Hallo Alex,
das klingt für mein Empfinden ambitioniert. Wenn ich Deine Angaben und das Bild recht verstehe, hättest Du auf den angestrebten 50x50 cm eine ganze Anzahl der 3D-gedruckten polygonen Körper und entsprechend im Guss sehr viele Stege aus Beton. Die 3D-Drucke weisen von Haus aus die unvermeidlichen Layerrillen auf, gleichzeitig strebst Du – was aus Stabilitätsgründen verständlich ist – eine Flowstone-Mischung an, welche beim Abbinden leichten Schwund erfahren wird. Das dürfte dafür sorgen, dass sich Dein Guss recht nachdrücklich in der Form und an den polygonen Körpern verkeilt und ein Ausschalen schwer bis unmöglich macht, zumal die 8-10 cm Höhe in dieser Hinsicht recht sportlich sind. Ob das Gussstück aus Flowstone so überhaupt rissfrei abbindet, da wäre ich mir auch nicht sicher.
Ich trau mir da keine Prognose zu und denke, Du kommst um einen (zwei, drei) Prototypen nicht herum. Du kannst Deine Chancen natürlich erhöhen:
- durch das angesprochene (deutliche) Anschrägen der polygonen Formen
- mit Trennmittel, ich würde in diesem Fall vermutlich zu Schalöl greifen
- PETG könnte im Grundsatz vermeintlich von Vorteil sein, weil es sich z.B. deutlich schlechter als PLA beschichten und lackieren läßt und dementsprechend Hoffnung besteht, dass es sich auch mit dem Beton weniger “verbindet”. Wichtiger als das Material dürfte aber vermutlich sein, die 3D-Drucke gründlich zu spachteln und zu schleifen, um eine möglichst “glatte” Oberfläche zu erzeugen und dem Beton möglichst wenig “Grip” zu bieten. Ich würde es vermutlich mit PLA, Spachtel und abschließendem Decklack versuchen.
- durch schwindfreien Hochleistungsbeton, da kann Sven sicher eine Empfehlung aussprechen
Bauch sagt allerdings, dass die Lösung vermutlich eher im Formenbau liegt. Vielleicht langt es schon, die inneren polygonen Formen zu einem oder mehreren Stempeln zusammenzufassen und eben nicht mit der Form zu verschrauben. Grundsätzlich wäre natürlich eine (zwei, drei, …) Dauerform wünschenswert, in der Du die angestrebten 100 Exemplare nacheinander gießen kannst, auf der anderen Seite ist die Menge dann doch zu gering, um den Formenbau da auf die Spitze zu treiben.
Ich hab (im weitesten Sinne) ähnliche Probleme schonmal so gelöst, dass ich eine Dauerform als Stützform konzipiert habe, der ich dann vorm jeweiligen Guss eine verlorene Form gleichsam übergestülpt habe. Diese verlorene Form war ebenfalls 3D-gedruckt, allerdings mit Wänden von nur einem Perimeter. Die Trennung von Stützform und verlorener Form gewährleistet man im Zweifelsfall durch Vaseline o.ä., die hauchdünne Form, die am Gußstück verbleibt, läßt sich dann sehr einfach entfernen. 100 solche Teile drucken ist natürlich auch ein ganz schöner Zock, zumal ein Drucker für 50x50 vermutlich zunächst angeschafft werden muss (allerdings nach Beendigung des Projektes auch mit vergleichsweise geringem Verlust wieder veräußert werden kann).
Wenns meine Auffahrt wäre und ich mir die Steine so in den Kopf gesetzt hätte, würde ich wohl ca. 500 € in die Hand nehmen, sorgsam ein Silikon wählen, eine Silikonform erstellen, beim Ausschalen jeweils sehr sorgsam vorgehen, tüchtig Formpflege (Silikonöl) betreiben und hoffen, dass die Form die 100 Güsse irgendwie übersteht. Aber vorher hätte ich ein, zwei Prototypen so wie von Dir angedacht gebaut um zu schauen, wie weit weg von “funktioniert” ich damit wohl bin.
Viel Glück
Martin