Hallo zusammen,
ich hab jetzt erfolgreich einige 1,8cm dicke Platten aus Flowstone (+Carbon-Matte und max 0,5% dispersible Glasfaser) gegossen und als Körnung Filtersand 0,7-1,2mm 1:1 verwendet. Soweit so gut. Da ich die Teile noch öfter gießen werde, lohnt es sich alles zu optimieren und “richtig” zu machen. Das brachte mich zu Frage: Was ist die stabilste Körnung für ansehlichen Sichtbeton.
Laut dem Dykerhoff prospekt https://www.dyckerhoff.com/documents/209745/343156/Prospekt+Starke+Typen+von+Dyckerhoff+WEISS.pdf/2555118b-6381-3f26-7110-65a82c9236de?t=1676463784615 Seite 10
scheint die stabilste Zugabe Basalt 1-3mm zu sein.
Das ergibt bei Flowstone grau laut der Prospektseite eine Druckfestigkeit von irgendwas (die Achse ist im Diagramm leider nicht mehr beschriftet) um ca 130 MPa nach 28 Tagen
Flowstone grau mit “Quarzsand bis 2 mm Größtkorn” liegt bei 115 MPa Druckfestigkeit, als Leim ohne Gesteinszugabe 117 MPa.
Flowstone weiß ist ähnlich, da gibt es leider keinen Basalt wert, aber die anderen Werte sind nach 28Tagen einfach 14 MPa weniger als Flowstone grau.
Deckt sich das mit den Erfahrungen hier im Forum?
Ist ein Sack Basaltsplit 1-3mm aus dem Baumarkt das Mittel der Wahl um den Mörtel gegenüber der Leim Variante wirklich stärker zu machen?
Hallo
Es macht nicht wirklich Sinn. Natürlich ist Basaltsplitt härter als andere Körnungen, aber auf einer Platte von 1,8cm macht es keinen Unterschied, da diese auch mit Basaltsplitt einfach durchbricht. Wenn du jetzt einen Würfel mit Feinsand und einen mit Basalt betonierst macht es wiederum einen Unterschied. Würdest du den Würfel mit einem Stemmhammer bearbeiten, wäre es mit Basalt sehr viel schwerer zu machen..
Man muss die Konstruktion deines Werkstücks berücksichtigen. Was soll es werden und was brauche ich dazu. Beton - mit dem Klebstoff Zement kann alles zusammenkleben, aber auf der Fläche gesehen brauchst du eine Konstruktion aus Stahl, Carbon , Faser und Co. Basalt würde auch auf einer Sichtbetonoberfläche durchscheinen . Man sieht die schwarzen Kanten der Körnung die beim Betonieren auf Grund des Eigengewichts in der Gussform nach unten absetzt.
Das andere Thema wäre die Oberflächenhärte, die bei Flowstone schon sehr hoch ist. Das bedeutet es gibt nicht so schnell Abplatzungen.
Benutze bei grauen oder anthrazitfarbigen Beton einfach normalen Betonkies dann brauchst du weniger Zement, der Beton wird durch seine grobe Körnung härter und es schüsselt weniger . Man könnte sagen es läuft besser;) . Man kann auch zusätzlich Pigmente reinmachen um die Farbe vom Kies zu überbrücken.
https://www.kiesdirekt.de/p/betonkies-estrichsand-0-8-mm-298.asp
Danke für den Hinweis an das Durchscheinen vom Basalt. Da ich ein Teil der Platten weiß pigmentiere wäre das tätsachlich sehr kontraproduktiv, wenn man da schwarze/dunkle Kanten sieht.
Hallo BetonSeb,
bei so einer Rezepturabwägung ist es nicht unbedingt zielführend, nur die Härte der jeweiligen Körnungen miteinander zu vergleichen. Wenn Du die Härte von Quarz und Basalt anschaust, dann sind beide ungefähr gleichauf.
Ob man mit seiner Rezeptur das Optimum an Festigkeit für Flowstone-Beton herausgeholt hat, kann man nur anhand von eigenen Testreihen herausfinden. Da spielen viele Dinge eine Rolle, wie z.B. die Wahl des Fließmittels und sonstiger Additive und natürlich auch die Packungsdichte, mit der alle Kornfraktionen beim Betonieren ineinanderrutschen, also letztendlich die Sieblinie. Wenn das bei der Dyckerhoff-Richtrezeptur mit dem Basaltsplitt zufällig besser gepasst hat als bei einer anderen Rezeptur, dann kann man daraus nicht unbedingt ableiten: “Nimm Basalt und Du hast das Optimum.”
Typisch für diese hochfesten Betone ist, dass das Bruchbild quer durch die Körnung verläuft, und nicht darum herum, wie bei Normalbeton. Das bedeutet, der Zementstein hat mehr Festigkeit als die Körnung. Somit ist die Körnung das schwächste Glied in der Kette, und es wäre eigentlich zu erwarten, dass eine Quarzkörnung (Mohs-Härte 7) besser ist als eine Basaltkörnung (Mohs-Härte 6 bis 7). Aber wie man sieht, ist es in der Realität nicht ganz so einfach.
Sven
Danke für die Erläuterung!
Wenn bei Flowstone der Zementstein an sich so hart ist, wäre es – abgesehen von den Kosten – problematisch auf die Gesteinszugabe zu verzichten?
Hallo BetonSeb,
ja, sehr problematisch soger. Ohne Sand oder Kies kann man keinen Beton machen. Das würde sonst aufgrund der Schwindung des Zements beim Abbinden zu unzähligen Rissen führen.
Sven
Hallo Sven,
ich war neugierig und hab ein Testguß mit sehr wenig Sand gemacht, da der Flowstone Sack leider leer war, sonst hätte ich den Sand ganz weggelassen. 1,25kg Flowstone weiß, 230g Filtersand 0,7-1,2mm, 7,4g dispersible Glasfaser. Risse sind bisher mit dem Auge nicht zu sehen, ich werde das demnächst ohne Sand testen. Belastet hab ich das Stück noch nicht (ist erst 8 Tage alt), vielleicht wartet da ja noch eine böse Überraschung
Hallo BetonSeb,
interessant. Lass mal hören wie es weitergegangen ist. Den Mutigen gehört die Welt.
Sven
Mir ist aufgefallen, der Flowstone war im Küchenmixer viel schneller flüssig als mit Sand, eigentlich flüssiger als benötigt.
Ich gebe 10g FLUP PCE 001 pro Kilo Flowstone und 190g Wasser pro Kilo Flowstone hinzu. Ist es für die Endfestigkeit schlauer das Fließmittel oder die Wassermenge zu reduzieren, wenn die Konsistenz auch zähflüssiger sein könnte?
Hallo BetonSeb,
schaden kann es jedenfalls nicht.
Sven
Welche der beiden Komponenten würden Sie denn verringern? Eher weniger Fließmittel oder weniger Wasser? Oder beides?
Hallo BetonSeb,
ich würde die Menge an Fließmittel beibehalten und weniger Wasser nehmen, wenn das geht.
Sven
Danke, hab ich gestern ausprobiert. Man kann ohne Sand auf 180g Wasser pro Kilo Flowstone runter gehen, hat dann aber nicht so viel Zeit für die Verarbeitung, zumal bei sommerlichen 25°. Habe nach ca 12 Stunden das Stück aus der Silikonform geholt, soweit wieder bisher keine Risse erkennbar und ist sehr sehr porenarm an der Sichtfläche. Bin gespannt wie es nach ein paar Tagen aussieht.
Ich hatte auch 4g Flüssigpigment Typ PL83 pechschwarz in das Wasser dazu gegeben, um den weißen Flowstone grauer zu machen. Das hat sich aber nur so mäßg verteilt, sieht etwas marmoriert aus.Vermutlich nehm ich besser den grauen Flowstone oder probiere ein Pulver Pigment für die graue Version.
Hallo BetonSeb,
Wenn Du mal ein Bild hättest, wäre das toll.
Sven
Klar gerne, bitte sehr! Vielleicht sieht es auch besser aus, wenn ich es nach dem Trocknen feucht abwische. Kann ich in paar Tagen testen. Bei dem Rußpigment geht ja doch recht viel Farbe ab beim Abwischen. Das Pigment Typ 219 extraweiß ist da unauffälliger
Die heller Unterseite ist von der Version mit geringem Restsand-Anteil, da hatte ich mit einem Schwamm im noch feuchten Beton die schwarzen Schlieren weg gewischt


Hallo BetonSeb,
ah, jetzt sehe ich schon viel klarer. Ja, ein so filigranes und kleines Teil aus Flowstone ist tatsächlich auch ohne Körnung denkbar., besonders wenn Du auch Kurzfasern drin hast.
Sven