Betonplatte / Bahnmarkierung weiß eingefärbte Oberfläche

Liebe Community,
schön das ich dieses Forum gefunden habe, und hoffentlich von euren Wissen Profitieren kann.

Wir, der Segelflugclub lauf, möchte seine Bahnmarkierungen in Eigenregie erneuern.

Diese sind derzeit aus Handelsüblichen Betonplatten, 40x60x4cm, 4 Stück aneinander, so das eine Fläche von 60x160cm entsteht. An den Bahnenden L-Förmig verlegt.

Da diese mit dem Traktor befahren werden, brechen diese auch, und in den zwischenräumen wächst Gras.

Wir wollen die Bahnmarkierungen nun Schalen, den Boden mit Wurzelflies auslegen, um eine Verbindung mit dem Untergrund zu verhindern, und dann direkt „im Feld die neuen Platten “giesen“.
Bei früheren, anderen Projekten habe ich schon mal Beton erfolgreich eingefärbt, weshalb ich nun bei diesem Projekt zumindest die obere Schicht gerne weiß eingefärbt hätte.
Pigment Titanweiß Rutil - Pulver
TiO2 min 95 %
Rutil: min. 98%
pH 5,5 - 7,5

um eine möglichst glatte Oberfläche zu erhalten, wollte ich die oberste Schicht, als Laie, mit Quarzsand mischen. Nun habe ich gelesen, dass dies eine Sandstein Oberfläche / Festigkeit zur folge hat.
Daraufhin wurde mir die Komplexität bewusst, und ich bin nach suchen auf euer Forum gestoßen.

Letztlich sollen die Bahnmarkierungen etwas Stärker werden, ca. 6cm, Beratung bezüglich Armierung, Sandart und Korngröße sowie Mischungsverhältniss währen hilfreich.
Wir würden die Alten Markierungen ausgraben, den Untergrund mit Sand oder Splitt bei ca 6cm ebnen, den Rahmen einsetzen, mit flies den Boden auslegen um eine Trennung zum Untergrund zu schaffen, und dann die Betonmischung in die Schalung einbringen, ggf. mit Hilfe eines Multimasters „verdichten“, die obere Schicht mit den Gefärbten Beton letztlich an der Schalung glatt abziehen.

Vielen Dank schon mal, ich freue mich auf euer Feedback!

Hallo Barny,
das ist ja ein ganzes Bündel an Fragen und Verständnisproblemen, mal gucken ob wir das abgearbeitet bekommen :smiley:

Zum Gundsätzlichen:

  • Für die einzelnen Platten in 40x60x6cm werden jeweils ca. 33 kg Beton/Mörtel benötigt. Je nach Gesamtzahl der Bahnen kommt da also einiges an Material zusammen.
  • Dein Vorgehen bedingt, dass die Vergußseite nach Erhärtung auch die Oberfläche des gegossenen Teils darstellt. Das ist nicht mit jedem Beton/Mörtel sinnvoll möglich und bedingt eigentlich immer eine schlechtere "Qualität" der Oberfläche.
  • Du solltest nach unten nicht nur mit Wurzelfließ sondern komplett wasserdicht absperren, da sonst benötigtes Anmachwasser aus dem Beton nach unten entweicht und die gegossenen Platten dadurch unnötig und übermäßig geschwächt würden. Gleiches gilt auch für die Fugen/Kanten der Schalungsform, immer so wasserdicht wie möglich, ihr gießt ja kein Pfahlfundament, sondern hochbelastete, befahrbare Betonplatten.
  • Grundsätzlich ist es durchaus möglich, "nass in nass" z.B. in Farbe oder Zuschlagstoff variierte Mischungen nacheinander in eine Schalung einzubringen, wie Du es planst um zu weißen und "glatten" Oberflächen zu kommen. Verdichtung hast Du selbst schon angesprochen, aber auch beim reinen Verfüllen ist es schwierig, diese Schichttrennung aufrecht zu erhalten .. und ohne praktische Erfahrung und Grundkenntnisse halte ich ein solches Vorgehen für nicht sinnvoll. Ich würde die gesamte Materialmenge mit den gewünschten Eigenschaften anmischen und dann in einem Zug vergießen.
  • Alternativ könntest Du die benötigten Platten auch in einer wiederverwendbaren Form gießen. So würde die Schauseite sich dann unten in der Form befinden, was zu merklich dichteren, schöneren, immer aalglatten und belastbareren Oberflächen führt. Auch kannst Du so die benötigten Platten in aller Ruhe nacheinander gießen wann immer Gelegenheit dazu ist, und erst zur Montage dann eine größere "Baustelle" bedienen. Zur Veranschaulichung kannst Du Dir einfach mal günstigsten Beton im Baumarkt besorgen (nimm wenn dort angeboten eine kleine Menge Fließmittel dazu), eine kleine Gußform mit glattem Boden improvisieren (Möbelbauplatten weiß), Platte gießen und nach dem Ausschalen ein zwei Tage später die Guß- und die Schauseite (unten in der Form) miteinander vergleichen.
[B]Um eine weiße Oberfläche zu erhalten gibt es folgende Möglichkeiten:[/B]
  • Man mischt sich einen weißen Beton mittels Weißzement und möglichst hellen Zuschlagstoffen an, Rezept siehe Produktseite. Solche weißen Betonmischungen finden sich fertig nur selten, selber Anmischen läßt Dich aber auch die Qualität bis hin zu hochfestem Beton steuern. Alternativ hat Sven auch fertige weiße Mörtel im Shop, denen Ihr dann nur noch Wasser zugeben müßt.
  • Den eigentlich grauen Beton mit weißen Pigmenten aufhellen, ein wirklich strahlendes, durchgehendes, störungsfreies weiss an der Oberfläche ist damit aber nicht trivial zu erreichen, zumal nicht auf der Gußseite, die bei Deinem geplanten Vorgehen ja "oben" verbleibt.
  • Nach Guss und Erhärtung die Oberflächen weißen. Das bringt natürlich einen regelmäßigen Pflegebedarf mit sich in Form von Neuanstrichen, ist aber eigentlich die einzige Lösung, die solch eine liegende Betonoberfläche dauerhaft weiß erscheinen läßt. Ein kleiner Geheimtipp könnte das neue Caposil sein, das schützt die Oberfläche dauerhaft, läßt sich auch einfärben und verspricht längere Standzeiten als viele herkömmliche Farben, vielleicht meldet sich ja noch jemand der das schon so ausprobiert hat.
[B]Produktempfehlungen:[/B] Zum Themen Bewährung können andere hier im Forum wie Sven und David fundierter Auskunft geben. Hierzu und zu allen anderen Produktfragen wäre erstmal interessant, ob das Projekt eher Budgetgeführt daherkommt oder Ihr Euch die "bestmöglichen" Platten wünscht? Grundsätzlich wäre meine Empfehlung Weißzement, Zuschlag mit Korn bis 8 mm, Fließmittel, Armierungsgitter (notwendige Überdeckung beachten) .. und weitere (Feinst)Zuschläge dann bei steigendem Anspruch an Dauerhaftigkeit und Festigkeit der Platten.

Gruß und viel Glück
Martin

Hallo Barny1211,

ich denke, die wichtigste Frage ist hier erstmal, wie viel Betonmasse Ihr insgesamt für Euer Projekt braucht. Jede der Markierungen mit den Maßne 160x60x6 cm bedeutet ca. 135 kg Beton. Ich stelle mir bei einem Segelflugplatz vor, dass davon mehr als 10 gebraucht werden, also seid Ihr im Bereich von mehr als einer Tonne Beton. Ab einer Tonne sollte man sich gut überlegen, ob man selber mischt, oder gleich einen Transportbeton kommen lässt, denn das ist unvergleichlich viel schneller und einfacher und auch billiger, wenn man seine Arbeitszeit einrechnet. Dann müsst Ihr nur noch eine Schubkarre haben, mit der Ihr den Beton zu den einzelenen Schalungen fahrt.

Der nächste Punkt wäre dann die Farbe. Hier liegt Martin richtig, wenn er vermutet, dass man sich mit dem weiß pigmentierten CAPOSIL Betonlack die Sache sehr erleichter kann. Keine Sorge, das blättert mit der Zeit nicht wieder ab. Es ergibt außerdem eine Oberfläche, die nicht so leicht verschmutzt, also weiß bleibt. Wenn Ihr jetzt auch noch eine schöne glatte Oberfläche haben wollt, dann könntet Ihr den Grundkörper aus Transportbeton 5 mm dick mit Plan B Industrieboden beschichten. Der lässt sich durch Zugabe von Zementechtem Pigment Typ 219 extraweiß auch aufhellen, aber ganz weiß wird er nicht. Wenn Ihr CAPOSIL nehmt, wäre das aber sowieso egal.

Sven