Ich bin neu hier im Forum und will vor meinem nächsten Projekt die Experten um Rat fragen.
Ich baue gerade eine Outdoor Küche und möchte die Arbeitsplatte aus Beton selber herstellen.
Die Platte soll etwa 3cm dick werden. Es werden genau genommen zwei Platten. Eine mit einer Länge von 1,7m und eine mit 1,5m Länge. Beide sind etwa 78cm breit. Der Beton soll anthrazit bis nahezu schwarz werden. Nun noch ein besonderes Extra. Ich habe letztens von der Existenz von Magnetitsand erfahren, den ich gerne nutzen möchte, da es für manche Zwecke sehr hilfreich wäre, wenn auf der Platte Neodym Magnete gut haften würden. Ich habe keinen Zwangsmischer oder leichten Zugang zu einem und möchte alles mit meinem Hand-Rührwerk mischen. Nun zu meinen Fragen:
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Basieren würde ich den Beton auf CEM FLUP-22. Orientieren würde ich mich an Rezept B (mittel). Kann ich hier den gewaschenen Sand einfach 1:1 mit dem Magnetitsand austauschen oder muss ich bzgl der Erdfeuchte des Sandes etwas beim Wasseranteil beachten?
Da der Magnetitsand recht teuer ist, frage ich mich ob es für den gewünschten Effekt tatsächlich erforderlich ist, 100% des erforderlichen Sandes durch Magnetitsand zu ersetzen. Oder könnte ich auch zu x% normalen 0-2mm Sand beimischen und trotzdem eine Oberfläche erhalten an der Magnete gut haften? Wenn ja, was ist x ungefähr?
Der Magnetitsand wird ja meine gewünschte Farbe schon gut unterstützen, da er schwarz ist. Ich wollte ein Flüssigpigment einsetzen um am Ende eine mindestens Anthrazit-farbene Platte zu bekommen. Kann ich annehmen, dass ich dann keine 8% auf den Zementanteil beimischen muss sondern mit deutlich weniger auskomme? Auch hier wäre ein Richtwert gut. Außerdem: muss ich den Anteil vom Flüssigpigment vom Anteil des Wassers abziehen?
Und jetzt wo ich drüber nachdenke: wenn ich Eisenoxid als Pigment nutze, würde das ebenfalls die magnetische Anziehung unterstützen oder? Aber ist das im Aussenbereich empfehlenswert? Ich denke an Rostflecken auf der Platte. Die wird zwar versiegelt, aber ich kenne mich da mit der Haltbarkeit nicht aus.
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Ich würde mich sehr über eure Rückmeldung freuen.
shit man… sieht dieses forum hier irgendwie nach einem “know-how-selbstbedienungsladen” aus mittlerweile ? … sag mal kurz das rezept von coca-cola bitte…ja klar … ich hab mich hier angemeldet also verrate mir im gegenzug mal eben alle deine erkenntnisse bitte…klar : natürlich… weil ich bin ja einer von euch… einer der dazugehört sozusagen…daher : sag mal eben bitte…lös mal eben mein problem bitte…eröffne mir mal bitte eben den zugang zu deinem vollumfänglichen fachwissen, welches du dir über jahre hinweg angeeignet hast !
ich denke ja, genau darum geht es in diesem Forum: anderen weiterzuhelfen. Und die Fragen von LeRoi sind meiner Meinung nach absolut legitim. Wer nicht will, braucht sein Wissen ja nicht zu teilen.
Also hier meine Antworten an LeRoi : CEM-FLUP®-22 Fließzement grau plus Magnetitsand schwarz, Körnung 0 - 2 mm wären für Dein Projekt sicher eine sehr gute Wahl. Die Wassermenge solltest Du nicht exakt nach Rezept, sondern eher nach Erfordernis dosieren. Da ist die Feuschte nicht so entscheidend. Du kannst auch locker 50% des Magnetits durch normalen Sand ersetezn und hast immer noch brauchbare magnetische Eigenschaften. Die Pigmente Typ 722 schwarz oder auch die Pigmente Typ 360 tiefschwarz sind zwar ebenfalls reines Magnetit, aber damit wirst Du kaum eine magnetische Wirkung erzielen. Pigmente werden dafür einfach zu schwach dosiert. Für den Aussenbereich sind diese beiden Pigmente sogar besser als das Flüssigpigment Typ PL83 pechschwarz auf Rußbasis, aber nicht wegen Rostflecken (die gibt es dabei nicht), sondern weil sich das Eisenoxid besser im Beton verkrallt als Ruß. So verblasst es mit der Zeit nicht. Dafür ist Ruß aber von vorn herein viel Farbstärker. Die vollen 8% wirst Du wahrscheinlich gar nicht baruchen. Den Wassergehalt des PL83 kannst Du übrigens mehr oder weniger ignorieren.
Sven
Hallo Sven, danke für deine Antwort. Das hilft mir sehr.
Ich werde als „normalen Sand“ dann Basaltsand 0,02-2,2 nehmen. Den bekomme ich gut im örtlichen Baustoff Handel. Unterstützt außerdem noch gut die gewünschte Farbe.
Eine Folgefrage habe ich noch: beim Magnetitsand wird explizit auf die deutlich höhere Dichte ggü normalem Sand hingewiesen. Heißt ja, dass der Sand bei gleichem Gewicht deutlich weniger Volumen hat als der Basaltsand. Muss ich das bei der Mischung entsprechend kompensieren?
Ich hatte mir gestern mal folgendes Rezept überlegt (ausgehend von Rezept B vom CEM Flup) und der Info, dass Magnetitsand etwa dreimal so viel wiegt wie Basaltsand.
Für 30 Liter Beton:
25kg CEM FLUP 22
12,5kg Magnetitsand 0-2mm (was im Volumen etwa 4kg Basalt entspricht)
33,5kg Basaltsand 0,02-2,2mm (37,5kg abzüglich 4kg)
5,75 Liter Wasser
0,5 Liter Flüssigpigment PL83 Pechschwarz (ich ziele wie gesagt garnicht auf absolut schwarzen Beton ab)
Komme ich damit wohl klar? Oder wird das nicht für den Magnetismus reichen? Sorry, ich habe Magnetitsand noch nie in der Hand gehabt.
deine Rezeptur sieht ganz gut aus. Damit wirst Du schon einen spürbaren Magnetismus bekommen. Es ist aber noch deutlich Luft nach oben, wenn der Magnetismus nicht ausreichen sollte. Dann gibst Du einfach mehr Magnetit dazu. Am besten machst Du vorab ein paar kleine Musterstücke zum Ausprobieren. Dein Verhältnis von 1,5 Teilen Sand zu 1 Teil Zement ergibt einen ziemlich fetten Beton. Da könntets Du auch noch die Zementmenge reduzieren. auf 2:1 oder 2,5:1. Mein Vorschlag wäre, dass Du erstmal nur CEM-FLUP®-22 Fließzement grau mit Wasser anrührst und dann nach und nach so viel Sand hinzugibst, bis die Masse vernünftig aussieht und gut fließt. Du merkst schon, wann es zu viel Sand wird, weil die Masse dann nicht mehr gut fließt. Und kurz vor diesem Punkt würde ich die Rezptur festlegen.
deine Rezeptur sieht ganz gut aus. Damit wirst Du schon einen spürbaren Magnetismus bekommen. Es ist aber noch deutlich Luft nach oben, wenn der Magnetismus nicht ausreichen sollte. Dann gibst Du einfach mehr Magnetit dazu. Am besten machst Du vorab ein paar kleine Musterstücke zum Ausprobieren. Dein Verhältnis von 1,5 Teilen Sand zu 1 Teil Zement ergibt einen ziemlich fetten Beton. Da könntets Du auch noch die Zementmenge reduzieren. auf 2:1 oder 2,5:1. Mein Vorschlag wäre, dass Du erstmal nur CEM-FLUP®-22 Fließzement grau mit Wasser anrührst und dann nach und nach so viel Sand hinzugibst, bis die Masse vernünftig aussieht und gut fließt. Du merkst schon, wann es zu viel Sand wird, weil die Masse dann nicht mehr gut fließt. Und kurz vor diesem Punkt würde ich die Rezptur festlegen.
Hinsichtlich der magnetischen Eigenschaften, dem Mischverhalten aber vor allem auch der gewünschten schwarzen Oberfläche gibt es da eine gewisse Lernkurve, und die willst Du nicht mit 100 kg schweren und vergleichsweise teuren Platten machen. Bastel Dir kleine Formen, wenn Du einen 3D-Drucker im Zugriff hast sind die auch in Windeseile gedruckt, und probiere Dich daran erstmal mit dem anvisierten Rezept aus.
Im Detail:
Beim "Rezept" würde ich Sven erstmal :) widersprechen wollen, Du hast vergleichsweise feine Zuschlagstoffe und der CEM Flup ist ja kein reiner Zement sondern bereits mit Feinststoffen "gestreckt", ich würde also aus meiner Erfahrung rechnerisch erstmal bei 1,5 Teile Sand (Umrechnung auf Basalt/Magnetid siehe nächster Punkt) + 1 Teil Cem Flup bleiben, es geht ja beim Rezept nicht nur um die reine Verarbeitungseigenschaften, sondern auch um die "Stabilität". Den von Dir jetzt angedachten Anteil an Magnetidsand halte ich aus Erfahrung für zu gering um hinreichend auf Magneten zu reagieren, siehe auch unten.
Bei den Rezepturen für Beton und Mörtel geht es weniger um das Gewicht der Bestandteile sondern um deren "Volumen". Du machst also einen (sogar doppelten) Gedankenfehler, wenn Du nur ein knappes Gewichtsdrittel Magnetidsand mit einer großen Menge Basaltsand, der ja wenn überhaupt nur schwach auf Magnete reagiert, mischst.
Rechenweg:
Auf 25 kg Cem Flup kommen ca. 37,5 kg gewaschener Sand 0-2 mm. Wenn Du diese 37,5 kg respektive das korrespondierende Volumen zu jeweils 50% mit Basaltsand und Magnetitsand ersetzen willst ergibt sich folgendes:
Basaltsand: 18,75 x 1,1 ≈ 20 kg (Faktor liegt zwischen 1,05 und 1,1)
Magnetitsand: 18,75 x 1,75 ≈ 33 kg (Faktor liegt zwischen 1,6 und 1,9)
Für den Guss der finalen Platten besorg Dir unbedingt helfende Hände, ohne Betonmischer wirst Du das in mehreren Chargen machen müssen und wollen, und wirst gleichzeitig schon beim bloßen Guss Deiner ersten großen Platten in vielerlei Hinsicht "ins Schwitzen" kommen. Wenn Du dann auch noch derjenige bist der die Chargen jeweils anmischst ist das Dilemma eigentlich vorprogrammiert, obwohl Cem Flup-Mischungen schon ordentich Topfzeit gewähren.
Cem Flup Mörtel schwinden vergleichsweise stark, erst recht bei eher fetten Mischen, und somit mußt Du Dich zwingend mit dem Thema Schüsseln auseinandersetzen. Wenn's geht würde ich den Platten einen weiteren cm Dicke spendieren und Du solltest Dich zum Thema Nachbehandlung belesen.
Du hast glaube ich nichts zur Bewehrung geschrieben, was planst Du denn da?
Zur Pigmentierung müßte zuerst bekannt sein, wie Du planst die Pattenoberflächen abschließend zu behandeln. Wenn Du planst Produkte wie OSMO Beton-Öl (nur drinnen!) oder Caposil einzusetzen, kannst Du Svens Hinweis zur mangenden Verkrallung des Pigments im Beton vernachlässigen und mit PL83 arbeiten. Dieses Rußpigment färbt den Mörtel drölfzig mal intensiver schwarz/anthrazit als die Eisenoxidprodukte und wird durch die o.g. Endbehandlungen dann auch auf der Plattenoberfläche gebunden. In der Großzahl der Fälle erhältst du aus verschiedensten Gründen damit zunächst eine leicht chekig-fleckige Oberfläche nach dem Ausschalen, erst recht bei nicht ganz so schnellen Mörteln wie denen mit Cem Flup. Das ist aber kein größeres Problem, Du reibst die Plattenoberfläche feucht ab und rollst dann ein stark mit Wasser verdünntes PL83 aus, die Flecken verschwinden nahezu komplett und Du erhältst eine fast schon klinische schwarze Plattenoberfläche, die aber so nicht bleiben kann, weil der Ruß nicht hinreichend gebunden wird und so zum Teil abkreiden würde. Das nach hinreichend Trockungszeit aufgebrachte Finish (Öl/Caposil) fixiert den Ruß und wirkt nochmal herrlich farbvertiefend, Caposil sogar sehr stark und nachhaltig. Gleichzeitig ist Caposil aber auch eine Bitch, deswegen das Handling damit unbedingt an Probeplatten üben solltest Du Dich dafür entscheiden. Du kannst den Oberflächenprodukten wie dem Öl oder Caposil übrigens auch noch Ruß beigeben und den Effekt so sichern.
Viel Glück!
Martin
ps. Hab ich erwähnt, dass Du unbedingt ein paar Probeplatten gießen und endbehandeln solltest? :rolleyes:
@user39: Hast Du Beton gesoffen? Du hast hier in Deinen 15 Beiträgen im Forum noch so wirklich garnix geleistet außer unangenehmen Klugscheißereien und unsachlichem Reingerülpse in ein paar Threads, spielst Dich nun aber plötzlich als Anwalt des Forums auf und kanzelst einen Ratsuchenden, für genau den diese Forum ja da ist, hier auf unangenehmste Art und Weise ab?
@DoubleM Wow, danke für die super ausführliche Antwort.
Ok, ist angekommen. Ich werde Teststücke gießen Der Sand und das CEM Flup sind mir auch definitiv zu teuer um da direkt alles zu versauen.
Mehr Magnetitsand, alles klar. Ich hatte bei meiner Rechnung einfach die Menge an Magnetit fix gehalten und nur den Basalt-Anteil angepasst. Hast natürlich recht, dass dadurch der Magnetft-Anteil noch geringer als ohnehin schon wird.
Ich werde einer der beiden Platten dritteln. Dann spar ich mir die riesige Aussparung für den Grill und habe dort dann 3 kleine Platten (link und recht vom Grill und einen schmalen Streifen dahinter). Dadurch wird das gießen schon handhabbarer. Eine große Platte bleibt (1,5m x 0,8m). Dafür bräuchte ich ca. 30 Liter Beton. Übersteigt das schon die Menge, die man gut mit einem Quirl anmischen kann? Ein Nachbar könnte mir bei der großen helfen, wenn ich bei den kleinen merke, dass ich nicht schnell genug gießen kann.
Bei der Bewehrung hatte ich an Armierungsgewebe gedacht. Bislang hatte ich gedanklich mit einer Lage gerechnet. Hast du da noch Anmerkungen?
Wie vermeide ich das Schüsseln denn am besten? Ich wollte die Form nach dem Guss möglichst schnell mit einer Folie abdecken. Soll ich den Beton noch nachwässern während der Trocknung? Oder möglichst schnell ausschalen und auf der Seite austrocknen lassen? Was ist mit Schwindreduzierer. Würde der was bringen? Ich will die Platten ungern einen ganzen cm dicker machen. Aber wenn sich Schüsseln sonst nicht vermeiden lässt…
Ich wollte ursprünglich die Platte imprägnieren. Sie ist ja draußen dem Wetter ausgesetzt. Aber die Eigenschaften und deine Erläuterung zu CAPOSIL sagen mir, dass ich damit wohl besser fahre.