Ich bin Maschinenbaustudent und möchte meine ersten eigenen Lautsprecher als Monolith giessen.
Deine sehen ja hervorragend aus und suche deswegen Rat von dir.
Mein grösstes Problem ist die Wandstärke. Idealerweise wäre die nur 12mm dick. Dann hat mein Lautsprecher das benötigte interne Volumen für den Woofer. Nur wird das wohl nur mit Mühe, Spezialbeton und Basaltbewehrung machbar sein.
Meine Überlegung ist es eine Supportstruktur zu drucken (Mit einem 3D Drucker) und diesen dann in der Box lassen. Sprich einen hohle Box mit Noppen um ein Glasfasernetz darauf zu befestigen. Dann wären die inneren Wände aus Plastik (PLA).
Hätte das einen Einfluss auf den Klang?
Wieso wird dies nicht öfter so gemacht?
Die Boxen würde ich dann durch den Boden giessen, damit die rauste Oberfläche nachher nicht sichtbar ist. Dafür verwenden würde ich, wie du in einem anderen Post schon empfohlen hast, CEM-FLUP mit Basaltkurzfasern und Glasfasertextil.
Würdest du noch ein Fliessmittel empfehlen?
Kann ich auch noch Pigmentierung hinzufügen, ohne dass der Beton an Festigkeit verliert? Ich möchte ein möglichst helles Grau erzielen.
Für die äussere Verschalung habe ich zwei Ansätze, die ich noch evaluieren muss. Der Lautsprecher hat nur einen einzigen rechten Winkel, also wird es schwierig die äussere Form aus Plexi oder Holz zu bauen, was ich aber noch nicht komplett ausgeschlossen habe.
Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich einfach das ganze Ding zuerst 3D-Drucke und dann einfach eine Silikongussform daraus giesse.
Was denkst du? Könnte ich den Lautsprecher so umsetzen?
Welche Probleme habe ich noch nicht erkannt?
ich denke, dass Du in Deinem Fall auf eine Bewehrung gut verzichten kannst. Eine Bewehrung kann immer erst dann wirken, wenn der erste Riss da ist. Und den willst Du nicht. Einen Riss verhindern kann die Bewehrung nicht. Sie kann nur verhindern, dass ein gerissenes Bauteil in zwei Teile zerfällt. Aber als Lautsprechergehäuse ist es mit Riss sowieso bereits unbrauchbar. Also vergiss die Bewehrung.
12 mm Wandstärke sind nicht gerade viel und für den eigentlichen Top-Favoriten MOBY DUR wahrscheinlich auch zu wenig, aber wenn Du so wie Max mit CEM-FLUP arbeitest und als Körnung z.B. Quarzsand Körnung 0,1 - 0,4 mm verwendest, dann sollte es schon gehen. Vielleicht machst Du auch mal einen Versuch mit VITO® PIANO Feinbeton grau. Damit wäre es wahrscheinlich am einfachsten.
Für den Hohlraum im Inneren einen 3D-gedruckten Verdränger zu nehmen, ist zwar clever, könnte aber zu Problemen führen, weil dieser Verdränger der Schwindung des Betons nicht nachgibt. Dadurch kann es zu Rissen im Beton kommen. Es gibt ja auch gummiartiges Material für den 3D-Drucker (TPU). Vielleicht versuchst Du es mal damit.
danke für die tolle Auskunft. Die Bewehrung werde ich weglassen.
Würde es vielleicht Sinn ergeben, Schwindreduzierer der Moby Dur Mischung hinzuzufügen?
Die Festigkeit wäre dann wohl weniger gut, aber dafür hätte ich hoffentlich keine Risse.
nein, das macht hier keinen Sinn. Ein Schwindreduzierer kann die Schwindung nur auf etwa die Hälfte reduzieren aber nicht ganz aufheben. Du hättest also trotzdem Risse. Falls Du Dich aber für den VITO PIANO entscheidest, könnte es auch ohne Schwindreduzierer klappen, weil der schwindneutral abbindet. Das bedeutet, dass die Volumenveränderungen während des Abbindens (Quellen und Schwinden) am Ende in etwa auf null herauskommen. Ob das komplett rissfrei abläuft muss man im Einzelfall ausprobieren. Bei meinen Blumenvasen funktioniert es jedenfalls, denn der eingegossene starre Glaskörper verursacht keine Risse. Das kann bei einem größeren Objekt aber schon wieder anders sein.
Ich beginne mit der einfachsten Frage: " Kann ich auch noch Pigmentierung hinzufügen, ohne dass der Beton an Festigkeit verliert? Ich möchte ein möglichst helles Grau erzielen." Wenn du 2-3% der Zementmasse mit Pigmenten vom TYP 219 extra Weiß zum CEM-FLUP 22 (grau) hinzugibst, sollte dein Resultat Hellgrau sein. Auf die Endfestigkeit haben die Pigmente keinen Einfluss.
Verstehe ich das Richtig, das deine Supportstruktur vom Prinzip her eine verlorene Schalung ist? Wenn ja ist das genau der Richtige Ansatz, ich persönlich würde sie aus Holz bauen und dafür sorgen, das sich Holz und Beton mittels einer Flexiblen-Dämmschicht nicht berühren. “Hätte das einen Einfluss auf den Klang?” Die Sandwichbauweise hat einen sehr positiven Einfluss auf deine Lautsprecherbox. Sorge unbedingt dafür das dir deine Supportstruktur nicht aufschwimmt!
“Würdest du noch ein Fliessmittel empfehlen?” Im CEM-FLUP 22 ist bereits ein Fließmittel enthalten, welches seine Aufgabe auch Perfekt erledigt, eine zusätzliche Menge würde wenig bringen aber auch wenig Schaden anrichten…
Zur Silikongussform kann ich wenig sagen, habe schlicht keine Erfahrung damit gemacht.
Guten Tag,
Ich habe ein ähnliches Lautsprecher-Konzept und habe schon 50Kg Moby Dur dafür gekauft. (In den letzten tagen wo Möertel-Shop.ch noch existierte) Die innere Schalung ist aus PLA gedruckt und bleibt im Lautsprecher, da dass 3D drucken eine leichte Art ist Formen zu erreichen, die mit Holz aufwändiger zu gestallten sind. Ausserdem verliere ich mit PLA relativ wenig innenvolumen. (Wand nur 3mm dick) Die Chasis werden mit Schrauben und relativ grossen metallenen Inserts an der inneren Plastikschalung befestigt. Ich plane den Beton 20mm dick zu giessen und die Box ist ca. 40cm hoch.
Um dem Schwund beim aushärten vorzubeugen und ein bisschen extra Dämpfung zu erhalten plannte ich die PLA schallung in so etwas einzukleiden: https://www.galaxus.ch/en/s4/product/sinuslive-adm-anti-droehn-bitumenmatte-car-tuning-accessories-23594872 Jedoch ist die relativ steif und nicht sehr kompressibel, könnten sie mir sagen mit vieviel Schwund ich rechnen muss und wieviel “Kraft” der Beton hat, um die Matte zusammenzudrücken? Die weiter oben erwähnten 1% scheinen mir recht viel zu sein, dass währen ja bei 40cm ganze 4mm stimmt das?
Vielen dank für die Rückmeldung und sonstige tips beim betonieren
Du solltest sicherheitshalbe von 1% Schwindung ausgehen, auch wenn es später weniger sein sollte. Der Beton hat anfangs noch nicht viel Kraft, weshalb er ja gerade so empfindlich ist gegen die Druckbelastung aus der Innenschalung. 3 mm PLA ist da sicher ein Problem, wenn es nicht gepolstert wird. Das Polster drückt sich ohne Widersatnd auch nicht zu 100% zusammen. Was ich empfehlen würde wäre, ganzflächig eine mindestens 2 mm dicke Trittschalldämmung aus geschäumter PE-Folie aufzukleben.
Ich habe etwas ähnliches vor und suche einen passenden Beton. Ich möchte einen Regallautsprecher mit den Abmaßen 30x20x30cm aus Beton gießen, wobei die Wanddicke 13mm betragen soll. Im Lautsprechergehäuse drinnen soll ein Inlay aus PETG (hergestellt im 3D-Druckverfahren) verbleiben, welches noch entsprechend gedämmt wird (Schaumstoff etc). Der Beton müsste eine sehr gute Flussfähigkeit haben, da das Gehäuse aus mehreren Facetten besteht und insofern der Beton “in jede Ecke” kommen sollte.
Welcher Beton wäre hier der Richtige? Ich hatte zunächst an den VITO Piano gedacht?