versucht, mit dem Fundo eine Art Schlicker zu bilden, um die Risse zu füllen. Dann habe ich in anderen Beiträgen, das Vorgehen mit Sekundenkleber gelesen. Was wäre hier die bessere Lösung? Oder gibt es noch eine ganz andere Variante? Und würdet ihr erst schleifen und dann die Risse füllen? Oder erst Risse füllen und dann alles ganz normal abschleifen, verkieseln, etc?
Wir freuen uns über jede Rückmeldung.
Vielen Dank an Herrn Backstein auch jetzt schon für die viele tolle Beratung im Vorfeld vor 2-3 Wochen.
ich würde für ein schönes Oberflächenbild jetzt folgende Vorgehensweise empfehlen: (1) Zwei oder besser vier Wochen warten, bis die Risse nicht mehr breiter werden, (2) Risse mit Sekundenkleber fluten (bloß nicht mit Schlicker aus FUNDO!!) , (3) Oberfläche mit 5 mm Plan B Industrieboden beschichten (hier das Anwendungsdatenblatt) .
Hallo zusammen, da ich kurz davor bin das gleiche zu tun, nur das es bei mir ein U ist und kein L, und ich somit zwei Innenecken habe, würde ich gerne wissen wie ich die Rissbildung von vorneherein verhindern kann. Zumal ich meine Platte auch wolkig einfärbe, und das mit einer “unsichtbaren” Reparatur dann wohl schwierig wird. Ich habe bisher zum Üben 3 Probeplatten in 120 cm gegossen. Und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Dabei gab es auch keine Risse an den Spülenausschnitten mit 1 cm Eckabrundung. Aber da das U insgesamt 4 x so lang ist, habe ich natürlich Angst vor Schwindugsrissen.
P.S. Zudem war die Abbindezeit schon bei den kleinen 120 cm Probeplatten doch sehr knapp, da es auch eine Weile dauert bis man das “wolkige Muster” richtig hinkriegst. Kann man die Abbindezeit etwas verlängern. Außer durch kaltes Wetter?
Es geht zwar, aber ich würde nicht empfehlen, mit Betonverzögerer in eine fertige Rezeptur einzugreifen, weil das auch Nebenwirkungen haben kann, wie schlechtere Festigkeit und schlechteres Fließverhalten. Außerdem kann bei Überdosierung das System kippen, und es wird gar nicht mehr fest.
Die Vermeidung von Schwindrissen läuft immer wieder auf dasselbe hinaus: Der Beton muss ungehindert schwinden können. Der einfache Test: Drucke den Grundriss Deiner Platte auf ein Baltt Papier, und dann druckst Du ihn noch einmal aus, aber um 10% verkleinert. Dann legst Du die beiden Papiere übereinander und durchleuchtest sie mit einer Lampe. Wenn der kleinere Grundriss sich so in den großen legen lässt, dass er nirgends herausragt, ist alles gut. Ansonsten nicht. Bei einem U-förmigen Plattengrundriss geht es definitiv nicht.
Natürlich schwindet Beton nicht um 10 Prozent, sondern eher so um 1 Promill, aber das ist eben pro Meter auch schon ein Millimeter. Wenn Du also feststellst, dass es ein Problem geben könnte, dann bau die Gussform so nachgiebig, dass sie sich an der kritischen Stelle um mindestens dieses eine Promill zusammendrücken lässt, sonst gibt es Risse. Materialien, die sich zusammendrücken lassen, sind z.B. sehr leicht geschäumtes Styropor, oder weiches Silikon oder Randdämmstreifen. Die kannst Du an den kritischen Stellen zur Poslsterung verwenden.
Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort. Auch wenn sie mich natürlich nicht erfreut.
Ich habe mal ein Bild von meiner Vorbereitung gemacht. Die Spülenschablonen mit dem roten Rand habe ich ja schon “rissfrei” auf eine 120 cm Probeplatte getestet. Dort habe ich ein 2 mm dickes doppelseitiges Klebeband drum herumgeklebt.
Jetzt habe ich auch die Innenecken abgerundet und dort soll dann ein 3 mm breites Schaumstoffband umlaufend hinter die Silikondekorprofile! So, dass das U sich quasi nach I
nnen um 1-2 mm zusammenziehen könnte und dabei dann hoffentlich keine zu grossen Spannungen enstehen! Könnte das so klappen, oder ist es wirklich unmöglich? Und sollte ich dann lieber Dehnungsfuen bzw. Schnwundfugen im Vorweg einbauen?
P.S. Ich habe gerade gemerkt das sich meine Probeplatte sowohl der Länge als auch der breite nach ein paar Milimeter geschüsselt sind! Ich nehme an das liegt auch an dem Schwinden oder am eingelegten Gewebe? Kann man das irgendwie verhindern oder zumindest reduzieren?
LG Andreas
die Versorgung mit dem Schaumstoffstreifen ringsum klingt gut.
Das Schüsseln hat nichts mit der Bewehrung zu tun, sondern mit der Plattendicke. Je dünner die Platte ist, desto mehr schüsselt sie. Du kannst durch Zugabe von ECLIPSE® FLOOR Schwindreduzierer etwas dagegenwirken, aber besser wäre eine dickere Platte.