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Hochfester Beton und Metakaolin

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    Hochfester Beton und Metakaolin

    Tach zusammen,
    ich habe in der einschlägigen Literatur gelesen, dass eine Zugabe von ca. 5% Microsilika und ca. 15% Metakaolin, bezogen auf die Zementmenge, zu sehr hohen Festigkeitssteigerung des Betons führt. Metakaolin hat Sven auch im Angebot. Leider finde ich dazu keine weiteren Erklärungen.
    Ist es sinnvoll, wenn man z.B. filigranere Möbel bauen will? Oder reicht nur der Einsatz von Microsilika?
    Gruß
    Joe

    #2
    Hallo Joe,
    vielleicht bringt Dir die Suche nach "Puzzolane" ein paar mehr Erkenntnisse? Dabei wirst Du zunächst festellen, dass es sich sowohl bei Microsilika als auch bei Metakaolin um solche handelt. Pauschale Aussagen zu Wirkungen und Mengenagaben sind mit Vorsicht zu genießen, sinnige Angaben ergeben sich erst unter Berücksichtigung des Zements, der weiteren Zuschlagstoffe, der Fließmittel und Wassermengen. Die Zusätze wirken beide chemisch/festigkeitsbildend und wegen ihrer geringen Größe auch über das Gefüge. Es kann sinnvoll sein beides zuzusetzen, so sind z.B. Microsilika im Falle reinen Silikastaubes mit 0,1 bis 0,2 μm Durchmesser nochmal kleiner als die Teilchen im Metakaolin mit knapp unter 3 μm, aber das pauschal anzusagen ohne die weiteren Komponenten zu berücksichtigen macht für mein Empfinden wenig Sinn.

    Ohne eine Gewaltlanze für Svens Produkte brechen zu wollen, würde ich aber auch die Sinnigkeit des Ganzen in Frage stellen. Selbst wenn Du vermutlich einen Zuwachs an Stabilität zu verzeichnen hast wirst Du diesen nie beziffern können. Ein uns bekannter Youtuber schmeißt dazu seineTestobjekte dann gern mal aus dem Schlafzimmerfenster auf die Straße, das wäre mir ein wenig zu weit weg von genormt Und wenn Du alle Ingredenzien inkl. Fließmittel, Feinzuschlägen und Zement berücksichtigst, ist das Sparpotential viel geringer als man annimmt, erst recht wenn man auch die notwendigen Tests berücksichtigt, die notwendig sind um zu einem funktionierenden Mörtel zu kommen. Ein MobyDur z.B. ist hingegen eine bewährte Mischung inkl. Feinstzuschlägen, die Verarbeitung ist gut dokumentiert und die Festigkeiten getestet und dokumentiert. Um den Schotten in dir zu besänftigen kannst Du im Zweifelsfall auch gut zu Flowstone greifen und dir die gewünschte Körnung dann im gut sortierten Fachhandel besorgen, das noch relevant billiger selbst anzumischen wäre dann wirklich eine Herausforderung!

    Gruß
    Martin

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      #3
      Hallo Martin,
      danke für deine Erklärungen!
      Mir geht es dabei gar nicht ums Sparen, sondern eher um Verständnis.
      Als ich vor mehr als 10 Jahren in Erwägung zog, meine Küchenarbeitsplatte aus Beton zu machen, gab es in Deutschland kaum Zugriff auf Material und Wissen.
      Da musste man schon bei den Amis schauen. Was es da an Sackware gab, war aber hier nicht oder nur sehr schlecht zu bekommen.
      Seit dem schaue ich, was geht und was nicht.
      Das bisschen, was ich immer mal so mache, macht den Kohl nicht fett.
      Aber zu wissen, was wie geht und warum, hilft dabei sehr.
      Ich habe gestern schon nach einem Baustofflabor hier in der Nähe gesucht.
      Ich mag nämlich nichts aus dem Fenster werfen. Soviel zu der Überprüfbarkeit.
      Helfen würden mir Inhaltsangaben, die aber verständlicherweise kaum zu finden sind. So hängt man immer ohne notwendige Informationen etwas in der Luft. Und da fange ich an, selbst zu probieren und Arbeiten von Universitäten zu lesen.

      Mich hat halt nur gewundert, dass Metakaolin hier und anderswo im Netz so selten auftaucht.
      Gruß
      Jow



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        #4
        Hallo Joe,

        ich habe in meinen Versuchen bisher durch Einsatz von Microsilica mehr Festigkeitssteigerung erzielt als durch Einsatz von Metakaolin. Vielleicht liegt es an der Partikelgröße, vielleicht aber auch an der Chemie. Man sollte das am besten einfach selbst ausprobieren. Metakaolin habe ich trotzdem in manchen Rezepturen drin. Speziell das METAMAX, das wir im Moertelshop haben, ist übrigens auch hervorragend für die Herstellung von Geopolymer geeignet.

        Sven

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          #5
          Hi Sven,
          ich habe schon einiges dazu im Netz gefunden. Also auch MK und SF zusammen im Beton. Das muss ich nochmal raussuchen und nach den Korngrößen schauen. Die Chemie bei Metakaolin scheint ja vordergründig die Umwandlung von Calciumhydroxid (Portlandit) in Calcium-Silikat-Hydrat (CSH) zu sein, was dann zu verminderter Porösität, weniger Ausblühungen und einer festeren Bindung führt, weil es kein Salz mehr ist. Also ähnlich wie bei Flugasche oder Microsilica. Irgendwo hatte ich auch was dazu gelesen, dass die Umwandlung durch Puzzolane zu verschiedenen Zeitpunkten stattfindet. Aber da war ich wohl schon zu müde um das noch aufzunehmen.

          ​ Geopolymere sind wohl die Zukunft des Betons, wenn man es mit der Umwelt ernst nimmt. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema.

          Gruß
          Joe

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            #6
            Zitat von dr.backstein Beitrag anzeigen
            Metakaolin habe ich trotzdem in manchen Rezepturen drin. Speziell das METAMAX, das wir im Moertelshop haben, ist übrigens auch hervorragend für die Herstellung von Geopolymer geeignet.
            Hallo Sven,
            gibt es dazu eine Rezeptur?

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              #7
              Hallo Martin,

              das ist ein etwas komplexes Thema. Du könntest Dir dazu mal dieses Buch von Patrick Müller ansehen: Rezepturen der Geopolymere: Grundlegende Rezepturen, Synthesen, Rohstoffe und Verarbeitungsschritte der umweltverträglichen Hochleistungszemente

              Sven​​

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                #8
                Hier gibt es ein Video, dass in dem Buch auch angesprochen wird:
                Basic geopolymers are easy to make:1 g Metakaolin + 1g Na-waterglass solution + 0.2 g NaOH + 0.2 g H2O4 g Flugasche + 1 g Na-Waterglass sol. + sol. 0.2 g NaO...

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