Bodenausgleich auf unebener Betondecke

Hallo in die Expertenrunde.

Wir stehen vor folgendem Problem. Wir müssen unseren Boden ausgleichen (Ziegeleinhängdecke mit Aufbeton). Fläche ist ca. 70m2 und Höhen von 4cm bis ca 1-2mm.

Mein Ansatz wäre in jeden Raum Leisten/Abziehhilfen zu setzen auf die richtige Höhe und danach mit dem jeweiligen Produkt abziehen.
Ich würde gerne ein Produkt durch und durch verwenden.

Meine FRAGE AN EUCH:

Was eignet sich am besten dafür?

Quarzsand 0,3-1mm + Zement + Wasser (Mischverhältnis fehlt mir)

Baumit Estrich und Füllbeton GK4 (evtl. mit Quarzsand gestreckt)

Drainagebeton aus Splitt 2/4 + Zement + Wasser (Mischverhältnis fehlt mir)

Preislich soll es auch nicht utopisch sein, deshalb hab ich die Nivelliermassen jetzt mal außen vor gelassen.

Sobald der Boden ausgelichen ist, wird mit auf Grund der Geringen Raumhöhe mit Trockenestrichsystem weitergearbeitet, aber dafür müss der Untergrund eine gewisse Ebenheit aufweisen.

LG​

Hallo Thomas.

Ich würde aber nicht schon bei dem Vorarbeiten am falschen Ende sparen.
Man würde auf deiner Baustelle einfach alle 1,90m einen Höhepunkt von 5x5cm verkleben, mit dem Laser ausrichten und mit Ausgleichmasse von 3mm bis 5cm und einer Alu Abziehkadesche von Punkt zu Punkt abziehen. Im Halbkreis quasi. Danach ist alles waagerecht und vor allem stabil.

Nur mit Zement und Körnung first niemals einen Tragfähigen Untergrund im Bereich unter 2cm hinbekommen. 3cm ist bei Verbundestrich schon die Schmerzgrenze. Wenn man schön nass in nass in Zementschlämme und etwas mehr Zementanteil arbeitet, geht auch 2cm, aber dann ist Schluß.

Man könnte oder muß auch Zusatzmittel verwenden wenn es kritisch wird.
Um an einer Nivelliermasse heranzukommen benötigt du auch Fliessmittel .
In einer Ausgleichmasse befindet sich Quarzsand.

Du könntest doch einfach bis 3cm Verbundestrich herstellen und den Rest mit Ausgleichmasse.

Man bringt auch keine Abziehlatte ein. Sondern man zieht sich eine Lehre aus Estrichbeton worauf man abzieht. Die Höhe kannst du durch einen Laser an der Wand markieren. Eine Abziehlatte kann man im Garten machen. Ich kenne das aber auch noch bei einer Bodenplatte im Keller zum Beispiel, wenn der Beton zu dünn ist um ihn gerade zu bekommen, nur da haben wir Stahlrohre verwendet. Beim Estrich brauchst du das nicht, weil dieser ja Erdfeucht ist.

Ich habe nochmal einen Link zu deiner Decke. Vielleicht solltest du die Dicke oder Statik vom Aufbau nochmal anschauen. Ist mir irgendwie schleierhaft wie trotz Aufbeton 4cm Differenz Zustande kommt. Oder hat man die Decke schief eingebaut? Was ist denn darunter?

https://www.fiedler-decken.de/ziegeldecke/

David

Was spricht eigentlich dagegen deine Trockenestrichplatten auf eine plan abgezogene Trockenmischung zu verlegen? Dafür kannst du auch deine Abziehlatten verwenden. :wink:
Wäre ja die kostengünstigste und schnellste Variante. Dafür fängst du am höchsten Punkt an.
Ich hatte auch mal eine ganze Wohnung auf diese Weise verlegt. Geht super schnell, allerdings bin ich mit dem freihändigen abziehen auch schon etwas geübt. Am höchsten Punkt müsstest du es auch freihändig ohne Abziehhilfe hinbekommen.

@gestalter-dave
Vielen Dank für deinen Input.
Das mit der Trockenschüttung hab ich mir ehrlich gesagt schon überlegt, die Frage ist ob darauf das Trockenestrichsystem (Variotherm) funktioniert.

LG Thomas

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Man kann auf dem Bild schlecht was sehen.

Im Grunde genommen hast du doch die Daten für einen fachgerechten Einbau deiner Fußbodenheizung. Jetzt suche eine Schüttung die der Wärmeleitfähigkeit entspricht und eine Mindesthöhe von 1cm aufweist, damit du am höchsten Punkt nicht so viel aufbauen musst. Fang bei Fermacell an.

Es gibt auch Harzgebundene Schüttung. Da brauchst du aber noch mehr Aufbau.

Wichtig ist Wärmeleitfähigkeit und Aufbauhöhe. Mehr brauchst du glaube ich nicht.
Wenn du ein Aquarium aufstellen willst, solltest du nochmal kurz weiter überlegen.

Haste noch ein Foto von deiner Baustelle? Sind hier im Forum immer sehr beliebt. :smiley:

Ps: Mit Wärmeleitfähigkeit meine ich die Dämmschicht unter deiner Heizung, sofern das im System nicht vorhanden ist.
Damit kein Wärmeverlust nach unten erfolgt.

Hier nochmal kurz erklärt:

https://www.baunetzwissen.de/daemmstoffe/fachwissen/eigenschaften/waermeleitfaehigkeit-152162

Hallo Thomas,
bei Trockenestrich bietet sich ausgleichende Schüttung doch wirklich an, die Systeme sind ja entsprechend ausgerichtet. Variotherm bin ich nicht im Thema, kenne allerdings die fermacell Estrich-und Therm-Elemente recht gut. Zum Einstieg kannst Du Dich hier ein wenig schlau lesen, die Anwendungstechnik der Firma ist auch gut telefonisch erreichbar, es gibt Anwendungsvideos und einige weitere Broschüren zum Thema Trockenestrich.

Gruß
Martin

@DoubleM @gestalter-dave
Wieder Danke für eure Inputs.

Ich kenne auch das Trockenestrichsystem von Fermacell, da greifen die Platten über eine Nut ineinander.
Beim Variotherm werden diese lediglich stumpf aneinander gelegt, und danach kommen die Heizungsrohre hinein, dadurch denke ich, ist ein Einbau einer losen Schüttung nicht möglich, außer man legt eine dementsprechende Lastverteilschicht auf die Schüttung so wie es in den Angaben von Variotherm steht. Leider sind wir mit der Höhe dementsprechend begrenzt (Anschluss an Bestand und Hauseingangstüre.

Also ein paar Fotos wären ja wirklich nicht schlecht gewesen. Naja egal. Was wäre denn die Raumhöhe? Und warum kann man nicht 4cm oder was aufbauen, mit Fermacellplatten auf der Schüttung?
Die eingehängte Decke muss doch etwas neuer sein, was ist darüber?

Bei so wenig Informationen kann man sowieso nicht helfen, von daher wirst du wohl deine Ausgleichmasse machen müssen.

Fotos hab ich jetzt keine am Handy.
Das Haus wurde 1970 errichtet, die Türen und Fenster wurden bereits getauscht und von der Raumhöhe haben wir 2,5m von fertiger Fussbodenoberkante.
Dadurch dass wir die Hauseingangstüre schon getauscht haben, sind wir eben mit der Höhe des Fussbodenaufbaus begrenzt.

2,50m ist ja schon Standardhöhe.
Also hast du nur die 2 Möglichkeiten. Entweder Ausgleichmasse oder aber die Eingangstür höher setzen, sofern bis zum Türsturz noch genug Luft ist.
Wenn diese ein Tischler eingebaut hat sollte das gut möglich sein, weil die nur seitlich Verschrauben und Einschäumen.
Du könntest die Leiste am Türrahmen oben von innen abnehmen und gucken wieviel Luft noch bis zum Sturz ist.
Seitlich werden oft Schrauben mit Spandübel eingebracht. Wenn man die Tür heile ausbauen möchte, muß man zwei Keile links und rechts unter der Türschwelle einspannen, damit sich die Schrauben nicht verziehen. Jetzt die Schrauben lösen und hoffen das sich die Dübel hinter dem Rahmen befinden. Wenn alle Schrauben gelöst sind, kann man den Bauschaum raussägen. Ich mache das mit einer Ytonhandsäge. Wenn Winddichtbänder am Mauerwerk verklebt sind, wirst du wohl neue Anbringen müssen.

Für irgendeine Lösung wie hier vorgeschlagen wirst du dich entscheiden müssen, oder eben ohne Fußbodenheizung leben und dafür eine vernünftige Raumhöhe. Warum vom Rohbeton bis zur Decke nur 2,50m sind verstehe ich zwar immer noch nicht, weil eigentlich noch ein Estrich von 4cm Platz haben sollte.
Ich vermute mal das der Aufbeton doch etwas überdimensioniert ist. Wenn 2,50m am höchsten Punkt gemessen wurde.

Nein nein und nochmals nein???
1.) Die Hauseingangstüre wurde lt Önorm eingebaut und zwar mit Verschraubung, Ausschäumen und abkleben mit Siga Band.

2.) ist außen schon die Fassade fertig also Tür höher setzen ist gestorben.

3.) Haben wir das FBH System von Variotherm schon gekauft

zu guter letzt, ich hab gestern Abend mal ein bisschen mit Fugensand 0,1-0,3 und Estrich Zement experimentiert.

Mische war
4 Teile Sand
1 Teil Estrich Zement
0,5 Teile Wasser

hab einen m2 von 3cm auf ca null ausgezogen, und zwar das ganze in Zementschlämme.

Habs mir gerade angesehen und mit Hammer und Meissel geprüft, wenn du dass wieder wegbekommen willst dann brauchst Sprengstoff???

Also nach einen Tag kann das noch garnicht so fest sein.:smiley:
Aber kannst doch so machen. Ich schreibe ja nur was ich weiß, auf fast 30jähriger Berufserfahrung als Maurer und Fliesenleger. Schäden folgen in der Regel erst etwas später, oder wenn deine Heizung für Spannungen in der Temperatur sorgt. Aber runter fallen kann es ja schon mal nicht.:wink: Das einzige was passieren wird sind diverse Risse und ein späteres Ablösen. Wenn du die Oberfläche irgendwann mal grundierst, kannst du die Risse sehen. Noch schneller geht das wenn die Betonoberfläche glatt und nicht aufgerauht ist.

Ich stell morgen mal ein Video rein falls das hier geht, aber kannst mir glauben dass es hart wie stein ist.

Das Ablösen kann ich mir auf Grund der Haftschlämme nicht vorstellen.

Falls Risse entstehen, sind diese keine Beeinträchtigung, da die Variothermplatten schwimmend verlegt werden und somit die Platte inkl. Fliesen als quasi entkoppelter Belag anzusehen ist.
LG

Videos gehen hier nicht. Es wäre auch erst unter 3cm kritisch. Weil es schwimmend verlegt wird, sollte es schon gehen, aber eben auf eigenem Risiko. Empfehlen würde ich wie am Anfang beschrieben, einen Estrichbeton bis 3cm maximal 2cm bei gutem Verbund und den Rest mit Ausgleichmasse .

Hallo Thomas.

Das mit dem schwimmenden Belag funktioniert aber nur wenn da eine Überlappung oder Verzahnung stattfindet. Weiter oben hast du geschrieben, dass die Varioplatten Stoß an Stoß verlegt werden. Das ist aber kein richtig schwimmender Belag der sich Kräfteübergreifend verhält. Ich will damit sagen, wenn unter einer Platte was klappert, dann überträgt sich das auf die Fliesen. Dort wird die Fuge im Bereich der einen Platte einreißen, im schlimmsten Fall hochkommen. Die Kräfteübertragung hast du auch bei der losen Schüttung, die sich ja bewegt. Wenn da jetzt Fermacellplatten überlappend verklebt und verlegt werden, ist das eine Einheit. Aber auch nur wieder bis zu einem gewissen Punkt an Gewicht. Wenn punktuelle Belastung stattfindet, wie bei einem Aquarium zum Beispiel gibt die Platte auch nach.
Wenn ein starrer Belag wie Fliesen darauf kommen, würden die Fliesen bei zu viel Gewicht einfach durchreißen.
Also wenn ein Fliesenbelag ins Spiel kommt, würde ich erst recht einen stabilen sicheren Untergrund bevorzugen. Weil die Bodenfliesen kann man nicht verbiegen. Eine Fuge ist auch starr.
Außer die Epoxyfuge , aber die ist natürlich teuer, dafür aber Flexibel, Stabil und Pflegeleicht.