Ich habe zu Hause 2016 einen “Sichtbetonboden” mit einer Ausgleichsmasse von Thomsit gegossen. Diese hatte ich mit einer PU-Versiegelung von Dr. Schutz damals versehen. Über die Zeit ist diese natürlich durch Kratzer und Wasser (Katzennapf) an einigen Stellen unschön geworden, da die Nässe unter den Schutz gelangte und diese dort unschön verfärbte. Zudem sind durch mechanische Belastungen (Drehstuhl etc.) auch an mehreren Stellen bereits Fehlstellen der PU.
Nun werde ich diese PU wohl abschleifen und bin auf der Suche nach einer Alternative. Ich habe viel gelesen und kann mir folgenden 3 Behandlungen vorstellen: Osmo Betonöl, LFC + H 10 oder C-Wachs.
Oder gäbe es andere Alternativen? Es sind grob 80 qm.
Grundsätzlich ist das Bad auch mit dem Boden versehen -> viel Staunässe.
Wachs oder Öl würde ich bei Staunässe nicht empfehlen. Und die Schutzwirkung gegen Verschmutzung, die sich mit LFC+H10 erzielen lässt, dürfte auf einer Bodenverlaufsmasse nicht so gut sein. Mein Vorschlag wäre deshalb der CAPOSIL Betonlack, mit dem Du eine viel höhere Abriebfestigkeit als mit PU bekommst. Das Produkt ist stark farbvertiefend. Um damit ein natürliches, nicht glänzendes Erscheinungsbild zu erzielen, sollte man es mit einem Schwamm auf die Oberfläche auftragen und kurz nach dem Auftragen mit einem Lappen nachwischen. Zwei bis drei jeweils nur sehr dünne Aufträge sind zu empfehlen, am besten mit 30% CAPOSIL Verdünnung 1316 verdünnt.
Wenn ich es richtig verstehe, handelt es sich bei Caposil aber auch um eine Beschichtung ?! Würde diese nicht auch anfällig für Kratzer und darunter kriechendes Wasser sein?!
Müsste ich noch eine Grundierung auftragen oder kann ich Caposil mit einer Lackrolle (schwammähnlich) auftragen und wie beschrieben nachwischen?
Macht es eventuell Sinn, das Bad mit Caposil (wegen der Nässe) und den Rest mit etwas anderem zu behandeln?
Hallo Jens,
Caposil ist wenn überhaupt, eine sehr dünne Beschichtung. Bei richtiger Anwendung sollte die Schichtdicken keinesfalls größer al 0,1mm sein. Der größte Teil sollte in den Beton einziehen und somit die Betonoberfläche zusätzlich verhärten. Somit ist das die Kratzfestigkeit auch kein Problem.
Dass Wasser unter die Beschichtung gelangt ist ausgeschlossen, da das Caposil nicht nur auf dem Beton klebt, sondern chemisch damit reagiert. Wichtig ist, dass die Oberfläche vor der Applikation trocken ist, so dass das Caposil in die Poren eindringen und sich so zusätzlich im Untergrund mechanisch verankern kann.
Wenn dich die farbtonvertiefende Wirkung vom Caposil nicht stört, solltest du keine andere Verdünnung verwenden. Beim ersten Auftrag kannst du das Caposil bis zu 50% mit Isopropanol verdünnen, damit es möglichst tief eindringen kann. Mit der Verünnung 1316 solltest du höchstens 20% zugeben, da diese nicht verdampft sondern in die Beschichtung einreagiert und die positiven Eigenschaften vom Caposil schmälert.
Schumstoffrollen sind eher ungeeignet, da es damit häufig zur Schaumbildung beim rollen kommt. Am besten funktionieren niederfloorige Mikrofaserwalzen. Aus meiner Sicht bekommst du auf glatten Flächen das beste Ergebnis durch das Aufwischen mit einem Wischmopp.
Mein Sohn hat vor 5 Jahren das ganze Bad (Boden und Wände) damit Beschichtet, und das funktioniert bis heute sehr gut.