Wie schütze ich meine Tischplatte vor Flecken?

Hallo Sven,

ich habe eine Küchenarbeitsplatte aus Beton gegossen und will jetzt noch die Oberfläche schützen. Was soll ich da nehmen?

Chaimy

Hallo Chaimy,

die perfekte Oberflächenbehandlung für Beton (unsichtbar und dabei mit 100%igem Fleckenschutz) ist leider noch nicht erfunden. Von einer Beschichtung (Acryl, Epoxid, Polyurethan) würde ich bei einer Tischplatte abraten, weil sie mit der Zeit verkratzt und dabei unansehnlich wird. Es besteht die Gefahr, dass durch die Kratzer hindurch die Beschichtung von Wasser oder Fett unterlaufen wird. Ich würde hier eher eine Verkieselung und/oder eine Imprägnierung nehmen. Das sind beides unsichtbare Endbehandlungen, die keinen Film auf der Oberfläche bilden und deshalb auch nicht verkratzen können. Du musst dem Beton immer zugestehen, dass er mit der Zeit eine gewisse Patina annimmt. Meine Empfehlung für Deine Oberfläche wäre eine Behandlung mit LFC Betonverkieselung (Achtung: nur so viel auftragen, wie innerhalb weniger Minuten einzieht und keine Pfützen stehen lassen) und darüber nach einem Tag eine weitere Behandlung mit H10 Betonimprägnierung. In der Vergleichtabelle Endbehandlungen für Beton findest Du alle eine ganze Reihe von möglichen Produkten für die Endbehandlung mit den jeweiligenm Eigenschaften gegenübergestellt.

Sven

Hallo Chaimy,

ich habe zuletzt gute Erfahrungen mit einer Imprägnierung + Wachs gemacht. Zuerst zwei mal imprägniert und dann auch doppelt gewachst. Dabei aber darauf achten, dass sich keine Filme bilden. Beton saugt wie ein Schwamm, doppelte Imprägnierung ist bei mir Standard geworden.
Bei GreyElement habe ich mal gelesen, dass er das flüssige Wachs noch aufträgt, bevor die Imprägnierung durchgetrocknet ist. Müsste man mal vergleichen was das bessere Ergebnis liefert.

Schöne Grüße,
Christian

Hallo zusammen,

ja, Wachs ergibt auch eine schöne Oberfläche, aber man sollte beachten, dass ein heißer Topf, den man darauf abstellt, einen ringförmigen Abdruck hinterlässt, der schlecht wieder wegzubekommen ist. Für eine Küchenarbeitsplatte wäre das deshalb nicht zu empfehlen. Für ein Wohnzimmermöbel schon. Bei einer Außenküche muss man außerdem damit rechnen, dass eine gewachste Oberfläche durch Wassereinwirkung weißliche Flecken bekommen kann.

Sven

Ich hatte das Wort Tischplatte im Kopf. Bei Arbeitsplatte natürlich nur bedingt zu empfehlen mein Tipp, Danke!

Gruß,
Christian

Danke für die Tipps.

Ich habe eine Küchenarbeitsplatte aus rot/dunkelrot/wolkig eingefärbtem Mobydur gegossen, nach der Ruhezeit mehrfach geölt und dann gewachst. Das Ergebnis war traumhaft, eine perfekt glatte (frische Siebdruckplatte), seidig glänzende Oberfläche mit tiefer, warmer Farbe. Wegen der Farbwirkung hatte ich das Ölen dem Imprägnieren vorgezogen.
Dann gab es in der Benutzung bei jedem Wassertropfen, und die gibt es bei einer Küchenarbeitsplatte mit eingegossenem Spülbecken ständig, weiße Kränze, die sich auch nicht wegwischen ließen. Bei einer Probeplatte, die draußen stand, hatte sich das nicht gezeigt. Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber dass Leben geht ja weiter. Nach nunmehr zwei Jahren Gebrauch, nochmal Ölen und ein-, zweimal Nachwachsen hat sich das Wasserfleckenphänomen in Luft oder irgendwas anderes aufgelöst. Jetzt kann man tatsächlich von sich langsam bildender Patina sprechen. Das Heißer-Topf-Phänomen hat sich noch nicht gezeigt. Es gibt schon einen kleinen Kratzer (die Oberflächenhärte ist nicht mit Granit zu vergleichen). Insgesamt würde ich es wieder so machen.
In der Zwischenzeit habe ich den Spritzschutz dahinter ebenfalls aus einigen dünnen großformatigen Platten gegossen und wollte wegen der Wasserflecken auf Verkieselung und Imprägnierung umschwenken. Die erste Platte habe ich nach dem Anbringen mit Wasserglas eingestrichen, das war nix. Man sieht graue Schlieren und Pinselspuren. Ich werde wohl doch wieder ölen und wachsen. Bis jetzt habe ich aber noch keinen Weg gefunden, wie man die Schlieren wieder weg bekommt. Hat jemand dazu einen Tip?

Hallo Robert,

das Wasserglas sucht sich im Betoninneren als Reaktionspartner freien Kalk, mit dem zusammen es einen wasserunlöslichen Glasfilm bildet. Wenn man zu viel Wasserglas aufträgt, kommen diese beiden Reaktionspartner nicht mehr zusammen, und das Wsserglas bleibt erst einmal (noch wasserlöslich) auf der Oberfläche haften, bis es sich mit der Zeit aus der Luft CO2 als neuen Reaktionspartner gesucht hat. Dann lässt es sich nicht mehr rückstandsfrei abwaschen, und zurück bleiben die Schleier, die Du beobachtet hast.

Die Oberfläche lässt sich nachträglich durch Polieren mit der Maschine wieder vereinheitlichen. Als Hilfsmittel zum Polieren hat sich unser RASO bewährt. Zieh eine Schürze an, es spritzt etwas. Noch mehr Info zu diesem Thema findest Du in diesem Beitrag.

Sven