Betonjoe24

Hallo Zusammen,

ich möchte eine Küchenblock-Arbeitsplatte aus Beton giessen mit den Abmessungen 300 x 190 cm. Sie soll natürlich in einem Stück gegossen werden, mit Ausschnitten für ein Kochfeld und Spüle.
Nun bin ich auf der Suche nach der geeigneten Betonrezeptur, die mir eine homogenes Bild erzeugt, möglichst selbtsverdichtend ist und mir eine gewisse Verarbeitungszeit lässt, also nicht zu schnell abbindet.
Hierzu habe ich ein Video bei grey element gesehen, der dafür Turbo 20 aus dem Mörtelshop verwendet. Dabei ist die Verarbeitungszeit offensichtlich nur 20 Minuten,was ich für fast 6 m² etwas sportlich finde.

Gibt es hierzu eine Empfehlung?
Würde mich freuen, VG, Joe

Hallo Joe,
prädestiniert dafür ist der Moby Dur, dichtestes Gefüge, beste Oberflächen, hinreichend lange Topfzeiten. Der ist beim Anmischen nicht ganz ohne, das Thema kann aber erstmal hintenangestellt werden.

Vorweg ist die Frage der Machbarkeit zu klären: Bei denn üblichen Mörteln ist die Sichtseite immer die unten in der Form befindliche, d.h. die Platte muss nach Guss/Erhärtung und Entformung gewendet werden. Der Guss bei dem die Platten nicht gewendet werden nennt sich “in situ”, in aller Regel sind die dafür tauglichen Mörtel weniger “stabil” in vielerlei Hinsicht, auch bei den Oberflächen. Als Plattenstärke sind 4 cm anzusetzen, wenn Du Dich auf ein wenig Arbeit bei der finalen Oberflächenbehandlung (Stichwort Schüsseln) einläßt kannst Du bis 3 cm runter. Damit bist Du bei einem Plattengewicht irgendwo zwischen 370 und 500 kg. Ob Du das noch sinnvoll handeln kannst kann Dir hier natürlich niemand sagen, zu berücksichigen sind:

  • ausreichend Manpower um die Platte zu wenden und zum Einbau zu tragen
  • hinreichen stabiler Untergrund/Unterkonstruktion beim Guss
  • Formbauplatten in der angestrebten Größe oder Abhilfe zur Überbrückung von Stoßkanten
Wenn das Projekt für Dich jetzt immer noch realistisch ist sag einfach nochmal hier Bescheid, dann kann man in die Details einsteigen. Vorweg schonmal der Rat in jedem Fall im Vorwege Probegüsse zu machen und nicht als Pilotprojekt mit 20 Säcken Moby Dur zu starten :) Der Teufel steckt da noch in manchem Detail und es gelingt fast niemandem, sich a priori komplett schlau genug zu lesen ... eine Raketenwissenschaft ist es aber natürlich auch nicht. Zum Einstieg würde ich mit Svens Leitfaden zu Flowstone beginnen, da kannst Du Dich schonmal in die Verarbeitung von Moby Dur etwas reindenken.

Gruß und viel Glück
Martin