ich arbeite momentan an einem Hundenapf für meinen Hund, den ich aus Beton gießen möchte. Auf dem beigefügten Foto habe ich den Beton MOBY DUR verwendet. Obwohl die Qualität des Betons hoch ist, ist er leider zu dickflüssig, um alle feinen Details auszufüllen, insbesondere bei den kleineren Vertiefungen.
Zudem habe ich bemerkt, dass der Beton anfällig für Wasserflecken ist. Daher überlege ich nun, welchen Beton ich als nächstes verwenden soll. Gibt es eventuell eine andere Betonart oder eine spezielle Mischung, die für dieses Projekt besser geeignet wäre?
Der ideale Beton sollte stabil und wetterbeständig sein, sich gut gießen lassen und wasserabweisend sein. Der Napf hat die Maße 35 cm x 15 cm x 8 cm.
1. “dickflüssiger Beton” Moby Dur ist ohne taugliches Werkzeug nicht ganz einfach anzumischen, das Forum hier ist voll davon. Der Einsteiger überwässert den Mörtel in aller Regel stark und kommt trotzdem nicht zum angestrebten honigartigen Zustand. Richtig angemischt ist Moby Dur tatsächlich etwas “zäher” als andere Hochleistungsmörtel aus Svens Shop, durch die enthaltenen feinsten Bestandteile ist er aber eigentlich prädestiniert feinste Details abzubinden, das Problem liegt hier woanders, bei Deiner Gießtechnik. Bei solchen Hinterschneidungen kommt es schnell zu Anhaftungen kleiner Luftblasen, wenn man dann noch nicht hinreichend entlüfteten Mörtel nutzt, dem man außerdem mit nicht wirklich tauglichem Mischwerkzeug vielzuviel Luft untergeschwurbelt hat, ist das Desaster vorprogrammiert. Verschärft wird das Problem häufig dadurch, dass man beim Befüllen der Form unnötigweise Luft einschließt, die sich dann mühsam den Weg durch den Mörtel bahnen muss.
Abhilfen:
Die Form leicht schräg stellen beim Befüllen, so dass die Flächen bei den Hinterschneidungen nicht mehr komplett senkrecht stehen. Dann lösen sich aufsteigende Luftblasen leichter und Zahl der Lunker reduziert sich.
Beim Befüllen der Form Lufteinschlüsse vermeiden. Dazu den Mörtel in eher dünnen "Strahl" auf die immer gleiche Stelle laufen lassen, von dort breitet er sich in der Form aus und verdrängt die Luft anstatt sie zu "Überstülpen".
Hinterscheidungen wie Deine Typoelemente gesondert behandeln: Dazu z.B. einen Bodensatz Mörtel in die Form füllen und vor dem vollständigen Befüllen mit einem Pinsel die Typoelemente mit dem Mörtel ausstreichen. Der Mörtel fließt dann deutlich besser in die kritischen "Ecken" und es bleiben dann praktisch keine Lunker mehr am Guss zurück.
Im Zweifelsfall nach Befüllen der Form z.B. mit einem dünnen gebogen Draht o.ä. nochmal die Wände abstreifen um letzte Bläschen zu lösen, leichtes Klopfen und/virbrieren kann auch helfen, je nach Mörtel aufpassen, dass Du die Pampe dadurch nicht entmischst.
Du kannst Dir das Leben als Einsteiger etwas leichter machen, indem Du statt des leicht zickigen Moby Dur den wunderprächtigen VITO PIANO nutzt. Mit der Wassermenge aus dem Waschzettel läßt der sich kinderleicht anmischen, entlüftet vergleichsweise schnell im Topf und hat herausragende Gießeigenschaften. Es lohnt immer noch die obigen Tipps gegen Lunker zu befolgen, er macht Dir das Leben trotzdem eine Ecke leichter.
2. Wasserflecken
Patina ist bei Beton unvermeidlich. Du hast mit Moby Dur schon den Mörtel rausgesucht, der die dichtesten Oberflächen und damit die maximale “Resistenz” gegen Wasser aufweist. Im Unterforum Endbehandlung gibt es Dutzende Threads dazu was man tun kann, um Betonoberflächen leidlich zu schützen. Ich käue das jetzt nicht alles wieder, lies Dich da mal ein wenig schlau.
Zum Einstieg schonmal ein Stement von Sven dazu, das sich an vielen Stellen hier im Forum findet:
Das muss jetzt nicht zwangsläufig Deine Lösung sein, Sven hat kürzlich mit CAPOSIL ein neues Produkt aufgenommen, die resultierenden Oberflächen muss man aber mögen. Es gibt Möglichkeiten mit Wasserglas (LFC) und Betonöl abweichend von den häufig zu lesenden Standardprozeduren zu guten Ergebnissen zu kommen, aber sich da reinzufuxen lohnt erst wenn man kleinere Serien produziert und nicht Einzelstücke für die eigenen Hunde. Wie gesagt, im Forum gibt es reichlich Lesestoff.
Die Typoelemente mit einem Pinsel und demselben Beton ( denke ich mal, weil du Mörtel geschrieben hast) vorher auszustreichen ist ein richtig guter Tipp um die Luftblasen vorwegzunehmen.
Ich mache das tatsächlich auf der Baustelle bei Deckendurchbrüchen verschließen auch so, damit jede Ecke gefüllt wird und alles auf der Schalung darunter vollflächig ankommt, streiche ich die Masse mit einem Eckenpinsel vorweg bis alle kleine Ecken gefüllt sind. Funktioniert super.
Viele arbeiten sind für mich völlig normal geworden, ohne darüber nachzudenken wo man diese noch überall einsetzen könnte.
Danke das du deine gesammelten Erfahrungen hier wiedergibst.
Mach weiter so.
Das Thema Wasserflecken wird uns bestimmt noch eine Weile beschäftigen. Ich frage mich denoch, wo der Markt mit Betonwaschbecken in allen Farben und Varianten überschwemmt wird, wie diese Firmen so arbeiten? Viel rauslesen kann man da nicht und ist auch etwas schwammig. Die halten sich doch eher zurück mit der Beschreibung der Beschichtung. Hin und wieder liest man was von Nanobeschichtung. Eingefärbt sind die Becken sowieso. Das meiste wird wohl an Zusätzen im Beton enthalten sein, nehme ich an.
Zumindest erinnert die Qualität mehr an Keramik als an Beton.
Für mich habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass Terrazzo unempfindlicher gegen jede Art von Flecken ist. Komplizierte Formen kann man damit allerdings nicht herstellen.
Hier ist eine schöne Seite, vielleicht fällt dir noch was auf zur Qualitätssteigerung.
Vielleicht kochen auch alle nur mit Wasser und es handelt sich einfach nur um gute Marketing Bilder. Auf der Website wird unter Material mit Bildern, Gott sei dank nochmal darauf hingewiesen wie Beton wirklich aussehen kann. Leider haben viele hier aber auch ich:) eine bessere Vorstellung von Qualität. Vorallem wenn man sich die Kollektionen vorweg anschaut.