Hallo Gregory und Landolt,
1. Stabilität:
Grundsätzlich entsteht mit Moby Dur nach hinreichender Wartezeit ein unheimlich stabiler Scherben, “Statik” ist also weniger das Problem. Die Wandungen größerer Gefäße sind dann ob der Starrheit des Materials aber vergleichsweise stoßempfindlich, da hilft “Dicke” schonmal, zumal mit Pflanzentöpfen ja weit weniger sorgsam umgegangen wird als z.B. mit Gläsern. Eigentlich schreit das nach Bewehrung mit Glasfasern, das macht den ohnehin eher etwas “zähen” Moby Dur dann aber in engen Wandungen nahezu unbrauchbar, damit sind dann eigentlich nur noch “Platten” oder dickwandiges machbar. Sind die Wandungen Eurer Form denn eigentlich noch irgendwie konisch zulaufend oder simpel senkrecht, das macht durchaus auch noch einen Unterschied, vor allem beim Guss.
Grundsätzlich ist Moby Dur für Pflanztöpfe eigentlich das perfekte Material, super stabil, tolle wertige Oberflächen und im Vergleich sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme, das Anmischen und Gießen muss man sich aber bei solchen Objekten ein wenig erarbeiten. Ich würde solch einen Topf mit 14 mm Wandung und Moby Dur wohl lunkerfrei gießen können, beim “Einsteiger” ist von ganz oke bis Lunkermassaker aber alles denkbar 
Überschlägig würde Euer Topf bei gerader Wandung und gleichdünnem Boden bei 20 mm Wandstärke ca. 21 kg und bei 14 mm um 12,5 kg wiegen, beides im Versand schon kein Schnäppchen mehr und für so manch zarte Seele auch nicht mehr tragbar, grad in 20 mm.
2. Entlüften:
Das Geheimnis ist da zunächst mal beim Guss möglichst wenig Luft im Beton zu haben. Das bedeutet …
a) Den angemischten Beton im Eimer schon gründlich entlüften lassen –> Ihr braucht hinreichend Topfzeit
b) Den Guss so vorzunehmen, dass nahezu keine Luft zusätzlich eingeschlossen/übergossen wird, die sich anschließend mühsam ihren Weg nach oben bahnen muss.
Wenn das gewährleistet ist erarbeitet man sich eine Gußtechnik, bei der man bei Gefallen und Bedarf mit (zwischenzeitlichem) Stochern und Rütteln/Klopfen ein nahezu lunkerfreies Ergebnis erhält, da gibt es jede Menge kleine Kniffe. Klar ist, dass es andere Vergussmörtel gibt, bei denen man sich in Eurem Fall zum Einstieg deutlich leichter tut als mit Moby Dur. VITO ® PIANO wäre da ein Kandidat, Ihr seid da zwar vom Objektgewicht vergleichsweise hoch, aber die Gießeigenschaften sind wirklich einmalig, dafür schlürft der z.B. vergleichsweise viel Wasser.
Mit Material, Wandstärke, Gußtechnik, Formenbau uswusf. habt ihr natürlich sehr viele Variablen die es unheimlich schwer machen, a priori alle relevanten Entscheidungen zu treffen, Form und Material zu bestellen und loszulegen. Ihr könnt natürlich hier weiterfragen, bis ihr Euch Eurer Sache eingermaßen sicher seid und dann loslegen. Nach meiner Erfahrung geht das “Lernen” dann aber nochmal von vorn los. Ist ein eher iterativer Prozess, bei dem man die Form, das Material und das Vorgehen variiert und anpaßt. Wenn man dann wie Ihr die Formen nicht selbst herstellen kann, wird das schnell mal unverhältnismäßig.
Also entweder
- Bei gegebener/gelieferter Form alles weitere (Guss, Material, …) solange optimieren bis kein Fortschritt mehr möglich ist und damit dann leben
- oder mit kleineren Prototypen und selbstgebauten Formen solange feintunen bis es paßt, und dann die Form entsprechend dimensionieren und bestellen
Wo in der Republik steckt Ihr denn eigentlich? Wenn Geld für Formenbau da ist findet sich ja vielleicht jemand kundiges in der Nähe, der kurz hilft das Ding aufs Gleis zu setzten. Trotz meines Gesabbels ist das ja auch keine Raketenwissenschaft und ein Pflanzentopf auch nicht soooooooo ein kompliziertes Gebilde, aber die Details können einen durchaus in den Wahnsinn treiben.
Gruß
Martin