Hallo,
Ich bin neu im Forum!
Ich bin Schreiner aus Südostbayern und Fertige Möbel und Treppen in Massivholz, Stahl und Beton …
Ich habe bereits einige Küchen-Arbeitsplatten mit Mobydur/Flowstone gegossen, bei denen ich jedoch flächenbündige Spühlbecken und Kochfelder verbaut habe. Die Ausschnitte mit Falz dafür habe ich aus Styrodur gemacht und im Vorfeld in die Schalung eingesetzt. Das funktioniert super und es gibt keine Risse an den Stegen, weil der Beton beim Schwinden das Styrdur etwas drücken kann.
Nun möchte ich aber gerne eine Unterbauspühle versuchen bzw eine Beton-Spühle die direckt mit gegossen werden kann, also mit der Platte zusammen gegossen wird. Hat das schon jemand gemacht und kann mir evtl. Tipps geben?
meine wichtigste Frage ist allerdings: Aus welchem meterial und wie kann ich einen Ausschnitt in eine Platte machen um eine schöne Sicht-Oberläche zu bekommen?
Besten Dank im Vorraus
Niko
Hallo Niko,
willst Du ein fertiges Becken in eine neu zu erstellende Tischplatte eingießen, oder willst Du Becken und Tischplatte aus einem Guss gleichzeitig herstellen? Vielleicht hast Du mal eine Skizze von Deinem Projekt.
Sven
Hallo,
ich würde gerne beides versuchen.
Hallo Niko,
zu Variante 1) Das Eingießen von starren Körpern in Beton, sei es nur ein Wasserablauf aus Metall oder ein ganzes Waschbecken, ist immer problematisch, weil diese Teile nicht mitschwinden, wenn der Beton beim Abbinden schwindet. Dadurch ergeben sich dann zwangsweise Spannungen im Beton, die in den meisten Fällen dazu führen, dass es Risse gibt. Da hilft dann auch keine Bewehrung. Die einzige Chance, dass es trotzdem funktioniert, besteht in der Verwendung eines sog. schwindfreien oder schwindkompensierten Betons. Du könntest es also z.B. mit TURBO 20 Vergussmörtel schnell grau oder mit Plan B Industrieboden probieren, allerdings ohne Grantie. Schwindkompensiert bedeutet nicht unbedingt, dass der Beton sein Volumen überhaupt nicht verändert, sondern nur, dass er infolge der verschiedenen teilweise gegenläufigen Einflüsse die ihn beim Abbinden größer und kleiner werden lassen, am Ende ungefähr wieder so groß ist wie am Anfang. Dazwischen liegt aber eine Zeitspanne, in der es für den Beton stressig werden kann, wenn er komplett am Schwinden gehindert wird. Hier kannst Du nur durch Ausprobieren schlauer werden, wobei Du einen “ganz normalen Beton” allerdings gar nicht erst in Betracht ziehen solltest.
zu Variante 2) Wenn Du Becken und Tischplatte aus einem Guss herstellen willst, dann brauchst Du eine sehr aufwendige Form, die Du dann (kopfüber liegend) über die Unterseite des Waschbeckens befüllst. Der Guss selbst ist dabei kein Problem, wenn Du einen selbstverdichtenden Beton wie MOBY DUR® weiß oder MOBY DUR® grau oder TURBO 20 Vergussmörtel schnell grau oder Plan B Industrieboden verwendest. Wichtig ist auch hier wieder, dass die Form keine Innenteile hat, die das Schwinden des Betons behindern, wie z.B. eine zu starre Waschbeckeninnenform. Natürlich könntest Du das Ganze auch in Laminiertechnik herstellen, z.B. aus LAMBO® Textilbeton, grau oder LAMBO® Textilbeton, weiß. Dann wäre der Formenbau deutlich einfacher, weil der Beton ja nicht fließt. Es würde also schon “halbe” Form ausreichen, die nur die Kontur der späteren Sichtseite darstellt, und auf die der Beton aufgetragen wird. Allerdings bekommt man dabei nicht so perfekt glatte Oberflächen wie mit einem selbstverdichtenden Beton. Die Oberfläche hätte ein paar Poren und Lufteinschlüsse.
Sven
