für meine Outdoorküche möchte ich die Arbeitsplatte aus Mobi Dur gießen. In der Küche treffen drei (unterschiedliche) grau-Töne aufeinander.
Das ist eben die Arbeitsplatte selbst, Schranktüre und Korpus. Also muss ich versuchen die Töne exakt hinbekommen damit die Kombi zur Geltung kommt.
Ich werde Mobi Dur (grau) mit dem schwarzen Pigment einfärben müssen, welches im Anmachwasser dazu kommt.
Wie geht man bei der Tonauswahl vor? Muss man einige Muster mit unterschiedlichen Pigment-Verhältnissen gießen oder gibt es eine Art Spickzettel, welches aussagt, was genau so und so viel % Pigment an der Farbe bewirken?
das musst Du ausprobieren. Normalerweise nimmt man eine bestimmte Menge für den das erste Musterstück und halbiert oder verdoppelt von da aus für alle weiteren Muster jeweils die Pigmentdosis. Es kommt nicht so sehr auf eine ganz präzise Pigmentmenge an, sondern viel mehr auf die Randbedingungen. Die sollten exakt stimmen. D.h. Wassermenge, Mischzeit, Formmaterial, Trennmittel, Umgebungstemperatur und Verweildauer in der Form sollten nicht anders sein als beim Muster, wenn Du den gleichen Farbton haben willst. Ganz genau wird es sowieso nicht. Zu dem Thema empfehle ich auch die Lektüre des Techniktipps am Ende meines Newsletters vom Juni 2021. Die Pigmente ins Mischwasser zu geben, bringt aus meiner Sicht übrigens nichts.
So stehts beim schwarzen Pigment in der Beschreibung, meine ich. Würdest Du Pigment zur Trockenmischung geben?
P.S. wie grau ist das Endergebnis von “Mobi-Dur grau” ohne Pigment? Gibt es evtl. ein Muster zu sehen?
Besten Dank und Grüße
Alex.
P.S. im GSV hat einer nach Deiner Anleitung die Mischung selbst hergestellt und dabei penibelst 9,6g Pigment auf 1L beton zugefügt. Er hat sogar die Fronten und den Küchenkorpusteile gegossen. Für mich ist sein Ergebnis konstant von der Farbe her
Ja, du kannst die Pigmente in die Trockenmischung tun und dann verrühren.
Das Grau ist etwas dunkler, also ein Dunkelgrau:)
Bei so vielen unterschiedlichen Grautönen macht der genaue Ton den Kohl auch nicht mehr fett.
Ich würde einfach nur mit hell oder dunkel arbeiten. Oder Weiß, oder eine andere Farbe.
Mischmaschgrau bleibt Mischmaschgrau ohne Kontrast.
Man könnte höchstens noch schauen ob es warme oder kalte Grautöne sind.
Hallo Alexander,
ich denke Sven spricht von Eisenoxidpigmenten (360,722) und Du vermutlich vom Flüssigpigment PL83. Dieses darfst Du natürlich nicht vorab zur Trockenmasse geben, weil das enthaltene Wasser sofort den Hydratationsprozess anstößt. Für eine möglichst homogene Verteilung von PL83 tu ich das auch immer ins Anmachwasser. Die Eisenoxidpigmente kann man höchstens mal vorab einsumpfen, wenn man Schweinereieffekte auf den Oberflächen hat die man nicht in den Griff bekommt, ansonsten einfach mit dem Moertel vorab vermengen.
Bis zu einem mittleren grau kommst Du auch mit 360 (722 etwas heller und wärmer), bei allem darüber brauchst Du PL83, zumindest mal zusätzlich. Mach unbedingt Probeplatten, das liest sich alles so harmlos, kann einem aber in der Praxis ordentlich die Nerven ficken. Wenn Du gleich dann an einer 150 kg-Platte übst gibt das zwar eine steile aber eben auch teure Lernkurve
wir haben flüssige und pulverförmige Pigmente. In der Produktbeschreibung steht bei den flüssigen Pigmenten die Empfehlung, sie in das Mischwasser zu geben. Bei den Pulverpigmenten steht dagegen in der Produktbeschreibung: Wir empfehlen, das Pigment zunächst unter die Trockenmasse zu mischen und den Beton erst danach mit Wasser anzurühren. Wenn sich Deine Frage also auf die flüssigen Pigmente bezieht, dann solltest Du es so machen wie in der Produktbeschreibung zu den flüssigen Pigmenten angegeben. Sollte sich hingegen die Frage auf pulverförmige Pigmente beziehen, so wäre meine Empfehlung, es so zu machen, wie in der Produktbeschreibung zu den pulverförmigen Pigmenten angegeben. Also kurz zusammengefasst: Einfach machen, was da steht.
Ich möchte ein dunkleres Grau erzielen, dunkler als Naturzement.
Hier ein Muster vom unseren Gartentisch, das sieht für mich passend aus:
Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Typ006 für 15,7€/110gr und z.B. Typ 722 für 8,2€/200gr außer dem Preis und womöglich Farbe?
Welchen Ton würdet ihr mir für die abgebildete Farbe empfehlen?
PL 83 war ein Flüssigpigment schwarz. Aber ich glaube Sven hat das aus dem Programm genommen. Typ 006 Rußschwarz ist auch flüssig und eher für Spachtelmassen gedacht.
Wenn du Typ 360 Tiefschwarz Pigment nimmst, sollte so aussehen wie deine Tischplatte.
Ich vermische die Pigmente mit dem Mörtelquirl und der Trockenmasse gründlich durch. Erst danach im Zwangsmischer oder Freifallmischer + Wasser nach und nach zugeben. Dann wird es nicht ganz so checkig aussehen. Und vorallem früh Ausschalen. Durch leichtes schleifen kann man die Farbe ein wenig vereinheitlichen.
Dave hat Recht, mit dem Pigment Typ 360 tiefschwarz dürftest Du ganz gut diesen Farbton treffen können. Ich würde dazu auf ca. 70% der erlaubten Höchstmenge gehen. Das flüssige Rußpigment Typ PL83 pechschwarz habe ich natürlich nicht aus dem Programm genommen, denn es ist ziemlich gefragt. Es dürfte für Deinen Farbton aber etwas zu stark sein. Rußpigmente haben mehr Farbkraft als die Eisenoxydpigmente. Das gilt auch für das GRAN-X-Pigment Typ 006. Das ist wohlgemerkt kein Flüssigpigment sondern ein speziell aufbereitetes Pigment in Granulatform. Die spezielle Aufbereitung macht es so teuer und sorgt bei Spachtelmassen für eine klumpenfreie Verteilung . Für Vergussmassen ist es eher ungeeignet, weil es leicht zum Aufschäumen neigt. Da muss man dann erst wieder mit Entschäumer gegensteuern. Also zusammengefasst: in Deinem Fall passt am besten der Typ 360.
Alles klar. Vielen Dank für die Klarstellung.
Jedoch führt Sven’s letzte Erklärung zur weiteren Frage.
Und zwar stehe ich vor zwei Aufgaben:
Die gegossene Arbeitsplatte aus Mobidur mit Abtönung mit Pigment Typ 360 tiefschwarz, wie erklärt. Das ist aber der letzte Schritt, soweit bin ich noch nicht.
Der Korpus der Außenküche ist im Trockenbauverfahren mit Verkleidung mit Knauf Aquapanel Platten hergestellt. Ich möchte gern alle sichtbaren Flächen in der Betonoptik bekommen.
Im GSV hat jemand eine gute Erfahrung mit der Ausgleichsmasse für Außen erzielt , in dem diese auf die Oberflächen im Spachtelverfahren aufgebracht wird. (im Endeffekt viel günstiger als die Spachtelmassen die extra für die Beton-Optiken gedacht sind)
Ich habe ein Muster angefertigt und festgestellt, dass die getrocknete Ausgleichsmasse eher einen erdigen Farbstich mit sich bringt, also geht nicht in die graue sondern eher gelbliche Töne. Das unruhige Muster, könnte man für Betonoptik erklären, jedoch nicht die Farbe:
Sehe ich das richtig, dass ich zum Abtönen der Ausgleichsmasse GRAN-X-Pigment Typ 006 nehmen könnte, welcher für die Spachtelmassen gedacht ist?
Deine Testplatte mit Ausgleichmasse schaut aber so aus als wenn du die Masse liegend und nicht vertikal aufgetragen hast. Auch die Ecken hätte man gleich mit testen können, weil auch nicht so einfach zu gestalten.
Theoretisch würde es ja mit Zusätzen funktionieren, aber praktisch gesehen sehr umständlich, weil die die Masse sehr zäh ist, und man damit auch keine schöne plane Oberfläche erzielt.
Da wäre es mit Marfino zum Beispiel deutlich einfacher. Bei Obi gibt’s auch günstigen Betonspachtel der ist auch ziemlich dunkel. Mit Betonoptik hat das ganze aber wenig zu tun.
Hier im Forum gibt es auch Beiträge wo man noch Folie davor klebt um den typischen Beton Charakter zu erreichen.
Ich denke hier sparst du am falschen Ende.
Günstiger wäre es auch bestimmt gewesen, du hättest deinen Korpus gemauert, statt Aquapanele zu verwenden. Was kostet denn eine Platte?
wie Du es am Ende machst und welcher Farbton Dir am besten gefällt, ist Deine Entscheidung. Ich kann nur sagen, dass die GRAN-X Pigmente erst dann Sinn machen, wenn man mit einer Spachtelmasse wie MARFINO® CONCRETE SURFACE Microzement arbeitet und/oder wenn man besonders ausgefallene Farbtöne realisieren will. Für andere Zwecke, Techniken, und Materialien kannst Du besser und kostengünstiger auf die ganz normalen Pulverpigmente zurückgreifen.
Das Stimmt wirklich, ich habe das Muster liegend erstellt. Und es stimmt auch, die Masse war sehr zähe und sehr schwierig aufzutragen.
Die Masse liess sich so gut wie gar nicht ziehen, es pappte an der Platte.
Nun ja, ein Panel kostet bei Hornbach um die 20€. Der Entscheidung für diese Bauweise hat u.A. die Tatsache beigetragen, dass die Terrasse in beiden Richtungen das Gefälle aufweist, sprich über die Länge jedes Schenkels die Höhe ist aus der Ecke raus ansteigend. Mein Sockel gleicht diesen Unterschied aus. Darüber hinaus gefallen uns die typischen Edelstahleinsätze für die Outdoorküchen nicht wirklich, obwohl diese in den gemauerten Korpus relativ einfach eizusetzen sind (und weniger Toleranz behaftet noch dazu). Dazu kommt, dass ich noch nie gemauert dafür relativ viel mit Trockenbau gemacht.
Im GSV gibt es Beispiele de Küchen, die so oder mit Steelframe aufgebaut sind, so dachte ich mir, ich mache auch keinen grossen Fehler.
@Sven, vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Bzgl Marfino:
Im Bild auf der Marfino-Seite ist eine graue Wand gezeigt, welche dieses “unregelmäßige” Beton-Muster aufweist.
Wenn die Masse gleichmäßig pigmentiert ist, was sorgt denn für dieses Beton-Muster? Ist es eine besondere Technik beim Auftragen?
Kannst Du das bitte noch erklären?
eine gewisse Wolkigkeit ergibt sich bei MARFINO von allein. Den Effekt kannst Du noch steigern, wenn Du die Oberfläche nach dem Auftragen hier und da mit der Sprühflasche befeuchtest. Zu der Frage, wie man eine Oberfläche so beschichten kann, dass sie wie Sichtbeton aussieht, empfehle ich Dir die Lektüre meines Newsletters vom Oktober 2022.
habe mir die Doku sowie die Forum-Beiträge mit der Benutzung von Basil und Folie durchgelesen (Auf die Frage, warum er jedoch nach den erfolgreichen Tests mit Marfino doch den Basil vorgezogen hat, gibt Olli keine Antwort, weißt Du das vielleicht?).
Jetzt erst ist mir klar geworden, wie weit ich tatsächlich von der Beton Optik entfernt bin.
Wie ich aus der Basil-Beschreibung rausgelesen habe, ist es auch für den Außenbereich geeignet.
Womit sollte man die Oberfläche (Basil oder Marfino) endbehadeln? Die Vergleichstabelle ist sehr umfangreich.
So grob kristallisiert sich die Richtung auch für mich aus
Wenn ich nirgends den Fehler gemacht habe, wäre die “Basil”-Lösung nur 25€ günstiger als die “Marfino”, dafür mit den eventuellen Verarbeitungsschwierigkeiten wegen des Stellmittels und Frostbeständigkeit (lt der Beschreibung ist Basil nicht frostsicher).
Somit fällt die Entscheidung ziemlich einfach aus.
gute Entscheidung. Ich würde lieber zwei Lagen MARFINO einkalkulieren, auch wenn es am Ende mit einer Lage klappen sollte. Da steckt man nicht so drin, und jeder Fall ist anders. Die Technik mit der Folie klappt natürlich auch mit MARFINO. Bei Deinem Farbton liegst Du gerade so zwischen 005 und 006. Der Typ 005 ist relativ farbschwach aber dafür ideal für feinste Grauabstufungen. Der Typ 006 haut dagegen ziemlich rein, wenn man nicht aufpasst. Ich würde es hier aber doch mal mit dem Typ 006 probieren und vielleicht nur etwas sparsam dosieren.
Gibt für Marfino Erfahrungswerte, wie lange man Folie dran lässt für ein ansprechendes Ergebnis?
Bei Basil hat Olli die Folie über 10Std dran gelassen.
Du sagtest für etwas prägnantes wolkiges Ergebnis sollte man die Spachtelmasse nach dem Auftragen punktuell befeuchten und glätten. Olli hat die Folie komplett vorm Auftragen benetzt. Passt das dann noch mit Marfino? Gäbe es evtl. ein Bild davon?
Danke und Grüße
Alex