Hallo,
ich habe schon einige Artikel hier im Forum gelesen, und viele sehr interessante Infos gefunden.
Zu meiner nun folgenden Frage habe ich Sven bereits per Mail kontaktiert, wollte jedoch noch einige Erfahrungsberichte und genauere Infos einholen.
Bei unserem Neubau haben wir in der Garage (hauptsächlich als Werkstatt genutzt, mit Fußbodenheizung) diese Woche einen Zementestrich erhalten; 10cm stark.
Dieser wurde mit CEM 42,5 Zement der Firma Leube, inklusive Faserbewehrung und Beschleuniger eingebracht und danach mit einer Maschine mit drehender Edelstahlscheibe geglättet.
Entspricht das Flügelglätten?
Den Estrich würde ich jetzt einige Wochen trocknen lassen, und dann die Fußbodenheizung zum Ausheizen einschalten.
Jetzt stellt sich für mich die Frage nach der Nachbehandlung.
Sven empfiehlt Caposil in mehreren Schichten. Muss dazu der Boden noch glatt geschliffen werden? Das Glätten was bei mir gemacht wurde entspricht ja sicher nicht dem was man mit abschleifen erreicht, oder?
Wie wäre es mit anderen Beschichtungen, zb. Verkieselung oder PU2?
Üblicherweise wird ja Epoxy als Beschichtung empfohlen, aber das gefällt mir aufgrund der kunststoffartigen Oberfläche nicht besonders, wirkt irgendwie künstlich, ich mag lieber natürliche Materialien. Außerdem habe ich Angst sie beim flexen unf Schweißen zu beschädigen.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen SILRES BS 6920 und Caposil? das Silres ist ja laut Videos unschlagbar..
Würdet ihr Fugen und risse im Estrich vor oder nach der Beschichtung schließen?
Das maschinelle Glätten mit der Stahlscheibe ist wenn man es kann, auf jedenfall die 1.Wahl .
Beim bearbeiten des Betons wird durch mittels Drehbewegung die Feinanteile des Betons, der ja noch nicht vollständig abgebunden hat, nach oben geholt. Wenn man es mit der Hand hinbekommen möchte, müsste man mit dem Reibebrett und einem Glätten nachhelfen. Also sehr mühselig.
Im Grunde genommen musst du den Beton beschichten, wenn es eine Werkstatt werden soll. Epoxy, Pu-Lack oder Capisol wäre eine Beschichtung. Anderes als bei einer Verkieselung mit Wasserglas oder eine Imprägnierung zum Beispiel, daß tief in den Beton eindringen kann und weniger auffällt, würde eine Beschichtung das Material verfälschen. Also quasi Kunststoffähnlich aussehen lassen. Ist bei einer Werkstatt leider so. Anders wirst du den Beton nicht schützen können.
Ich kenne Silres 6920 nicht , ist aber auch eine polymere Beschichtung.
Die Frage lautet einfach nur . Welches Produkt verkrallt oder klebt am besten am Untergrund? Wie beständig ist das ?
Und wieviel kostet das?
Generell fällt mir keine Beschichtung für deine Arbeiten mit Flex und Schweißgerät ein.
Es wird sicher alles sehr schnell zerkratzen, verschmutzen oder vielleicht auch abplatzen.
Aber trotzdem wirst du den Beton schützen müssen. Von daher ist Capisol vielleicht schon empfehlenswert. Das Silres sah auch nicht schlecht aus.
Ich denke es wird mit Sicherheit auch Öl beständig sein müssen, oder?
Wenn du andere Werkstätten anschaust, bekommst du vielleicht einen Eindruck. In unserer Werkstatt haben wir hochwertiges Epoxy. Das ist jetzt extrem verdreckt und wir basteln nicht an Autos herum. Also Flecken gehören auf jedenfall dazu und diese bekommt man auch nicht mehr weg.
Wenn es Öl und co davon abhält in die Betonplatte einzudringen ist es schon sehr gut.
Ansonsten muss man rutschfeste Gewebefliesen für die Werkstatt verlegen.
Hallo David,
Das Glätten hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert, aber man hat halt keine “spiegelglatte” Oberfläche, aber dafür sehr rutschhemmend, was ja wie du richtig sagst mit Öl etc sehr wichtig ist.
Ich hatte geglaubt dass Capisol keine klassische Beschichtung ist sondern in den Beton einzieht und ihn verhärtet?
Was ich nicht möchte ist dass der Estrich bei jedem kehren zu sanden beginnt. Das habe ich in der derzeitigen Werkstatt, und das ist sehr nervig. Alles was man abstellt hat eine Staubschicht, und liegend unterm Auto arbeiten ist eine sehr dreckige Angelegenheit.
In dem Link den ich gepostet habe ist eine Bahnhofshalle sichtbar, ich denke um so ein Ergebnis zu erhalten muss der Estrich geschliffen werden? Ist ja eher wie terrazzo.
Flexen und Schweißen ist wichtig, und wird schon öfter Vorkommen, ist aber keine tägliche Belastung. Man darf das dem Boden nach ein paar Jahren auch ansehen, das ist nicht das Problem, aber ein Freund von mir hat Epoxy, und der legt immer Gummimatten aus; das möchte ich vermeiden.
LG
Hallo Jakob,
Du bist da grad an einer kritischen Stelle, weil eigentlich alle Finishes nicht wirklich reversibel sind, und scheinst doch noch ein paar Verständnisprobleme zu haben und nicht so richtig im Thema zu sein:
Die Rutschhemmung ist sofort wieder obsolet, sobald Du eine taugliche Oberflächenbeschichtung aufgebracht hast, weil die alle filmbildend sind.
Nein, das macht eine Verkieselung mit Wasserglas, z.B. LFC. Wasserglas (Verkieselung) dringt oberflächlich in den Beton ein und kleidet dabei auch die Innenwände der offenen Poren aus was bewirkt, dass Flüssigkeiten nicht mehr tief in den Beton eindringen können. Das führt allerdings gleichzeitig auch dazu, dass Beschichtungen wie z.B. Caposil sich weniger gut im Boden verkrallen können und es auch verstärkt zu einem “fleckigen” Ergebnis bei einer zusätzlichen Beschichtung kommen kann. Was eine Verkieselung nicht bietet ist ein mechanischer Oberflächenschutz. Die Neigung zum Abstauben wird durch das Wasserglas zunächst deutlich reduziert, da der Beton aber immer noch direkt den mechanischen Belastungen ausgesetzt ist (Abrieb) wird es weiterhin zu etwas Staubbildung kommen, darüber hinaus natürlich auch verstärkt zu Abnutzungsspuren, da ja direkt auf dem Beton “gearbeitet” wird und nicht auf einer schützenden Zwischenschicht.
Solch ein Boden wird schon mit der Betonmischung vorbereitet. Damit ein leidlich interessantes Bild wie beim Budapester Bahnhof entsteht, werden dem Beton mit den Zuschlagstoffen “Steine” in der gewünschten Größe und Färbung beigegeben. Einen beliebigen Betonboden kannst Du auch entsprechend beschleifen, das Bild wird aber deutlich anders und in Deinem Fall auch erstmal unkalkulierbar sein, würde ich ohne Probefläche also nicht machen. Man beschleift den Beton für sowas übrigens auch recht früh, damit die Verfestigung noch nicht zu weit fortgeschritten ist.
Ein bissi zwischen den Zeilen gelesen würde ich vermuten, dass Caposil mattiert Deinen Vorstellungen, die per se erstmal unvereinbar sind, am nächsten kommt. Es bietet dauerhaften Schutz, ist ordentlich zäh und widerstandsfähig, liefert mattiert eine schöne Optik ohne Plastiktouch und ließe sich nach meinem Verständnis auch irgendwann durch erneutes Anschleifen und/oder Neuauftrag auffrischen. Das Produkt ist allerdings
außer durch komplettes runterschleifen nicht reversibel.
nicht komplett banal in der Anwedung, erst recht ohne praktische Erfahrung im Grundsatz und mit dem Produkt.
sehr stark farbvertiefend, Dein Boden ginge damit deutlich in Richtung dunkelgrau und eine gewisse Fleckenbildung ist unvermeidlich, weil das Produkt nicht überall in gleichem Maße in den Beton "einsinkt".
Ich würde mir an Deiner Stelle Probeplatten (möglichst aus dem bei Dir vergossenen Material) herstellen (lassen) und daran mit dem Produkt erstmal schauen, ob das in die gewünschte Richtung geht und ob Du das wirklich selbst auf der großen Bodenfläche applizieren und mattieren willst. Nicht falsch verstehen, ist keine Raketenwissenschaft, aber so unbedarft wie Du Dich hier liest ist die Gefahr gegeben, dass Du danach heulend vor Deinem Boden stehst und und uns Dir die Sinnfrage stellst ;)
SILRES BS 6920 und Caposil sind praktisch dasselbe Produkt, bzw. genauer gesagt ist CAPOSIL Betonlack eine Formulierung auf der Basis von SILRES BS 6920. Ich würde auch sagen, dass das für Deine Anwendung die beste Wahl wäre.
Bei Kleinanzeigen verkauft grad jemand aus Sachsen SILRES BS6920 (5 kg inkl. Härter für 70€). Im Verkaufstext steht dann noch folgendes:
Eigentlich wollte ich die Beschichtung selbst verwenden, aber der Betonboden in meiner Werkstatt ist durch die flügelgeglättete Oberfläche zu dicht und die Beschichtung zieht nicht mehr in den Boden ein, sondern bildet nur einen Film auf der Oberfläche. Die Beschichtung ist aber erst kratzerresistent, wenn diese in die Oberfläche von altem oder leicht porösem Beton einziehen kann.
Danke für eure ausführlichen Antworten.
Ich habe mir jetzt mal Cabosil bestellt, auch inklusive Verdünnung, und werde das mal testen. Ich habe noch etwas Estrich über den ich dafür nutzen möchte, und auch in meiner alten Werstatt mit dem sandenden Betonboden werde ich es testetn.
ich sehe immer mehr dass das Thema Beton viel umfangreicher ist als es oberflächlich aussieht.
Die Farbvertiefende Wirkung von Caposil stört mich nicht, bzw kommt mir sogar gelegen. Auch wenn der boden nicht ganz gleichmäßig aussieht stört mich dasnicht, ist immerhin die Werkstatt und nicht das Wohnzimmer; Ich habe auch eine Holzfassade dran die ich natürlich vergrauen lasse; mir gefällt dieser natürliche Stil besser las alles aus alle ewigkeit gleichmäßig und perfekt zu haben.
Nur sandender Boden ist ein Problem für mich, aber das werde ich testen. Ich werde auf jeden Fall bereichten.
Silres BS 6920 ist der Rohstoff aus dem das Caposil hergestellt wird. Es ist kein klassisches “Kunststoff-Polymer”. Der überwiegende Anteil in dem Produkt sind anorganische Bestandteile. Dies hat in Werkstätten vor allem den Vorteil dass sich am Boden nichts einbrennt. Ich habe das selbst probiert und flüssiges Eisen solange auf die gleich Stelle tropfen lassen, bis es der Beton abgeplatzt ist. Nach dem Abkühlen stellte ich fest, dass der Lack noch auf den abgeplatzten Betonstücken war. Zu dem BS 6920 gibt es übrigens auch 2. Videos in Youtube.
Ich habe nun seit 10 Jahren Erfahrung mit dem Produkt und auch schon mehrere Werkstätten (keine Hobbywerkstatt) damit beschichtet. Dass flügelgeglättete Böden zu dicht oder zu glatt sind stimmt nicht. Du kannst sogar Glas damit beschichten. Du darfst nur nicht den Fehler machen und das Material zu dick auftragen. Das passiert bei nicht saugenden Unterründen leicht. Die Auftragsmenge sollte in der 1. Schicht ca. bei 50g/m² liegen, in der 2. Schicht etwa bei 30g/m².
Derartige Garagen mit Hobbywerkstatt wurden damit schon hunderte gemacht. Davon habe ich habe 3 Reklamationen im Hinterkopf, bei denen es sich immer um einen Anwendungsfehler handelte (ungeeignete Pigmente zugegeben, zu dick aufgetragen, bei zu niedriger Temperatur appliziert).
Hallo zusammen, wir möchten unseren frisch gegossenen und geschliffenen Boden gerne mit Caposil gegen Flecken schützen und dabei die Optik möglichst erhalten. In diesem Forum haben wir bereits recherchiert, dass eine Grundierung mit Dispersion sinnvoll wäre, um die Farbe zu erhalten. Und wir als Laien auf jeden Fall die von Jakob auch erwähnte Verdünnung mitbestellen sollten. Wie erreichen wir nun am besten eine Rutschhemmung von R10 oder R11? Könnt ihr uns eine konkrete Anleitung / konkrete Produkte empfehlen oder vielleicht eine Firma, die solche Beschichtungen anbietet? Grundsätzlich würden wir das ganze schon gerne selber machen, aber am liebsten mit einem Profi zusammen, der uns anleiten könnte oder so. Vielen Dank schon mal für die ganzen hilfreichen Infos, die ihr in diesem Forum bereits geteilt habt. LG
um eine R10 zu erreichen, kannst du feinen Quarzsand in das Caposil mischen und mit aufrollen. Erfahrungsgemäß werden diese Flächen eher ihhomogen. Vor allem, wenn der Lack nicht alle paar Minuten aufgerührt wird.
ein R11 erreichst Du nur mit Sandeinstreu. Das ist auch für den Laien einfach zu machen und ergibt gleichmäßige Oberflächen.
Schritt 1: Du grundiertst die gereinigte Oberfläche mit verdünntem Caposil so dünn wie möglich. Keinesfalls darf eine Lackschicht an der Oberfläche verbleiben.
Schritt 2: Nach dem Aushärten der Grundierung (ich empfehle mindesten 6 Stunden), rollst Du eine unverdünnte Schicht vom Caposil auf. Ebenfalls so dünn wie möglich. Unmittelbar nach dem Aufrollen aber spätestens nach 5 Minuten streust Du feinen Quarzsand mit einer Körung von ca. 0,3mm im deutlichen Überschuss ein.
Schritt 3: Am nächsten Tag kehrst und saugst Du den überschüssigen Sand ab. Danach versiegelst Du den abgesandeten Boden mit unverdünntem Caposil. Auch wieder so dünn wie nur möglich.
Je nach Korngröße des Sandes wird die Fläche rauer oder feiner. Bei Korngrößen über 0,5mm wird sie deutlich schlechter zu reinigen.
Wenn Du Angst davor hast was falsch zu machen, würde ich es an einer Gehwegplatte, auf einer alten Fliese auf einem glatten Holzbrett… einfach mal mit verschiedenen Sanden ausprobieren.