da der Turbo 20 Vergussmörtel momentan wohl nicht verfügbar ist und ich in der kommenden Woche meine Arbeitsplatte gießen möchte, würde ich gerne wissen, ob ich den Moby Dur und den Turbo 20 auch problemlos mischen kann?
Vom Turbo 20 habe ich nämlich noch einen Sack daheim.
ich möchte für die Herstellung eines Tischfußes aus Epoxidharz in Form einer Halbkugel (Durchmesser ca. 60 cm) eine stabile Negativ-Schalungsform herstellen.
Ich würde hierfür den freien Raum zwischen einem in einer Holzkiste “sitzenden” Gummiball und den Seitenwänden mit geeignetem Material füllen. ausgießen.
Da mir Gips als zu instabil und brüchig erscheint, bin ich auf der Suche nach einem passenden Beton, der die folgenden Kriterien erfüllen sollte:
Fließfähig
Extrem glatte Oberfläche (ggf. nachbearbeiten/ schlämmen?), die ich vor dem aufbringen des Epoxidharz noch lackieren würde
Geringes Gewicht (Leichtbeton möglich?) zum Transport der Schalung
Über Empfehlungen zum geeigneten Material würde ich mich freuen.
Wie genau möchtest du denn das Epoxyharz in die Betonform bringen, geschweige denn wieder hinaus bekommen? Wenn du die Schalung mit Epoxy voll machst, bekommst du diese doch nicht mehr raus. Da müßte zwischen Beton und Ball eine flexible Schicht damit das funktioniert.
Dein Beton wäre also nur der Träger oder auch Gegenschalung genannt, damit es durch die flexible Form beim Einfüllen des Harzes keine Beulen gibt.
Den Ball brauche ich nur für die Herstellung der Betonschale, die dann die Schalung für die Halbkugelschale aus Epoxidharz wird.
Das Epoxidharz selbst wird mit Glasfasermatten in ca. 5 mm Stärke in der Betonschale (ohne Ball) aufgetragen - gießen kann ich das Harzgemisch aufgrund der runden Schale ja nicht.
Sichtseite ist daher nur die spätere Außenseite der Epoxidschale - also die Seite die am Beton anliegt.
Die Oberflächenbeschaffenheit der Innenseite der Epoxidschale ist unwichtig, da auf der offenen Halbkugelseite eine Tischplatte liegt.
Die fertige Epoxidhalbkugelschale sitzt dann entweder in einem Ring, oder bekommt unten eine runde Aussparung, damit sie gut steht.
Die Aussparung könnte bei der Epoxidherstellung bereits mit geformt werden, was das Lösen aus der Betonschalung ggf. erleichtern könnte.
Ich kann mir wirklich schwer vorstellen das es einfach wird, die Schale aus Epoxyharz heile aus der Betonform zu bekommen. Beide Materialien sind unglaublich stabil und geben kein bisschen nach. Wenn der Lack zwischen Beton und Harz sich lösen würde, ginge es einfacher.
Ich würde die Schalung wirklich aus Gips anfertigen, die du dann notfalls zerstören kannst .
Wenn du mal Beton in einer weniger anspruchsvollen Form aus Gips gefüllt hast, weißt du die Anstrengungen beim Entformen zweier starre Materialien.
Ich habe nochmal was gefunden, wo ich denke das du damit einfacher ans Ziel kommst.
Sieht erstmal simpel aus, aber der Clou ist natürlich den richtigen Zeitpunkt für die Verformung abzuwarten. Eine Schalungsoberfläche wie Glas oder Porzellan ist natürlich Voraussetzung.
vielen Dank für Deine hilfreichen Anmerkungen und Hinweise und vor allem das interessante Video!.
Meine bisherigen Erfahrungen erstrecken sich lediglich auf die Herstellung mehrerer Arbeitsplatten (mit Moby Dur) in einer Schalung aus kunststoffbeschichteten Holzplatten. Da funktionierte das Entschalen sehr gut, aber die Platten sind auch etwas biegsam.
Dass das Lösen einer starren stabilen Form aus einer ebensolchen Schalung schwer werden könnte, hatte ich auch schon befürchtet.
Ich hatte gehofft, das Trennmittel Plopp könnte hier ausreichend helfen(?)
Die Gips- oder Betonschalung würde ich vorher ohnehin grundieren und lackieren.
Ansonsten würde ich tatsächlich eine Gipsschalung herstellen, die zum Entschalen zerstört werden könnte.
Hallo David,
das Problem beim Trennen von Deiner angedachten Betonform und dem Epoxidherzteil sind:
die große (und gebogene) Kontaktfläche zwischen Form und Werkstück
der fehlende Hebel zum Ansetzen beim Trennen in Kombination mit starren Körpern
der fehlende Kanal zum Nachströmen von Luft beim Trennen der Oberflächen
Da wirken teils erstaunliche Adhäsions- und andere Kräfte zwischen den Oberflächen. Bei Deinen Tischplatten setzt Du an einer Ecke an, durch eine geringe "Restelastizität" der Platte trennst Du zunächst nur einen kleinen Teil der Oberflächen voneinander, es wirkt ein großer Hebel und Luft kann frei nachströmen. Bei Deiner angedachten Halbkugel müssen sich praktisch die gesamten Oberfläachen von Form und Werkstück voneinander trennen, das kann klappen, ist aber auch schon oft genug schief gegangen. Mein Regal ist voll von untrennbar verbundenen Werkstücken und Gußformen. Helfen kann Dir der Schwund von Epoxi beim Aushärten (1-5%), das kann ich aber für die angedachten Dimensionen nicht sicher beurteilen.
Wenn Du es mit den Betonform wagen willst würde ich folgende Maßnahmen ergreifen:
Innen im Werkstück würde ich ein paar Griffe/Schlaufen mit Einlaminieren, um nach Aushärtung die Halbkugel vernünftig "greifen" zu können und die Chance auf Entformung zu erhöhen
Zumindest mal einen kleinen zentralen Verdränger (aus Silikon o.ä.) zentral einlaminieren, denn Du nach Aushärtung rausziehen kannst um einen Belüftungskanal zu schaffen.
Unmittelbar vor dem Ausschalen das Werkstück mit Eiswasser auswischen und spürbar runterkühlen, das sollte beim Trennen nochmal enorm helfen
Hier mal als Skizze damit klar wird was gemeint ist:
vielen Dank für Deine überzeugenden Hinweise und Informationen!
Ich glaube auch immer mehr, dass es trotz Trennmittel und einlaminierten Ausschalthilfen schwer bis unmöglich werden könnte, die Epoxischale aus der Betonform zu bekommen.
Der Versuch mit einer kleinen Probeschale und -schalung dürfte nicht aussagekräftig genug sein, da die Adhäsionskräfte bei der großen Schalung und Form sind ungleich größer.
Insofern werde ich wohl sicherheitshalber eine Gipsschalung herstellen, die durch das weichere Material zwar empfindlicher ist aber dadurch auch leichter zerstörbar ist.