Einbaumöbel wie in griechischen Sommerhäusern

Hallo Community,

ich benötige ein paar Infos wie Einbaumöbel, wie in den angehängten Bildern erstellt werden können.

Werden diese Einbauregale/-möbel direkt wo sie stehen in Formen gegossen und diese dann wieder entfernt, oder sind sie evtl. zunächst gemauert mit z.B. Porenbeton oder etwas anderem und dann verspachtelt, damit der Betoneffekt entsteht?
Vor allem würde ich gerne verstehen wie die Stabilität für die z.T. langen wagerechten Teile entsteht und wie erfolgt eine Befestigung an der Wand?

Je nach Herstellungsart würde ich gerne verstehen welche Baustoffe/Materialien eingesetzt werden können?

Ich hoffe ich bin nicht zu weit vom Themengebiet dieses Portals abgewichen und bin dankbar für jeden Tip, oder auch die Angabe von Links, wo das schon besprochen und beantwortet wurde.

Gruß

Apartamento tipo estúdio com 27m2 em Ipanema assinado pelo escritório BRUC ARQUITETURA _ foto 1.webp

Apartamento tipo estúdio com 27m2 em Ipanema assinado pelo escritório BRUC ARQUITETURA _ foto 4.webp

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Hallo Hühnerdieb.

Ja, es gibt mehere Varianten. Wobei die Variante mit dem Beschichten, ob Spachtelung oder im Gießverfahren auf einem Hohlkörper die vom Gewicht her, die leichtere ist. Beton ist sehr schwer, außerdem neigt er zum Schüsseln. Das heisst nach der Durchtrocknung verformt er sich langsam, daß kann sich ein paar Tage bis Wochen hinziehen. Man kann ihn natürlich auch daran hindern, mehr Wandstärke berücksichtigen und jede Menge Stahl mit einbauen, aber bei Stahl kommen halt die Spannungsrisse. Das sind feine Haarrisse, die nicht weiter wild sind und auch keine statische Bedeutung haben, sofern jede Menge Stahl eingebaut wurde.
Im Möbelbau macht so eine Stahl Konstruktion keinen Sinn, weil man dünnwandiger arbeiten möchte. Das heisst, wenn möglich nur 2 - 3cm. Dafür braucht man Hochleistungsbeton.

Mit Gewebe oder max.so einer AKS Matte, oder Basaltstäbe funktioniert das ziemlich gut. Weniger Wasser oder Schwindreduzierer helfen auch. Ein schnell abbindener Beton wie Turbo 20 wäre noch besser um das Schwindverhalten zu reduzieren.

Gute Tragfähigen zum Beschichten, egal ob Marfino oder PlanB sind Bauplatten.

https://www.bauhaus.info/bauplatten-…20210907000001

Daraus kann man auch Schränke oder Tische bauen.
Daraus baue ich mir gerade einen Schreibtisch mit einer Länge von 2,40m x 0,80m darauf habe ich Ausgleichmasse verteilt. Als Höhenkante Stirnseite wurde eine Metallschiene von 2mm Stärke angeklebt. Ich werde es nach Abschluss mal hier zeigen. Habe dafür auch nicht viel Auflager benötigt.

Aus Ytongsteine kann man ebenfalls zum Beispiel eine Küche bauen. Vorlagen gibt es genug. Spart jede Menge Geld ist individuell und das wichtigste ist man hat viel mehr Freude daran, als wenn man es fertig kauft.:smiley: Ytongsteine wackeln beim Mauern erstmal, zumindest die 5cm Steine. Dünner gibt’s die nicht. Man kann aber mit Schalung oder Latten stabilisieren oder jeden Tag ein bisschen Mauern.

Das aller aller wichtigste ist aber das ein Projekt wachsen muss, dafür braucht man Geduld und nach Fehlschlägen einen Ehrgeiz und etwas Geld um weiterzumachen.
Heutzutage sehen sich ja die meisten nur noch Youtube an und glauben das wäre mal eben schnell gemacht und sieht dann auch noch genauso aus.:wink:

Wenn du weißt welche Variante du dir Vorstellen kannst, dann lass hören.

Grüße David

Hallo David,

danke für die Infos. Ok ich habe folgendes verstanden:

  1. Ytongsteine funktionieren gut und es gibt etwas dickere Wandstärken. Nur muss man bei der Verarbeitung etwas geduldiger sein, oder stützen, bis alles fest ist. Ich denke, die wagerechten Teile könnte man auch gut mit Winkeln wie diesen
    https://www.bauhaus.info/stuhlwinkel…vis/p/27619344
    von unten alle 20-30 cm an der Wand befestigen, zur Abstützung, bevor man 3. unten aufbringt.

  2. Bauplatten, wenn es etwas dünner sein soll. Wie z.B. das Regal aus meinen Bildern. Die kannte ich bisher nicht und die gefallen mir sehr gut. Wie ich gesehen habe kann man die einfach mit einander verkleben. So könnte man die Platten rechtwinklig zu einander verbinden und aufstellen. Auch hier wären vermutlich Winkel zur Stabilisierung und Wandbefestigung wie unter 1. möglich und auch richtig.

  3. Dann entsprechend Verarbeitungsanleitung Marfino (senkrechte und waagerechte Verarbeitung) oder PlanB (nur waagerechte Verarbeitung) aufbringen … fertig! Dann habe ich auch noch etwas über Beton Ciré gelesen, damit es gut aussieht. Was meinst du dazu als Oberfläche für Marfino oder streicht man das dann einfach?

Passt das so? Bitte gerne nochmals korrigieren oder ergänzen.
Vielen Dank für deine Mühe.

LG
Hünerdieb

Zu1. Wenn du ein Regal aus Ytong mauerst, legst du den waagerechten Stein auf dem senkrechten drauf. Wenn das Fach länger als 60cm ist, stützt du an einer Seite ab. Wenn das Regal an der Stelle wo du mauerst an der Wand fest bleiben soll, kommen Mauerwerksverbinder rein. Diese .werden an die bestehende Wand mit Nageldübel befestigt und mit eingemauert. In der Regel jede 2.Schicht. Gemauert wird mit Ytongkleber. Geht aber auch normaler, wenn der Stein sofort sitzt ohne 100x nachzujustieren.
Ytong muss vorher komplett mit Fliesenkleber + Gewebe übergespachtelt werden.
https://www.obi.de/p/8804965/mauerve…300-mm-x-30-mm

Zu2. Wenn du viele rechte Winkel hast und diese nicht länger wie 30cm sind, breiter gibt’s die nicht, könntest du Rohrkästen aus Bauplatten verwenden. Ineinander verkleben kann man die Platten mit dazugehörigen Montagekleber. Willst du diese gleich fest an die Wand verbinden, funktioniert das mit Flexkleber, wenn die Wand nicht so gerade ist. Ansonsten mit Montagekleber.
Winkel brauchst du keine. Wenn das Regal sehr hoch ist könnte man es oberhalb zusätzlich mit Winkeln fixieren und vor dem umfallen bewahren. Die Stöße müssen mit Gewebe und Kleber übergespachtelt werden.
https://www.bauhaus.info/bauplatten-…20210907000001

Zu3. Streichen braucht man nicht, weil der Marfino mit Pigmenten eingefärbt wird. Die Oberfläche wird dann mit LFC gehärtet und Wasserdicht gemacht.
Die Bauplatten kann man auch waagerecht in einer Schalung mit Plan B übergießen, dann ist 1 Seite + die Stirnseiten Plan schön. Die Kanten muss man mit Diamantklötze schleifen.

Das was am meisten Zeit braucht beim spachteln, sind das flächig ausziehen und die fummellei mit Trockenbauprofile an den Stirnseiten, damit das auch wie ein Regal oder vollflächiges Material aussieht.
https://www.bauhaus.info/suche/produ…=true#20666473

Grüße David

Hallo David,

vielen Dank für die sehr gute Anleitung.
Ich hoffe dieses Thema ist möglicherweise auch für andere interessant und deine Antworten helfen vielen Lesern.

Grüße Hünerdieb

Ja, das hoffe ich auch. Wenn sich mal mehr Leute für gestalterisches Handwerk begeistern würden. Ich kenne keinen Handwerker, der nach Feierabend noch solche Bastelarbeiten macht.:slight_smile:
Studierte Leute suchen sich sowas als Hobby, haben aber natürlich wenig Erfahrung im Umgang mit diversen Materialien und Techniken und wenn es so ein Forum gibt, wo man Handwerk vermitteln kann und sich der eine oder andere dafür begeistern kann und dabei bleibt, so ist das Handwerk noch nicht völlig ausgestorben.
Durch den Zeitenwandel und der Industrie, die nahezu alles Idiotensicher machen möchte, stirbt die Handwerkskunst dennoch langsam aus.