Sichtbeton auf Kalksandstein möglich?

Hallo zusammen,

ich plane aktuell eine Außenküche auf Basis einer Kalksandsteinmauer. Die Rückwand hinter der Arbeitsplatte würde ich gerne mit einem Sichtbeton versehen. Die Frage, die sich mir nun stellt ist, ob es möglich ist eine Verschalung aus Holz mit einem Abstand von ca 1-2 cm zur eigentlichen Mauer zu errichten und den Hohlraum dann mit einem Vergussmörtel (bspw. TURBO 20 Vergussmörtel schnell, grau) zu füllen? Die Fläche ist 3,5m breit und ca 40cm hoch. Würde eine solche Methode funktionieren, ohne dass der Beton wieder von der Wand fällt? Und wie sieht es mit einer möglichen Bewehrung aus?

Ich freue mich über Eure Antworten!

VG David

Hallo David,
das brächte eine Reihe von Problemen mit sich:

  • Den Kalksandstein müßtest Du absperren, damit dem frischen Beton kein Wasser entzogen wird.
  • Danach müßtest Du wieder für hinreichenden Halt sorgen.
  • Beton ist als Verbundwerkstoff immer problematisch (gibt dazu reichlich Infos hier im Forum). Plan B könnte funktionieren, wie damit die Oberfläche auf 40 cm Höhe rauskommt wäre interessant, ich würde vermuten das es zu einigen Lunkern kommt
Ich würde einfach in einer separaten Form eine Platte in der gewünschten Größe gießen und dann an die Kalksandsteinmauer kleben. Bei 30 mm Plattendicke (dünner würde ich bei einer separaten Platte nicht gehen) kämest Du um 100kg raus, das ließe sich noch leidlich gut handhaben. Wenn Dich die Fugen nicht stören könntest Du das ganze zur besseren Handhabung auch halbieren oder dritteln.

Wenn Du Dich nach Hinweisen zum Vorgehen hier aus dem Forum für’s direkte Verschalen und Gießen entscheidest, würde ich unbedingt einen/mehrere Test(s) machen. Das Einfüllen in einen z.B. nur 10 mm breiten Spalt ist nicht ohne und kann durchaus zeitaufwändig sein, erst recht wenn der gewählte Mörtel von der etwas “zäheren” Sorte ist. Da der gegossene Mörtel dann auch noch auf einer Höhe von 40 cm entlüften muss, benötigst Du eine hinreichend lange “Verarbeitungszeit” des Werkstoffes, der Turbo 20 wär schon aus diesem Grund nicht geeignet. Bei einem Test kannst Du ein für Dich taugliches Vorgehen mit Hilfe von Trichtern/Rutschen/hastenichtgesehen ermitteln, um Deinen Mörtel innerhalb der gegebenen Zeit in den Spalt zu füllen und hinreichend zu Entlüften um zu einer zufriedenstellenden Oberfläche zu kommen. Wenn Du ohne Tests verschalst, anmischst und einfüllst ist ein Scheitern eigentlich vorprogrammiert :slight_smile:

Gruß und viel Glück
Martin

Hi @DoubleM,

vielen lieben Dank für die schnelle und kompetente Rückmeldung!

Ja, ich habe sowas schon befürchtet, auch wenn ich es eigentlich nicht hören wollte :stuck_out_tongue:

Den Sichtbeton vorher zu gießen ist mir auch schon in den Sinn gekommen. Dann könnte ich diesen jedoch auch beispielsweise auf eine Siebdruckplatte kleben und als Rückwand aufstellen, um mir das Mauern der oberen Rückwand zu ersparen, richtig? Oder hättest du noch einen anderen Expertentipp?

Und bzgl der Dicke der Platte hatte ich beim “grey element” Frank in einem Video mal gesehen, dass er mit einem hochfesten Beton auch sehr haltbare Platten mit einer Dicke <1cm gießt, wenn ich mich nicht irre. Denkst du wirklich, dass es mind. 3 cm sein müssen?

VG David

Hallo David,
nicht falsch verstehen, ich weiß nicht ob es mit Plan B nicht doch gut machbar ist, ich hab zu wenig praktische Erfahrung mit dem Mörtel, erst recht bei so einem Einsatz. Sven kann da sicher mehr zu sagen.

Bei “meiner” Mindestdicke von 30 mm beim separaten Guss geht es vorrangig mal um 2 Themen: [LIST=1]

  • Die Platte soll möglichst nicht Schüsseln
  • Bei einer Gesamtlänge von über 3 m kann beim Ausschalen, Wenden und Montieren durchaus mal zu Belastungen kommen, die eine gewisse Stabilität der Platte notwendig machen. Da wirken im Zweifelfall ordentlich Hebel, und mir wäre die geringe Einsparung an Material und Dicke das Risiko nicht wert, zumal die Plattenstärke ja anders als beispielsweise bei Tischplatten hier nicht sichtbar wäre. [/LIST] Wenn wir das gleiche Video von Frank im Hinterkopf haben ging es dabei um Syscompound-Produkte, die machen in der praktischen Anwendung nach meiner Erfahrung allerdings wenig Spaß. Konkret hatte er die Platte aus dem reinen Bindemittel (Zement + Asche) ohne weitere Zuschläge gegossen und ist bei weitem nicht auf alle Aspekte eingegangen. So weckt er wiederholt Erwartungen, die sich so in der Praxis nicht bestätigen.

    Wenn Du Dich für separates Gießen entscheidest würde ich nochmal über einen Split der Platte nachdenken. Mit 2, 3 oder 4 “Fliesen” wäre das Handling sehr viel angenehmer und die Optik für mein Empfinden sogar noch “wertiger”.

    Ob eine Siebdruckplatte auf Holzbasis für den Außenbereich auf Strecke das richtige Material ist muss jeder für sich entscheiden, ich würds wohl nicht machen, verkauft werden sie ja allerdings als “Wetterfest”. Bei hinreichender Verwindungssteifigkeit wäre es aber erstmal ein geeigneter Untergrund. Vor dem Hintergrund kannst Du für eine Betonoptik ganz grundsätzlich auch über eine Beschichtung eines geeigneten Untergrundes z.B. mit Marfino nachdenken, was aber natürlich ein wenig Geschick erfordert. Denkbar wäre auch eine geeignete Trägerplatte dünn mit Plan B zu übergießen und dann zu montieren.

    Gruß
    Martin

  • Hallo David.

    Was befindet sich denn unterhalb deiner Rückwand? Wo ist die Kalksandstein Mauer?
    Steht die Küche frei, oder an einer Wand? Foto vielleicht?
    Ich würde die Platte einfach mit Klemo an die Wand kleben. Je nachdem wie gerade du gemauert hast, benötigst du die entsprechende Zahnung, damit der Kleber überall Verbund hat. Dann ziehst du den Kleber auf der grundieren Wand und einmal auf der Rückseite deiner Betonplatte. Dann saugt sich die Platte richtig fest an die Wand, du hast dabei auch nur einen Versuch, also vorher unbedingt die Wasserwaage ranhalten.

    Im Grunde genommen kann man auch 1,5 bis 2cm machen, dann müsstest du aber die Platte aufteilen, weil diese sonst zu stark schüsselt.

    Bei Frank seinen Videos sieht man selten einen Test mit Wasserwaage, um zu sehen wie gerade etwas geworden ist.

    1cm schüsselfrei zu bekommen ist absolute Schwerstarbeit. Spätestens nach einer Woche würden manche die von ihm angefertigten dünnwandigen Sachen einen Flitzebogen machen. Sieht man natürlich alles nicht. Auch dünnwandigen spröden Beton stabil zu bekommen ist Schwerstarbeit. Ich werde gleich mal was hochladen, wie man Stabilität im Beton erhält.
    Mit Fasern und Co kommst nämlich nicht weit.

    @DoubleM

    Du hast mich überzeugt :slight_smile: Das Ding am Stück zu gießen wäre angesichts der möglichen Risiken wahrscheinlich wirklich keine gute Idee.

    Marfino finde ich persönlich nicht so authentisch. Ist nah dran an Beton Ciré, den ich schon mal verarbeitet habe. Damit war ich auch nicht wirklich zufrieden. Wolkenbildung und Haptik unterscheiden sich schon stark von einem gegossenen Sichtbeton. Dann lieber kleine Schalung und die Platten gießen.

    Jetzt bleibt weiterhin nur die Frage, woran man die Platten befestigen könnte, womit ich gerne deine Frage @gestalter-dave beantworte. Die Küche steht frei, weshalb ich auch eine Lösung für die Rückwand finden muss, die an der Mauer befestigt ist. Also entweder höher mauern und fertige Sichtbetonplatten drauf kleben (Danke für den Hinweis zum Kleber) oder alternativ eine wetterfeste Platte mit bspw Metallstreben an die Rückwand und dann die Sichtbetonplatten drauf kleben. Eine Zeichnung habe ich angehängt, geht um die graue Rückwand.

    Kennt Ihr neben OSB 3/4 und Siebdruckplatten noch weitere Alternativen, die man als stabilen Untergrund nutzen könnte?

    Vielen Dank für Eure Unterstützung!

    VG David

    Hallo David,
    so ganz klar ist mir Deine Konstruktion noch nicht? Woran und wie befestigst Du denn z.B. eine Siebdruckplatte und was immer Du für die Rückseite vorsiehst? Hast Du jetzt eine Trockenbauwand mit Profilen vorgesehen? Falls ja, was für Profile und wie sind die verankert? Auf so einem Mäuerchen liegt ja schnell mal erstaunlich viel Windlast :eek:

    Als Untergrund wären z.B. Powerpanel H[SUB]2[/SUB]O Platten denkbar, da hätte ich vor allem beim Thema Feuchtigkeit ein besseres Gefühl. Wenn Du ohnehin als Sichtbeton hinter der Küche ein paar Betonfliesen gießt, warum dann nicht gleich ein paar mehr für die Rückwand?

    @DoubleM

    sorry für die späte Antwort, ich war vollkommen mit dem Gießen meiner ersten Bodenplatte (für die Küche) beschäftigt. Die steht jetzt schon einmal :smiley:

    Auf die Bodenplatte kommt eine 1 Meter hohe, U-förmige, nach vorne offene Kalksansteinmauer. Da rein kommen dann Korpusse aus Siebdruckplatten und darauf eine Edelstahl-Arbeitsplatte. Nun hatte ich erst überlegt die Kalksansteinmauer im hinteren Bereich einfach 40cm höher zu mauern und dann mit Sichtbeton zu überziehen. Aber wie du bereits sagst, birgt das Gießen zu viele Gefahren und auch die Windlast könnte ein Problem werden, weil die Mauer ja mehr oder weniger frei steht. Deshalb die Überlegung, an die Rückseite der Kalksansteinmauer mehrere Metallstreben (Vierkantrohre) anzubringen, auf denen dann eine Wetterfeste Platte angebracht wird, die dann mit den gegossenen Betonfliesen versehen wird. Das wäre nach den jetzigen Überlegungen wahrscheinlich die beste Alternative. Powerpanel hatte ich mir schon mal zum Bau der gesamten Konstruktion angesehen, jedoch bedarf es sehr viele Arbeitsschritte das Ganze Dicht zu bekommen. Wäre aber sicherlich neben OSB und Siebdruckplatten eine geeignete Alternative für den Untergrund der Rückwand. Das werde ich mir nochmal näher ansehen. Danke für den Tipp, Martin!

    VG David