Küchenblock - Verdränger zur Gewichtsreduzierung und Schalungsbau Seitenteile

Guten Abend miteinander,

ein neues Projekt: Kücheninsel plus Zeile. Habe eine Skizze aus der Planung angehängt. Soll ein freistehender Block werden, plus eine Wandzeile. Arbeitsplatte und Seitenteile in Beton. Darunter die Schränke (Holz mit Schwarzstahl). Optisch sollen die Betonteile eine Stärke von 60mm haben. Flowstone mit hiesigen Zuschlägen.

Problem 1: bei 2800x1060x60mm wiegt die Platte dann bald eine halbe Tonne (Zeile 3200x700x60 auch nicht viel besser). Entsprechend möchte ich Verdränger einsetzen, sonst wird das Handling schwierig. Irgendwann kommt sonst auch der Statiker zu Estrich- und Deckenbelastung. Die Seitenteile sind ja auch nicht ohne. Platte wird in die Schalung gegossen, dann gewendet (auf dem fertigen Küchenblock plus den dann bereits aufgestellten Seitenteilen).

Fragen zur Technik “Verdränger”:

  • Wie dick sollte die Platte bleiben? Reichen 3cm (also 3cm Styroporplatten einarbeiten)?. Würde zwischen den Styroporplatten Stege stehen lassen, ebenso natürlich an den Rändern. Der Statikrechner nennt bei dieser Größe mit Carbon 356 375kg Tragkraft. Allerdings liegt die Platte ja auch auf, muss also nicht frei tragen. In den Stegen auch noch ggfs Basaltstäbe… Kann man aufgrund der Stege und den Stäben auch eine leichtere Bewehrung verbauen? Oder die Plattenstärke weiter reduzieren?

  • Was muss man bei Positionierung und Größe der Styro-Platten beachten, damit der Beton möglichst wenig schüsselt oder reißt?

  • Bisher immer kleinere Objekte betoniert. Passt hier “meine” Mischung: je kg Flowstone 1kg Brechsand 0-2mm 400g Splitt 1-3mm, 7g Glasfaser, 8.3g Flup, Pigmente, Wasser 265ml (möchte die Zuschläge nicht durch die Republik karren (lassen), sondern nur den Zement. Thema Klima und so…)

Seitenteile:
Ich kann die Form für die Seitenteile stehend oder liegend bauen. Wenn ich liegend gieße, habe ich an den 4 Seiten/Kanten die beste Maßhaltigkeit, muss aber dann den sichtbaren Bereich der Oberfläche glätten bzw schleifen, wo der Beton über die Unterschränke innen vorsteht (ca 5cm vorne/hinten). Aufrecht gegossen müsste ich die Auflagefläche für die Platte nacharbeiten, von Hand wird es nicht einfach werden, mit dem Schleifer eine wirklich winklige und gerade Auflage zu schleifen. Die Platte soll ja möglichst fugenlos aufliegen. Kann man auch stehend betonieren, und einen “Deckel” vorsehen, damit alle 6 Seiten des Quaders schalungsglatt werden? Oder eben besser liegend und die sichtbaren Innenkanten halt beim Betonieren mit der Kelle glätten und nach dem Trocknen schleifen? Stehend ließe sich eine Dreiecksleiste einarbeiten…

Vielleicht gibt es ein paar Tips (Sven, Dave ;-))?

Viele Grüße und Dankeschön
Till

Betonbauteile.pdf (125 KB)

Hallo Till,

mit 3 cm dicken Styroporplatten liegst Du noch gut im grünen Bereich. Weniger als 2 cm dick sollte der Beton an der dünnsten Stelle der Platte nicht sein. Im Vergleich zu einer massiven (min. 4 cm dicken) Platte ist mit eine Gewichtsparplatte empfindlicher gegen einen darauf abgestellten heißen Topf. Der kann dann zu einem Riss durch thermische Spannung führen. Als Bewehrung würde ich hier Typ 55 Carbonfasertextil, 149 g/m² empfehlen und seitlich der Aussparung noch zusätzlich Fiberbasaltstäbe. Ob Du die Seitenteile stehend oder liegend betonierst, ist Geschmacksache. Liegend ist in jedem Fall deutlich problemloser zu machen, schon allein deshalb, weil kein so hoher Schalungsdruck entsteht, der Dir, wenn Du Pech hast, die Wände ausbeult.

Mit Deiner Rezeptur habe ich noch etwas Bauchschmerzen. Erstens sehe ich keinen tieferen Sinn darin, Kurzfasern in die Rezeptur zu geben. Die werden hier nicht gebraucht und verschlechtern nur das Fließverhalten, auch wenn ich Dir natürlich gern welche verkaufe. Zweitens kommt mir Dein Wassergehalt reichlich hoch vor. Eine Menge von 265 ml Wasser auf 1 kg Flowstone bedeutet auf den 25 kg Sack gerechnet 6,625 Liter Wasser. Die Schmerzgrenze liegt aber bei 5 l. Somit dürfte Dein Beton hoffnungslos überwässert sein, denn selbst wenn ich noch 5% Toleranz dazugäbe, wäre ich erst bei 5,25 l und nicht bei 6,625 l. Das ist weit jenseits dessen, was erlaubt ist. Natürlich wird der Beton trotzdem fließen (allerdings eher wie Suppe und nicht wie Honig) und vielleicht sogar ganz gut aussehen, aber die Festigkeit wird mehr als mäßig sein. Falls der Wert also stimmt und sich hier nicht ein Fehler eingeschlichen hat, solltest Du die Wassermenge reduzieren und dafür intensiver rühren, um die gewünschte Fließfähigkeit zu erzielen.

Sven

Hi Sven,

ok, Wasser muss ich nochmal schauen, habe evtl auch falsch aus Excel abgeschrieben…

das mit dem Schalungsdruck leuchtet ein… werde es liegend betonieren. Einen Tod muss man sterben. Bewehrungsempfehlung ebenso, die Stäbe hatte ich eh vorgesehen. Werde dann bei 60er Schalung mit 30mm Styropor arbeiten, dann müssten ja 30 übrig bleiben.

vielen Dank!
Till

Hallo Till,

also keine Ahnung warum du Splitt verwendest, wenn Kies doch einfacher zu machen wäre. Ich lasse mir immer ein BigBag 0-8 vor die Tür stellen. Für dünnwandige Sachen siebe ich auf 0-6 herunter. Splitt wäre für UHPC sinnvoll.
Dann läuft es vielleicht auch besser. Aber du hast ja deine Gründe.:wink:

Wenn man eine stehende Schalung anfertigt, sollte man auf jeden Fall ein Ringanker aus Dachlatten oder Kanthölzern anfertigen, je nach dem wieviel Druck zusammen kommt. Es wäre auf jedenfall eine Menge zu verschrauben, würde auch ein wenig mehr Arbeit machen.

Ansonsten, schön das du wieder weiter machst.

Viele Grüße

Hi Dave,

bisher habe ich immer kleine Sachen betoniert. Max Waschbecken, aber auch mal fast 100 St Deckenstrahler mit teilweise 5mm Wandstärke. Da kam der Split aus dem Baumarkt gerade recht, da ich durch recht enge Schlitze gießen musste. 8mm hätte da nicht reingepasst. Dann hatte ich dann die Farben angepasst etc. Und bin dabei hängen geblieben. Für das neue Projekt hast Du recht, steige ich um.

die stehende Schalung könnte ich sicher gegen ausbeulen sichern, aber die Maßhaltigkeit Höhe/Breite ist mir doch wichtiger, also liegend und einen kleinen sichtbaren Teil der Oberseite halt nachschleifen und polieren… Besser als die Auflage der Arbeitsplatte nacharbeiten

Ja, der Beton lässt nicht los :slight_smile:
Grüße
Till