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Skulptur aus Moby Dur

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    Skulptur aus Moby Dur

    Hallo, ich bin neu hier und weiß nicht ob ich jetzt das richtige Fenster gefunden habe um eine Frage (bzw ziemlich viele) zu stellen.

    Ich plane eine Skulptur ca 60 x 45 x 40 cm (eher liegende Form) die öffentlich zugänglich aufgestellt werden soll. Ein Tonmodell werde ich mit Gips abformen und dann mit Moby Dur ausgießen. Ich schätze ca 200kg +x . In "Kunst aus Beton" habe ich gelesen, dass man erst alles anmischt und dann die Form ausgießt damit man nacheinander gegossene Schichten nicht sieht . Reicht die Zeit dafür, da ja lange genug gemischt werden muss bis der Beton fließt? Vorerst habe ich nur einen Freifallmischer zur Verfügung.
    Die Oberfläche soll Graffittischutz bekommen.
    Wäre es besser H10 gleich in den Beton zu mischen statt nachher die Oberfläche zu streichen und kann ich dann auf eine Zwischenschicht aus Dachpappe am Boden verzichten?
    Der Auftraggeber hat Mineralbeton vorgesehen ich bin aber unsicher ob das stabil genug ist die Skulptur ohne Verankerung nur draufzulegen.


    Vielen Dank für Antworten und Rat.
    Herzliche Grüsse Artant

    #2
    Hallo Artant,

    hier hätte ich auch ein paar Fragen.

    Wird deine Tonskulptur nach der Gipsabformung zerstört?
    Machst du das so ähnlich, wie im diesen Video gezeigt wird : https://www.youtube.com/watch?v=MG_LGYZoaar

    Hat deine Figur viele Hinterschneidungen? Falls ja, weiß ich nicht, ob Mobydur so gut dafür geeignet ist. Ich meine, der fließt ja nicht wie Honig. Obwohl es natürlich nicht schlecht wäre, wenn es klappen würde. Ein Bild von deiner Figur wäre auch nicht schlecht gewesen, um das abschätzen zu können. Man weiß auch nicht, wie groß deine Einfüllöffnung wird.

    Wenn das Modell unbeschädigt bleiben soll, kann man eine Abformung mit Silcoform HV machen, das ist spachtelbar. Davon macht man ein Gipswiederlager oder du baust einen Formkasten und schäumst ihn mit Polyurethan- Formschaum aus. Das geht auch, habe ich selber aber auch noch nicht ausprobiert.

    Mineralbeton ist für kleine Fächen ungeeignet, das kann man als Unterbau zum Pflastern oder im Straßenbau verwenden. Hierfür wäre ein kleines Fundament ratsam.

    Grüße Dave

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      #3
      Hallo Dave,
      Bilder gibt es leider noch keine da das Werk noch nicht bzw nur der Entwurf existiert. Es wird ein liegender Hase, ziemlich kompakt, Ohren angelegt. Die Einfüllöffnung könnte daher relativ groß werden. Bisher habe ich meistens mit verlorener Form gearbeitet. Vielen Dank für den Video link. So ähnlich wird das dann auch. Das Tonmodell wird mit Gips abgeformt. der Ton entnommen, Die Formteile fest und dicht miteinander verbunden, mit Trennmittel gestrichen und voll Beton gegossen. Wenn der Beton hart genug ist wird die Form weggeschlagen. Bisher für kleinere Objekte hatte ich Turbo 20 verwendet und vor langer Zeit einfachen Beton aus Zement und Zuschlag (die Skulptur steht schon über 20 Jahre im Freien). Eine Silikonform wäre natürlich gut um eine zweite Chance für den Guss zu haben oder später nachgießen zu können. (kostet natürlich auch mehr Zeit und Geld)
      Ich hatte gedacht dass Moby Dur für das Gießen von Figuren geeignet wäre?
      Turbo 20 ist zu schnell bei der Größe. Wäre BvB 08/15 besser?

      Viele Grüße
      Artant

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        #4
        Hallo Artant,

        MOBY DUR® ist bzgl. Festigkeit und Oberflächendichtigkeit natürlich die erste Wahl, erfordert aber in dieser Menge auf jeden Fall einen Zwangsmischer. Man nimmt für diese Menge idealerweise einen, der mindestens 100 kg auf einmal mischen kann, Dann hat man die 200 kg mit zwei Mischvorgängen innerhalb kurzer Zeit fertig, kann die erste Portion in einem Kübel zwischenparken und so alles in einem Guss in die Form einbringen. TURBO 20 Vergussmörtel schnell grau ließe sich natürlich einfacher mischen und würde noch etwas besser fließen, wäre für so eine große Menge aber wahrscheinlich zu schnell, so dass ich das nicht empfehlen würde. Wenn alles stimmt, fließt auch MOBY DUR wie Honig.

        Allerdings haben diese extrem fließfähigen selbstverdichtenden Betone den Nachteil, dass sie sich über längere Zeit hinweg selbst entlüften. Das bedeutet, dass Luftblasen aus dem Frischbeton aufsteigen , die sich an den Wänden der Gussform verfangen können und später als Lufteinschlüsse an der Oberfläche sichtbar sind. Bei einer Küchenarbeitsplatte, für die MOBY DUR ja hauptsächlich gedacht ist, spielt das keine Rolle, weil die Form sehr flach ist und die senkrechten Formwände nur wenige cm hoch sind. Da kann sich kaum etwas verfangen. Bei Deinem Hasen sieht das natürlich anders aus, auch wenn wir hier leider noch kein Bild davon sehen können. Da gibt es mit Sicherheit Bereiche, in denen sich Lufteinschlüsse bilden werden, die man dann später mit kosmetischen Mittel beseitigen muss.

        Deshalb wäre meine Empfehlung für diese Anwendung tatsächlich der BVB 08/15 Vergussbeton einfach, weiß . Damit hast Du auch keine Probleme beim Mischen und kannst ganz normal Deinen Freifallmischer benutzen.

        Sven

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          #5
          Hallo Sven
          herzlichen Dank für die Antwort. Dann werde ich gleich mal eine Probeportion BVB ... bestellen. Sollte ich H10 gleich beimischen oder nachher nur streichen. Verträgt es sich mit dem Graffittischutz?

          Viele Grüsse Cornelia

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            #6
            Hallo Cornelia,

            ja, bei diesem Beton kann man die H10 Betonimprägnierung auch als Massenhydrophobierung einsetzen, d.h. unter den Beton mischen. Später aufstreichen geht aber auch. Eine Unverträglichkeit mit dem Graffitischutz gibt es nicht.

            Sven

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              #7
              Hallo Sven,

              Eine Frage zur Massenhydrophobierung mit H10, wäre es auch möglich, das Verhältnis in Litern dem Anmachwasser hinzuzufügen? Ich Frage deshalb, weil es ja viele Zusatzmittel gibt, die auf diese Weise dem Anmachwasser beigemischt werden. Und ich finde, dass läst sich auch besser dosieren.

              Grüße Dave

              Nachtrag: Eine praktische Frage noch zu den Luftblasen im Moby Dur. Könntest du dir vorstellen, dass man in Bezug auf die Luftblasen, die sich an den Außenwänden verfangen ein wenig nachhilft, indem man vorsichtig mit einem Holzstab oder ähnliches nachstochert. Oder hätte das Einfluss auf die Festigkeit?
              Zuletzt geändert von gestalter-dave; 22.07.2020, 23:04.

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                #8
                Hallo Dave,

                ja, Massenhydrophobierung bedeutet, dass man das Mittel ins Anmachwasser gibt.

                Das Nachstochern oder auch ein leichtes Rüttel, um die Luftblasen an der Formwand loszuwerden, ist durchaus erlaubt. Da gibt es auch kein Problem bzgl. Festigkeit.

                Sven

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                  #9
                  Hallo Sven,

                  Dann habe ich das mit der Massenhydrophobierung falsch verstanden. In der Beschreibung steht: Dazu geben Sie beim Anmischen je nach Betonqualität eine Dosiermenge von 0,5% bis 1,5% bezogen auf die Betonmasse zum Frischbeton hinzu. Das würde ja bedeuten, H10 kommt erst nach dem Anmischen zum Beton,oder nicht? Wenn ich mir H10 ins Anmachwasser untermischen wollte, müsste ich wissen, wie viel Milliliter auf einen Liter Anmachwaser untergemischt werden. Oder wieviel Gramm auf einen Kilo Wasser, das würde ja auch gehen.

                  Ich muss das leider so genau wissen.

                  Dave

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                    #10
                    Hallo Dave,

                    also sagen wir mal, Du hast einen Beton, der 25% Wasser braucht. Auf 10 kg Tröckenmörtel sind das 2,5 Liter Wasser. Das ergibt dann zusammen 12,5 kg Beton. Wenn jetzt noch 0,5% bis 1,5% bezogen auf die Betonmasse an Massenhydrophobierung dazu soll, dann nehmen wir der Einfachheit halber mal einen mittleren Wert von 1%. Also muss noch 1% der Betonmasse an H10 dazu. Das wären bezogen auf die gesamte Betonmasse von 12,5 kg genau 125 Gramm. Wenn Du es jetzt also genau machen willst, dann nimmst Du 2375 Gramm Wasser plus 125 Gramm H10 (macht zusammen 2,5 Liter Flüssigkeit) auf 10 kg Trockenmasse.

                    Die 125 Gramm H10 machen in diesem Fall 5% der gesamten Anmachflüssigkeit aus. Du könntest also in Zukunft einfach immer 5% H10 zum Anmachwasser geben und bleibst dann auch bei einem Beton mit etwas anderem Wasserbedarf trotzdem innerhalb des vorgegebenen Toleranzbereichs von 0,5% bis 1,5% bezogen auf die Betonmasse.

                    Sven

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