Mich würde interessieren ob/wie sich die Art des Sandes auf die Festigkeit des Betons auswirkt. Es wird oft von Quarzsand gesprochen, ich habe bisher immer Flusssand für den Beton verwendet. Spielt das eine Rolle bez. Festigkeit oder hat die Sandart und Korngröße nur optische Auswirkungen?
die Gesteinskörnung hat schon sehr großen Einfluss auf den Beton. Diese sollte auch auf den Beton abgestimmt sein. Das bedeutet eine Zusammensetzung von groben und feinen Anteilen aus Körnungen unterschiedlicher Größe. Danach must du nur noch den w/z (Wasserzementwert errechnen) und fertig ist der Beton für das jeweilige Vorhaben, dass ja nun mal sehr verschieden sein kann.
Ich habe hier noch einen Link zum Hochleistungsbeton. Das ist es ja glaube ich, was du anstrebst.
Aber auch hier brauchst du eine Feinabstimmung der Gesteinskörnung.
Zitat: Bei der Auswahl der Gesteinskörnungen sind Korngrößenverteilung, Oberflächenform sowie der zulässige Mehlkorngehalt zu beachten.
Sieblinie: Das ist die Korngrößenverteilung. Hier kommt es darauf an, dass die Lücken zwischen den größeren Körnern möglichst vollständig durch jeweils kleinere Körner gefüllt werden, damit ein dichtes Gefüge entsteht, für das dann auch nur vergleichsweise wenig Zement gebraucht wird.
Kornform: Es gibt runde Körnungen (Flusssand) und kantige Körnungen (Brechsand, Splitt), die zu unterschiedlichen Verarbeitungseigenschaften führen.
Feinanteile: Die sehr feinen Bestandteile (Mehlkorn, Schluff) spielen eine wichtige Rolle bei den Verarbeitungseigenschaften und der erzielbaren Festigkeit. Für gängige Anwendungen gibt es im Baustoffhandel den sog. gewaschen Sand oder Kies, der in der Regel fast immer passt.
Hallo Dave, danke für deine Ausführungen und Links, das ist wirklich sehr interessant. Ja mich interessiert, wie dünn ich Beton gießen kann ohne, dass er zu leicht bricht. Ich sehe schon da muss ich einiges an Tests machen.
Warum ist es bei Punkt 2 wichtig, dass wenig Zement gebraucht wird? Zement sehe ich immer als der “Kleber” im Beton.
Ich Mische meinen Beton momentan in Kleinmengen von Hand und da merke ich, dass mit der angegebenen Wassermenge oft kein flüssiger “Malta” entsteht (vielleicht bindet der Beton in den 3 Minuten auch schon ab weil ich von Hand zu langsam bin). Aber ich habe jetzt gelernt, dass mehr Wasser auch bedeutet, dass der Beton an Festigkeit verliert. Wahrscheinlich mischt ein Mischer schneller, besser und der Brei wird flüssiger.
man versucht aus verschiedenen Gründen mit wenig Zement auszukommen. Einerseits ist Zement meistens der teuerste Bestandteil der Mischung, weshalb man Geld spart, wenn man davon weniger braucht. Andererseits schwindet die Mischung aus Zement und Wasser bei der Umwandlung in Stein (Das ist der sog. Zementleim, der beim Abbinden zu Zementstein wird.), während die im Beton enthaltenen Körnung (Sand und Kies) ihr ursprüngliches Volumen beibehält. Wenig Zement heißt deshalb also auch wenig Schwindung. Aber natürlich muss genug Zementleim da sein, um lückenlos alle Zwischenräume zwischen den Sandkörnern auszufüllen. Deshalb ist es gut, wenn diese Lücken dank einer guten Sieblinie sehr klein sind und noch besser wenn durch gezielte Zugabe von Feinstpartikeln (z.B. Microsilica) auch noch die Lücken zwischen den Zementkörnern gefüllt werden. Man kommt dann zu Mischungen, bei denen alle groben, feinen und feinsten Teilchen zusammen eine sehr große Oberfläche haben, und es erfordert viel Reibung und oft auch die Zugabe eines Fließmittels, um diese große Oberfläche vollständig mit dem wenigen Wasser zu benetzen, mit dem man operiert, wenn man hochfeste Ergebnisse anstrebt. Man kann natürlich auch mehr Wasser nehmen, um sich das Anmischen zu erleichtern, aber dann hinterlässt das verwendete Überschusswasser, welches für die Hydratation nicht gebraucht wird beim Heraustrocknen später unerwünschte Poren im Beton, mit der Folge, dass der Beton an Festigkeit einbüßt.