Altes Ei aus Beton reparieren

Beim Arbeiten mit Beton sind wir blutige Laien.
Dennoch haben wir vor vielen, vielen Jahren im Rahmen unserer LandArt Projekte ein sehr schönes Ei aus Beton (auf einer Stahlkonstruktion) hinbekommen, ca 1,60m hoch, innen hohl und als Meditationszelle verwendbar, 500kg schwer. Es ist in die Jahre gekommen, unterdessen nach außen sehr rissig, rosthaltiges Wasser tritt aus, es steht im freien und dürfte einen weiteren Winter kaum noch überstehen.
Anfang letzten Jahres hatten wir schon mal einen Anlauf gemacht, Herrn Backstein um Rat gefragt, die Zutaten im Shop gekauft - und sind dann doch nicht dazu gekommen.
Aber jetzt. Der Plan: innen ist es noch ok und wird belassen. Außen Grundierung mit SQ-Tiefgrund, dann eine Schicht Lambo Laminierbeton mit AR Glasfasermatte 120, dann Anstrich mit Marfino Paint.
So, und jetzt unsere Fragen dazu:

  • Ist der Aufbau von uns so korrekt erinnert und verstanden?
  • Wird die Glasfasermatte als ganzes aufgebracht oder zerkleinert, in Streifen?
  • Zum Schleifen: die Oberfläche soll sehr glatt und ebenmäßig werden; gibt es Rat fürs Glätten? Welches Schleifmittel braucht man (von und und für Winkelschleifer)? Wie lange müssen wir warten bevor wir schleifen können?
  • Braucht es außer der Zementfarbe noch eine weitere Versiegelung, um das Ei wetterfest zu bekommen?
  • Wir haben in unseren Beständen noch viele und unterschiedliche Pigmentfarben. Das Ei soll einen leichten Blauschimmer bekommen. Wie finden wir heraus, ob unsere Pigmente sich mit MARFINO vertragen?

Liebe Grüße und schon jetzt herzlichen Dank,
Christian

Hallo Christian,

LAMBO ist eigentlich als hochfester Laminierbeton für sehr dünnen Schalen konzipiert und wäre hier wahrscheinlich nicht ganz das Richtige. Für solche Arbeiten nimmt man eher den GRUMO Grundmörtel , evtl. mit 10 bis 20%igem Zusatz von KLEMO Marmorkleber für die bessere Haftung am Untergrund. Die AR Glasfasermatte 120 g/m² wird in Stücke gerissen und dann so unter dem Mörtel gemischt. Das habe ich in meinem Goldstein-Video und meinem Kugelkurs-Video genau beschrieben. Mit dem Schleifen solltet Ihr warten, bis der Beton 2 Wochen alt ist. Ich würde empfehlen, die GRUMO - Oberfläche in noch feuchtem Zustand erst einmal mit dem Edelputzkratzer zu ebnen und dann am nächsten Tag die entstandenen Furchen mit einer mehlfeinen Spachtelmasse wie PÜPPI® Modellierpaste weiß oder MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement zu füllen. Dann zwei Wochen warten und schleifen. Damit MARFINO CS wetterfest wird, braucht er zwei bis drei Anstriche mit LFC Betonverkieselung. Wenn Du bei dem Blaupigment nicht riskieren willst, dass es mit der Zeit extrem verblasst, dann würde ich Dir das Zementechte Pigmente Typ 502 blau oder auch das GRAN-X Pigment Typ 708 empfehlen.

Sven

Sven, großen Dank für die so schnelle und umfassende Antwort.

Vor einer neuen Bestellung würde ich allerdings doch noch mal nachfragen um ganz sicher zu gehen, da Dein/ unser damaliger Plan an manchen Stellen ja ein anderer war.
Also, wir würden jetzt Grumo Grundmörtel (gibt eseine Mengen-Empfehlung?) mit Klemo Marmorkleber und mit der Glasfasermatte 120 vermischen (und dazu auch die Videos anschauen). Dann den Edelputzkratzer plus Püppi Modellierpaste weiß oder Marfino concret susrface Microzement verwenden. Nach Trockenzeit schleifen und mit LFC Betonverkieselung streichen.
Unsicherheit besteht noch darin:

  • SQ Tiefgrund bei diesem Verfahren als Grundierung nicht mehr erforderlich?
  • Marfino Paint Marmor-Zementfarbe jetzt ersetzt durch Püppi Modellierpaste oder Marfino CS (was davon würdest Du empfehlen?)? In eine dieser Substanzen die Pigmente einbringen?
  • Vielleicht noch besonders laienhafte Frage: welches Schleifmittel kann man verwenden (von Hand und Winkelschleifer) ?
  • Wird der Beton durch die LFC Verkieselung sehr glänzend? Wir brauchen es eher matt und nicht so eindringlich, soll sich in die Landschaften wo es steht gut einfügen und nicht hervorstechen.

Die Veränderungen besonders bezüglich des Grundmörtels klingen für mich sehr plausibel - ist ja schon ein großes, zudem hohles Objekt, das bei Transporten einiges aushalten muß. Die Risse sind bisher eher Haar-Risse, aber offensichtlich eben schon sehr tiefreichend bis auf das Stahl-Skelett.

Ich finde es einen unglaublich tollen Service den Du da bietest! Ganz große Wertschätzung!

Christian

Hallo Christian,

ja, ich erinnere mich, dass wir das Projekt im Februar 2022 schon einmal per E-Mail besprochen haben und dass ich da den Lambo vorgeschlagen habe. Das ist damals unter der Annahme geschehen, dass das Objekt durch die Beschichtung nicht übermäßig viel schwerer werden soll, d.h. dass die aufgetragene Betonschicht möglichst dünn sein sollte. Je nach Zustand des Objekts wäre aber zur Stabilisierung evtl. die Lösung mit dem GRUMO bei einem Aufbau von von 1 bis 2 Schichten à jeweils ca. 1 cm besser. Ich würde vermuten, dass sich das Gewicht des Objekts dabei etwa verdoppeln wird.

Es wäre hilfreich und auch sehr interessant für alle, die hier mitlesen, wenn Du ein mal paar Fotos von dem Objekt hättest.

Man kann leider nicht so einfach sagen, welche die beste Vorgehensweise ist, weil es mehrere Wege zum Ziel gibt. Es ist nicht gut, wenn Du in die Werkstatt gehst und denkst, “Also, er hat gesagt zuerst Tiefgrund, dann LAMBO, dann MARFINO, dann LFC, dann …”. Es sollte eher so ablaufen, dass Du Dir die jetzige Oberfläche anschaust und Dich fragst “Wie bekomme ich darauf einen Halt, vielleicht aufrauen, vielleicht mit KLEMO oder sonstwas?” Dann fragst Du Dich, wie schwer das Ganze werden darf und überlegst anhand der Größe der Oberfläche (ausmessen oder berechnen), wie dick die Beschichtung insgesamt sein darf, wenn man mal davon ausgeht, dass 1 m³ Beton 2300 kg wiegt. Dann suchst Du Dir einen Beton aus, den man zum Beschichten in dieser Schichtdicke verwenden kann. Vielleicht machst Du es dann am Ende nur mit MARFINO und einer vorherigen Schicht KLEMO.

Auch wenn das jetzt eher zur Verwirrung als zur Klarheit beigetragen haben dürfte, ist es doch wichtig, dass Du Dein Projekt selbst in die Hand nimmst und dabei weißt, was Du tust. Natürlich kannst Du bei Unklarheiten jederzeit hier nachfragen, aber die grundsätzlichen Fragen (Gewicht, Stabilität, etc.) sollten zuerst geklärt werden.

Jetzt aber noch ein paar konkrete Antworten auf Deine obigen Fragen.

Der SQ-TIEFGRUND lösemittelfrei ist immer dann als Grundierung erforderlich, wenn Du MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement verwendest .

Pigmente kannst Du sowohl in PÜPPI® Modellierpaste weiß als auch in MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement einbringen. Wenn es nur darum geht, die Riefen zu füllen, die der Edelputzkratzer im GRUMO hinterlassen hat, dann wäre PÜPPI ausreichend und auch die preisgünstigere Variante. Aber vielleicht machst Du es ja nach dem oben Gesagten jetzt komplett anders und dann muss man halt nochmal neu überlegen.

Wenn Du die Oberfläche abschleifen willst, dann kannst Du das z.B. mit einem Winkelpolierer und einer diamantbesetzten Gummischeibe machen.

Die LFC Betonverkieselung ergibt keinen Glanz auf der Oberfläche.

Falls Dein Objekt Risse hat, würde ich empfehlen, sie mit dünnflüssigem Sekundenkleber zu füllen.

Sven

PS: Lies Dir vielleicht auch mal den Leitfaden GESTALTEN MIT BETON durch.

Danke, danke!
Für’s Prinzipielle und für’s Konkrete.
Bilder kommen nach - bin gerade unterwegs.
Christian

Hey,

Hallo, die angefragten Bilder. Das Ei in der Landschaft positioniert (1, 3, 4); auf 1 (Norwegen) sieht man den Innenraum und die Größenverhältnisse gut; auf 2 sieht man die Innenkonstruktion, die nach nach dem Auftrennen des Eies ebenfolls mit Beton verspachtelt wurde; 5 ist der aktuelle Zustand, allerdings vor Reinigung mit Hochdruckreiniger (man sieht, wie korrodiertes Eisen aus den Haar-Rissen austritt); solche Haar-Risse (die ihrem Namen gerecht werden) sind über die ganze Oberfläche verteilt,ohne dass sich Betonteile bisher ganz gelöst haben. Das Ei steht auf einer Palette, wird mit Frontlader angehoben und Schwerlastgurten verzurrt (da bekommt es den meisten Druck). So viel zum Gegenstand der Erörterung…
Herzliche Grüße, Christian

von unten Hi bunt.jpg

Ei Amrum Strand.jpg

IMG_5186 klein.jpg

P1020408 klein.jpg

Das war zu viel gewesen… so sehen die Haar-Risse aus, halten sich im Bereich unter und um 1mm

Hallo Christian,

wenn Du einen Frontlader zur Verfügung hast, dann spielt das Gewicht vielleicht keine ganz so große Rolle. Das ist schon mal gut. Das Hauptproblem scheint mir zu sein, dass die Bewehrung im Inneren rostet. Dabei entsteht durch den Rost eine Treibwirkung, welche die vorhandenen Risse mit der Zeit immer weiter aufbrechen wird. Aufgrund der geringen Wandstärke des Objekts ist die Betonüberdeckung viel zu gering. So kann der Beton den Stahl nicht wirksam vor Rost schützen. Du bräuchtest dafür nach innen und nach außen mindestens 2 bis 3 cm Beton über dem Stahl. Wenn Du das jetzt noch zusätzlich mit GRUMO Grundmörtel aufbaust, dann wird das Gewicht dabei um geschätzte 2 t zunehmen, und das was im Halbprofil (5. Foto) noch wie eine einigermaßen dünne Eierschale anmutet, wird dann eher etwas klobig daherkommen. Ich nehme an, dass das keine echte Option für Dich wäre. Aus meiner Sicht hättest Du jetzt folgende Vorgehensweisen zur Auswahl:

  1. Du sanierst das Objekt notdürftig mit Sekundenkleber und einer dünnen Beschichtung aus MARFINO CS und nimmst in Kauf, dass es nach ein paar Jahren wieder so aussieht wie jetzt, sofern es nicht nur noch in Innenräumen aufgestellt wird.

  2. Du baust das Objekt komplett neu und vermeidest dabei die baulichen Fehler, die es jetzt so schwierig machen. Insbesondere meine ich damit, dass Du als Bewehrung keinen Stahl mehr einbaust. Wenn Du so vorgehst, wie ich es in meinem Goldstein-Video gezeigt habe, dann sollte es relativ schnell gemacht sein und vergleichsweise wenig Zeit und Material kosten. Den Stützkörper im Inneren kannst Du am einfachsten aus Styropor herstellen, so wie ich es bei meinem Walhaus - Projekt gemacht habe. Mit Bauschaum kannst Du Styroporplatten zu beliebig großen Rohlingen zusammenkleben und das Ganze dann in Form schnitzen. Auf diese Weise kannst Du auch eine vorgegebene Form, z.B. ein Ei, sehr genau einhalten, wenn Du in Rippenbauweise arbeitest (siehe mein Sitzbank - Projekt).

Sven

Hallo nach längerer Zeit,
verspäteten Dank für Deine letzte Antwort, Sven
Kam viel dazwischen, auch schlechtes Wetter, Verzögerungen durch dies und jenes…

Viel in Deinen Videos/ Texten nachgeschaut. Und überlegt.
Das Ei hat schon viel erlebt, immerhin schon 15 Jahre gehalten, und soll jetzt seine Geschichte nur noch vollenden, also nicht für die Ewigkeit.

Plan jetzt:
Gestern bereits 1cm Grumo plus Klemo mit Glasfaser aufgebracht. Nachher versuche ich, mit Edelputzkratzer zu bearbeiten und, falls Oberfläche einigermaßen regelmäßig ist, mit eingefärbtem Lambo zu verputzen. Ohne neue Glasfaser - wir hoffen, die Fasern aus der Grumo-Schicht reichen und versehen diese vorher nochmal mit einer Schlemme aus Lambo und Klemo.
Ich las im Leitfaden, dass Lambo streichfähig eingestellt sei - aber im Datenblatt schien es dann, dass er doch gespachtelt werden muß. Mal sehen…

Und hoffen, dass wir das dann später gut geschliffen bekommen. Verkieselung erst wenn Beton erhärtet und geschliffen ist (also nach 14 TAgen)?

Grüße, Christian

Hallo Christian,

LAMBO Laminierbeton wird deutlich härter als GRUMO Grundmörtel weshalb Dein Plan gegen die Verputzerregel verstößt. Das solltest Du Dir noch einmal überlegen. LAMBO ist auch kein Material, aus dem man eine Schlämme machen sollte. Ebenso könntest Du ein Fabergé-Ei als Billardkugel verwenden. Es wäre teuer und würde nicht funktionieren. Für ein Schlämme nimmst Du besser einfach Zement und Wasser. Zum Glätten der GRUMO-Oberfläche durch Auftragen und späteres Schleifen wäre PÜPPI® Modellierpaste weiß eine passende Wahl. Ich drücke die Daumen, dass alles so wird, wie Du es Dir wünscht.

Sven

Mensch Sven - wird mir ja langsam sehr peinlich, danke für Deine Geduld!
Warnung kam gerade noch rechtzeitig da uns das Wetter erneut Strich durch die Rechnung machte.

Ich traue mich, Dir jetzt einfach unsere weitere Planung und Verlauf zu schreiben - vielleicht lassen sich die großen Fehler ja noch vermeiden.
Also, habe jetzt neues Material (Grumo, Püppi, Glasfasermatte) nachbestellt, hoffe es kommt noch rechtzeitig, ging aber bisher ja immer super flott.

Unser erster Grumo-Auftrag mit Glasfibern gefällt mir nicht, vermutlich zu dünn und zu unregelmäßig, beim striegeln mit Kratzer kamen verdammt viele Fasern raus, sieht lange nicht so struppig aus wie auf Deinen Kugelbildern. Bringe daher mit Zementschlämme jetzt wie bei Deinem Kugelprojekt beschrieben darüber Glasfaservlies auf und darauf nochmals Schicht Grumo (ohne Glasfaser), bis Vlies gut bedeckt ist, ebne nochmal mit Kratzer ein und dann Puppi.DAnn habe ich zumindest durchgehende Glasfaserbewehrung.

Noch unentschlossen, ob ich Püppi schon einfärbe oder nach vollständiger Trocknung (?) mit Marfino Paint (gefärbt) streiche oder beides (Puppi und Marfino Paint) einfärbe.

Die Verputzerregel lässt vermutlich auch keine Endbehandlung mit Marfino Concrete Surface zu? HAbe davon auch nur die kleinste Menge - was zu wenig sein würde (1,5kg)

Sven - wenn es für Dich in dem Ausmaß zu nervig wird - jede Antwort von Dir finde ich schon Luxus und erwarte nichts. Danke Dir aber sehr für alles was dennoch kommt.

Christian

Hallo Christian,

mach Dir keine Sorgen wegen der vielen Fragen. Dafür ist das Forum ja da. Es gibt bestimmt irgendwann mal einen Leser, der auch von dem profitieren kann, was wir beide hier schreiben, wenn er etwas Ähnliches machen will wie Du.

Es ist keine schlechte Idee, schon die letzte und evtl. auch die vorletzte Schicht vor dem Farbanstrich einzufärben, weil dann ein tiefer Kratzer später nicht so auffällt. Die Deckschicht aus PÜPPI® Modellierpaste weiß und/oder MARFINO® PAINT Marmor-Zementfarbe sollte auf jeden Fall möglichst dünn sein, damit es nicht zu Spannungsrissen in der Oberfläche kommt. Mit der LFC Betonverkieselung kannst Du die Oberfläche im Nachgang bei Bedarf auch noch deutlich robuster machen.

Sven

Zu erstem: Beruhigend, danke!
Zu zweitem: Sehr gut.

Drittens: Leider zieht sich die zweite Schicht sehr hin, schwieriger als erwartet (auch weil sie nicht so dick werden darf).
Und wir sind natürlich fürchterlich spät dran, müssen aktuell noch draußen arbeiten.
Wie reagiert frischer Beton auf leichten Frost, ab wann gibt es welche Probleme?

Christian

Hallo Christian,

Temperaturen unter 0°C schädigen den Beton, solange er noch nicht eine Festigkeit von ca. 5 N/mm² erreicht hat. Das ist in etwa die Festigkeit von Ytongsteinen, (nur zur Orientierung) . Wenn es zwar über 0°C aber trotzdem sehr kalt ist, dann steigt die Festigkeit nur extrem langsam an, so dass Du lange warten musst, bis der Beton frostsicher ist. Deshalb empfiehlt man, ab 5°C mit dem Betonieren aufzuhören.

Sven

Hallo Sven - es ist ein Hindernislauf (was weniger mit den eigentlichen Betonier-Arbeiten zu tun hat).

Jetzt hat des Ei (fast) seine 2 Grumo-Schichten, Glasfasermatte dazwischen.
Es ging nur schrittweise - manche Stellen sind jetzt schon sehr fest, andere noch neu. Da es jetzt in zugigem Schuppen und kühl steht, befeuchte ich es immer wieder mit dem Quast.

Zum weiteren Vorgehen mit PÜPPI habe ich jetzt aber doch noch Fragen:

  • Damit der Auftrag diesmal trotz der Größe des Objekts zügig geht: giebt es zeitsparende Technik für dünnen Auftrag? Einfach Masse mit Handschuh verstreichen, oder besser Schwamm verwenden, oder ganz anders?
  • Habe noch Weiß-Zement (während PÜPPI knapp werdne könnte), kann ich den für die Schämme verwenden?
  • Sollte GRUMO ganz getrocknet sein, oder gerade nicht?
  • Giebt es einen Anhaltspunkt für die Menge Eures Blau-Pigments in PÜPPI, für lediglich leichten Blau-Schimmer?

Ansonsten bleibt der Plan, nach PÜPPI mit MArfino Paint zu streichen (erst nach vollständiger Trocknung?) und dann Verkieselung zu verwenden.

Ich schicke mal wieder Bilder mit - hat ja auch so seinen Reiz… (Reihenfolge gehört anders…)

Danke im Voraus!

Christian

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Hallo Christian,

danke für das Update mit Bildern. Da können wir hier ja schön mitfiebern. Bin schon auf das Endergebnis gespannt.

Das Befeuchten mit dem Quast bringt übrigens nicht so viel. Du solltest einen möglichen Feuchtigkeitsentzug durch Sonne oder Zugluft einfach durch Einhüllen in eine Folie vermeiden und das Objekt ansonsten nur stehen lassen.

PÜPPI kannst Du am schnellsten mit Gummihandschuhen auftragen und dabei sofort auch weitestgehend glätten. Da die Schicht nicht dick sein darf, kommst Du mit dem Material ziemlich weit. Alle herausstehenden Glasfasern musst Du vorher entfernt haben, sonst kommen sie wieder durch, weil die Schicht so dünn ist.

Das Entfernen der herausstehenden Glasfasern kannst Du bewerkstelligen, indem Du sie abbrichst. Dafür reibst Du, mit einem robusten Bauhandschuh geschützt, intensiv über die Oberfläche. Das funktioniert aber nur, wenn die Fasern ausreichend trocken sind, was sie erfahrungsgemäß erst sind, wenn der Beton einige Tage oder Wochen alt ist. Mit einer Lötlampe kannst Du die Fasern überlisten. Nicht um sie damit zu trocknen, sondern eher um sie wegzuschmelzen. Das funktioniert so, dass Du an der linken Hand den besagten Handschuh trägst und mit der rechten Hand die Lötlampe hältst. Durch gefühlvolles Schwenken der Flamme über der Betonoberfläche lässt Du dann die Fasern schmelzen und reibst die Fläche sofort mit dem Handschuh nach. Die Flamme darf immer nur kurz auf eine Stelle zeigen, damit der Beton nicht geschädigt wird. Das Ganze funktioniert ziemlich gut. Wir haben das früher in meinen Workshops auch so gemacht.

Für die Zementschlämme kannst Du Weißzement oder grauen Zement nehmen. Das ist egal. Damit die Schlämme auf dem Untergrund haftet, muss er nur rau und nicht zu trocken sein. Wie alt der Beton ist, spielt dabei keine Rolle. All diese “Basics” kannst Du am besten in meinem Leitfaden GESTALTEN MIT BETON nachlesen, den es auch als kostenlosen DOWNLOAD gibt.

Für Deine Pigmentierung solltest Du am besten ein paar eigene Farbmuster anlegen. Da würde ich mal mit einem Achtel der für den Mörtel im Datenblatt maximal empfohlenen Pigmentdosis anfangen und dann nach Bedarf halbieren oder verdoppeln.

Sven

Hallo Sven, zum Fortsetzungsroman…

Weiter mühsam nährt sich das Eichhörnchen!
Jetzt hat das Ei seine PÜPPI Oberfläche - aber sie ist mir schlecht gelungen (miese Beleuchtung, ungewohnte Abläufe, alles mögliche).
Mal zu dünner, mal zu dicker Auftrag. Ich werde 2. Auftrag benötigen.

Möglicherweise war ein Problem, dass ich Püppi zu steif gemacht hatte, Datenblatt meinte ‘pastös’, während bei Kugel mit Feinmörtel deutlich flüssigere Angaben waren (Suppe). Sollte/ könnte ich PÜPPI für erneute Oberflächenbehandlung dünner ansetzen?

Ich frage gleich noch für weiteren Ablauf:
werde danach also mindestens 14 Tage warten, Klima wird Trocknung ja verlangsamen. Dann rauhe Stellen schleifen: gibt es auch Schleifpapier für Beton? Bei maschinellem Schleifen würde ich befürchten, zu schnell auf Grund zu laufen und neue Unregelmäßigkeiten zu erzeugen.
Dann Marfino Paint, zuvor mit SQ Tiefgrund behandeln. Für Verbrauch las ich 100-150ml, ich rechne mit einer Oberfläche außen 6 und innen 5m², also zusammen schon über 10m². D.h. ich muß mit Bedarf von 1 1/2 l rechnen? Braucht es nach Marfino Paint nochmals schleifen oder Glätten?
Dann Verkieselung ( wann nach Marfino Paint möglich?). Das wird offenkundig ziemlich aufwendig und schwer einzuschätzen: Datenblatt sagt 150 - 400g/m²; wie viel müssen wir rechnen bei unserem Untergrund?

Ich schicke nochmal ein Bild mit damit es etwas anregender ist - meine PÜPPI Probleme sieht man darauf allerdings nur bedingt.

Dank und Grüße,
Christian

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Hallo Christian,

Deine Püppi-Probleme sieht man eigentlich recht gut, finde ich. Es sieht etwas wie Zellulitis aus. Diese Unebenheiten bekommst Du nicht weg, indem Du weiter Material aufträgst. Der einzig mögliche Weg ist hier Abschleifen. Das sollte aber recht gut machbar sein. Da Püppi eher weich ist, brauchst Du hier wohl kein Diamantwerkzeug, sondern einfach nur einen ganz normalen Schleifblock, also einen Holzklotz mit Schleifpapier drum herum. Wenn dann noch Dellen da sind, werden sie wieder mit PÜPPI aufgefüllt und erneut beschliffen. Am Ende ist das Ganze dann glatt und kann mit MARFINO® PAINT Marmor-Zementfarbe gestrichen werden. Bei der LFC Betonverkieselung würde ich mal pro Anstrich mit einem mittleren Verbrauch von 200 ml/m² rechnen. Voraussichtlich brauchst Du davon zwei Anstriche.

Sven

Hallo Sven -
bevor ich Tiefgrund und Verkieselung bestelle, nochmals zwei Fragen:

  1. Nach Auftrag von Marfino Paint nochmals schleifen oder polieren?
  2. Woran merke ich während/ nach Anwendung von LFC Verkieselung, ob ich einen weiteren Anstrich brauche (ist ja ziemliche Investition)? Macht ja vermutlich nicht nur für Innen, sondern auch für Außenraum Sinn.

Weiteres Bild kommt, wenn das Ding demnächst mal fertig ist; und gern auch, wenn es wieder in die Landschaft wandert…

DAnk mal wieder im Voraus,
Christian

Hallo Christian,

ja, wenn Du eine möglichst glatte Oberfläche haben willst, dann solltest Du die Oberfläche aus MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement noch schleifen. Von der LFC Betonverkieselung brauchst Du mindestens 2 Anstriche als Abschluss. Ein dritter Anstrich ist dann optional, verbraucht aber auch kaum noch etwas, weil die Oberfläche schon nicht mehr viel aufnimmt.

Sven