Hallo Patrick,
das Entfernen des alten Teppichs mit Kleberresten ist auf jeden Fall notwendig. Da liegst Du also schon mal richtig. Eine Grundierung mit SQ-TIEFGRUND lösemittelfrei ist auch richtig, allerdings irritiert mich etwas Dein darauffolgender Punkt “Absanden mit Quarzsand”. Wenn man das machen will, dann muss man mit einem zuvor frisch aufgetragenen Reaktionsharz dafür sorgen, dass der Quarzsand haften bleibt und den überschüssigen losen Sand später entfernen. Dieses Harz kann der Tiefgrund natürlich nicht ersetzen, und es ist auch nicht sinnvoll, zusätzlich zu dem Harz vorher noch Tiefgrund aufzustreichen. Der ganze Vorgang mit dem Absanden ist hier aber auch völlig überflüssig, denn man braucht den Untergrund nicht auf diese Weise vorzubehandeln, damit PLAN B oder BASIL gut darauf haftet. Falls Du das irgendwo gelesen haben solltest, dann vergiss es bitte wieder, denn es ist falsch. Diese beiden Betone binden nahezu spannungsfrei ab und benötigen deshalb keine solche Verankerung am Untergrund. Etwas Anderes wäre es, wenn Du eine herkömmliche Ausgleichsmasse wie z.B. die von Intoplan verwendest. Dann entstehen tatsächlich Spannungen durch die Schwindung des Betons und dann ist es hilfreich, wenn der Untergrund durch vorherige Besandung so griffig gemacht worden ist, dass sich eine innige Verkrallung ergibt. Wenn die fehlt, dann kann es nämlich bei herkömmlichen Betonen mit der Zeit zur Ablösung kommen, was einen Totalschaden bedeutet.
Du kannst Dich also hier entscheiden zwischen dem preisgünstigeren INTOPLAN 500 (robust) , verbunden mit einer aufwendigen Vorbereitung des Untergrunds (Absanden mit Harz) und der Gefahr, dass später die für Beton typischen Risse an der Oberfläche sichtbar werden, und dem teureren BASIL® Bodenbeton hellgrau oder Plan B Industrieboden bei denen Du weniger Arbeit hast und trotzdem von vorn herein überhaupt keine Risse oder Ablösungen befürchten musst, weil diese beiden eben anders formuliert sind als ein herkömmlicher Beton.
Der Tiefgrund wird gebraucht, um die Poren im Untergrund zu schließen. Falls man das nicht macht, blubbern, wenn man Pech hat, aus dem Untergrund beständig Luftblasen hoch, die den frisch gegossenen Boden in eine Kraterlandschaft verwandeln können.
Wenn Dir eine Aufbauhöhe von 10 mm zur Verfügung steht, dann würde ich auf jeden Fall empfehlen, in zwei Etappen à 5 mm zu gießen und die erste Schicht hart werden zu lassen und erneut mit Tiefgrund zu behandeln, bevor die zweite folgt. Das hat folgende Vorteile gegenüber der Option, alles in einen Guss zu machen:
- Du kannst Dich mit dem Material vertraut machen und wirst beim zweiten Guss voraussichtlich ein besseres Ergebnis erzielen als beim ersten.
- Unzulänglichkeiten aus dem Untergrund , die beim ersten Guss noch Krater oder Schatten auf der Oberfläche verursachen, werden beim zweiten Guss nicht mehr durchkommen.
- Die Oberfläche wird glatter, weil die Entlüftung des Betons bei geringerer Schichtdicke schneller abgeschlossen ist.
Das Abschleifen würde ich nicht unbedingt empfehlen, weil es eigentlich überflüssig ist, es sei denn, man hat grobe Fehlstellen zu beheben. Wenn Du natürlich Glimmer einstreuen willst, dann wirst Du das Glitzern erst zu sehen bekommen, nachdem der Beton abgeschliffen ist.
PLAN B ist in erster Linie härter als BASIL. Die Umwandlung in eine spachtelbare Masse durch Zugabe von WISKO Typ Q für Spachtelbeton funktioniert bei beiden gleichermaßen, allerdings ergibt sich damit eine eher zähe Konsistenz, wodurch die Masse sich nicht ganz mühelos auf große Flächen spachteln lässt. Andere Stoffe, wie einen Verzögerer oder einen Schwindreduzierer, sollte man nicht hinzumischen.
Dehnungsfugen brauchst Du nicht vorzusehen. Bestehende Fugen aus dem Untergrund müssen allerdings übernommen werden.
Zum Mischen brauchst Du einen großen Eimer und einen starken Quirl.
Sven