Endbehandlung mit H10 Betonimprägnierung - trotzdem Wasserflecken

Hallo Herr Backstein,

am Wochenende habe ich meinen Probeguss für unsere Beton-Küchenarbeitsplatte gegossen.
Das Stück ist 45 x 70 x 4cm groß, aus Moby Dur mit schwarzem Flüssigpigment gegossen.

Schalung: weiß beschichtete (Melaminharz) Spanplatte 19mm

Gegossen am Samstag, ausgeschalt Dienstag abends, gestern (Mittwoch) Zwischenschliff mit Excenter-Schleifer 180 Körnung.
Anschließend 2x mit H10 imprägniert.

Das Ergebnis war super schön. Farbintensität sehr tief, habtisch ebenfalls super - seidenweich, sehr glatt, leicht spiegelnd, fast wie Naturstein.

Heute Morgen hab ich die Fläche dann auf Fleckempfindlichkeit getestet. Leider war das Ergebnis ernüchternd.
Selbst Wasser, das für 10 min auf der Fläche steht bildet hellgraue Flecken. Die Imprägnierung scheint sich einfach zu lösen und ist dann weg.
Zitronensaft und Essig lösen sogar schwarze Pigmente aus dem Beton.

Was habe ich nun falsch gemacht?

War ich zu schnell mit der Imprägnierung?
Braucht der Beton noch eine längere Trocknungszeit?
Muss die Imprägnierung noch öfter aufgetragen werden?
Braucht die Imprägnierung eine längere Trocknungszeit?

Vielen Dank für eine kurze Einschätzung.

Viele Grüße
Stefan

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Hallo Stefan,

ja, das Timing war hier nicht ideal. Der Beton ist auch eine Woche nach dem Guss noch als frisch einzustufen, was bedeutet, dass die Oberfläche noch sehr empfindlich ist. Mit der Oberflächenendbehandlung sollte man immer warten, bis der Beton mindestens eine Woche alt ist. Dass der Beton in diesem Fall so lange in der Schalung war, ist auch nicht unbedingt hilfreich. Am besten sollte man ihn nach einem Tag rausholen und dann eine Woche lang ganz in Ruhe stehen lassen. Für einen bestmöglichen Schutz gegen Säureangriffe wäre dann die Kombination aus LFC Betonverkieselung und H10 Betonimprägnierung besser als nur H10. Man kann aber auch damit keinen 100%igen Schutz erzielen, sondern muss damit leben, dass sich mit der Zeit eine gewisse Patina ergibt.

Sven

Hallo Sven,

ah - ok!

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Das hab ich so schon vermutet…
Der Beton war deshalb solange in der Schalung, weil er nach einem Tag auf der Rückseite noch sehr weich war.

Das lag vermutlich am nicht optimalen Mischverfahren.
Nachdem ich für das Probestück nur 25kg verwendet habe, habe ich diese Kleinmenge mit Bohrmaschine und Quirl angemischt.
Leider ist mir innerhalb kurzer Zeit (5-7 min) die Bohrmaschine abgeraucht. Die Masse war bereits so zäh, dass es die Bohrmaschine nicht mehr geschafft hat. Ich konnte die empfohlene Mischzeit also nicht einhalten. Auch war der Wasseranteil zu hoch, weil ich den Rest Trockenmischung (ca. 3kg) nicht mehr hinzufügen konnte, da ja die Bohrmaschine ihren Geist aufgegeben hatte…

Das heißt, min 1 Woche Ruhezeit für die ausgeschalte Platte dann Verkieselung und Imprägnierung.

Dass der Beton Patina bekommt, damit kann ich durchaus leben, aber die oben auf den Bildern zu sehende Fleckenbildung wäre mir tatsächlich zu heftig…

Viele Grüße
Stefan

Hallo Stefan,

ja, man glaubt das mit dem für MOBY DUR empfohlenen Zwangsmischer erst, wenn man es selbst mal anders probiert hat. Ging mir genauso. Pech für die Bohrmaschine. Wenn Dein Beton, so wie es sich anhört, überwässert war, dann ist das auch ein Grund für die schlechte Oberfläche. Das geht auf jeden Fall noch besser.

Sven