ich plane meine Außenstiege aus Beton herzustellen. Jetzt habe mich schon etwas informiert und anscheinend sei hierfür der beste Beton der B7, da dieser auch gegen Streusalz beständig ist. Ich möchte den Beton für die Stiege in meinem Freifallmischer selber mischen und frage mich, wie man B7 Beton richtig mischt. Hat hier jemand Erfahrung damit, welchen Zement und Zusatzmittel ich noch beimischen muss und in welchen Mengen?
B7 ist eine österreichische Bezeichnung für die Expositionsklasse XF4 (Hohe Wassersättigung mit Taumittel oder Meerwasser). Genaueres findet man hier. Die Beständigkeit gegen Taumittel erreicht man dabei durch Einbringung von Luftporen mit Hilfe eines Luftporenbildners. Das ergibt dann allerdings keinen Beton mit sehr hoher Festigkeit mehr. Zitat: Bei Luftporenbetonen XF2, XF3, XF4, B3, B5, B6 und B7 wird empfohlen, keine höheren Druckfestigkeitsklassen vorzusehen als .. … maximal C30/37 für XF4 und B7. Du könntest jetzt also einen Luftporenbildner besorgen und damit einen Beton der Festigkeitsklasse C30/37 herstellen, indem Du irgendeiner Rezepturempfehlung folgst. Ich würde aber eher vorschlagen, dass Du für Dein Projekt einen Flowstone-Beton nimmst, weil der nicht nur die Anforderungen der Expositionsklasse XF4 erfüllt, sondern auch noch eine dreimal so hohe Festigkeit erzielt wie ein Beton der Festigkeitsklasse C30/37. Zum Thema Flowstone solltest Du die Werkanleitung Flowstone gelesen haben, und zum Thema Freifallmischer/Zwangsmischer das Video Mischanleitung Flowstone kennen.
danke für deine Antwort. Deine Werkanleitung sowie das Video habe ich mir bereits bei meine ersten Versuchen mit Beton angeschaut. Es ist sehr hilfreich.
Die komplette Außenstiege besteht aus einem Podest, der Stiege und einer Stützwand (+ Fundament). Ich würde es in drei Betonabschnitte unterteilen und bräuchte für alles zusammen ca. 2,5 m3 Beton. Ich habe für mein Projekt drei Freifallmischer zur Verfügung.
Meine Fragen:
Mischungsverhältnis: bei meinen bereits realisierte Projekten habe ich immer einen Teil Flowstone und einen Teil Sand verwendet. Bei der großen Menge für die Stiege, stellt sich für mich nun die Frage, ob ich aus Kostengründen auch auf ein anderes Mischverhältnis zB. 1:3 oder 1:4 gehen kann?
Welches Kies würdest du verwenden? Art / Körnung?
Zusatzmittel: gibt es in dieser Größenordnung auch günstigere Alternativen?
Ob man das ganze in Vollbeton macht, kann ich ohne Zeichnung nicht abschätzen.
Es gibt ja unterschiedliche Bauweisen. Zu Flowstone könntest du auch Kies verwenden, 1,5 Teile.
Die fertige Betonkies hat eine Körnung von 0-16mm, alles was darüber ist wird in Betonwerken zusammen gemischt. Durch die Körnung erhält der Beton auch seine Härte.
Für größere Sachen wäre es Ideal Portlandzement und Kies + evtl. Zusatzmittel zu mischen.
Auf Fliessmittel kann man verzichten, wenn man selber verdichtet. Es gibt aber noch zahlreiche andere Zutaten zur besseren Verarbeitung. Wenn du genug Betonabdeckung hast , kannst du auch eine Stahlbewehrung einbauen. Quasi das Skelett, das den Beton nach dem reissen zusammen hält. Aus statischen Gründen ist natürlich auch die Stärke vom Stahl entscheidend.
Ich würde immer erst überlegen, ob man hier später wieder zurück bauen möchte. Falls ja, wäre eine andere Bauvariante sinnvoll.
Wenn man mit einem 50kg Stemmhammer 2,5m3 Beton entfernen muss, macht das sicher keinen Spaß und ich weiß wovon ich rede.
Damals hat man auch gerne die ganze Terrasse zubetoniert. Heute gibt’s da bessere Varianten, die auch einen entspannten Rückbau zulassen.
ein anderes Mischungsverhältnis kannst Du mit Flowstone leider nicht machen. Bei 1;1,5 ist auch mit grobem Estrichkies Schluss. Vielleicht kannst Du ja Teile, die keine Sichtoberflächen haben, aus ganz normalem Beton machen. Es wäre hilfreich, mal eine Skizze zu sehen, damit man besser versteht, was Du vorhast.
nun ist auch unsere Stiege samt Eingangsbereich betoniert. Wir haben uns dieses Mal bewusst dagegen entschieden, den Beton selbst zu mischen, und stattdessen einen Mischwagen bestellt. Die Stiege und das Podest haben wir mit B5-Beton gegossen und anschließend ein Monofinish durchgeführt.
Allerdings habe ich nun die Befürchtung, dass sich über die Jahre kleine Risse bilden könnten, durch die Wasser eindringt – was langfristig zu Abplatzungen führen kann. Daher möchte ich die horizontalen Flächen gerne beschichten.
Ich bin mir allerdings unsicher, ob ich dafür CAPOSIL Betonlack oder die PUR-2-Topcoat Bodenversiegelung verwenden soll.
Hat jemand von euch einen Tipp oder eigene Erfahrungen damit?
Wie verhalten sich diese beiden Produkte in der Praxis – insbesondere im Außenbereich (bei Kälte, Hitze, Nässe…)? Und worin genau liegen die Unterschiede zwischen den beiden Versiegelungen?
Ist es auch möglich Pigmente beizumischen, um eine Farbe für die Beschichtung zu erhalten?
vielen Dank für die Tabelle.
Ich bin mir noch nicht sicher, welches der beiden Produkte ich nehmen soll. Was würdest du an meiner Stelle tun?
Auf dem Monofinish habe ich sehr feine Risse, die ich gerne mit der Beschichtung versiegeln würde. Außerdem hätte ich gerne eine homogene, matte, betongraue Oberfläche. Zusätzlich möchte ich gerne Sand einstreuen, damit der Boden bei Nässe nicht rutschig wird.
Ist das mit den vorgeschlagenen Produkten überhaupt möglich?
ich würde vielleicht eher zu PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung tendieren, weil man damit keine Farbvertiefung hat. Das Einstreuen von Sand sollte mit beiden Produkten funktionieren. Das solltest Du aber vorher unbedingt erstmal ausprobieren.
danke für deine Info. Ich würde gerne beide Produkte testen. Von der PUR2 Topcoat Bodenversiegelung gibt es leider nur einen großen Kübel. Wäre es möglich, mir von dieser Versiegelung eine kleine Testmenge zu schicken?
Von CAPOSIL gibt es ja die Möglichkeit eine kleine Menge in deinem Shop zu bestellen.
Hättest du außerdem vielleicht ein paar Fotos vom fertigen Produkt für mich? Würde mich interessieren, wie das Ergebnis aussieht.
leider haben wir keine offenen Gebinde, von denen wir abfüllen könnten, und da es sich um ein 2K Produkt handelt, füllen wir auch selbst keine Kleingebinde ab. Ich weiß, dass das nicht so ideal ist, aber der Hersteller hat halt nichts Kleineres. Bilder von CAPOSILsiehst Du hier oder auch in diesem Beitrag. Und hier ist ein Beitrag über eine Fläche, die mit PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung behandelt wurde.
guten abend zusammen. auch von meiner seite 100% props und anerkennung für die umsetzung eurer projekte und den MUT euch dem werkstoff beton zu nähern und sich der herausforderung seiner beherrschung zu stellen ! chapeau ! da ihr euch bei eurer stiege nun doch für einen luftporenbeton entschieden habt, empfehle ich hier als endbehandlung ebenfalls zunächst eine verkieselung. da der b5-beton für ein monofinish grundsätzlich ungeeignet ist, ist von ihm bzgl. der rissfreiheit und dichte auch wenig erwartbar. wie schon ausgeführt, ist es entscheidend, dass die verkieselung komplett einsickert. keinesfalls dürfen wasserglasreste auf der oberfläche verbleiben. bei der wahl der endbehandlung schlage ich vor, von der verwendung von caposil zugunsten eines 2k pu-lackes abzusehen. nicht böse gemeint sven aber das caposil ist extrem zickig und nur schwer zu kontrollieren. die optischen beeinträchtigungen, falls es schiefgeht, sind verheerend und dauerhaft. da es von dem hahne-pur-2 produkt keine kleinen gebinde zu erstehen gibt, erlaube ich mir hier das Relius 2K Hydro-PU Boden- und Wandsiegel Matt zu empfehlen. ist in kleiner menge für einen test zu haben und wird von uns auf überarbeiteten aussentreppen und balkonflächen zuverlässig eingesetzt. die umgestaltete loggia und die betoncire-aussentreppe auf unserem instakanal betondesign.ruhr sind damit versiegelt und dauerhaft stabil geschützt. zu dem negativbeispiel in dem bodenprojekt, welches sven zu pur-2 verlinkt hat, ist noch zu sagen, dass es sich bei den streifen um einen anwenderfehler handelt. alle matten beschichtungen beeinhalten mattierungsmittel. diese konglomerieren und lagern sich ungleichmässig auch übereinander ab, sofern man beim anmischen und beim auftrag fehlerhaft agiert. ich bin und bleibe ein freund der kleinen rolle und der nähe zum werkstoff. also lieber langsam, aufmerksam auf den knien mit lupenbrille auf als fix im stehen mit ner breiten rolle. weiterhin gutes gelingen gewünscht aus dortmund von daniel !
Hallo Daniel,
nimm’s mir nicht übel .. Dein Text ist wirklich schwere Kost. Da scheint einiges an Erfahrung und Expertise drin zu stecken, aber so präsentiert nur schwer verständlich und wirklich unangenehm zu lesen.
Ein Link zu den “kleinen” Gebinden des Relius-Produktes wäre auch hilfreich, ich finde da nur 2 kg für 100 €.
hi martin. die bei dir entstandene verstörung, hervorgerufen durch die form der formulierung meines beitrags, bedauere ich sehr. dein feedback ist mir sehr wichtig. vielen dank dafür. ich arbeite laufend daran meine kommunikation zu verbessern.