Mobydur Küchenarbeitsplatte mit LFC und H10

Liebe Betonspezialisten,
habe meine Arbeitsplatte wie empfohlen mit Lfc und 1 Tag später mit H10 imprägniert. Jetzt schaut das Ergebnis leider nicht ganz so aus wie erwartet. Bevor ich nun die große Platte Behandle, wollt ich fragen, was ich machen soll, oder ob ich irgend etwas falsch mache. Ich habe LFC und H10 mit einem Papiertuch aufgetragen, und beides nicht lange auf der Fläche gelassen. Man sieht nach der H10 Behandlung jetzt die schlieren vom verkieseln?

Danke für einen tip.
Lg
Bob

Hallo Bob,

das Auftragen von LFC finde ich auch nicht so einfach. Ich hatte es am Anfang mit einem Lappen probiert, auch hier hatte ich Schlieren. Ich verwende jetzt eine Schaumstoff Lackierrolle und trage das LFC hauchdünn mit ein wenig Druck einmal gleichmäßig auf. Bei mir klappt es.

Ich könnte mir vorstellen, dass es hier zu Ungleichmäßigkeiten kommt, weil das Papier die Flüssigkeit mehr oder weniger aufsaugt und durch die Streichbewegungen dann die Schlieren entstehen.

Grüße
Dave

Hallo Bob,

ja, wie Dave schon gesagt hat, ein Papiertuch ist denkbar ungünstig. Es geht mit einem Pinsel, aber noch besser mit der Rolle wie von Dave beschrieben.

Sven

Danke euch für den tip, das werde ich bei der großen platte sicher machen.
Kann ich das H10 wieder runter bekommen, um auch die kleine Platte zu verbessern?

Hallo Bob,

nein, das wird nicht gehen. Wenn die Platte einmal mit H10 behndelt ist, dann kannst Du LFC nicht mehr darauf anwenden. Beim jetzt eigentlich notwendigen Polieren der Platte wird zwar auch ein teil des H10 wieder abgetragen, aber in den Poren sitzt auch noch etwas davon, das man nicht herausbekommt. Das Polieren allein wird aber schon helfen, und danach würde ich nur noch einmal abschließend H10 auftragen, um den Schutz komplett wiederherzustellen.

Sven

Hallo Sven,

ich habe ähnliche Probleme wie Bob mit meinen Arbeitsplatten.

Gegossen wurde aus Moby Dur grau mit Pigment 360 tiefschwarz genau nach Vorgabe, Schalung mit Melarminharzplatten, wasserdicht, Kanten versiegelt. Die Platten haben “roh” bis auf ein paar kleine, polierbare Ausblühungen sehr gut ausgesehen. 2 Wochen Trocknungszeit später habe ich LFC mit der Walze aufgetragen (so viel, dass gerade ein Film auf der Platte war, nicht schwimmend, dann trocknen gelassen). Im Anschluss das gleiche mit H10, auch trocknen lassen.

Je länger ich gewartet habe, desto mehr haben sich weiße Ablagerungen an der Oberfläche gebildet, die sich auch rauh anfühlen (seht auch meine linke Arbeitsplatte). Ich habe dann versucht, mit RASO und einem Rotationspolierer mit Filzscheibe bzw. einer Filzlamellenscheibe die Oberfläche zu polieren, das hat aber nur nach viel Aufwand Verbesserung gebracht und zufrieden bin ich immer noch nicht (seht auch die mittlere und rechte Arbeitsplatte). Die rechte Platte dürfte beim Trocknen auch noch wo angestanden sein, was ich aber bis jetzt noch nicht nachvollziehen kann.

Ich muss fairerweise dazusagen, dass die Platten in der Realität wesentlich weniger “schlimm” aussehen als auf den Bildern - aber so sieht man ganz schön, wo die Mängel sind.

Bevor ich jetzt an Diamantschleifpads oder ähnlichen Kram denke, wollte ich mal fragen, wie man in so einem Fall vorgeht. Bekommt man diese Oberflächen noch schön? Bekommt man hier noch einen einigermaßen einheitlichen “industrial look” hin?

Die Wannen sind für mich sekundär, die sieht man nicht mehr, wenn die Griller eingebaut sind.

Danke!

LG, Michael

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Hallo Michael,

wie lange hast Du die Verkieselung einwirken lassen, bevor Du die Imprägnierung aufgetragen hast? Und war nach 10 Minuten alles eingezogen? Eine “Film auf der Platte” hört sich für mich schon nach zu viel LFC an. Es ist wichtig, dass die LFC Betonverkieselung vollständig in den Beton einzieht , denn dort im Inneren soll sie mit dem freien Kalk des Betons reagieren und sich in wasserunlösliches Glas umwandeln. Wenn sie dort aus irgendwelchen Gründen nie ankommt , dann lagert sie sich auf der Oberfläche ab und reagiert nach und nach mit dem CO2 aus der Luft, was dann ziemlich genau so aussieht, wie auf Deinem Foto. Das kann man dann nur noch durch mechanisches Abtragen (Schliefen/Polieren) entfernen.

Sven

Hallo Sven,

das von dir beschriebene “Einsaugen” habe ich nur an der rauen Unterseite der Wannen festgestellt, die ich zwecks Nivellierung mit dem Diamantschleiftopf bearbeiten musste. Die Oberflächen der Platten waren so extrem glatt und porenfrei, dass ich den Eindruck hatte, da geht gar nichts rein. Nach 10 Minuten war die Oberfläche jedenfalls noch feucht und nicht komplett aufgetrocknet, am nächsten Tag war dann aber alles staubtrocken. Ich hatte vereinzelt Mini-Kristalle an der Oberfläche, die ich abgewischt habe, sonst hat die Platte aber sehr schön dunkel ausgesehen. Eventuell hätte ich die Platte noch mal abspülen sollen, um das nicht reagierte LFC abzuwaschen.

Die H10 Imprägnierung habe ich am nächsten Tag aufgebracht, eventuell war das auch zu früh.

Ich werde jedenfalls mal mit dem Polieren weitermachen. Soll ich das so lange mit dem RASO machen, bis ich zufrieden bin, oder hast du hier andere Vorschläge? Schleifpads in ca. 800er Körnung? Ich möchte jedenfalls die superglatte Oberfläche nicht verlieren oder zerstören.

Lg, Michael

Hallo Michael,

zum Thema Schleifen solltest Du mal in diesen Beitrag schauen. Ich nehme an, RASO allein wird nicht ausreichen.

Sven

Hallo,

Ich kenne das Problem beim Auftragen von LFC auch sehr gut. Deshalb möchte ich auch für andere die das hier lesen und mit Moby Dur oder Flowstone arbeiten einen Tip geben.

Wie Sven schon immer sagt, muss die Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten einziehen. Da die Oberfläche aber Porenarm und sehr dicht im Gefüge ist, fällt es natürlich schwer die Flüssigkeit ins Innere des Betons zu bekommen.

Das funtioniert nur, wenn man mit einer Schaumstoff Lackierrolle so lange rollt bis alles innerhalb weniger Minuten verschwunden ist. Wenn man 5Minuten rollt und die Oberfläche ist immer noch nass, dann befindet sich zu viel LFC auf der Oberfläche, diese muss dann mit dem Lappen entfernt werden und danach wieder mit der Lackierolle gleichmäßig ausrollen, bis alles verschwunden ist, aber die Oberfläche auch gleichmäßig mit LFC gesättigt ist.

Es sollte kein Film zurückbleiben und ich finde auch das ist Übungssache.

Dave, darf ich mal fragen wie “glatt” deine Patten sind, wenn du sie mit LFC behandelst. Bzw, auf was gießt du? Hab mal ein Foto angehängt von einer Probeplatte auf Glas gegossen, frage mich wie sich darauf LFC verhält.

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Hallo donny,

momentan gieße ich in Speerholzplatten und Möbelbauplatten. Zwischendurch auch mal in Silkonkautschuk. Das letzte war in Gips gegossen. Je nachdem wie und was es werden soll. Auf Glas gieße ich gerade nicht mehr, und ich habe auch noch kein Werkstück, das auf Glas gegossen wurde, behandelt. Ehrlich gesagt, sieht es schon cool aus so eine mega glatte und glänzende Oberfläche. Der Nachteil bei so einer makellosen Oberfläche ist natürlich, dass man jede Abweichung sieht. Vor allem am Rand der Platte.

Damit das nicht so ist, habe ich die Randschalung auch aus Glas gemacht. Als Unterlage für die Glasplatte oder auch bei anderen Schalungen kaufe ich mir immer Reste von Küchenarbeitsplatten aus dem Baumarkt für 5€ worauf man eine Gegenschalung aus Holz verschrauben kann, so auch bei der Randschalung der Glasplatte.

Bei so einer Oberfläche noch LFC in den Beton zu bekommen, wird sicherlich nicht ganz einfach werden.

Wenn es im Innenbereich ist und es auch keine Tischplatte oder Küchenarbeitsplatte ist, könnte man ja auch wachsen und polieren. Der Glanz bleibt dann auf jedenfall erhalten. Vorstellen könnte ich mir das im Möbelbaubereich. Dort verkauft man ja auch gerne hochglänzende Möbel und alles, das oben als Ablage dient könnte man mit Glasplatten schützen. So machen es auch einige Möbelhersteller, damit bloß keine Schramme an die Möbiliar herankommt.:wink:

Hi,

Danke für die Insights :slight_smile:

Glas war mit Alu-Profilen als Rahmen bis jetzt die nachhaltigste Variante für mich. Nach 3x gießen auf Siebdruckplatten haben die angefangen abzufärben und immer aufs neue die Holzplatten zuschneiden war mir zu viel Aufwand. Mit den Aluprofilrahmen hat sich das auch nach der fünften Platte rentiert. Und ja, genau für den Möbelbau ist so eine glatte Oberfläche (matt oder glänzend) ganz hübsch :slight_smile:

Ich schleife die Platten auf Glas immer auf um sie Matt zu bekommen, sind dann immer noch wunderbar glatt, aber eben matt. Behandelt habe ich sie dann mit Bienen- oder Cabernetwachs. Auch wegen deiner angesprochenen Abweichungen auf der Oberfläche..

Bis jetzt war noch keine LFC-Versiegelung nötig, aber der Punkt wird kommen, daher die Frage und dann werde ich wahrs in dem Fall auf Möbelbauplatten gehen.

Hallole,
eigentlich keine Antwort, sondern weitere Fragen: Gartentischplatte (Mobydur) und Fußboden (Basil) möchte ich mit H10 versiegeln. Jetzt hab ich hier gelesen das ihr davor noch LCF auftragt. Würde das bei mir Sinn machen?
Gruß Martin.

Hallo Martin,

je weicher und saugfähiger der Untergrund ist, desto mehr Wirkung kann die LFC Betonverkieselung entfalten. Deshalb wäre sie bei BASIL noch wichtiger als bei MOBY DUR.

Sven