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Skateboard Pressform gießen

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    Skateboard Pressform gießen

    Hallo wertes Forum!

    Seit einiger Zeit lese ich hier mit und bin begeistert von der Wissenssammlung, die hier zur Verfügung steht. An dieser Stelle gleich mal ein Dankeschön an die Community!

    Zu meiner Frage:

    Ich möchte eine Pressform für Skateboards aus Beton gießen. Kurzer Hintergrund dazu: Skateboards bestehen im Normalfall aus 7 Schichten ca. 1,5mm Ahornfurnier verleimt / verklebt, die in einer Presse in Form gebracht werden. Man erhält dann ein sogenanntes "Uncut", also ein rechteckiges Brett in Skateboardform, das man dann nur noch ausschneiden und schleifen muss.

    Hier ein Foto wie so eine Pressform aussieht, damit ihr euch das ganze vorstellen könnt:


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ID: 4646


    Die Herstellung der beiden Pressformen funktioniert so, dass man sich ein Uncut Board (also das ungeschnittene Skateboard in Rechteckform) besorgt, dieses hochkant in eine Schalung stellt und beidseitig mit Beton füllt, also so:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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ID: 4648

    Habe schon einen Versuch angestellt mit normalem "Baumit Trockenbeton" aus dem Sack. Dessen Körnung geht laut Datenblatt bis 8mm. Eine Schalung gebaut aus alten Fichten Dreischichtplatten, Schalöl hinein gestrichten, Beton eingefüllt und mit dem Hammer ringsherum durch klopfen etwas gerüttelt. Das Ergebnis war für einen ersten Versuch durchaus OK, haben mittlerweile einige Boards damit gepresst. Jedoch waren die Oberflächen klarerweise doch ziemlich dürftig.


    Nun will ich eine neue Form gießen und habe folgende Fragen zu diesem Anwendungsfall:

    1) Welchen Beton bzw. welches Betonrezept sollte man verwenden?
    Die Formteile müssen viel Druck aushalten... Wir reden von maximal ca. 20Tonnen Pressdruck, die wir mittels Hydraulikstempel aufbringen. Im Normalfall pressen wir aber ca. mit 5 Tonnen. Gleichzeitig sollten die Formteile aber auch möglichst glatt sein und das Uncut Board möglichst präzise nachbilden. Ich dachte erstmal an etwas ähnliches wie Moby Dur, auf jeden Fall wäre es gut, wenn es ein selbstverdichtender Beton ist, da durch übermäßiges Rütteln sich das Uncut in der Schalung verdrehen kann.

    2) Welche Bewehrungen wären geeignet?
    Siehe oben, womit lässt sich ein guter Schutz gegen z.B. Risse schaffen?

    3) Die Schalung besteht aus Birken Sperrholz (Multiplex) Platten... ist das überhaupt geeignet?

    4) Ist für das Sperrholz das Plopp Formtrennmittel geeignet?

    5) Wie ist das mit dem Schwund des Betons... Die beiden Formteile sollen das Uncut Board natürlich passgenau nachbilden.. Entsteht durch den Schwund ein kleiner Spalt zwischen Beton und Uncut Board, oder? Kann man das irgendwie verhindern? Eventuell durch langsameres Aushärten?

    Ich bedanke mich jetzt schonmal an alle, die sich mit Tips beteiligen wollen

    Lg
    Martin
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    #2
    Hallo Martin,

    ja, MOBY DUR®wäre dafür in der Tat gut geeignet. Der Schwund liegt unter einem Promille. Wenn das noch zu viel sein sollte, dann könntest Du auch den quasi schwindfreien TURBO 20 Vergussmörtel schnell grau (hier ein unabhängiges Testvideo zu diesem Produkt) nehmen, der allerdings nur etwa 70% der Festigkeit von MOBY DUR erreicht. Im Vergleich zu Deinem Baumarktbeton bewegst Du Dich damit aber immer noch im siebten Himmel.

    Etwas mehr Aufwand solltest Du allerdings in Deinen Formenbau stecken. Normalerweise läuft es so, dass man erst ein Modell herstellt, welches abgeformt werden soll, also in Deinem Fall je ein Modell von jeder Hälfte Deiner Betonform. Das Modell (meistens aus Holz) wird so gefertigt, dass es die perfekte Oberfläche hat. Dazu kannst Du es z.B. mit Spritzspachtel einsprühen und schleifen, bis es perfekt ist. Unter Verwendung dieses Modells wird dann mit einer elastischen Masse (z.B. Silikon) eine Gussform hergestellt, die dann später mit Beton ausgegossen wird. Beim Betonguss liegt die spätere Sichtseite unten, und der Beton wird deshalb hier immer perfekt blasenfrei. Wenn die Form irgendwann verschlissen ist, dann wird eine neue mit Hilfe des alten Modells hergestellt.

    So wie Du es machst, sind da ein paar Abkürzungen drin, die man natürlich nehmen kann, deren man sich aber auch bewusst sein sollte. Anstelle einer gummielastischen Form verwendets Du einfach das Uncut selbst und eine Holzkiste. Das Ganze ist damit immer noch elastisch genug für eine problemlose Entformung, also von der Seite her ok. Allerdings solltest Du dann die Oberfläche des Uncut noch perfektionieren. Mit dem Spritzspachtel bekommst Du es, wenn Du willst, spiegelglatt, und genauso glatt wird dann auch die Betonoberfläche. Wichtig ist dabei, dass das Holz während des Kontakts mit dem frischen Beton nicht aufquellen darf. Wenn Du das hinkriegst, dann hast Du eigentlich schon gewonnen. Ein kleiner Nachteil an Deiner Methode ist allerdings, dass die Sichtseite beim Guss senkrecht steht. Deshalb musst Du evtl. mit ein paar kleinen Lufteinschlüssen rechnen, weil sich Luftblasen beim Aufsteigen im Firschbeton daran festsetzen können. Durch leichtes Rütteln an der Form kann man hier etwas gegensteuern.

    Als Trennmittel kannst Du PLOPP Formtrennmittel nehmen, auch für das Birkensperrholz außen herum, bei dem es ja sowieso nicht auch die Oberfläche ankommt.

    Sven

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      #3
      Hallo Sven,

      vielen Dank für deine rasche kompetente Antwort!

      Das Thema Schwund lässt mir noch keine Ruhe, jeder Formteil hat ca. eine Dicke von 10cm und eine Länge von 85cm, das heißt bei 1 Promill wäre die Abweichung 0,1mm bzw. 0,85mm. Ob das bei einer Pressform, wo die beiden Formen optimalerweise exakt zueinander passen sollen, etwas ausmacht? Schwer zu sagen. Auf der sichereren Seite wären wir dann mit dem Turbo 20, entnehme ich deiner Aussage. Dafür ist er nicht so sehr stabil wie der Moby Dur.

      Sehr interessanter Tip zum Thema Formenbau. Zum Glück ist das Uncut, das wir uns zum Formenbau gekauft haben, sehr gut verarbeitet, also ganz glatt und auch mit Klarlack lackiert. Wir hoffen somit auf eine glatte und solide Oberfläche und dass das Uncut überhaupt nicht aufquillt. Dass wir uns mit der vertikalen Anordnung dann ein paar Luftblasen entlang der Pressfläche einhadeln könnten, habe ich soweit verstanden. Beim ersten Versuch mit dem Baumarkt Beton hat diese Art des Formenbaus ziemlich gut funktioniert, nur die Luftblasen entlang der Pressfläche waren doch schon massiv

      Wo ich noch gar nicht weiß, was ich nehmen soll, ist das Thema Bewehrung?

      Was kann man hier empfehlen? Unsere erste Betonform aus dem Baumarktbeton bekam bei hohem Pressdruck ein paar Risse, diese sind jedoch ziemlich heftig ausgeprägt und teilweise 10cm lang. Wir haben damals Mangels Wissen eines dieser klassische Baustahl Eisengitter eingebaut (Ich weiß, altmodischer gehts wohl kaum ). Bei der großen Auswahl aus Carbon, Glasfasern, Geweben, Stäben usw. blicke ich noch nicht durch.

      Zum Formtrennmittel, wie du schon richtig sagtest, kommt es außen beim Birken Sperrholz nicht auf die Oberfläche an. Dann nehmen wir das Plopp fix. Danke.

      Lg
      Martin

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        #4
        Hallo Martin,

        ich würde das komplett ohne Bewehrung machen und einfach nur dafür sorgen, dass möglichst keine Biegebelastung auf den Beton ausgeübt wird. Das kannst Du über eine möglichst großflächige Krafteinleitung machen. Lies Dir dazu vielleicht mal die Werkanleitung Textilbeton durch.

        Sven

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