Hallo,
ich arbeite schon länger mit Beton aus dem Mörtelshop habe aber immer wieder Probleme mit der Trennung von Beton und Schalung. Ich verwende Siebdruckplatten und Plopp, dass ich mit einem Lappen auftrage, gieße mit Moby Dur und Pigmenten. Manche Seiten sind recht gut aber manchmal reißt es mir auch ganze Stücke raus. Bin um jeden Tipp dankbar.
In welcher Umgebungstemperatur arbeitest du? Da sieht mir so aus als wenn der Beton noch nicht richtig durchgetrocknet ist. Du solltest auch immer erst ausschalen, wenn du keine Rillen mehr auf der Rückseite kratzen kannst.
Probiere mal Schalöl, dass verwende ich auch ausschließlich als Trennmittel, funktioniert wunderbar, auch auf Siebdruckplatte. Das trägt man mit dem Lappen auf und lässt es ablüften. Dann nach ein paar Std. nochmals kurz nachwischen, aber nicht komplett trocken wischen.
Kann man wegen den Dämpfen aber nicht in der Wohnung verwenden! Auch sollte man eine Gasmaske tragen. Es gibt aber auch Bio Varianten ohne Mineralöl und Lösemittel.
Bei Temperaturen unter 5Grad in der Nacht, ist ein betonieren nicht mehr möglich. Generell dauert der Trocknungsprozess bei 5 - 10 Grad mindestens 2 Tage.
Hallo gestalter-dave ,
Danke für deine Antwort, ich arbeite im Innenraum bei einer Temperatur von 15-20 Grad. Der Beton war jetzt knapp zwei Tage alt, kann also sein, dass er noch nicht ganz abgebunden hatte. Was mich wundert ist, dass immer zwei Seiten ganz ok sind und zwei ganz rau. Habe beim Gießen schon die Form gedreht um alle Seiten gleichmäßig zu füllen, gab aber kein Unterschied. Danke für den Tipp mit dem Schalöl auch wenn Plopp das doch auch tun sollte.
So jetzt habe ich nochmal vier Formen gefüllt. Alle 4 Formen mit Balistol eingesprüht und anschließend mit einem Tuch nachgewischt, schöne gleichmäßige Oberfläche ! Die Formen mit Mobydur gefüllt und abgerüttelt. 4 Tage gewartet!! Beim Ausschalen immer 2-3 Seiten ok und meistens 1 Seite aufgerissen wie auf den Bildern zu sehen. Voran kann das liegen?
Balistol ist aber kein Trennmittel, sondern Silikonöl oder nicht? Ich sprühe das Zeug in Türschlösser rein, aber nicht auf der Schalung.
Du musst dich schon an alles halten was hier gesagt wird, sonst wird es nie klappen.
Das bedeutet:
1.Schalung zusammensetzen und komplett mit Silikon abdichten, sodass kein Wasser entweichen kann.
2. Schalung mit Trennmittel für Beton einreiben. Du kannst auch Rapsöl aus dem Supermarkt probieren, wenn dir eine Bestellung zu lange dauert.
3. Mobydur nach Anleitung im Zwangsmischer oder Pizzateigmaschine homogen anrühren. Homogen wird der Beton erst, wenn das Fliessmittel durch Reibung aktiviert wird. Das dauert ein wenig , weshalb der Mischer sich erstmal mit dicken Klumpen quält.
4. Ausschalen , sobald ein einritzen mit dem Fingernagel oder was auch immer nicht mehr möglich ist.
Mach das alles gewissenhaft und dann muss es klappen. Insbesondere das Anrühren vom Mobydur. Wenn das versagt, wird es auch nichts und das funktioniert nur mit den richtigen Maschinen.
Hallo gestalter-dave,
ich arbeite jetzt schon über 10 Jahre mit verschiedenen Betonarten aus dem Mörtelshop und habe damit schon ganz unterschiedliche Projekte realisiert.
Dabei hat sich Balistol als Trennmittel auch schon bewährt, dass übrigens kein Silikonöl ist.
Du hast recht, dass die Form dicht sein muss, da sonst Wasser entweicht und der Beton dann nicht richtig abbinden kann. Dann hat man jedoch, vor allem, Probleme mit den Kanten, die bei meinem Projekt aber sehr gut sind.
Für das Anrühren habe ich ein sehr starkes Rührgerät , wobei ich sehr auf das Mischungsverhältnis zwischen Wasser und Beton achte. Zuerst das ganze Wasser nehme und etwa drei-viertel des Betons. Ich rühre so lange bis alles wieder flüssig ist, bis ich das letzte viertel hinzufüge. Dann rühre ich auf alle Fälle noch 10 Minuten bis alles pastös ist. Soweit zu dem Gewissenhaft!
Vielen Dank für den Tip mit dem längeren Warten. Bisher dachte ich 2 Tage würden reichen aber ich warte auch gerne 4 Tage.
Mein eigentliches Problem habe ich aber immer noch: Ich habe 4 Formen, die ich alle befülle und dabei jeweils 2-3 Seiten immer gut sind und bei 1-2 Seiten trennt es nicht richtig. Als Trennmittel habe ich jetzt schon Vaseline, Plopp und Balistol probiert. Ich habe mir sogar schon neue Formen gebaut und habe immer noch das gleiche Ergebnis.
Hallo Glasi,
Du hast recht. Balistol ist kein Silikon spray, ich habe nochmal nachgeschaut.
Ich verwende meistens WD 40 als Hausmittel, funktioniert aber nicht bei Türschlösser .Mag ja sein , dass es immer gut damit funktioniert hat, aber warum probierst du kein Schalöl?
Dein Problem ist ja die Trennung vom Beton zur Schalung.
Ich würde wirklich im Ausschlussverfahren arbeiten um den Fehler zu finden.
Ausserdem würde ich die Fugen abdichten. Du könntest an den Stößen auch Dichtknete oder Masse verwenden, damit du weiterhin scharfe Kanten hast.
Hast du auch schon anderes Holz probiert? Vielleicht stimmt auch mit dem Siebdruckplatten etwas nicht.
An ein anderes Holz habe ich auch schon gedacht, aber was ist glatter als Siedruckplatten?
Oder sollte ich vielleicht doch eine andere Betonmischung benutzen?
ich denke, Du hast hier einfach nur ein Schwindungsproblem. MOBY DUR® ist ja bekanntlich kein schwindfreier Beton. Außerdem ist Deine Form, wie Dave ja schon bemängelt hat, nicht wasserdicht. Durch die nicht abgedichteten Fugen zwischen den einzelnen Brettern geht dem Beton also Wasser verloren, was einen zusätzlichen Volumenverlust bedeutet. Der Betonklotz, den Du gegossen hast, zieht sich also beim Abbinden etwas zusammen. Folglich kann er die Form dann nicht mehr zu 100% ausfüllen und muss sich von mindestens zwei der vier Formwände lösen. Genau das scheint ja bei Dir auch passieret zu sein.
Beim Betonguss fließt ja nur der Zementleim bis ganz zur Formwand, während die Körnung zum größten Teil weiter innen bleibt und nur hier und da punktuell die Formwand berührt. Unmittelbar nach dem Guss haftet also der Zementleim, der die spätere Betonoberfläche bilden soll (nennen wir ihn mal “Oberflächenleim”) , erst einmal an der Form, Trennmittel hin oder her. Wenn dann der Abbindeprozess einsetzt, bilden sich im Zementleim Kristalle, die alles miteinander verbinden, also auch den Oberflächenleim mit dem Rest von Deinem Betonklotz. Durch den oben beschriebenen Schwindvorgang reißt aber irgendwann genau diese Verbindung auf zwei Seiten der Form ab, während der geschrumpfte Klotz auf den anderen beiden Seiten noch am Oberflächenleim und somit auch an der Formwand haften bleibt. Zumindest bleibt er dort so lange haften, bis die Bindung des Oberflächenleims zur Formwand (Trennmittel hin oder her) schwächer geworden ist als die zum Rest vom Betonklotz. So bekommt Dein Betonklotz also zwei glatte und, jeweils gegenüberliegend, zwei angefressen Seiten.
Um Dein Problem zu lösen könntest Du folgende Maßnahmen ergreifen:
Hallo Sven,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort, die mir einleuchtet.
Für die Abdichtung kann ich leider kein Knetsilikon nehmen, da die Form nur 10x10 cm Fläche aber 15 cm Höhe hat. Damit komme ich nicht richtig an die Kanten ran. Außerdem hätte ich dann abgerundete Kanten, welche ich aber lieber kantig hätte. Gibt es da noch eine andere Möglichkeit?
Welchen schwindfreien Beton würdest du vorschlagen? Durfill?
Ich hoffe es gibt dafür eine Lösung, ansonsten würde ich mir tatsächlich Silikonformen herstellen.
Gruß Glasi
Hallo Glasi,
ich werde nicht schlau aus den Bildern. Was ist das was Du da versuchst zu gießen? Sind das dünne Platten/Fliesen? Es wäre erheblich leichter zielführend Tipps zu geben wenn u mal kurz beschreiben würdest was Du da tust?
Hallo Martin,
sorry, war so mit meinem Problem beschäftigt, dass ich das Projekt gar nicht richtig vorgestellt habe.
Ich baue quaderförmige Leuchten mit Glaskugeln, welche wir selber herstellen. Die Leuchte hat 10x10 cm Grundfläche und ist ca.15cm hoch.
Die Schalung besteht aus 22mm Siebdruckplatten. Das Loch in der Mitte erreiche ich durch einbetonieren einer Silikonkartusche, die am Schluss wieder raus kommt.
Wird es so anschaulicher?
Gruß Georg
oh weh, bei Deiner Silikonkartusche als Verdränger habe ich kein gutes Gefühl. Es ist das alte, in diesem Forum schon tausendmal behandelte Thema der starren Innenform, die nicht mitschwindet, sondern sich der Schwindung des Betons entgegenstemmt und so für Radialrisse sorgen. Die Risse siehst Du manchmal erst nach einem halben Jahr oder mehr, weil sie sich erst mit der Zeit aufweiten. Das solltest Du besser anders handhaben, z.B. mit einem gummielastischen Teil aus Silikon.
Hallo Georg,
da wäre ich anhand der Bilder nie drauf gekommen
Ich wäre allerdings auch nicht drauf gekommen sowas direkt in eine Form aus Siebdruckplatten zu gießen Für mich schreit das nach einer Stülpform aus Silikon und einer Stützform (die darf dann aus Siebdruckplatten sein), das Ausschalen dauert damit noch ca. 26 Sekunden, die Präparation für den nächsten Guss hingegen nur ca. 21 Sekunden
Wenn Du aus irgendwelchen Gründen bei den Holzformen bleiben willst: [LIST=1]
Schwindfreien Beton nutzen (s.o.)
Zur Abdichtung einen revisionierbaren Kleber nutzen. Den dann auf den Stoßkanten der Form so auftragen, dass kein Kleber rausquirlt aber trotzdem Dichtigkeit gegeben ist, das hast Du schnell raus. Ich würde welchen auf Latexbasis verwenden, gut zu kriegen und in großen Gebinden günstig ist Copydex, etwas schwächer in der Klebewirkung und entsprechend leichter revisionierbar ist Fixogum, kommt man auch gut dran. Die Latexrückstände lassen sich anschließend gut entfernen. Schwindfrei muss der Beton dann auch nicht mehr sein.
[/LIST]
Gruß
Martin
Hallo Martin,
danke für deine Hilfe.
Fixogum habe ich mir gleich mal bestellt, könnte eine Lösung sein.
Auch Turbo 20 Vergussbeton ist schon auf dem Weg. Insofern probiere ich es nochmal mit der Form aus Siebdruckplatten..
Bei der Silikonform habe ich eher meine Schwierigkeiten,. Vor allem mit der Röhre in der Mitte da sie dann “rumwabbelt”..
Ich werde es auf alle Fälle versuchen.
Gruß Georg
Hallo Georg,
da wabbelt nix, die “Röhre” ist ja auch aus Silikon, das ist dann eine einteilige Stülpform mit einem mittigen Stempel.
Die Silikonform erstellst Du, in dem Du einen Prototypen Deines Objektes mit rundum ca. 6 mm Abstand zum Rand in einen “Kasten” klebst (Öffnung nach oben) und dann Silikon hineingießt, bis Dein Prototyp ein paar mm überdeckt ist. Den Prototyp entfernst Du nachdem das Silikon ausgehärtet ist und erhältst so die Form. Nach Deinem ersten Guß fragst Du Dich dann, was die Quälerei mit den Holzformen eigentlich sollte
Gib mal bitte ein Feedback, wie es mit Turbo20 + Holzschalung und Fixogum geklappt hat. Würden uns freuen.
Als Pufferzone hat sich ja Randdämmstreifen für Estrich bewährt. Einmal um die Silikon Kartusche geklebt, wenn das eine Option für dich wäre.
Für manche Projekte wäre mir Silikon auch zu teuer, von daher kannst du ja mal weiter tüfteln. Es gibt immer eine Lösung.