Hallo zusammen,
Für die eigenst gebaute Küche möchte ich gerne die Arbeitsplatte aus 4 Teilen (1,6m70cm; 1,6m70cm; 1,3m50cm; 1,7m70cm) in 3cm Stärke gießen. Hier würde ich mich über Eure Hilfe freuen.
Nach längerer Recherche hier im Forum, in der Flowstone Anleitung und nach einem Probeguss habe ich mich für folgende Produkte entschieden:
- Moby Dur in grau,
- 20g Farbpigmente pro kg Moby Dur,
- Beschichtete Spanplatte für die Gussform,
- Styropor für die Aussparungen von Herd und Spüle,
- ganz feine Schicht Plopp, um die Platte aus der Form zu bekommen,
- Molly Put für die Fugen,
- Jeweils einen Fiberbasaltstab pro Seite als Bewehrung für Aussparungen für Herd und Spüle (-> insgesamt also 4 Stäbe),
- Typ 1111 Carbonfasertextil als Zwischenlage knapp nach der Hälfte der Betonmischung (sollte stabiler sein als Typ 55),
- herkömmlicher Silikon, um die Platte am Küchenkorpus zu befestigen,
- Nach einer Woche Liegezeit dann LFC Betonverkieselung und
- H10 Betonimprägnierung nach einem weiteren Tag
Ohne den Betonrechner hoffe ich ungefähr die richtige Menge Moby Dur errechnet zu haben. Die Aussparungen konnte ich dort nicht exakt eingeben, aber konnte mit der Literangabe von 25kg Moby Dur den Bedarf abschätzen.
Folgende Fragen habe ich noch:
- Ist es richtig die Folie direkt nach dem gießen der Platte aufzulegen und nach 12-24 Std., wenn die Platte aus der Form kommt, wieder zu entfernen?
- Gibt es einen Tipp, wie Arbeitsplattenteile, die direkt aneinander gelegt werden, möglichst aneinander passen (z.B. das Fugenmaterial an dieser Stelle fast vollständig entfernen)?
- Die Unterkonstruktion auf der die Arbeitsplatte später liegen soll ist nicht perfekt eben. Wenn ich die fertige Platte darauf platziere und dann versuche die Höhenunterschiede auszugleichen, wird die Platte dann stark belastet und könnte brechen?
- Nach meinem Verständnis, sollte das Carbonfasertextil möglichst 1cm über der Unterseite der Platte platziert werden, um die Stabilität zu verbessern. Oder doch besser in der Mitte?
- Laut Text ist es möglich, Typ 1111 in 3m breite zu bestellen. Wie würde ich das machen und geht das auch in 1,5m länge lfm?
- Gibt es Empfehlungen, wie die Arbeitsplatte bewegt bzw. in welcher Lage die Platte getragen werden sollte?
Herzlichen Dank schon mal!
Hallo Moertler,
ja, es ist richtig die Folie direkt nach dem gießen der Platte aufzulegen und nach 12-24 Stunden, wenn die Platte aus der Form kommt, wieder zu entfernen. Zwischen zwei Platten solltest Du eine Schattenfuge einplanen, denn ganz exakt wird der Stoß nicht machbar sein. Zur Befestigung der Platte an der Unterkonstruktion würde ich Bausilikon nehmen. Das gleicht dann auch die Höhenunterschiede aus. Wo das Carbontextil am besten zu platzieren ist, hängt von dem Lastfall ab, d.h. von der Frage, ob die Platte durch eine äußere Last nach oben oder nach unten durchgebogen wird. Gefährliche Lasten werden nach dem Einbau nicht mehr auftreten, sondern nur davor beim Handling der Platte, und da kann die Last von allen Seiten einwirken. Also ist die Mitte der Platte schon ok. Sollte die Bewehrung dann beim Betonieren aufschwimmen und dadurch später woanders liegen, ist das auch nicht schlimm. Das 3 m breite Carbontextil ist nur in ganzen Rollen à 50 lfm erhältlich. Zum Aufrichten der Platte nach dem Guss solltest Du sie auf einer der langen Kanten aufliegen lassen, hochkant drehen und dann wegtragen.
Sven
Vielen Dank für die Antworten. Das Material habe ich entsprechend bestellt, wurde auch sofort versandt - auch dafür danke!
Den Probeguss (ein Vogelbad), um ein Gefühl für die Farbe zu bekommen, habe ich eher hemdsärmelig unternommen. Die Luftblasen und die unreine Struktur sind daher wie erwartet (siehe Bild).
Jedoch hat sich ein grauschleier auf dem Beton abgezeichnet, den ich mir schwer erklären kann. Kann das an der schlechten Durchmischung des Betons liegen? Verwendet habe ich 180g Wasser pro kg Moby Dur…


Hallo Moertler,
offenbar hast Du mit schwarzen Pigmenten gearbeitet und das Teil auch recht lange in der Form gelassen. Beides ist für die Entstehung der weißen Ausblühungen förderlich. Versuch mal, den Beton bei möglichst hoher Umgebungstemperatur abbinden zu lassen und das Teil möglichst früh zu entformen.
Sven
Mehr als 16 Stunden und 20g schwarze Pigmente (Typ 360) pro kg Moby Dur dürften es nicht gewesen sein. Die Umgebungstemperatur dürften ca. 20° gewesen sein.
Das nächste Teil wird dann tatsächlich die Küchenarbeitsplatte. Insofern hoffe ich, dass es an der kleineren Größe des Objekts lag und ich es entsprechend früher hätte entformen müssen…
Ich hoffe es klappt dann bei der Arbeitsplatte nächstes Wochenende besser…
Hallo, schwarz ist immer nicht so einfach herzustellen. Notfalls könntest du im Nachhinein auch polieren.
Danke für den Tipp! Zum Polieren und Nachbehandeln muss ich mich noch einlesen.
Macht es eigentlich Sinn, mit dem Finger die Fugen nachzufahren, nachdem der Beton eingegossen wurde, um Luftbläschen zu verhindern?
Ganz schwarz sollte es übrigens gar nicht werden - dunkel grau wäre die Zielfarbe…
Hallo Moertler,
ja, die Luftblasen in den Ecken kann man aus der Form herausstreichen, nachdem der Beton eigegossen wurde. Das macht Sinn. Wenn Du beim nächsten Mal wieder genauso viele Pigmente nimmst, aber in eine andere Form gießt, dann kann der Farbton u.U. auch deutlich heller werden.
Sven
Hallo nochmal,
Mir sind leider die falschen beschichteten Spanplatten geschnitten worden…Mit Pearl Beschichtung statt ganz glatt.
Sollte man denn grundsätzlich die Pearl Beschichtung nicht nehmen oder ist das eher Geschmackssache?
Ich überlege gerade die Platten zu reklamieren oder ob ich eine leicht raue Oberfläche gut finde…
Hallo Moertler,
für den späteren Gebrauch der Platte ist es Geschmacksache, ob man eine Mikrostruktur haben will oder nicht. Es kann auch ganz gut aussehen und ist im Gebrauch evtl. ganz angenehm. Schwierig wird es, wenn die Platte nicht so perfekt aus der Form kommt wie gewünscht, weil sie vielleicht etwas aufgeschüsselt ist und dabei ein paar Ausblühungen bekommen hat (Zum Thema Schüsseln gibt es schon zahlreiche andere Beiträge hier im Forum). Dann würdest Du die Platte sicher gern durch Schleifen oder Polieren nachbearbeiten wollen, damit sie nicht fleckig bleibt. Und dabei müsstest Du bei einer strukturierten Oberfläche deutlich mehr abtragen, und am Ende wäre sie auch nicht mehr strukturiert.
Sven
Nun muss ich wohl offiziell meinen Namen zu Anfänger-Mörtler ändern…
Die erste Platte ist gegossen. Leider haben sich Flecken gebildet, die sich mir nicht direkt erschließen (durch Ausblühungen oder durch das Schüsseln scheinen die nicht entstanden zu sein). Ein Keramiker hat mich daraufhin gewiesen, dass es sich um Gießflecken handeln könnte. Das würde bedeuten, ich müsste beim nächsten Mal möglichst in einem Guss die Moby Dur Mischung verteilen.
Gerade beim Umgang mit bipolaren Pigmenten kann sich so wohl eine Strukturänderung und damit Farbveränderung durch die Ausrichtung der Teilchen ergeben…
Außerdem ist leider die Bewehrung erkennbar. Diese hatte ich gefühlt deutlich mehr als 1cm von der Sichtseite eingegossen. Senkt sich das Carbonfasertextil 55 spürbar ab nach dem eingießen?
Für die Nachbehandlung, macht es da Sinn, mit einem Fließ die Flecken zu behandeln?
ich freue mich wie immer auf Hilfestellung und darauf weitere Formen zu erstellen.
Verwendet habe ich übrigens 50kg Moby Dur mit 20g schwarzen Pigmenten aus dem Moertelshop und 90g Wasser pro Kilo Moby Dur…
herzlichen Dank,
Anfänger-Moertler

Hallo Moertler,
das sieht nach einer verschmutzten Gussform aus. Vielleicht hast Du einfach nur zu viel Trennmittel verwendet. Wichtig ist, dass man nicht zu viel nimmt. Falls Du PLOPP verwendet hast, muss es nach dem Auftragen mit einem Lappen wieder komplett herausgewischt werden. Die Flecken kannst Du wahrscheinlich durch Polieren wieder loswerden.
Sven