Hallo zusammen
Ich habe eine grosse Menge an Tisch-Aufsteller zu fertigen.
Hier wie diese aussehen sollten: (B: 105 x H: 40 x T: 40mm)
Hier der CNC-Plan wie wir die Positiv-Form fräsen werden, um eine negative Silikonform daraus zu machen:
Jedes weisse Rechteck ist ein Steller.
Die violette Farbe stellt die Silikonform dar.
Blau ist ein Alu Flacheisen, damit der Schlitz für das Plexi auch wirklich gerade wird. (B: 4 x H: 625 x T: 10mm)
Was für uns wichtig ist:
Schnelle Trocknung (schnell aus der Form zu nehmen – ca. 3h)
«Einfache» Handhabung
Silikonform muss öfters wiederverwendbar sein
Total stellen wir 3250 Stück her. Die Form gibt 125 Stück auf einmal her.
Welchen Silikon und welche Betonmischung würdet Ihr mir empfehlen?
Liebe Grüsse
Mike
Hallo Mike,
ich habe Deinen Beitrag von Schwarzen Brett hierher kopiert, weil man sonst keine Antwort geben kann. Hier also die Antwort:
Ich würde Dir dringend davon abraten, so eine Mehrfachform zu bauen, weil die Entformung der Betonteile damit sensationell unpraktisch ist. Mach lieber 125 einzelne Formen. Als Silikon würde ich TROLL-Silikon Typ 1 empfehlen, und als Beton VITO® PIANO Feinbeton grau. Wenn Dir die Taktzeit zu lang ist, kannst Du durch Wärmebehandlung oder Zugabe von VITO® EXPRESS Blitzbeton grau die Abbindegeschwindigkeit ganz nach Wunsch auch kürzer einstellen.
Sven
Hallo Mike,
ich sehe bei Deinem Ansatz 2 zentrale Probleme:
Die Flacheisen
Wenn Du nicht komplett schwindfreien Beton einsetzt besteht die große Gefahr, dass es zu kleinen Rissen kommt. Darüber hinaus nimmt man ja u.a. deswegen Silikon als Formmaterial, weil es selbsttrennende Eigenschaften hat und sich nicht/kaum mit anderen Materialien verbindet. Wenn Ihr dann beim Ausschalen der Aufsteller die Silikonform unweigerlich verformt/drückt besteht die Gefahr, dass sich die Flacheisen ebenfalls lösen und die Form sehr schnell in ihrer Tauglichkeit eingeschränkt wird. Ohne Trennmittel, dessen händischen Auftrag ich mir auch einigermaßen nervig vorstelle, kann es auch zu großen Problemen beim Ausformen dieser Flacheisen kommen, zumal ihr die ja vermutlich nicht nennswert angeschrägt einsetzen werdet(?). Ich verstehe das Bedürfnis, möglichst viele Objekte in möglichst kurzer Zeit produzieren zu wollen und die Aufsteller quasi Eiswürfelartig aus der Form purzeln zu lassen, würde das aber wohl aus Gründen der “Prozesssicherheit” anders lösen. Ich würde z.B auch unbedingt vorher mit einem Prototypen mal ausprobieren, ob der Schlitz bei geeigneter Füllmethode + Verdichtung nicht auch bei kompletter Verwendung von Silikon hinreichend gerade ist. Alu + Beton ist übrigens auch keine optimale Kombination, das solltest Du im Vorwege unbedingt testen.
Die schnelle Abbindung
Die von Euch gewünschte schnelle Hydratation des Mörtels geht praktisch unweigerlich einher mit einer kurzen Topfzeit. Ich würde das nicht unterschätzen, wenn man den Mörtel gut durchmischt (dabei beginnt der Prozess bereits), die Form(en) sorgsam befüllt und der Mörtel sowohl im Mischgefäß als auch in der Form noch hinriechend entlüften soll braucht es einiges mehr an Topfzeit als man zunächst annehmen mag. Was nützt es, wenn man zwar nach 3 Stunden ausschalen kann, einem dafür aber auch die Hälfte der Pampe im Eimer ansteift und dann nicht mehr bestimmungsgemäß genutz werden kann? Svens Ansatz mit der Wärmezufuhr (in Kombination mit einem etwas langsamer abbindenen Mörtel) halte ich deswegen für deutlich zielführender, da stellen sich dann zumeist eher ein paar praktische Fragen, die sich mit kleineren Formen dann wieder besser lösen lassen.
Der VITO® PIANO wäre übrigens auch mein Favorit bei den in Frage kommenden Mörteln. Der läßt sich sehr gut und schnell anmischen, hat herausragende Gießeigenschaften und ein wirklich gutes Verhältnis von Topfzeit zu der Zeit, die bis zur Ausschalung vergehen muss. Schon für die reine Produktion benötigst Du ca. 40 Säcke Mörtel, also etwas mehr als eine Palette für ca. 1.800 €. Wenn das Projekt so eilig ist wie hier zwischenzeilig durchscheint, und die Erfahrung mit Betonarbeiten eher begrenzt, bist Du mit einer erprobten Fertigmischung wie dem Piano wirklich gut bedient. Ich würde aber aus o.g. Günden (und wenn möglich) nicht die schnellstmögliche Produktion priorisieren und den Mörtel im Zweifelsfall mit PIANO eher noch etwas einbremsen.
Gruß und viel Glück
Martin