Küchenarbeitsplatte

Hallo liebes Forum,

auch ich spiele mit dem Gedanken, demnächst eine Küchenarbeitsplatte selbst zu gießen. Ich habe geplant, die Platte (Winkelarbeitsplatte 300cm x 200cm) wie folgt aufzubauen:

2 x 15mm starke Sperrholzplatten aufeinander verklebt und verschraubt (ich möchte gerne die Schicht-/Multiplexstruktur des Holzes sichtbar lassen)
1 x Beton in der Stärke von ca. 1cm (direkt gegossen, also nicht spiegelbildlich)
Die Aussparungen für Spüle und Kochfeld (flächenbündig) werde ich natürlich berücksichtigen

  • welcher Beton wäre dafür die ‘beste Wahl’ - ist Gololit Industrial für mein Vorhaben geeignet?
  • ist ein Armierungsgewebe erforderlich oder ist das Beimischen von Stapelfasern ausreichend?
  • mit was sollte die Betonplatte abschließend versiegelt werden?

So in etwa stelle ich mir die Optik der Platte vor, nur halt mit Beton anstatt wie auf dem Bild mit Laminat.

Vielen Dank für sachdienliche Hinweise und/oder Vorschläge.

Bleibt alle gesund!

Hallo Klaus,

Das Speerholz seitlich sichtbar zu lassen, finde ich ist eine gute Idee. Damit der Beton nicht seitlich herunter laufen kann, brauchst du eine Schalung. Die Schalung müstes du aber mit Silicon versiegeln, damit es wirklich dicht ist. Wo man das Silicon ansetzt um hier für Dichtigkeit zu sorgen, ohne das Holz zu beschädigen und auch einen guten Abschluss zu bekommen, wäre jetzt die Frage.

Meine herrangehensweise wäre folgende:

  1. Eine Siebdruckplatte (Birke 30mm unbehandelt). Damit bräuchtest du nicht verkleben, weil das wird nicht schön aussehen.

  2. Holz grundieren ( z.B. Hiermit)

  3. Schalung anbringen ( mit billigen Silicon, was man später auch wieder vom Holz entfernen kann)

  4. Silicon was oben am Holz herrausquillt mit einen 90° Siliconabzieher scharf abziehen, du kannst vorher auch ein bisschen Spülwasser über das Silicon pinseln oder sprühen damit keine Rückstände am Holz verbleiben.

  5. Nach vorgeschriebener Trocknung der Grundierung, bringst du eine Schicht Klemo + Gewebe darauf und bleibst 1cm vom Rand weg.

  6. Als Beschichtung hat sich Plan B bewährt. ( das kannst du hier auch überall im Forum nachlesen)

  7. Einen Tag später ziehst du die Schalung ab, und entfernst das Silicon vom Holz.

  8. Nach einer Woche schleifst du die Holzkante und den Plan B sauber über.

  9. Wasserdicht machen.

Danach hast du eine Arbeitsplatte, wie aus einen Guss.

Und die Fotos nicht vergessen, wird bestimmt schön aussehen.

Zum Plan B must du aber unbedingt noch einiges nachlesen, hier im Forum. Damit auch alles gut läuft. :wink:

Grüße

Hallo Klaus,

Du brauchst für diesen Zweck eine Beton, der nicht schwindet, weil es sonst Risse, Verwölbungen und Ablösungen geben kann. Da wäre in der Tat Plan B Industrieboden (hier das Anwendungsdatenblatt ) die ideale Lösung. Damit er auch auf Holz einen guten Halt findet, brauchst Du noch eine Kontaktbrücke. Als Kontaktbrücke kannst Du einfach eine dünne Spachtelung aus KLEMO® Marmorkleber auf die Holzplatte aufziehen. Da er weiß ist, solltest Du eine geringe Menge Zementechte Pigmente Typ 722 schwarz dazumischen, um den gleichen Farbton zu bekommen, den PALN B hat. Mehr brauchst Du eigentlich nicht.

Sven

Hallo zusammen,

schonmal vielen Dank für die Tipps. Dann werde ich mich mal an Plan B versuchen :slight_smile:
Auf die Idee mit der doppelten Sperrholzplatte hat mich der DIY’ler aus dem Video gebracht…Building DIY WOOD COUNTERTOPS from PLYWOOD & LAMINATE for $300 // Kitchen Remodel Pt. 2 - YouTube
Das mit dem Laminat gefällt mir nicht so gut, da ich bei meiner Winkelarbeitsplatte an einer Stelle 2 Teile zusammenfügen müsste. Daher kam ich auf die Idee, das mit Beton in einem Stück zu machen. Werde mein Projekt leider erst im Januar beginnen können, da Küche, Kochfeld und Spüle noch nicht geliefert sind.

Bleibt alle gesund!

Hallo Klaus,

der Bau einer Arbeitsplatte so wie im Video zu sehen, sieht ja schon ein bisschen umständlich aus. Eine Arbeitsplatte aus dem Baumarkt legst du auch nur auf die Küchenmöbel und verschraubst diese. Also braucht man nicht so einen Film davon zu machen. Es sei denn du möchtest das so, und hast auch das nötige Werkzeug dafür.

Was wichtig ist: Die Stöße wo beide Platten aufeinandertreffen , müssen gut miteinander verbunden werden. Da hilft dann schon eine Unterlattung und verschraubung.
Später ziehst du das Gewebe + Klemo darüber. Es ist auf jedenfall ein Knackpunkt wo der Plan B später reißen könnte wenn hier Bewegung stattfindet.
Oder man entscheidet sich von vornherein für eine Dehnungsfuge.

PS: Die Grundierung als Haftbrücke zwischen Holz und Kleber hat den Vorteil das Holz vor dem Anquellen zu schützen, sollte es unbehandelt sein. Steht auch in der Anwendungsbeschreibung. Es gibt bei diversen anderen Situationen auch die Möglichkeit das Holz durch Folien selbstklebend oder nicht selbstklebend zu schützen.