Hallo, ich habe ein paar Tests gemacht (250x250x30mm) und musste leider immer feststellen, dass die Oberfläche ein tolles Finish hat und die Ränder sehr unschön aus der Schalung kommen.
Die Kanten haben eine sehr raue Oberfläche und das dort fehlende Material klebt noch in der Schalung.
Die Schalung selber wurde vor dem Gießen gesäubert und mit Trennmittel eingerieben.
Den MOBY DUR habe ich nach Anleitung abgemischt und zeitnah eingebracht.
Nach dem Gießen wurde die Schalung abgedeckt und nach 2 Tagen ausgeschalt.
Die erste Vermutung liegt in der Schwingung des Betons, so das sich die Kanten beim Abbinden von der Seitenschalung lösen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und eine Lösung dafür gefunden?
Ein andere Frage, die Oberfläche ist sehr glatt und hat keinerlei Struktur oder Lunker.
Gibt es technische bzw. materielle Möglichkeiten um eine ähnlich stabile Platte mit mehr Charakter zu gießen?
bei diesen Möbelbauplatten hatte ich das Problem auch mal, bei mir waren es auch die Ränder.
Im Grunde genommen ist es ja die Zementschlämme, die darauf haften bleibt.
Das Problem konnte ich nur lösen in dem ich Plopp als Trennmittel, das ja seitlich immer wieder runterläuft anziehen lasse und nach und nach wieder hauchdünn nach balsamiere, bis hier wirklich eine Trennschicht entstanden ist. Also nicht alles wieder wegwischen. Es muss ein dünner Film auf der Schalung verbleiben. Betonieren erfolgt bei mir erst ein paar Stunden oder 1Tag später.
Den Beton must du auch mit den Händen+Handschuhe schön in die Ecken rütteln damit hier eine Schlämme zu Tage kommt, aber nicht zu lange sonst entmischt er sich wieder.
Wenn es immer noch nicht klappt, lasse den Beton 3Tage in der Schalung. Du kannst den nächsten Versuch mal so machen, wie ich es hier beschrieben habe + 1Tag länger in der Schalung.
Wenn das nichts gebracht hat, dann melde dich nocheinmal. Bei mir hat es auf jedenfall funktioniert.
Aber es gibt ja immer mehere Lösungen zum Ziel.
Vielleicht hat ja noch einer, hier im Forum eine Idee.
irgendetwas an Deinen Fall liegt schwer im Argen, und es ist etwas schwierig, da einen Rat zu geben. Dave hat es ja schon versucht, aber das allein kann es noch nicht sein. Dass man PLOPP extra dick oder extra oft auftragen muss, ist vollkommen gegen die Regeln, und falls sich das Problem trotzdem nur so lösen lässt, dann ist da was faul. Die von Dir beschriebenen üblicherweise Probleme treten auf, wenn der Beton überwässert ist oder wenn die Form nicht geeignet ist (falsches Trennmittel, falsches Formbaumaterial, keine wasserdichten Kanten) oder wenn man bei kaltem Wetter betoniert und/oder wenn man das Teil schlicht zu früh aus der Form holt. Aber Deinen Angaben und Bildern zufolge scheint das hier alles nicht der Fall zu sein. Strange! Kannst Du nochmal genau erläutern, was Du meinst mit “Den MOBY DUR habe ich nach Anleitung abgemischt”. Welches Werkzeug, welche Mischzeit, wie viel Wasser pro kg Trockenmischung?
bei meinen praktischen Arbeiten mit Schalholz, Silikon und Glas habe ich festgestellt, dass dieses Problem mit den Kanten tatsächlich nur bei Möbelbauplatten aus dem Baumarkt für 1,50€ auftritt. Die Beschichtung ist nicht so ideal wie beschichtete Speerholzplatten, wo man ein Harz verwendet. Der Nachteil bei Speerholzplatten ist, dass diese ziemlich teuer sind. Wenn man eine Schalung nur einmal braucht, weil sich die Länge immer wieder ändert, ist es ja wirtschaftlich sinnvoll zu den billigen Platten zu greifen, trotz dieses Problems.
Plopp als Trennmittel finde ich auf jedenfall besser als Schalöl oder sonstige Öle.
Der Inhaltsstoff von Plopp ist wahrscheinlich wachsähnlich, oder?
Ich würde auch sagen, dass mein Beton in keiner weise gelitten hat. Ich trage es ja trotzdem nur in einem Arbeitsgang auf, nur warte ich halt ein bisschen bis es soweit angezogen ist, so dass man das Mittel besser in die feinen Poren einreiben kann. Das funktioniert ganz gut.
Damit später die Oberfläche vom Beton wirklich Blank wird, poliere ich noch einmal kurz mit Raso über.
Wenn du meinst, dass es wirklich nicht ratsam wäre, könnte man ja Tennlack verwenden. Ich würde es aber lieber vermeiden.
der Wirkstoff im PLOPP ist Paraffinwachs. Wenn Du mehrere Lagen aufträgst und das immer wieder trocknen lässt und später überpolierst, dann hast Du einfach eine dickere Paraffinschicht auf der Oberfläche, und das ist natürlich gut und hilft besser als eine dünne Schicht gegen einen Untergrund, der eventuell Probleme macht. Insofern ist das alles stimmig und sinnvoll, was Du beschreibst, nur halt mehr Arbeit. Was man bei PLOPP nicht machen darf, ist zu viel auftragen und dann gleich Beton eingießen, weil dann außer dem Paraffin auch noch die flüchtigen Bestandteile vorhanden sind, die die Oberflächenqualität des Betons beeinträchtigen. Deshalb immer die Empfehlung, gleich alles überschüssige PLOPP wieder mit dem Lappen herauszuwischen.
Was den “Untergrund, der eventuell Probleme macht” angeht, so könntest Du Recht haben mit Deiner Vermutung, dass in der beschichteten Spanholzplatte irgendein Wirkstoff enthalten war, der hier stört. Allerdings sind die Platten meines Wissens immer mit Melamin beschichtet, und damit habe ich noch nie Probleme gehabt. Tatsächlich hatte ich aber schon einmal Probleme bei einer weiß beschichteten dünnen Hartfaserplatte, wie man sie für Schrankrückwände nimmt. Die war nur mit einer Art Lack beschichtet, und der Lack enthielt eine verzögernde Substanz. Infolgedessen wurde der Beton, der direkten Kontakt mit der Platte hatte, stark verzögert fest (erst nach Wochen), was bedeutete, dass ich das Teil beim Entschalen nach zwei Tagen nur mit einer bröseligen Oberfläche aus der Form bekam, obwohl es im Inneren schon hart war. Diesen Effekt nutzt man übrigens bei der Herstellung von Waschbeton aus, und als Wirkstoff kann man dafür z.B. Zucker nehmen. Du kannst das ja mal ausprobieren, wenn Du Lust hast.
Aber ich würde hier in Robins Fall nicht ubedingt davon ausgehen, dass mit den Schalungsplatten etwas nicht gestimmt hat, denn, wie es aussieht, ist der Boden der Form ja aus demselben Material, und da ist die Oberfläche gut geworden. Warten wir also lieber erstmal ab, was Robin zu dem Mischvorgang und der Wassermenge sagt.
Hallo Gestalter Dave, danke erstmal für deine schnelle Antwort.
Dein Lösungsansatz würde mit Sicherheit eine Verbesserung der Platte herbeiführen, wie Sven aber dazu schon erwähnt hat klingt das sehr Zeitaufwändig und auch nur nach einer “Reparatur” als wirklich das Problem zu beheben.
Hallo Sven, zum Thema nach Anleitung abgemischt:
Ich bin nochmal alles durchgegangen und auch wenn Sie es ausgeschlossen haben kann es sein das ein Grund die Überwässerung ist.
Zum Anrühren nutze ich einen Hand-Betonmischer, vermutlich ist durch eine zu geringe Mischzeit der Anschein entstanden mehr Wasser zu benötigen.
Ich werde morgen nochmal einen Test machen und sobald dieser Ausgeschalt ist hier meine Ergebnisse hochladen.
was heißt Reparator?
Du musst nach dem Auftragen von Plopp einfach nur ein bisschen länger warten, bis es trocken ist, das ist alles.
Steht da oben auch geschrieben!
ich habe nun Ergebnisse aus einer Testreihe.
In dem Fall wurde der MOBY DUR abgewogen und in einen Mischeimer gegeben. Wasser wurde im Verhältnis 0,08 Liter pro Kg Trockenmasse abgeschöpft.
Mit einem Handelsüblichen Handmischer wurde das Wasser unter laufendem Rühren der Trockenmasse hinzugefügt.
Es wurden konstant 10 min gemischt bis sich eine sehr homogene und gut fließfähige Masse entstanden ist.
Im Vorfeld:
Die Schalung aus Handelsüblichen Möbelbauplatten, mit einer Schalungs-Dimension von 30mm x 250mm x 250mm, wurde mit Silikon abgedichtet.
Nach einer Trocknungszeit von 48h wurde die Schalung von innen gereinigt und mit einem ölbasierten Trennmittel gleichmäßig und sehr dünn eingerieben.
Der Fertige Beton wurde Kippend eingebracht und im Anschluss von allen Seiten mit einem Bohrhammer gerüttelt.
Nach 24 Stunden wurde die Schalung vorsichtig entfernt, dabei blieben an den Seiten großflächig Zement Ablagerungen hängen die bereits relativ hart an der Schalung klebten.
Die Unterseite der Platte war wie auch bei den vorhergehenden Tests sehr glatt und hat den Erwartungen entsprochen.
dann kann es an der Temperatur auch nicht liegen. Es ist schon recht rätselhaft und aus der Ferne schwer zu sagen, was hier schief läuft. Das findest Du nur im Ausschlussverfahren heraus, indem Du immer mehr Dinge weglässt, bis das Problem verschwindet. Es kann an dem Trennmittel liegen, an dem Silikon, an dem Formwerkstoff, am Wasser, an irgendwelchen Verunreinigungen, an einer undichten Form oder an sonstwas. Als Gegenprobe könntest Du mal etwas Beton in einen sauberen Youghurtbecher gießen. Da müsste dann die Oberfläche perfekt werden. Wenn nicht, dann liegt es möglicherweise am Beton selbst.
probiere es einfach mal mit einer Sperrholzplatte, dann sollte es besser werden. Wenn nicht, würde ich das Trennmittel wechseln. Was heißt denn ölbasiertes Trennmittel? Oder meinst du einfach nur Rapsöl aus der Küche?
Zum Abdichten mit Silikon, sollte es natürlich ein Neutrales sein, also ohne Säure. Auch die Schmiererein seitlich der Fuge müssen entfernt werden. Und es sollte vor allem Dicht sein.
Bei so wenig Information kann man leider immer nur mutmaßen.