Lieber Sven,
für eine Balkonumrandung habe ich mir Metallelemente anfertigen lassen, die ich jetzt mit GRUMO und Glasfasermatten verkleiden möchte.
Damit das Ganze nicht so massig wirkt habe ich Halterungen vorgesehen, an denen runde Plexiglasscheiben befestigt werden können.
An einem Element habe ich es schon ausprobiert.
Muss ich bei den Metallhalterungen Abstand zwischen Metall und Beton lassen und das mit einem elastischen Silicon oder Acryl ausspritzen?
Oder kann ich, wie auf dem Foto formschlüssig arbeiten?
Herzlichen Gruß
Kristina

Hallo Kristina ,
Du kannst mit dem Beton bis an das Metall heranbetonieren.
Sven
hallo Sven,
um mit den enzelnen Elementen einen guten formschlüssigen Kontakt zum Betonfundament zu bekommen muß ich etwas besonderes beachten?
Oder reicht es, wenn ich als Verbindung Klemo auftrage?
Herzlichen Gruß Kristina
Hallo Kristina,
damit Du eine Anbindung an das Fundament bekommst, muss die Stahlkonstruktion in das Fundament einbetoniert sein.
Sven
Bekomme ich eine Anbindung an das vorhandene, Alte Fundament? Die Metallelemente werden verschraubt.
…mit Betonkontakt? und Klemo und Panzergewebe?
Hallo Kristina,
was verstehst Du unter Anbindung? Es geht doch darum, dass sich die Teile nicht mehr voneinander trennen können. Das verhindert das in beide Teile hineinragende Metall.
Sven
Guten Morgen Sven, das Fundament ist schon gegossen. Die Metallelemente werden “nur” mit Schwerlastdübeln verschraubt. und dann möchte ich die Brüstung mit GRUMO gestalten und das Betonfundament integrieren, dass es aussieht, als wäre es aus einem Guß.
Es gibt ein Kunstwerk im Betoncafe >das Nest der unerforschten Arten < da wurde auch auf schon bestehende Elemente modeliert.
Wie kann es gelingen, das man die Verbindung zu schon bestehenden Betonelementen so dünn auftragen kann?
Deshalb frage ich nach Betonkontakt und Klemo.
Herzlichen Gruß
Kristina
Hallo Kristina,
wenn die Metallkonstruktion mit Dübeln am Fundament befestigt wird, dann ist das schon mal gut. Und nun willst Du einfach noch einen nahtlosen Übergang von Deinem modellierten Objekt (der Brüstung) zum Fundament herstellen, so dass es da später nicht zu Rissen kommt. Das kannst Du mit GRUMO machen. Damit Du eine gute Haftung am Untergrund bekommst, würde ich vorschlagen, dass Du dem GRUMO noch 20% KLEMO untermischst, so wie in meinem Goldstein-Video (ab Minute 5:00) gezeigt.
Sven
Hallo Sven,
das Projekt neigt sich dem Ende zu und es stellen sich uns noch zwei Fragen : )
Den begehbaren Betonboden haben wir (mit leichtem Gefälle) mit einer Schicht GRUMO und Panzergewebe überarbeitet. Morgen wollen wir noch eine dünne Schicht eingefärbten GRUMO aufziehen-als Endbearbeitung. Sollten wir die Fläche noch mit einem Anstrich versiegeln, dass sie trittfest und witterungsbeständig ist , oder reicht die Mörtelschicht ?
Dann gibt es noch einen Teil, der mit Erde angeschüttet wird. Auch hier die Frage, ist ein extra Anstrich zur Abdichtung zu empfehlen?
Wenn ja, wie lange muss der Beton trocknen bis ich ihn behandeln kann?
Herzlichen Gruß Kristina
Hallo Kristina.
Also Abdichtung ist immer gut, in der horizontalen am besten mit Dickbeschichtung, vorher mit Schwarzanstrich grundieren, anschließend Noppenbahn davor, je nach Ausmaße und bis Oberkante Erdreich.
Ich wusste garnicht das man Grumo auf dem Boden verarbeiten kann. Der Boden ist ja immer etwas schwieriger zu gestalten, wegen der Robustheit . Da fällt mir bei 2 namenhaften Herstellern gerade mal ein Mörtel ein, den man bis auf 3cm Gefälle ausziehen kann und der auch für Aussen und Boden geeignet ist. Der ist mit Fasern und Kunststoffen vollgepackt.
An Sven: Ist Grumo tatsächlich für den Boden im Aussenbereich geeignet?
Hallo Kristina,
GRUMO ist kein Beschichtungsmaterial für Fußböden sondern ein Mörtel zum plastischen Gestalten. Natürlich kann man einen Fußboden auch plastisch gestalten, indem man ihn einfach beschichtet, und das wird mit GRUMO wahrscheinlich auch funktionieren, wenn man die sonstigen Regeln des plastischen Gestaltens mit Beton einhält. Dazu gehört vor allen Dingen die Herstellung einer gute Anbindung an den Untergrund. Der Untergrund muss dafür möglichst rau sein, und es muss mit Zementschlämme vorgestrichen und dann nass in nass der Mörtel aufgetragen werden. Nötigenfalls muss man durch Zumischung von KLEMO nachhelfen. Jede Schicht muss mit Fasern (untergemischte AR Glasfasermatte 120 g/m²) armiert werden, wie im Kugelkurs-Video gezeigt. Panzergewebe gehört hier nicht zu den empfohlenen Mitteln der Wahl. Die letzte Schicht kann notfalls auch ohne Fasern aufgetragen werden, wenn Sie nur etwa 10 mm dick ist. Ist sie dicker, dann reißt sie, und ist sie deutlich dünner, dann kann sie durch zu schnelle Austrocknung “verdursten”. Eine 20%ige Zugabe von KLEMO hilft hier ebenfalls, Risse zu vermeiden.
Wenn man alles falsch gemacht hat, dann löst sich der Beton irgendwann vom Boden ab und man erhält Hohllagen, die man durch einen hohlen Klang beim Draufklopfen bemerkt. Außerdem kommt es zu Rissen in der Oberfläche, durch die Wasser unter den Beton läuft, was dann zu Frostschäden führt.
Wenn man alles richtig gemacht hat, dann bekommt man trotzdem ziemlich sicher ein paar feine Haarrisse in der Oberfläche, die weiter nicht schlimm sind. Eine diffusionsoffene Endbehandlung hilft dann zu verhindern, dass Wasser eindringt. Das ist bei horizontalen oder fast horizontalen Flächen (ein Gefälle gibt es hier hoffentlich) natürlich besonders wichtig. Wenn die Endbehandlung nicht diffusionsoffen ist, dann geht sie irgendwann wieder ab und kann dabei außerdem auch zu zusätzlichen Rissen im Beton führen. In der Vergleichtabelle Endbehandlungen findest Du Produkte, die in Frage kommen (z.B. PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung). Dort steht auch, wie alt der Beton vor der Behandlung sein muss.
Da, wo der Beton ans Erdreich angrenzt, solltest Du eine zusätzliche Abdichtung mit DSB Dichtschlämme vornehmen. GRUMO ist zwar voll witterungstauglich und außerdem durch seinen Trassgehalt vor Ausblühungen geschützt, aber hier handelt es sich ja nicht um einen Gartenzwerg, der in der nassen Wiese steht, sondern um ein Bauwerk. Und bei Bauwerken tut man alles, um eine Durchfeuchtung zu vermeiden.
Sven
Lieber Sven, vielen Dank für diese ausführliche Antwort.
Hallo Sven,
habe mir unterschieblichen Behandlungen für die Oberfläche angeschaut und tendiere zur LFC-Verkieselung, gibt es eien besonderen Grund warum du PUR-2Topcoat vorgeschlagen hast?
Der Kontakt zum Erdreich beträgt nur 1 qm…da ist die DSB Dichtschlämme schon eine Investition… gibt es da keine Alternative?
Schwarzanstrich ist nicht diffusionsoffen und deshalb nicht geeignet?
Ist die Verkieselung mit Farbe überstreichbar, fals sich viele Risse bilden, die überarbeitet werden müssen?
Wenn sich direkt nach dem Trocknen(1 Woche) Risse über 1mm bilden, ist es wahrscheinlich sinnvoll sie gleich mit Mörtel wieder zu verschließen.
Würdest Du das auch mit GRUMO machen? Oder eignet sich hierfür auch FIFI- davon habe ich noch einen Rest : )
Herzlichen Gruß Kristina
Hallo Kristina,
eine Dichtschlämme ist leider immer teuer, aber hier geht es ja um Bauwerksabdichtung, und da sollte man besser nicht zu experimentierfreudig sein. Deshalb kann ich auch keinen beliebigen anderen Anstrich empfehlen. Die LFC Betonverkieselung hilft nicht, die Risse zu verschließen, die sich bilden werden. Deshalb habe ich die PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung vorgeschlagen. Mörtel ist zum Verschließen von Schwindrissen nicht geeignet.
Sven
Hallo Sven,
ich habe mir die PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung bestellt. Sollte ich mit dem Auftragen warten bis die Rissbildung “abgeschlossen” ist?
Und kann ich die Arbeit noch farbig gestalten? Vor oder nach dem Auftrag der Versiegelung?
Herzlichen Gruß
Kristina
Hallo Kristina,
ich würde mit der Beschichtung (PUR-2 Topcoat Bodenversiegelung) etwa zwei Wochen nach dem Betonieren warten. Risse können sich auch nach einem Jahr noch bilden, aber dann kannst Du ja einfach noch einmal beschichten. Mit Farbe anmalen solltest Du den Beton besser nicht, damit keine Trennschicht zwischen Beton und Beschichtung entsteht. Du kannst aber in Maßen die Beschichtung selbst mit Farbpigmenten einfärben oder auch den Beton mit einer Mischung aus wenig Pigment und viel Wasser einpinseln, um eine Tönung zu bewirken. Wenn das getrocknet ist, kannst Du es dann mit Hilfe der Beschichtung dauerhaft fixieren.
Sven