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Ardex Pandomo W3 Alternative

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    #16
    Hallo Paul,

    ich bin gespannt.

    Sven

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      #17
      ​Hallöchen in die Runde,

      vorab, erstmal Entschuldigung, dass es so lang gedauert hat, das gute Wetter hatte mich aus der Werkstatt gelockt und abgelenkt

      Da ich aktuell noch ein kleines Projekt offen hatte, hab ich gleich die Chance genutzt die - für mich neuen - Produkte anzuwenden. Vielleicht hilft meine Schilderung auch anderen, als Entscheidungshilfe.

      Nochmal zu mir, ich baue sehr gerne Möbel in eigener Regie. Aktuell ist ein Verbund aus geschwärzten Metall, dunklem Holz und hellen Beton meine Lieblingsrichtung. Dazu ist gesagt, dass ich überwiegend keine Vollbeton-Konstrukte realisiere, sondern betonbeschichtete Holzplatten. Im nachfolgenden Projekt war die Grundlage eine mit Quarzsand grundierte Spanplatte. Das ermöglicht mir eine Leichtbauweise und den Entfall vom Formenbau. Bisher wurde ARDEX PANDOMO W3 genutzt. Da aber die W3 nicht mehr erhältlich ist, musste eine Alternative her.

      Als Alternative zu ARDEX PANDOMO wurde MARFINO genutzt. Für mich ist MARFINO (inkl. Verkieselung) als Produkt Neuland gewesen.

      Mit Wasser, Baueimer, venezianischer Glättkelle, Maurerkelle, Fassadenspachtel und meinen zwei linken Händen hab ich mich dann auch gleich ans Projekt gewagt. Was mir beim Anmischen schon direkt auffiel, MARFINO braucht etwas länger um in die "Gänge zu kommen". Erst dachte ich kurz es liegt am Wasserverhältnis, hab mich aber nicht durch PANDOMO beirren lassen und weiter gerührt.

      Im angerührten Zustand (inkl. Reifezeit) fällt auch sofort auf, dass PANDOMO eher leichtcremig ist, während MARFINO eher honigartig ist. Der Farbton kam auch schon dem PANDOMO sehr nah. In der Verarbeitung hatte ich auch den Eindruck das MARFINO sich länger verarbeiten lässt, Datenblatt sagt auch bis zu 3h, was als erheblicher Unterschied zum PANDOMO zu nennen ist. Der PANDOMO wird mit 30min angegeben, muss aber schon manchmal bei 20min mit Rühren bei Laune gehalten werden. Mit dem MARFINO konnte man sich somit länger Zeit lassen und eigene Fehler noch gut nachkorrigieren.
      Die Haftung an die Trägeroberfläche war meines Erachtens nach auch leicht besser, leicht "klebriger". Des Weiteren hatte ich es oft beim PANDOMO, dass es zu kleinen Luftpolstern kam wenn ich dünn und schnell abgezogen hab, das war bei gleichen Verhalten beim MARFINO weniger der Fall.

      Beschichtet wurde dünn <1mm in zwei Schichten mit zwei Tagen Ruhe dazwischen. Kürzer wäre aber sicherlich auch ausreichend. Nachbehandelt wurde wie gewohnt mit Cuttermesser und Sandpapier. Dabei fiel schnell auf, dass MARFINO wesentlich einfacher zu bearbeiten ist und dabei auch etwas mehr stiebt. Um die Endfestigkeit zu erreichen muss MARFINO noch mit LFC verkieselt werden. Die Verarbeitung von LFC ist denkbar einfach, ich hab zweifach dünn mit Pinsel aufgetragen und 1 Tag zwischengelüftet. Die Oberfläche ist auch nach dem Verkieseln noch mineralisch in der Haptik.

      PANDOMO brauch das Verkieseln üblicherweise nicht und wurde von mir immer mit 2-3fachen Anstrich PU-Versiegler behandelt. Da das aktuelle Projekt jedoch nicht im Nassbereich eingesetzt wird hab ich das soweit weggelassen. Der Vollständigkeit halber hab ich dennoch einen kleinen Rest im versteckten Bereich beschichtet und keine Probleme festgestellt.

      Rundum bin ich mit MARFINO wirklich zufrieden und kann es soweit auch weiterempfehlen.
      • Verarbeitung top
      • Farbton ist nahezu gleich
      • Haptik super
      • preisgünstiger
      • sparsamer
      An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an Sven, für die beigestellten Materialien.

      Das Endergebnis:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 2.jpg Ansichten: 0 Größe: 65,8 KB ID: 12224
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1.jpg Ansichten: 0 Größe: 54,9 KB ID: 12221
      Zuletzt geändert von wylickk; 14.06.2024, 12:56.

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        #18
        Hallo Paul,

        danke für den ausführlichen Testbericht. Es freut mich, dass alles gut funktioniert hat, und dass Du ein so gutes Ergebnis erzielen konntest. Vielleicht inspiriert es ja den einen oder anderen, auch mal so etwas zu versuchen.

        Sven

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          #19
          Hallo Paul,
          ist die Gewichtsersparnis für Dich entscheidend dafür hier Holzplatten zu beschichten oder favorisierst Du die gespachtelten Oberflächen? Der Aufwand für den Schalungsbau für einen Plattenguss im oben gezeigten Fall sollte ja deutlich kleiner sein als die Spachtelarbeit?

          Gruß
          Martin

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          • wylickk
            wylickk kommentierte
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            Hej Martin,

            tatsächlich ist die Gewichtsersparnis meist ein "Nice-to-Have". In dem Fall auch nicht grad ungünstig, weil es ein freihängendes Möbelstück ist, so sind auch dicke Bücher im Schrank sicher

            Aber tatsächlich ist es größtenteils eine Kostenfrage. Schalungsbau erfordert Holz mit Melaminbeschichtung, Siebdruck etc, das ist nicht grad billig auf Dauer. Bei Teilen über 2,5m ist dann auch eine Form ohne Naht schwer zu machen, dann brauch man zB. Folie oder eine schöne Silinaht. So war es zB. mir sehr kostengünstig möglich eine komplett durchgehende und nahtlose Küchenarbeitsplatte über 3m zu machen.

            Des Weiteren bin ich ein Fan von "see what you get", soll heißen, ich sehe die Form schon vorher wie es ausschaut, kann mich ggfs. noch umentscheiden und Anpassungen treffen. Das Spachteln an sich ist nicht mehr als ein "Draufklatschen und Glattziehen". Sofern man nicht unbedingt eine 100% ebene Fläche haben möchte, sehe ich beim Spachteln keinen erhöhten Aufwand.

            LG Paul
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